Aus unseren Praxen
Aquariana-KollegInnen und GastautorInnen schreiben über ihre Arbeit
Inhaltsverzeichnis
• Romeck van Zeyl: Beziehungsarbeit als Gartenpflege - eine fruchtbare Metapher...
• Malte Nelles: Die alte Zweierkiste gemeinsam, persönlich wachsen in der Partnerschaft
Archiv:
- Unvernunft hat mit Freiheit zu tun Interview mit Sigrid Hartlmaier
- Rohe Weihnachten! Die kreative Dessert-Küche der Gourmet-Rohkost Melanie Maria Holzheimer, HP
- Atmen oder Ein kurzes Treffen mit sich selbst Evelyn Rodtmann
- Pranayama Atem und Yoga Interview mit Cárol Varga
- Beziehungen mit Liebe heilen Dr. Brenda Davies Text auf Englisch zum Download
- Seelenmediation Interview mit Ulrike von Lienen
- Heilpflanzen nutzen für Gesundheit und Wohlbefinden Daniela Stöffin, HP
- Das Wesen der Kräuter oder woher kommt unser Wissen über Heilkräuter? Torsten Ziegler, HP
- Ein Reh im Bahnhof Friedrichstraße oder Wie Sie Stress bewältigen können Sigrid Werner, HP
- Stressbewältigung durch Achtsamkeit MBSR Interview mit Evelyn Rodtmann
- Entspannung und Klang Ein Interview mit Claudia Kunkel
- Körperenergiearbeit Ein Interview mit Birgitt Paulus
- Somatische Körper- und Bewegungstherapie Ein Interview mit Susanne Kukies
- Loslassen Ein Interview mit Christiane Knöß
- Klopf dich leicht: EFT Emotional Freedom Techniques und Gewichtsreduktion Yvonne Friargiu
- "Das Klopfen wirkt, als ob so kleine Päckchen von mir fallen" Sigrid Werner
- Paartherapie Ein Interview mit Christoph Steinmetz
- Astrologische Beziehungsberatung Aussitzen kostet Lebendigkeit! Interview mit Evelyn Rodtmann
- Glücklich verliebt und sicher gebunden: Bindungsangst besiegen ... Dr. Jochen Meyer
- Vorbeugen und Stärken oder „Der Erreger ist nichts ..." - Ein Interview mit Melanie Maria Holzheimer, HP
- Die Schweinegrippe aus Sicht der Chinesischen Medizin - Torsten Ziegler, HP
- Stressbewältigung mit Osteopathie - Ein Interview mit Sandra Hintringer
- Gelassen und sicher im Stress - Ein Interview mit Steffen Taubert
- Winken hilft! Augenbewegung zur Bewältigung von Leistungsstress, Christiane Knoess
- Männer in Therapie und Gruppe - Ein Interview mit Christoph Steinmetz
- Als Yogalehrer im Aquariana - Ein Interview mit Cárol Varga
- Yin und Yang statt Mann und Frau in der Chinesischen Medizin - Ein Interview mit Torsten Ziegler
- Die Wut, Teil 2 - Emotionen aus Sicht der Chinesischen Medizin - Torsten Ziegler
- Geh auf, mein Herz, und finde Freude - Sigrid Werner
- Mars - Der innere Krieger - Evelyn Rodtmann
- Das Holz, die Leber, die Wut - Torsten Ziegler
- Wie man Gewebe sanft von Wut und Ärger befreit - Sandra Hintringer
- Sich wohlfühlen mit Massagen - Ein Interview mit Sabine Spies
- Wohlgefühl im Wandel - Ein Interview mit Alice Kohl
- Ich fühl' mich wohl, du fühlst dich wohl - Ein Gespräch unter Astrologinnen
- Kurse im Aquariana: Feldenkrais - Ein Interview mit Dragana Cukavac
- Feldenkrais - Erfahrungen der Teilnehmerinnen
- Kurse im Aquariana: Sivananda-Yoga - Ein Interview mit Hildegard Pätzold
- Wechseljahre aus Sicht der TCM - Babette Schwartz
- Tipps für die Wechseljahre - Sigrid Werner
- Embodiment - oder die Vertreibung aus dem Paradies - Susanne Kukies
- Wechseljahre - Tor des Wandels - Babette Schwartz
- Bücher zum Thema "Wechseljahre"
- Reflexzonentherapie - Ein Interview mit Sigrid Werner
- Das Meer der Flüssigkeiten - Susanne Kukies
- Das Auge als Kompass im Leben. Für Groß und Klein, Alt und Jung - Teil II - Arjen Peters
- Homöopathie für Kinder - Kinder lieben Globuli - Ein Interview mit Alice Kohl
- Kinder lernen leichter mit Kinesiologie - Ute Schmid-Dankward
- Kinder-Yoga im Aquariana - Ein Interview mit Andrea Lenser
- Das Auge als Kompass im Leben. Für Groß und Klein, Alt und Jung - Teil I - Arjen Peters
- Bücher zum Thema "Kinder"
- Fasten: Ja, Nein oder Doch ... Aber Wie? Schauen Sie sich lieber in die Augen - mit Buchempfehlungen - Arjen Peters
- Frisch versagt ist halb gewonnen. Saturn Quadrat Neptun - Evelyn Rodtmann
- Husten, Schnupfen, Heiserkeit - mit Buchempfehlungen und Rezepten - Babette Schwartz
- Husten und Augendiagnose oder ein Hauch an Streicheleinheiten ... - Arjen Peters
- Aua! Drei Buchstaben, die Bände sprechen - Arjen Peters
- Das Chaos im Kopf oder die Sache mit der Gegenwart - Veronika Otto
- VielfliegerInnen - Sigrid Werner
- Zehn Tipps, um gut in Urlaub zu fahren, auch wenn man zu Hause bleibt - Arjen Peters
- Verbindungen schaffen - Susanne Kukies
- "Innere Kinder" brauchen Süßes - und zwar sofort! - Maja Ottnad
- Fit durch den Frühling - Frühjahrsmüdigkeit adé! - Gabriele Janke
- Widder und Stier - Kristina Messerschmidt
Beziehungsarbeit als Gartenpflege - eine fruchtbare Metapher... 
