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Hallo KursleiterInnen!

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Ein "richtiger" Blog mit Kommentarfunktion ist in Vorbereitung.
Vorerst finden sich hier  die Fachartikel aus unseren Praxen und Seminaren und, als kleines Schmankerl, die besonderen Intros von Evelyn Rodtmann.


21.02.17

>> Fünf Elemente in der Chinesischen Medizin, Annegret Schuischel
>> Musiktherapie und die vier Elemente, Christoph Steinmetz

Wir freuen uns, dass einige neue Kolleginnen ihre Praxis zu uns verlegt haben und damit das Aquariana bereichern! Hier sind sie:
 
Katharina Vogl arbeitet mit Morphogenetischer Medizin, Systemischer Kinesiologie und Psychokinesiologie sowie Traumatherapie.

Marion Lattermann bietet Coaching und traumasensible Beratung an. Gerne auch „to go“ in der freien Natur. Sie ist u. a. zertifizierte Shiatsu-Praktikerin (GSD) und Systemische Beraterin (SG)
 
Annegret Schuischel arbeitet als Heilpraktikerin mit Akupunktur und Traditioneller Chinesischer Medizin. Was die Fünf Wandlungsphasen bzw. Elemente in der Chinesischen Medizin sind, erfahren Sie aus ihrem Artikel in diesem Newsletter!
 
Claudia Baro arbeitet sowohl als energetische Heilerin mit unterschiedlichen intuitiven & geistigen Methoden als auch als Feng Shui Architektin & Designerin. Der Schwerpunkt als energetische Heilerin liegt auf der psychischen und psychosomatischen Ebene sowie der Klärung von persönlichen und beruflichen Fragestellungen.
 
Brigitte Ehrenpfordt praktiziert Qigong-Massage, die ebenfalls der Traditionellen Chinesischen Medizin angehört. Wir hoffen außerdem auf baldige Qigong-Kurse im Aquariana ….


 

Charaktereigenschaften der fünf Wandlungsphasen/Elemente in der Chinesischen Medizin

Annegret Schuischel


Die fünf Elemente in der Chinesischen Medizin sind Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall. Jedem Element werden bestimmte Eigenschaften zugeschrieben, sowohl energetischer als auch charakterlicher bzw. psychologischer Natur.

Gemäß der TCM hat jeder/s Mensch/Wesen alle 5 Elemente in sich, und es ist interessant, sich einmal zu fragen, welche Elemente bei einem selbst stärker oder schwächer ausgeprägt sind, denn dies beeinflusst Verhalten und Charakter. Und bei jedem Element gibt es besondere Gefahren, durch zu groß werdende Ungleichgewichte, psychische Probleme zu entwickeln und in körperliche Anspannungszustände zu geraten. Ein längeres Anhalten größerer Imbalancen führt auch zu organischen Beeinträchtigungen.
Das Wissen darüber kann einem helfen, durch bewusstes entgegensteuerndes Verhalten und auch spezielle Ernährungsweisen größeren Ungleichgewichtszuständen vorzubeugen.
Die Akupunktur kann dabei sehr gut unterstützend wirken, denn manchmal will man vielleicht anders, kann aber nicht. In diesem Fall, und auch bei organischen Problemen, kann Akupunktur helfen.
Ich werde im Folgenden die psychologischen Aspekte der Elemente näher beschreiben. Es handelt sich dabei um idealtypische Beschreibungen, und die Darstellungen beziehen sich weitgehend auf den jeweils „gesunden“ Zustand der Elemente.
Zu jedem Element gehören zwei, bzw. im Fall des Feuers vier, Energieleitbahnen, die jeweils mit einem Organ verbunden sind.
Die Verteilung der Elemente lässt sich durch Puls- und Zungendiagnose ermitteln. Wie Sie diese selbst kennen lernen können, sehen Sie ganz unten.

Doch nun zunächst zu den Elementen selbst:

Wasser
Das Element Wasser gibt uns unsere Ideen und den Willen, diese umzusetzen. Menschen mit viel Wasser sind sehr tiefgründig und nachdenklich, haben einen Hang zur Philosophie. Sie sind eher introvertiert, sensibel und selbstkritisch.
Das Wasser gibt uns unsere Standfestigkeit. Diese Tatsache kann man eventuell mit den vorher genannten Merkmalen in Verbindung bringen, denn, je klarer und je stärker ausgeprägt die Ideen sind, desto eher ist man auch in der Lage, die eigenen Vorstellungen durchzusetzen und sich zu behaupten.
Das Element Wasser ist in der vorgeburtlichen Phase am stärksten ausgeprägt.
Hier entwickelt sich der Keim und, wenn man es philosophisch betrachtet, die Idee bzw. der Bauplan des Menschen.
Das zum Wasser gehörige Gefühl ist Angst. Vor allem sehr tiefgehende, existenzielle Ängste werden mit Wasser assoziiert.
Die Gefahr bei Menschen mit sehr viel Wasser besteht darin, dass sie in ihrem „Kämmerlein“ bleiben und ihre Gedankenwelt nicht mit anderen teilen. Diese Gefahr besteht vor allem, wenn wenig Holz- und Feueranteile vorhanden sind.
In diesen Fall kann die chinesische Medizin helfen, indem durch das Akupunktieren entsprechender Punkte die Holz- und Feuerenergien gestärkt werden.
Die zum Wasser gehörenden Nierenenergien erschöpfen sich vor allem durch Überarbeitung oder einen unsteten und/ oder ausschweifenden Lebenswandel. Dies führt häufig zu Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich. Akupunktur, Moxatherapie und bestimmte Lebensmittel können die Nierenenergie stärken.

Holz
Holz ist die Energie, die uns zu Tatkraft verhilft. Hierbei ist es die Leberenergie, die uns hilft, Handlungen strategisch zu planen und Kapazitäten und mögliche Reaktionen zu berücksichtigen. Die Energie der Gallenblase gibt uns den Mut, die Entschlossenheit und Initiativkraft, die Handlung dann auch wirklich in die Tat umzusetzen.
Das Holz ist seinem Charakter nach expansiv, will überall hin, will dem eigenen Kopf, den eigenen Ideen nachgehen.
Das Gefühl, welches zum Holz gehört, ist Wut. Besonders Kinder bekommen Wutausbrüche, wenn sie zum Beispiel daran gehindert werden, „ihrer eigenen Nase nachzugehen“ bzw. ihren Impulsen zu folgen. Dies liegt daran, dass das Holz in der Kindheitsphase physiologisch besonders stark ausgeprägt ist.
Auf der anderen Seite lernen wir natürlich auch im Laufe des Lebens, dass wir unsere Wut nicht immer zeigen, sondern kontrollieren sollten. Aus diesem Grund kommt es oft zu Stagnationen der Holzenergien. Dies geschieht vor allem auch im Berufsleben, wenn wir nicht nach unserem eigenen Ermessen und eigenen Vorstellungen handeln können, sondern uns betrieblichen Vorgaben, unserem Chef etc. beugen müssen.
Ein typisches Beispiel für ein schlecht bis gar nicht mehr kontrollierbares Übermaß an Holzenergien sind die Verhaltensmuster von Cholerikern. Hat sich so ein Zustand über einen langen Zeitraum etabliert, laufen die Betroffenen Gefahr, eine ausgeprägte Leber-Qi-Stagnation zu entwickeln. Das primäre Symptom dabei ist das Gefühl von Anspannung, bzw. Stress. Zur Lösung des Leber-Qi greifen viele Betroffene zu Süßigkeiten und/oder Alkohol. Auch Kaffee hilft vielen, ein gestautes und hochsteigendes Leber-Qi abzusenken. Wenn zur Entspannung zu oft zu diesen Genussmitteln gegriffen wird, ist oftmals eine chronische Stagnation des Leber-Qi die Folge. Das gestaute Leber-Qi kann nun mit seiner fehlgeleiteten Energie andere Organe schwächen. Dies äußert sich zum Beispiel in Form von Magenproblemen wie Sodbrennen, rezidivierenden Infekten bei Schwächung der Lungenenergie oder Verdauungsproblemen, wenn die Darmenergie angegriffen ist.
Die Leber-Qi-Stagnation ist das häufigste Syndrom in unserer westlichen Gesellschaft und kann sehr gut durch das Akupunktieren lösender Punkte behandelt werden. Parallel ist es natürlich auch sinnvoll zu überlegen, wie man durch neue Verhaltensweisen einer manifesten Leber-Qi-Stagnation vorbeugen kann. Zum Beispiel durch Sport, Freizeittätigkeiten, in denen man eigene Vorstellungen verwirklichen kann und/ oder - wenn möglich - eine Analyse und Auflösung der Konflikte durch Veränderung der eigenen Einstellungen und/oder Interaktionen mit dem Umfeld.