Romeck van Zeyl
Ich liebe es, mit Paaren zu arbeiten. Es setzt schneller Energie frei und bewirkt oft nachhaltigere Veränderungen als die Einzelarbeit, weil die alltägliche Beziehungsdynamik die Grundstrukturen unserer Persönlichkeit unvermeidlich bloß legt. Seit 1994 arbeite ich auch mit Paaren, zuerst in Holland, später in England, Asien, jetzt seit einem halben Jahr in Berlin, im Aquariana. Aber nur mit Paaren, die grundsätzlich bereit sind, die Beziehung als Lerngemeinschaft zu sehen, als eine einzigartige, unausweichliche Chance, um erwachsen zu werden. Für mich ist das genau dasselbe wie Lieben lernen.
Das an sich ist schon radikal. Meistens sehnen wir uns danach, geliebt zu werden und dabei allerhand wunderbare Gefühle zu erfahren. Die Sehnsucht an sich ist legitim - und dazu groß und weit verbreitet: bei 90 Prozent der deutschen Männer und Frauen steht eine erfüllte Partnerschaft oben auf der Liste der wichtigsten Lebenswünsche. Es ist aber ein radikaler Perspektivenwechsel, Liebe als eine Ansammlung von Kompetenzen und Fähigkeiten zu sehen, die man erlernen kann. Es gibt dazu ein Ausbildungsinstitut, bei dem wir alle schon angemeldet sind. Sie erraten es schon: die Beziehung. Alle Beziehungen in unserem Alltag sind Teil des Curriculums.
Wir sitzen alle in Gottes Klassenzimmer, sagt der große persische Dichter und Lehrer Hafiz. An sich eine gute Nachricht: WO wir lernen können ist schon klar. Aber wie können wir dieses Lernen lernen? Kichernd erzählt Hafiz uns auch noch die Grundbedingung: „Wir müssen nur aufhören, mit Nasenpopeln rumzuschießen.“ Was er damit meint ist, dass wir erstens aufhören, uns über die Methoden dieses Ausbildungsinstituts, das Leben heißt, zu beschweren und zweitens aufhören, einander Vorwürfe zu machen. Sind wir dazu bereit? Es wäre ein riesiger Schritt aber was gibt’s denn noch für eine Wahl? Rummotzen im Klassenzimmer vielleicht ein paar Verbündete finden? Bringt das wirklich etwas?
Für eine Beziehung braucht es ein Ich und ein Du und das Feld dazwischen. Für Paarbeziehungen nutze ich für dieses Feld am liebsten das Konzept des Gartens: „Garten der Beziehung“. Wir sind beide das Du und das Ich zuständig dafür, was in diesem Garten gedeiht oder vertrocknet, wächst, blüht, verfault, zumüllt oder untergepflügt wird. Ob wir es mögen oder damit einverstanden sind, ist ziemlich egal es IST so, es gilt in allen unseren Beziehungen, ohne Ausnahme, in jedem Moment. Entweder wir beklagen uns, dass der Garten so mies und unproduktiv ist oder wir pflegen ihn. Meistens beschäftigen wir uns allerdings hauptsächlich damit, wie das Du seinen Beitrag ändern sollte, damit der Garten besser wächst. Das Problem damit ist, dass unser Gegenüber oft derselben Meinung ist.
Die Lösung oder die erwünschte Veränderung braucht keine Rezepte, sondern vor allem einen neugierigen Forschergeist und Eigenverantwortung. Wenn wir es so betrachten, wird ein jeder Beziehungskonflikt zu einer Wachstumschance, und ein Team oder eine Familie verwandelt sich in eine Lerngemeinschaft.
Die meisten negativen Beiträge zu der „Gartenpflege“ basieren nämlich auf in der Kindheit gelernten und fast immer unbewussten Gewohnheiten. Diese Gewohnheiten sind oft kollektiv, generationsübergreifend und stark kulturell geprägt; sie sind also kein persönliches Drama oder Versagen, kein Beweis dafür, dass wir irgendwie schlimmer sind als andere. Und deshalb ist es nicht so eine furchtbare Herausforderung, Verantwortung für diese Muster zu übernehmen. Dennoch brauchen die meisten von uns Unterstützung bei diesem Bewusstwerdungsprozess.
Dieses Modell ich nenne es das Gartenpflegemodell hat auch in Teambuilding- und Konfliktbewältigungstrainings in verschiedensten Kontexten und sogar Kulturen (Pakistan, Kambodscha, Urvölker) große Resonanz gefunden. Es ist beeindruckend, wenn Menschen im Laufe einer Paartherapie oder Teamarbeit anfangen, einander einzugestehen, was für negative Beiträge sie im Alltag zum Garten ihrer Beziehungen leisten: einander mit Schweigen bestrafen (auch Liebesentzug genannt), Augenkontakt vermeiden, Wut durch Körpersprache vermitteln: „Dass ich mich jetzt so fühle, ist deine Schuld.“, das Opfer spielen und andere Formen von Kontaktvermeidung oder Manipulation. Wenn wir uns über solche Tendenzen bewusster werden und beginnen Verantwortung zu übernehmen, kann die ganze Tragödie endlich mal als Komödie betrachtet werden!
Auch meine eigene Partnerbeziehung hat sich sehr entspannt, seit wir konsequent und auf eigene Initiative Verantwortung übernehmen für unsere negativen Beiträge, statt einander die Schuld zuzuweisen.
Damit endet die Geschichte natürlich nicht aber so werden die alten Muster zu Kompost für den Boden unseres gemeinsam gepflegten Gartens. Das erste, was tatsächlich anfängt, schneller zu wachsen, ist Vertrauen; wenn zwei Partner sich bewusst auf diese “Gartenpflege“ einlassen, brauchen sie viel weniger Angst zu haben, von ihrem Gegenüber fertig gemacht zu werden. Das zweite ist Wachheit: wir nehmen einander wieder neu wahr, statt mit den alten Mustern aufeinander zu re-agieren. Das dritte ist Kreativität: Wenn wir alte Muster loslassen, entsteht Mut zum Nichtwissen, woraus etwas wirklich Neues wachsen kann.