Feuer
Das Gefühl, welches zum Feuer gehört, ist die Freude. Feuerenergien sind vor allem in der Jugend ausgeprägt.
Das Feuer in uns sorgt für unser Bedürfnis nach Kommunikation und Austausch mit anderen Menschen. Feuermenschen brauchen Kontakte mehr als andere Menschen und haben meist einen großen Bekanntenkreis. Menschen mit viel Feuerenergie werden auch schnell intim und sind sehr lustbetont. Sie wirken attraktiv auf andere und sind oft charismatisch. Sie sind begeisternd, aber auch selbst begeisterungsfähig. Feuertypen mögen Ästhetik, sind eher visuell. Das ausgeprägte Sozialleben führt zu einer guten Beobachtungsgabe, vor allem was soziale Geflechte angeht.
Feuerenergien helfen uns, klar und analytisch zu denken und Visionen zu entwickeln. Sie geben uns auch unseren Idealismus, Gerechtigkeitssinn und Tatendrang. Letzterer kann allerdings auch in Ungeduld umschlagen, und wir werden hastig. Andere Schwachpunkte bei Feuermenschen sind ein ausgeprägtes Misstrauen, welches daher rühren könnte, dass sie selbst auch nicht immer vertrauenswürdig, d.h etwas flatterhaft sind. Sie können auch launisch und oberflächlich werden und brauchen die Aufmerksamkeit anderer Menschen, was ein egozentrisches Verhalten nach sich ziehen kann.
Auch in diesem Fall kann die Akupunktur dabei helfen, nicht in zu extreme Verhaltensweisen zu verfallen. Regulierend auf das Feuer wirkt vor allem das Wasser, weshalb der Wasserpunkt im Feuer akupunktiert werden könnte, wenn das Feuer zu stark wird. Jedoch Es haben immer alle anderen Elemente Auswirkungen auf jedes einzelne Element. Als Behandlerin schaue ich jeweils genau, ob und welches Element auf ein anderes zu viel oder zu wenig wirkt, um dies auszugleichen.

Erde
Zur Erde gehört nicht wirklich ein Gefühl, sondern das „Denken“.
Die Erdenergien in uns brauchen Harmonie und versuchen deshalb immer, für Ausgleich zu sorgen. Auf der Erde stehen wir, das heißt, werden unseren Erdenergien durch verunsichernde Ereignisse oder Umstände erschüttert, gerät auch unser „Sein“ aus dem Gleichgewicht, und wir verlieren an Stabilität und Selbstbehauptungskraft – wir werden unsicher.
Um für die Harmonie und Stabilität zu sorgen, die sie brauchen, sind Erdemenschen freundlich, neutral, mitfühlend und sympathiefähig.
Die Erdeenergie ist die Energie, die uns nährt, was bei den zugehörigen Organen Magen und Milz nahe liegt. Erdenergien sind mütterlich und fürsorglich. Sie sind auch besonders ausgeprägt in der Lebensphase, in der die meisten Menschen Eltern werden oder sind.
Die Erde will genährt sein, weshalb Menschen mit viel Erdeenergien gerne essen. Aber auch geistige Nahrung ist für Erdemenschen wichtig.
Sie unterhalten sich gern, sind gesellig, fröhlich, gute Zuhörer, und sie mögen Abwechslung. Allerdings keine zu gewagten Abenteuer, denn sie wollen den Boden nicht unter den Füßen verlieren.
Ein Schwachpunkt von Erdetypen ist es, dass sie trotz eigentlich starken Nervensystems leicht in Grübeleien verfallen und sich übermäßig sorgen.
Dies geschieht vor allem, wenn die Milzenergie schwach ist. Auch in diesem Fall gibt es bestimmte Akupunkturpunkte, die die Milz stärken.

Metall
Das Metall wird im letzten Lebensabschnitt stärker.
Das zum Metall gehörige Gefühl ist die Trauer. Trauerprozesse haben mit loslassen zu tun, was auch ein wichtiges Thema des Metalls ist.
Metallmenschen ist Struktur wichtig, was sich auch auf einen geordneten Tagesrhythmus beziehen kann.
Menschen mit viel Metall sind ordnungsliebend. Sie legen auch Wert auf ein gepflegtes Äußeres und mögen vor allem edle Kleidung und Schmuck. Auch im übertragenen Sinne sind ihnen Werte wichtig, wie z.B. Loyalität, Anstand und Respekt.
Metall ist auch das empfindsame Element. Die zugehörigen Organe Lunge- und Dickdarm sind direkt mit dem „Außen“ verbunden, d.h. sehr angreifbar - ebenfalls im übertragenen Sinne. Fühlen Metallmenschen sich nicht sicher, ziehen sie sich oft aus Angst, verletzt zu werden, lieber zurück.
Metalltypen sind ehrgeizig, perfektionistisch und verzweifeln manchmal selbst an ihren hohen Maßstäben.
Wenn das Metall zu „starr“ wird, das heißt zum Beispiel, der eigene Perfektionismus mich zu lähmen droht oder der Tagesrhythmus so akribisch eingehalten wird, dass er wie ein Käfig wirkt, der die eigene Flexibilität zu sehr einschränkt, hilft es, durch Akupunktur das „Feuer im Metall“ zu stärken. Das Feuer macht das Metall wieder „geschmeidig“ und hilft, den Fokus wieder mehr auf die Freude zu lenken und  „fünfe“ auch mal wieder „gerade sein lassen“ zu können.

Nun zur Praxis:

Die Energien der Elemente bzw. ihrer zugehörigen Energieleitbahnen können anhand der Puls- und Zungendiagnose ermittelt werden. Durch die 5-Elementeakupunktur kann man Disharmonien ausgleichen.
Eine Puls- und Zungendiagnose biete ich bis Ende März für 20 Euro an. Dabei werde ich auf wahrscheinliche Imbalancen hinweisen und entsprechende Ernährungstipps (auf Wunsch auch Hinweise bzgl. der Lebensweise) geben. Dauer: 20-30 min.
An die Diagnose kann sich bei Bedarf oder auf Anfrage eine Akupunkturtherapie anschließen, mit der ich tiefer liegende/lang bestehende Imbalancen, die sich eventuell schon verfestigt haben, sowie auch organische Störungen und Erkrankungen, behandele.

Annegret Schuischel im Aquariana

Annegret Schuischel

Akupunktur, Pulsdiagnose, Heilpraktikerin

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Musiktherapie und die vier Elemente

Christoph Steinmetz

Die Qualitäten der vier Elemente (Erde, Luft, Feuer, Wasser) finden sich auch in der Musik wieder: Wir sprechen von "erdigen Rhythmen", "sphärischen Klängen", "fließenden Melodien" und "feuriger Musik". In der Musiktherapie können wir diesen Zusammenhang erstaunlich wirkungsvoll nutzen.
Die vier Elemente sind die Grundbestandteile unserer Schöpfung. Sie stellen die materielle Realität dar, in der wir leben und die uns alltäglich umgibt. Ihr Ordnungsprinzip lässt sich in anderen Bereichen wiedererkennen. Übertragen auf die Psychologie und die Musik ergeben sich daraus wertvolle Erkenntnisse für die Musiktherapie.

Rhythmus – Klang – Melodie – Dynamik
In der Musik unterscheiden wir vier verschiedene Aspekte, nämlich Rhythmus, Klang, Melodie und Dynamik - auch musikalische Parameter genannt. Dies sind die "Bausteine", aus denen Musik besteht. Der grundlegende Baustein scheint dabei der Klang zu sein, denn ohne ihn könnten wir keine Musik hören. Musik überträgt sich beim Hören überwiegend über das Element Luft, das uns überall umgibt und miteinander verbindet. Die Entsprechungen der vier Elemente mit den Parametern der Musik lassen sich leicht erkennen: Erdige Rhythmen regen uns zum Tanzen an und lassen uns den Boden unter den Füßen  deutlich spüren. Luftig leichte Klänge können uns innerlich weiten. Eine schöne Melodie, die wie Wasser dahinfließt, kann uns zu Tränen rühren und eine feurige Fanfare lässt uns aufhorchen und weckt Energie in uns.