Es wird ganz unausweichlich klar, dass alles, was wir zu dem Garten beitragen, plus oder minus, seinen Effekt hat. Wir hören auf, Müll hinein zu schmeißen oder in die Ecke zu pinkeln, nicht weil wir brav oder spirituell sein wollen, sondern weil wir wissen, dass es stinken würde und weil wir uns ja duftende Blumen und nährendes Gemüse wünschen. Wir machen Schattenarbeit, damit die Sonne hinein scheinen kann.
Der Garten der Beziehungen ist kein poetisches Klischee, sondern eine sehr bodenständige und praktische Metapher für Beziehung-als-Weg für Kommunikation als spirituelle Praxis. Es gibt einfach keine Ausrede mehr!
Der Dichter Hafiz schreibt:
sollte es nur
der Esel in mir sein,
der spricht mit dem Esel in Dir?
Wenn so viele andere
fabelhafte Tiere in mir leben
und bunte Vögel,
die sich alle danach sehnen
mit Deinem Herz zu sprechen
und Dir Wunderbares
und Aufregendes zu berichten?
Lass uns alle verschlossenen Türen aufmachen,
damit die Augen wieder offen sind
für die Art von Intelligenz, die Liebe gebärt
und ein lebendigeres
und befriedigenderes Gespräch
mit dem Geliebten.
Wieso bringst du mir nur deinen Esel,
Und bittest mich um altes Heu
und ein langweiliges Gespräch
mit dem Idioten,
wenn’s um so was Kostbares geht -
so was Kostbares wie Liebe...
(Übersetzung aus dem Englischen von Romeck van Zeyl)
In meiner therapeutischen Praxis im Aquariana wende ich körperorientierte und transpersonale Methoden bei der Einzel- und Paartherapie an. Meine Erfahrungen als Trainer in vielen Seminaren über Konflikttransformation, Leadership, Mann-Frau-Kommunikation und Tantra und meine Ausbildungen als Coach, Supervisor und Psychotherapeut sind dafür die Grundlage.
Romeck van Zeyl
Integraler Körperpsychotherapeut
Coach und Supervisor
Tel.: 01525 - 18 296 34 | vichara8@hotmail.com
Ich freue mich auf Sie und auf ihren Partner.
P.S.: Lesen Sie mehr Konkretes und Praktisches zum Thema Gartenpflege in meinem Beitrag zum nächsten Aquariana-Newsletter: “Herzdialog Intimität im Hier und Jetzt“.
Die alte Zweierkiste 
gemeinsam, persönlich wachsen in der Partnerschaft
Malte Nelles
Verschmelzung oder mein Partner ist nicht die Gebärmutter meiner Mutter
Gemeinsam, persönlich wachsen
(Paar)therapeutische Perspektiven
Die alte Zweierkiste
In den Zeiten, in denen meine Eltern in meinem heutigen Alter waren, wurde auf lange Partnerschaften oft verächtlich als „Zweierkiste“ geschaut. Es war uncool, alles andere als progressiv und schien der grade erst entdeckten persönlichen Entfaltung diametral im Wege zu stehen. Dies mag seinerzeit richtig und wichtig gewesen sein, für die heutige Zeit scheint eine andere Wahrheit zu gelten: Nichts im Leben ist ein konstanterer Motor für persönliches Wachstum wie eine tiefe, verbindliche Partnerschaft.
Dies steht der Empfindung vieler Menschen entgegen. Nicht selten höre ich in den Aufstellungskursen, die ich leite, oder in meinen Therapie- und Beratungsstunden „es ist mein Mann, meine Frau, der/die mir und meiner persönlichen Entfaltung im Wege steht“. Und in der Offenheit des Austauschs tritt die große Sehnsucht zu Tage, die empfundene Enge der Beziehung zu verlassen, um dann endlich sich selbst zu entdecken, die Dinge zu tun, die man tun möchte und persönlich zu wachsen.
Was passiert da? Was ist der tiefere Anlass, die Verbindung mit dem Menschen aufkündigen zu wollen, der mich vielleicht schon viele Jahre, vielleicht Jahrzehnte begleitet, mit dem mich womöglich Kinder, eine Familie, eine gemeinsame Vergangenheit, zumindest jedoch ein wesentliches Stück meines Lebensweges verbinden?
Verschmelzung oder mein Partner ist nicht die Gebärmutter meiner Mutter
In längeren Beziehungen kommt es häufig zu einem Prozess, den der amerikanische Sexual- und Paartherapeut David Schnarch als Verschmelzung beschreibt. Mit der Zeit und den vielen gemeinsam oder arbeitsteilig zu bewältigenden Aufgaben wie der Kindererziehung, dem Erwerb des Lebensunterhalts, gemeinsamen Projekten etc. bewegen sich Mann und Frau, aber auch gleichgeschlechtliche Partner, oft in eine praktische Symbiose, die nicht selten in eine emotionalen Symbiose mündet.
Viele Menschen streben insgeheim unbewusst nach derartigen Zuständen, da sie uns auf einer tiefen leibseelischen Ebene an die eigene Zeit im Bauch der Mutter erinnern, in der wir versorgt, verstanden und genährt wurden und in einem ozeanischen Gefühl warmer Verbundenheit aufgehoben waren. Aber da, so der Titel eines Buches meines Vaters, das Leben keinen Rückwärtsgang hat und wir den Mutterleib verlassen mussten, um zu leben und zu wachsen, können wir nicht mehr dorthin zurück. Die emotionale Sehnsucht hiernach, die wir oft in Beziehungen empfinden, hindert uns an einem Wachstum in die Zukunft, schwächt uns in unserem Erwachsensein und bereitet schmerzhafte Konflikte in der Partnerschaft.
Diese Verschmelzung bzw. die mit ihr verbundene kindliche Forderung an den Partner, er möge wie eine ideale Mutter verstehen, wer ich bin und meine Gefühle vorab lesen können, ist eine Überforderung für die Beziehung, die auf Dauer einen hohen Preis für beide Partner einfordert. Wenn wir der Verschmelzungsdynamik folgen, passiert es, dass wir uns emotional wirklich irgendwann in einem Zustand wie im Mutterleib finden, und das ist für die meisten modernen Menschen dann sehr unangenehm. Wir verlieren unsere Autonomie, unsere Individualität, unsere körperliche Integrität, die uns durch die Geburt geschenkt wurden. Der untrüglichste Indikator für derartige Prozesse in der Partnerschaft ist die Sexualität. Wenn wir miteinander verschmolzen sind, braucht es keinen (sexuellen) Kontakt mehr, da wir ohnehin aneinander kleben.
Gemeinsam, persönlich wachsen
Wie findet man gemeinsam und jeder für sich wieder aus einer solchen Krise heraus? Der Weg ist selten leicht, denn es geht um die Aufkündigung eines Gleichgewichts, das sich lange eingespielt hat, um das Beenden einer Beziehungsdynamik, in der die Starre an die Stelle eines lebendigen Gebens und Nehmens getreten ist.
Der erste Schritt ist, zu erkennen, dass wir, auch in einer langen Beziehung, zwei physisch und psychisch voneinander getrennte Menschen sind. Dass wir zwar zusammen, aber schlussendlich auf uns alleine gestellt sind. Wer dies anerkennt, opfert seine regressiven Verschmelzungswünsche und gewinnt etwas Neues: innere Freiheit und emotionale Eigenverantwortung. Dieser Prozess ist schmerzhaft, denn er bringt uns in Kontakt mit den eigenen Dämonen, die uns oftmals bereits seit unserer Kindheit begleiten. Und nicht wenige sind insgeheim mit der Hoffnung in eine Beziehung eingetreten, dass wir dort von diesen Dämonen erlöst würden.
Was werfe ich meinem Partner vor? Wenn wir einen ehrlichen Blick in unser Inneres wagen, spüren wir, dass es oft die Eigenschaften sind, die wir an uns selbst ablehnen oder jene, die wir uns nicht erlauben zu leben. Die Blickrichtung vom Partner zu uns selbst zu richten, tut weh, weil wir uns unserer eigenen Unzulänglichkeit, der eigenen Blockaden zur Entfaltung unseres vollen Potenzials gewahr werden. Doch genau dieser kompromisslose Spiegel ist es, der uns wachsen lässt wie fast nichts anderes im Leben.
Und auf denjenigen, der diesen Schritt wagt, kommt gleich die nächste Herausforderung zu. Denn wer ehrlich auf sich selbst schaut, verändert sich. Und wenn einer die Verschmelzung aufkündigt, fühlt der andere sich oft betrogen, allein gelassen und kommt in Kontakt mit seiner Unzulänglichkeit, seiner Geschichte und schließlich auch seiner Verantwortung für sich selbst und seine seelische Verfassung. Die Notwendigkeit sich dem Eigenen im Gemeinsamen zu stellen stellt sich auf einmal auch für ihn. Dieser Prozess führt zu einer heilsamen Wandlung des Einzelnen und nicht selten nach einer Phase des Austarierens auch der Partnerschaft. Ein gemeinsamer, persönlicher Wachstumsprozess wurde in Gang gesetzt, dessen Verlauf offen und nicht rückgängig zu machen ist.
(Paar-)therapeutische Perspektiven
Die hier skizierte ist nur eine von vielen Dynamiken in Partnerschaften, die zu Krisen, aber auch zu persönlichen und gemeinsamen Neubeginnen führen können. Im Feld der Eheberatung, Paar- und Einzeltherapie gibt es eine Fülle von Ansätzen, mit denen derartigen Problemen begegnet werden könnte. Ich selbst arbeite im Rahmen von Kursen mit (Familien-)Aufstellungen, in denen wir sehr bildhaft sehen, verstehen und das wichtigste spüren können, wie sehr wir kindliche Wünsche, die den Eltern gelten, auf den Partner projizieren und damit der Liebe und Intimität zwischen zwei Erwachsenen nicht gerecht werden.
In meiner Praxis arbeite ich mit Paaren, aber vor allem therapeutisch mit einzelnen Partnern, denn oft finden sich Menschen in einer Partnerschaft in der Situation, dass sie einen Schritt alleine gehen müssen, bei dem der Mann, die Frau an ihrer Seite sie nicht begleiten kann.
Gerade in diesen Lebensphasen, in denen eine zeitweilige seelische Entfernung voneinander auftritt, ist die Trennung oft nicht weit. Aber gerade hier bieten sich beiden große Chancen, persönlich wie auch gemeinsam in einen tieferen Kontakt mit dem eigenen menschlichen Potenzial und dem der Partnerschaft zu kommen und die symbiotische Verschmelzung in eine lebendige, erwachsene Beziehung zwischen einem Ich und einem Du zu verwandeln.
Malte Nelles
Heilpraktiker für Psychotherapie, Diplom-Politologe, Systemaufsteller
Praxis für Psychotherapie, Beratung und Coaching
Tel. 030 63 42 74 67
mail@malte-nelles.de, www.malte-nelles.de, www.eurasys-berlin.de
Psychotherapie (HPG), psychologische Beratung und berufliches Coaching
Mo - Fr nach Terminvergabe im Aquariana
€ 70,-/55 Min., € 100,-/90 Min.
Aufstellungsabend bei eurasys berlin
Fr, 27.1.12, 20:00-22:00
€ 10,- | mit eigener Aufstellung € 50,- (bitte anmelden)
Ausbildung in Systemaufstellungen bei eurasys berlin
Nächster Einstieg 20.02.12
€ 2.000,- (für 27 Tage)
Unvernunft hat mit Freiheit zu tun 
Interview mit Sigrid Hartlmaier
Was ist Kreativität?
Kreativität ist ein schöpferisches Potenzial. Es steht uns zur Verfügung, um Neues, das uns im Leben nützlich ist, zu entwickeln und umzusetzen. Wir können unsere Kreativität fördern, indem wir beginnen, mit unseren Möglichkeiten frei zu experimentieren und dadurch neue Ausdrucks- und Handlungswege entstehen lassen. Im Experiment scheint manches zunächst chaotisch oder absurd, was uns später zu Lösungen oder Neuerungen führt.
In unserer Gesellschaft sind wir überwiegend aufgefordert, Aufgaben korrekt und nicht kreativ zu lösen. Wir sind wenig trainiert, unser kreatives Potenzial zu nutzen, und so denken wir irrtümlicherweise, wir sind nicht kreativ.
Überspitzt gesagt, unsere Kreativität verkümmert durch vorgefertigte Formen, Schablonen, „Module für alle Lebenslagen“. Durch die Benotung unseres kreativen Ausdrucks und Handelns in Schule, Bildung und Beruf werden viele Menschen entmutigt, ihre Kreativität frei zu leben.