Erde – Rhythmus – Beständigkeit
Rhythmische Musik hat erdigen Charakter und regt zum Tanzen an. Wir kommen beim Hören in Bewegung und somit in Kontakt mit unserem Körper. Das rhythmische Stampfen lässt uns den Boden unter den Füßen spüren. Unsere Kraft strömt in Richtung Erde und aus der Erde strömt Kraft zurück. Die Erde ist (räumlich) stark strukturiert und hat vielfältige Formen. Rhythmus gibt der Musik ihre (zeitliche) Struktur. Der Rhythmus unseres Herzschlags ist beständig da. Einen Rhythmus von dieser Qualität zu hören oder auf einer Trommel zu spielen, gibt uns ein Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit.
In der Musiktherapie können wir dies nutzen: Da, wo es uns an Boden fehlt - wenn z.B. Gefühle von Unsicherheit und Angst vorherrschen - können wir mit rhythmisch gespielter Musik einen Ausgleich schaffen und wieder mehr "Boden unter die Füße bekommen". Wenn wieder mehr Sicherheit da ist, können wir uns auch unseren Ängsten besser stellen. Ein Übermaß an "Erde" kann sich in Sturheit oder Schwermut äußern. Von einer sicheren (rhythmischen) Basis können wir dann musikalisch Neuland betreten und mit luftig leichten Klängen experimentieren und so wieder mehr Weite und Leichtigkeit erleben.

Luft – Klang – Weite
Klänge haben etwas Sphärisches und können Stimmungen und Atmosphären ausdrücken. Sie haben den Charakter von etwas Allgegenwärtigem, das man aber oft nicht präzise (be-) greifen kann, da es keine deutliche Struktur hat. Klänge sind wie Luft und breiten sich im Raum sofort aus und füllen ihn. Klangliche Musik regt uns zum Träumen an. Sie führt uns in die Weite unseres Geistes. Am Klang unserer Stimme erkennen wir, wie es uns geht - wie unsere "Stimmung" ist. Wir nehmen - oft unbewusst - die feinsten Schwankungen in der Stimmung unseres Gegenübers wahr. Der Klang von Blasinstrumenten, deren Ton durch unsere Atemluft entsteht, ist der der menschlichen Stimme am nächsten. Mit diesen Instrumenten sind wir beim Spielen sehr direkt verbunden und zeigen uns damit - wie beim Singen mit unserer Stimme - am persönlichsten.
In der Musiktherapie können wir Klänge gezielt einsetzen. Der Ton einer Klangschale hilft uns durch seine Gleichmäßigkeit, uns geistig zu sammeln. Im Klang des Monochords und beim Obertongesang können wir in einem einzelnen Ton ein ganzes Universum von Obertönen entdecken und so innere Weite erleben. In einer Klangreise können wir lernen tief zu entspannen, loszulassen, zu träumen, uns unserer Phantasie hinzugeben und Visionen zu entwickeln.

Wasser – Melodie – Hingabe
Eine Melodie kann so wunderschön dahin fließen, uns emotional bewegen und  manchmal sogar zu Tränen rühren. Sie vermag tiefe Gefühle in uns anzusprechen, so tief wie ein Bergsee. Schöne Melodien fühlen sich manchmal an wie ein warmes Bad. Wir baden sprichwörtlich in Gefühlen. Ein weinendes Kind (vielleicht auch unser eigenes inneres Kind) können wir mit einer schlichten gesungenen Melodie trösten und ihm so Geborgenheit vermitteln. Die fließenden Melodiebewegungen in der Musik Johann Sebastian Bachs wirken ordnend und beruhigend auf unsere Gefühle. "Die Moldau" von Smetana mit ihren wunderschönen Melodien beschreibt eindrucksvoll den Verlauf des Flusses von der Quelle bis zur Mündung.
Wasser ist Leben und es erinnert uns an unsere Herkunft: wir wachsen schwerelos im Fruchtwasser des mütterlichen Uterus heran und finden in den Weltmeeren die frühesten Formen der irdischen Lebewesen überhaupt. Entsprechend haben Melodien die Eigenschaft, sich tief in unser Gedächtnis einzuprägen. Wir erinnern uns noch im hohen Alter an Lieder, die wir in unserer Kindheit und Jugend gesungen und gehört haben.
Wenn wir in der Musiktherapie lernen wollen, unsere Gefühle zu entdecken und auszudrücken, können wir Lieder singen, mit Tönen und Melodien spielen und uns von ihnen berühren lassen. Im geschützten Rahmen können wir mit unserer Stimme experimentieren und zeigen uns so auf eine sehr persönliche Art und Weise. Gefühle zu zeigen macht uns lebendiger, nahbarer und authentischer.