Wir brauchen mehr Raum für unsere schöpferische Kraft, denn der Mensch ist ein kreatives Wesen dadurch haben wir als Spezies überlebt.
Wie spüre ich meine Kreativität?
Kreativität ist überall dort zu spüren, wo es darum geht, Ideen und neue Wege durch neue Vernetzungen von Erfahrungswerten zu kreieren. Kreativität ist da zu spüren, wo wir unsere Grenzen erweitern, uns Spielraum geben für ungewohnte Gedanken, Strukturen, Linien, Perspektiven, Gegensätzlichkeiten, scheinbar Sinnloses etc.
Bei Kindern kann man diesen kreativen Prozess in seiner Ursprünglichkeit beobachten. Sie versuchen dauernd, Neues zu erreichen und zu verstehen und entwickeln ihr Weltbild durch Reproduktion und Neuordnung gemachter Erfahrungen. Die Entwicklungsgeschwindigkeit bei Kindern ist sehr hoch, weil sich ihre Perspektive durch geistiges, körperliches und emotionales Wachstum permanent verändert und weil sie sich in ihrem Forscherdrang nicht durch Tabus blockieren. Aber auch, weil Kinder Neues wollen und nicht so sehr am Alten festhalten, entwickeln sie sich schnell.
Erwachsene tun sich oft schwerer, loszulassen und Raum für neue kreative Erfahrungen zu erobern. Dennoch scheint es eine Grundtendenz des Menschen zu sein, die eigenen Grenzen zu erweitern, um neue Erfahrungs- und Lebensräume zu schaffen.
Nun geht es bei dir ja um den Ausdruck.
Ausdrucksmalen bedeutet: Was in mir passiert, möglichst frei nach außen zu bringen und sich selbst dabei nicht durch Bewertung auszubremsen. Es geht nicht darum das perfekte, schöne Bild zu malen, sondern meine Stimmung in Farbe, Form und Bewegung umzusetzen. Was mich jetzt beschäftigt bewusst oder unbewusst ist dann im Bild zu sehen.
Was ist für dich selbst denn wertvoll bei deinem Angebot "Ausdrucksmalen"?
Dass die Teilnehmer intensiv mit sich in Kontakt kommen und einen neuen Blick auf sich werfen, dass sie ihrer Intuition vertrauen, ihrer Eingebung und Phantasie folgen und dies auf's Blatt bringen; ist für mich wichtig. Je länger man malt, desto leichter fällt es, die Wege der vorgefassten Gedanken zu verlassen und loszulassen. Die wachsende Akzeptanz des Experimentes und des Unvollkommenen fördert unsere Gelassenheit.
Meine größten Lehrmeister im Erkennen und Durchbrechen eigener Tabus waren geistig behinderte erwachsene Menschen, mit denen ich drei Jahre regelmäßig malen durfte. Sie hatten sich ihre kindliche Freiheit bewahrt und waren Meister des Experimentierens.
Wie unterstützt du diesen Prozess bei deinen Teilnehmerinnen?
Vor allem durch Akzeptanz entsteht ein geschützter Raum zum Malen. Ich zeige anfangs die Materialien, die Farben, die Papierformate und lasse dann wählen, womit die TeilnehmerInnen beginnen wollen. Die Entscheidung über das Material erleichtert oft, den Anfang zu finden. Die große Herausforderung ist der erste Strich auf einem weißen Blatt Papier. Diese Schwelle ist ganz gut zu nehmen, indem man sich über Äußerlichkeiten annähert. Mit welcher Farbe will ich beginnen, male ich von der Mitte nach außen oder von oben nach unten oder umgekehrt? Welche Bewegung will ich meiner Linie geben, oder male ich flächig? Durch solche Fragen erhalten wir innere Impulse, die uns den Start erleichtern. Beim Ausdrucksmalen gibt es kein „falsch oder richtig“, alles darf sein. So bahnt sich ein Weg, die eigenen inneren und äußeren Räume zu erweitern.
Manche Menschen malen ein Hauptmotiv, das sie bewusst und kontrolliert entstehen lassen und nebenbei, im scheinbar unwichtigen Teil des Bildes, da liegt dann das eigentlich sensible Thema. Es wird sichtbar, was der Malende vorher nur diffus gespürt hatte. Es ist dann wichtig, die TeilnehmerInnen einfühlsam und stärkend zu begleiten.
Ist das der Grund, weshalb Menschen zu dir kommen?
Menschen kommen in Situationen, in denen sich ihr Leben verändert hat (Krankheit, Kinder sind aus dem Haus, berufliche Stagnation), oder sie haben bei einer Kur das Malen kennen gelernt (und auch da ging eine Lebensänderung voraus!). Letztlich ist der Grund, mehr Zeit für sich haben zu wollen, besser für sich selbst zu sorgen. Es ist der kleine kindliche Anteil, der ein Leben lang in uns lebt, der immer wieder Beachtung sucht und braucht. Hier treffen sich Begriffe wie Achtsamkeit, Entschleunigung, Entspannung.
Es ist auch die Suche nach einem neuen Bild (Entwurf) von Zukunft, das sie malen wollen, denn Bilder unserer Visionen haben starke Antriebskraft.
Wie hilfst du konkret beim Malen?
Wenn Malende ratlos vor ihrem Bild sitzen, empfehle ich z. B. vom Bild weg- und wieder hinzugehen oder das Bild zu drehen. Dadurch verändert sich die Perspektive, sie begegnen ihrem Bild neu. Oder ich frage, brauchst du Hilfe, was beschäftigt dich gerade? Ich habe den Prozess des Malens gesehen und kann Hürden erkennen, die der Malende zu bewältigen hat. Ich helfe, indem ich Fragen formuliere wie z.B.: Ist das Bild fertig? Ist noch etwas offen? Fehlt vielleicht eine Betonung, ein Punkt, eine Linie oder Farbe? Interessanterweise kann ein goldener Punkt ein Bild abrunden. Gold als Geschenk an sich selbst; für manchen ein Symbol für den Weg vom Dunkel ans Licht.
Das ist das Stichwort für ein schwieriges Thema, das du anbietest: "Erinnerungen an den Krieg die Erlaubnis zu trauern".
Dabei geht es um die Aufarbeitung der Erlebnisse von Kriegskindern und deren Kindern. Hier kommen die Bedürfnisse des inneren kindlichen Anteils besonders zum Vorschein. Es ist eine sehr berührende und empathische Arbeit, denn die TeilnehmerInnen haben die Chance und den Mut, ihre Erinnerungen im Bild zu be- und verarbeiten. Ein Thema, das uns eigentlich alle betrifft, da es in den meisten Familien nicht benannt, geschweige denn bewältigt wurde. Im Gegenteil, wir haben viele verdeckte, diffuse Ängste geerbt, sind damit aufgewachsen und können sie jetzt erst langsam entschlüsseln.
Durch meine Arbeit im Hospiz bin ich auf dieses Thema gestoßen. Einen Tag in der Woche arbeite ich dort und treffe auf viele Menschen, die bewegt sind von Erlebnissen aus dem Krieg. Sie können sich erst jetzt mit diesem Lebenskapitel bewusst befassen.
Ich wünsche mir, dass sich noch viele Menschen trauen, sich dem Thema zu stellen und gemeinsam ein neues Kapitel der Vergangenheitsbewältigung aufschlagen.
Werden die Bilder eigentlich verbal reflektiert?
Das kommt darauf an: Das Ausdrucksmalen am Dienstagabend ist ein Angebot zur Entspannung, ein Ausgleich zum Arbeitsalltag. Durch das Malen entstehen immer wieder Gespräche zwischen den TeilnehmerInnen und mir, allerdings nicht auf therapeutischer Ebene. Der kreative Prozess dient hier als Weg der Reinigung, Entschleunigung und Entspannung.
Ich biete allerdings auch Einzelcoachings an, in denen wir in die Tiefe gehen. Und auch in den themenbezogenen Gruppen findet natürlich eine Reflexion der Bilder statt.
Ausdrucksmalen heißt dann vor allem, mich selbst zu erleben?
Genau. Insbesondere bei regelmäßigem Malen können Themenzyklen durchlaufen werden. Manche Themen erscheinen öfter, da wir längere Zeit brauchen, um sie zu lösen. Die Grundlage bleibt dabei, sich getragen und akzeptiert zu fühlen. Ich biete diesen Raum an und die Begleitung so können die Teilnehmer sich immer mehr entfalten. So mancher ist überrascht von seinen eigenen Bildern, die sich positiv abheben von den bisherigen Bildern, die jeder im Geiste von sich hat.
Du nennst das Ausdrucksmalen auch entspannend. Das wundert mich bei all dem, was passiert.
Der Effekt ist tatsächlich entspannend beim Ausdrucksmalen. Es hat etwas Befreiendes, sich immer mehr seinen individuellen Raum auf Papier oder Leinwand zu gestalten und Neues dabei zu wagen. Das ist sicher abenteuerlich, manchmal anstrengend und man hält auch mal die Luft an. Aber es ist auf jeden Fall auch lustig und immer wieder positiv überraschend, und das entspannt.
Das Einzelcoaching andererseits beginnt in der Regel mit einem Lebenskonflikt: Vertraute Wege funktionieren nicht mehr, bei einer schweren Krankheit oder bei Verlust durch Trennung oder Tod eines nahestehenden Menschen werden Grenzen und Endlichkeit auf einmal schmerzlich spürbar. So suchen wir eine Instanz in uns, die uns über Grenzen und Krisen trägt. Die Suche nach diesen tragenden Instanzen stelle ich mir oft bildhaft vor, wie das „Durchwanderen innerer Landschaften“. Diese Landschaften sind in unseren gemalten Bildern abstrakt oder konkret erkennbar und helfen uns, unsere Kraftquellen zu finden, die uns durch Lebenssituationen tragen, für die es keine vorgefertigten Antworten gibt. Je mehr ich also meine „innere Landschaft“ kenne, desto mehr kann ich auf meine eigene Kraft vertrauen und Gelassenheit und Lebensfreude gewinnen!
Dein neues Angebot heißt: "Die unvernünftige Äußerung".
Unvernunft hat mit Freiheit zu tun! Dabei beziehe ich mich auf Arno Stern, den ich sehr schätze. Er hat den "Mal-Ort" begründet; das Ausdrucksmalen, ohne dass etwas hinzugefügt wird, hat er als natürliche, spontane Äußerung, als "Formulation" bezeichnet: die Geschichten, die aus dem Menschen nach außen treten während des Malens. Der Mensch braucht keinen zusätzlichen äußeren Reiz, um Innenwelten nach außen zu bringen. Jeder Mensch erscheint dann sozusagen in seiner Klarheit und Individualität auf dem Papier, und er erlebt sich selbst auch als klar.
Dies genügt in all seiner Einfachheit und seiner Komplexität. Kontrollierende und wertende innere Instanzen loslassen, sich sein lassen, sich malen lassen, sich entfalten lassen.
Sigrid Hartlmaier
Pädagogin, Kunsttherapeutin
Tel. 613 04 030 und 0163-460 81 09
info@hartlmaier.info | www.hartlmaier.info
"Ausdrucksmalen"
Di, 6.12.11, 19:30-21:30
€ 12,- incl. Material (bitte anmelden)
Angebote Ausdrucksmalen:
Resumée 2011
Machen Sie sich vom alten Jahr ein neues Bild
als Ausgangspunkt fürs neue Jahr
Dienstags im Dezember, 19:30 - 21:30 Uhr
€ 20,-/Einzeltermin | € 65,-/4 x incl. Material

Erinnerungen an den Krieg die Erlaubnis zu trauern
Dienstag, 22.11.11, 17:30 - 20:00 Uhr
€ 35,- | ermäßigt € 25,-
Folgetermine 2012: Di, 24.1.; Mi, 14.3.; Mi, 30.5.12
Ab 2012
"Die unvernünftige Äußerung"
Ein leeres Blatt
Dienstags ab 2012, 19:30 - 21:30 Uhr
€ 20,-/Einzeltermin | € 72,-/4 x incl. Mat.
Der Heilungsqualitäten-Kreis
Kreativ-Jahresgruppe
Samstags, 14:00 - 18:00 Uhr, ab 21.1.12 (einmal mtl.)