Feuer – Dynamik – Willenskraft
Kennen Sie Beethovens Fünfte? Die feurige Musik der Sinti und Roma? Oder die Fanfaren bei den Gladiatorenkämpfen in "Ben Hur"? Dann wissen Sie, wie dynamisch diese Musik ist und wie anregend sie wirken kann! Da ist Feuer drin. Es ist die starke Dynamik, die dieser Musik hauptsächlich ihren Charakter gibt. Der schnelle Wechsel von laut und leise, rasch anschwellende Crescendi (lauter werden) und laute Akzente geben der Musik eine sehr starke Kontur und den Eindruck von viel Kraft und Energie. Wie ein Feuerwerk kann sie uns fesseln und in ihren Bann ziehen. Sie bringt uns mit unserer Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt.
In der Musiktherapie kann es für einen eher angepassten und zurückhaltenden Menschen, der lernen möchte, sich anderen gegenüber zu behaupten, sehr spannend sein, mit der Dynamik in einer gemeinsamen Improvisation zu experimentieren. Indem er eigene Akzente setzt und die Lautstärke bewusst bestimmt, kann er sein Feuer entdecken und Erfahrungen mit seiner Durchsetzungskraft machen. Auch mit Gefühlen wie Wut, Ärger und Zorn können wir musikalisch experimentieren und dabei interessante Erkenntnisse über uns gewinnen. Wo sind wir blockiert? Wo sind unsere blinden Flecken? Wo unsere wunden Punkte? Und wie können wir damit umgehen??

Musiktherapie – ein spielerischer und wirkungsvoller Weg
Die vier Elemente bieten für die Musiktherapie eine Orientierung, die sich gut nutzen lässt, um Menschen bei ihrer persönlichen Veränderung zu unterstützen. Es geht dabei in erster Linie um die Erfahrung und Integration unserer ganzen menschlichen Realität. Es geht ums Ganzwerden bzw. um das Erkennen, dass wir schon ganz sind und unsere verdrängten Anteile entdecken und erforschen können. Die Musiktherapie bietet dafür einen ganzheitlichen Weg an, der nicht nur unsere Kognition anspricht, sondern auch unseren Körper, unsere Wahrnehmung und unser Erleben.
Sowohl in meiner musiktherapeutischen Arbeit als auch in den Improvisations- und Klangreise-Workshops, die ich anbiete, steht das lustvolle und spielerische Erkunden im Vordergrund. Leicht spielbare Instrumenten aus den verschiedensten Kulturen laden ein zu Entdeckungsreisen in die Welt der Geräusche, Klänge, Rhythmen und Melodien. Einfache und spannende Spiele unterstützen dies und ermöglichen auch Ungeübten musikalisches Zusammenspiel. In den Klangreisen ermöglichen die archaischen Klänge ursprünglicher Instrumente (Tamtam, Rahmentrommel, Monochord, Oceandrum u.a.) eine tiefe Entspannung und inspirierende Reisen ins eigene Innere. Wir tauchen  ein in eine innere Traumwelt. So können wir Kraft tanken und neue Impulse für unser Leben gewinnen.

Nächste Veranstaltung:

Workshopreihe "Improvisation und Klangreisen mit den vier Elementen"
Improvisieren und experimentieren mit leicht spielbaren Instrumenten und bei Klangreisen tief entspannen und träumen.

Zeit:                 Mittwochs, 20:00 – 21:30 Uhr (10 Termine)
Ort:                  Aquariana, Am Tempelhofer Berg 7d, 10965 Berlin-Kreuzberg
Termine:          01.03. – 05.07.17 (14tgl.).
Kosten:            180 € für 10 Abende
Info:                www.christoph-steinmetz.de/musiktherapie/improvisation-klangreisen

Die ersten beiden Termine sind zum Schnuppern gedacht (20 € /Abend).

Christoph Steinmetz im Aquariana

Christoph Steinmetz

Gestalt- und Musiktherapie, Psychotherapie, HP Psych.

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[nach oben] 


 Evelyn Rodtmanns schöne Intro-Texte zu den Newslettern – zu schade, sie nicht aufzuheben!