€ 588,-/12 x incl. Mat. | div. Erm.
Rohe Weihnachten! 
Die kreative Dessert-Küche der Gourmet Rohkost
Melanie Maria Holzheimer
Das schöne Weihnachtsfest ist nur noch wenige Wochen entfernt, und die Schokoladen-Nikoläuse und Adventskalender drapieren sich artig in den Regalen der Bio-Supermärkte.
Ja, es weihnachtet sehr, und damit verbunden ist natürlich auch die jährliche Planung des traditionellen Weihnachtsessens.
Viele haben in den vergangenen Jahren tolle, traditionelle Rezepte unserer Mütter und Großmütter gesammelt und ausprobiert: Da werden Eier, Mehl und Butter zu feinem Plätzchenteig verarbeitet, königliche Bratenrezepte gezaubert und cremige Desserts auf Sahne- und Milchbasis zubereitet.
Wie wäre es zur Abwechslung mit einem solch himmlischen Dessert, das aber ganz ohne Mehl, Butter, Zucker und Sahne hergestellt wird?
Das klingt zunächst nach einer kreativen Herausforderung, werden doch in der Backwarenabteilung ausschließlich eben jene Zutaten angeboten.
In der künstlerischen Küche der Gourmet Rohkost werden auf der Zunge zergehende Köstlichkeiten mal aus ganz anderen Zutaten erschaffen:
Frische Früchte, aromatische Nüsse, saftig-süße Trockenfrüchte und feinste Gewürze wie Vanille und Ceylon-Zimt bilden die Grundlage dieser gesunden Sünden.
Das Tolle an diesen paradiesischen Leckereien: Da kein Mehl und keine Milch verwendet werden, sind alle Rezepte frei von Gluten und Laktose!
Butter und Mehl können z.B. durch gemahlenes Nussmehl ersetzt werden, Eier und Zucker durch Trockenfrüchte wie saftige Datteln. Diese fügen jedem Rezept eine herrlich karamellartige Süße hinzu und fungieren gleichzeitig als Bindemittel. Auch für Sahne und Milch, die oft als Basis für Creme-Desserts und Tortenfüllungen verwendet werden, gibt es eine originelle Lösung: Aus cremigen Cashews, Vanille und etwas Wasser kann im Handumdrehen eine reichhaltige Nuss-Sahne zubereitet werden, die auf der Zunge dahinschmilzt.
Wer einmal gelernt hat kreativ umzudenken, weiß, mit welchen Zutaten gewünschte Geschmäcker und Konsistenzen erreicht werden. Mit diesem künstlerischen Know-How lassen sich betörende Desserts wie Tiramisu, Nougat oder Mousse au Chocolat zubereiten, bei denen niemand erraten wird, dass es sich um Rohkost-Rezepte handelt!
Probieren Sie doch gleich dieses unvergleichliche Rezept für Schoko-Lebkuchen-Trüffel aus und überzeugen Sie sich von der köstlichen Geschmacksvielfalt der Gourmet Rohkost!
Schoko-Lebkuchen-Trüffel
Ergibt ca. 23 Trüffel
90g Walnüsse
40g Rohkost-Kakao oder Bio-Kakao
4 Medjool Datteln
2 EL Kokosöl
1 EL Agavendicksaft
2 TL Lebkuchengewürz
1/2 TL Vanille
1 Prise Meersalz
10 Walnuss-Viertel zum Verzieren
4 EL Kakaopulver, um die Bällchen darin zu rollen
Die Walnüsse, Kakao, Lebkuchengewürz, Vanille und das Meersalz in eine Küchenmaschine mit einem S-Schneideblatt geben und klein mahlen.
Die Datteln, Kokosöl und den Agavendicksaft hinzugeben und alles zu einer gleichmäßigen Masse verarbeiten. Die Masse sollte beim Zusammendrücken mit den Händen gut zusammen halten.
Mit den Händen ca. 3 cm breite Bällchen rollen und diese für 3 Minuten in das Eisfach geben, um sie fest werden zu lassen.
Die Bällchen wahlweise mit den Walnuss-Vierteln verzieren oder sie im Kakaopulver rollen.
Die Bällchen unbedingt im Kühlschrank aufbewahren, da das Kokosöl bei Temperaturen über 25° flüssig wird.
Tipp: In Pralinenförmchen und in einer schönen Deko-Dose verpackt das perfekte Weihnachtsgeschenk für Schokoladen-Liebhaber!
Wer neugierig auf weitere Rezepte der kreativen Rohkost-Dessert-Küche geworden ist, kann sich auf den Kurs „Decadent Desserts“ am WE, 10. - 11.12.11 im Aquariana-Zentrum freuen. In diesem Kurs zeigt Rohkost-Köchin Melanie Maria Holzheimer die u.a. Zubereitung von Gianduja Nougat, Marzipan mit Erdbeer Füllung, Tiramisu und Mousse au Chocolat.
Die perfekte Gelegenheit, den krönenden Abschlussgang eines jeden Festessens einmal ganz bewusst und gleichzeitig sündhaft lecker zu gestalten!
Heilpraktikerin und Rohkost-Köchin
Ganzheitliche Ernährung und Entgiftung
Tel. 33 93 58 55
melaniemaria@aphrohdisia.de | www.aphrohdisia.de
Die nächsten Veranstaltungen im Aquariana-Zentrum:
Gourmet-Rohkost
| Fr, 25.11.11 | 19:00-22:00 | Rohkosternährung im Winter (Vortrag), € 69,- |
| Sa, 26.11.11 | 12:00-18:00 | Mother India Rohkost indisch, € 169,- |
| So, 27.11.11 | 12:00-18:00 | Asian Fusion, € 169,- |
| Fr, 9.12.11 | 19:00-22:00 | Basics der Rohkost-Ernährung (V), € 69,- |
| WE, 10./11.12. | 12:00-18:00 | Decadent Desserts, € 189,- | € 299,-/2 Tage |
Diverse Ermäßigungen möglich, bitte anfragen.
Seelenhunger Seelenfrieden
Mit Märchen und Mythen Wege aus der Ess-Störung finden.
Diese fortlaufende, offene Gruppe wendet sich an Frauen mit Ess-Störungen aller Art.