Vitamin B³: Bindung, Berührung, Beziehung

1.11.16
Warum sind diese drei B's so wichtig für uns? Kurze Antwort: Weil wir keine Eidechsen sind!
Aber ganz im Ernst: Wir stehen auf der evolutionären Entwicklungsleiter ja ziemlich oben. Bei den Reptilien spielten die drei B's keine große Rolle, das kam erst mit den Säugetieren. Und das hat einen handfesten evolutionären Grund: Bei den Säugetieren kommen die Jungen unreif zur Welt und benötigen eine lange Entwicklungszeit, bis sie in ihrer Komplexität voll ausgereift sind. Bei uns menschlichen Säugetieren dauert das offiziell 18 Jahre (aus meiner Erfahrung allerdings meist etwas länger ;)
Wie bleiben die Jungen so lange bei den Eltern bzw. die Eltern so lange bei den Jungen? Indem die Säugetiere neben dem Bedrohungssystem mit seinen Flucht- und Angriffsreflexen (angesiedelt in unserem „alten“ Gehirnteil, dem sogenannten Reptiliengehirn) auch noch ein Fürsorgesystem eingebaut haben. Die Jungen erfahren Sicherheit und Wohlgefühl durch … genau, durch die drei B's: Bindung, Berührung, Beziehung. Genauer genommen werden durch Wärme, Berührung und beruhigende Laute, d.h. in den Arm nehmen und liebevolle Worte dabei sprechen, das Hormon Oxytocin und Opiate ausgeschüttet. Und zwar bei den Jungen und bei den Eltern. Dieser Hormoncocktail verschafft uns Wohl-und Glücksgefühle sowie ein Gefühl von Sicherheit – und da wir davon verständlicherweise mehr haben wollen, bleiben wir in der Bindung und Beziehung zu den Lieben.

So, wie ich es jetzt so locker leicht hingeschrieben habe, mit Hormoncocktail und Glücksgefühlen, sollte es aber nicht davon ablenken, wie existenziell notwendig Bindung und Berührung – und als Folge davon Beziehung – für uns sind. Es ist kein Wellness-Thema, sondern (über-) lebensnotwendig. Aquariana-Kollegin Susanne Kukies beschreibt das eindrucksvoll an einem Beispiel aus ihrer Praxis als Somatische Körper- und Bewegungstherapeutin®: Beziehung, Bindung und Berührung. Und Christian Lisker, systemischer Therapeut im Aquariana, erzählt in seinem Artikel Küssen gegen Müffelsocken über die Bedeutung von liebevoller Zuwendung statt kritischer Abgrenzung.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich, neben ausreichend Vitamin C in der nasskalten Jahreszeit, auch immer wieder eine große Portion Vitamin B³ genehmigen können!
Mit herzlichen Grüßen
Ihre Evelyn Rodtmann


Fachartikel aus unseren Praxen und Seminaren

Eine Übung zum Entspannen Ihrer Nackenmuskulatur – Ralf Welti
Bindung, Berührung, Beziehung – Susanne Kukies
Küssen gegen Müffelsocken. Mit ungewohnten Methoden ... – Christian Lisker
Rückenbeschwerden und vom Rücken ausgehende Probleme ... – Ralf Welti
Resonanzräume – Körper und Kontakt – Tamao Stern
Der Weg des Künstlers – Der Weg eines kreativen Menschen – Clara Welten
Achtsames Selbstmitgefühl – Evelyn Rodtmann
Buddhismus und Therapie – ein Spannungsfeld? – Jan Orlowski
Wahrnehmung von Energie in der Körperarbeit – Ralf Welti
Die Wahrnehmung der Energie – Clara Welten
Faszien – ein Schlüssel zur Gesundheit? – Ralf Welti
Faszientherapie und Perzeptive Pädagogik – Karin Klepsch
PostFascialTechnik (PFT)® – strukturelle/energetische Körperarbeit – Ralf Welti
Wozu Liebeskummer gut sein kann – Dr. phil. Jochen Meyer
Alexander-Technik – Interview mit Eva-Maria Freyer
15 Jahre Aquariana – Kristina Messerschmidt

Ausstellung

common ground – gemeinsam

Marita Kohl

noch bis zum 7. Mai

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Hallo KursleiterInnen!

Gruppenraum frei:

Montags, 18-20
Mittwochs, 20-22, ab August

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