Mit Annika Bührmann, HP, Schwerpunkt Frauenheilkunde
Donnerstags, 19:0022:00
€ 25,-/Abend | erm. 18,-
Nächste Termine: 24.11.2011 und 23.2.2012
Atmen oder Ein kurzes Treffen mit mir selbst
Evelyn Rodtmann
Der Atem gehört zu den Dingen im Leben, die immer da sind und doch gleichzeitig fast nie da sind. Wir atmen alle, sind uns aber nur selten dessen bewusst. Brauchen wir ja auch nicht. Wir, oder besser, es atmet, ob wir es bemerken oder nicht.
Warum spielt dann der Atem so eine große Rolle in fast allen Meditationsformen? Auch in meinen MBSR - Stressbewältigung durch Achtsamkeit- Kursen beginnen alle Übungen mit der Wahrnehmung des Atems. Achtsamkeit auf den Atem ist der Einstieg in jede Achtsamkeitsübung, und manchmal bleiben wir auch mit der Wahrnehmung während der gesamten Übung beim Atem.
Dabei geht es nicht darum, tiefer, besser oder auf eine bestimmte Art und Weise zu atmen. Achtsamkeit bedeutet wahrzunehmen, was gerade ist: den Atem, wie er ein- und ausfließt, unsere Körperempfindungen, Gefühle, den Fluss unserer Gedanken sowie die Situation, in der wir uns befinden. In der Meditation bzw. Achtsamkeitsübung wechseln wir vom Tun-Modus zum Sein-Modus und stärken so die Fähigkeit, uns bewusster wahrzunehmen, ohne gleich einzugreifen, Urteile abzugeben oder gedanklich in eine neue Geschichte einzusteigen. Sitzen, atmen, alles kommen und gehen lassen - das wirkt oft schon entspannend auf den Körper und beruhigend auf Gedanken und Gefühle.
Das klingt einfach, ist aber nicht leicht. Gerade die Gedanken machen uns dabei oft einen Strich durch die Rechnung. Sie tragen uns weg in Zeit und Ort: Wir sind dann in der Vergangenheit und erinnern uns, oder wir sind in der Zukunft und planen etwas, denken an bestimmte Personen und Situationen und beurteilen diese, ärgern uns dann oder freuen uns - kurz: Wir sind sehr beschäftigt im Geist und oft nicht da, wo wir eigentlich gerade sind. Dann hilft uns der Atem: Er ist wie ein Anker, der uns an den gegenwärtigen Moment bindet. Wir können nicht bewusst den Atem wahrnehmen, das ständige Einatmen und Ausatmen und gleichzeitig in unseren Gedankengeschichten unterwegs sein. Die Achtsamkeit auf den Atem hilft uns, einmal nicht den Gedanken zu folgen, sondern bei uns zu bleiben. Je besser uns das gelingt, desto mehr können wir innerlich zur Ruhe kommen.
Diese Erkenntnis setzt sich auch in der Vorsorge und Behandlung von stressbedingten Problemen immer mehr durch. "‚Mit einer achtsamen Atmung können wir unser inneres Befinden besser wahrnehmen und in Richtung Ruhe und Gelassenheit ändern’, beschreibt es der Neurowissenschaftler Ulrich Ott … Experte für die Hirnvorgänge beim Meditieren“, ("Meditation. Entspannung in hektischen Zeiten", Psychologie Heute, Dezember 2010, S. 22 u.26). Die MBSR Kurse „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ setzen genau da an. In 8 Wochen wird Achtsamkeit geübt und eine gelassenere Haltung in stressigen Situationen entwickelt. Der Atem ist dabei der rote Faden.
Versuchen Sie es doch gerade einmal - auch wenn es schwer fällt, das Lesen, das ständige Voranschreiten, einen Moment anzuhalten. Das ist übrigens auch ein wichtiger Aspekt der Achtsamkeitspraxis: einen Moment innehalten und bei sich ankommen.
Also: eine Minute innehalten. Lesen Sie das Kästchen einmal durch und nehmen Sie sich die eine Minute, um es zu probieren:
Schließen Sie die Augen und verändern Sie nichts. Nehmen Sie die Körperhaltung wahr, in der Sie sich gerade befinden, die Sitzfläche, den Boden. Und nun richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Atem - so, wie er jetzt gerade ist. Sie müssen nichts daran korrigieren. Bleiben Sie mit Ihrer bewussten Wahrnehmung dabei, spüren Sie, wie Sie einatmen und wieder ausatmen. Nur das. Wenn die Gedanken auf Wanderschaft gehen, was sie auch während einer kurzen Minute versuchen werden, nehmen Sie kurz wahr, dass Sie gerade gedacht haben und kehren dann zurück zum Atem. Einatmen ... ausatmen ... eine Minute lang. |
Was haben Sie erlebt? Unruhe, Momente der Stille, Ungeduld, viele Gedanken ...? All das kann auftauchen - es gibt kein richtig oder falsch, nur ein freundliches Wahrnehmen, was ist.
Können Sie sich vorstellen, dass diese Momente des Innehaltens kleine Inseln der Ruhe in den hektischen Alltag bringen können? Mit ein wenig Entschlossenheit und etwas Übung können Sie sich immer wieder kurz mit sich selbst treffen: Alles, was Sie dazu brauchen, haben sie immer dabei: den Atem.
MBSR Stressbewältigung durch Achtsamkeit
Tel. 030 623 32 17 | www.achtsam-und-gelassen.de
Der nächste MBSR-Kurs:
13. Oktober bis 8. Dezember 2011
donnerstags, 18:30 21:00 Uhr
Infoabend dazu:
Donnerstag, 29. September um 19:00 Uhr, kostenlos
Pranayama Atem und Yoga
Interview mit Cárol Varga
Eine Yoga-Stunde anzuleiten ohne die Atmung zu erwähnen das geht eigentlich kaum, oder?
Da gehe ich noch viel weiter: Der Atem ist für mich eine Definition von Leben, die Atmung kennzeichnet Leben. Die Atmung haben wir immer "dabei", so dass sie das ideale Instrument für mehr Bewusstheit ist.
Mir fällt auf, dass die Atmung bei den Übungen einerseits als Rhythmus gebend eingesetzt wird, andererseits aber der Atemfluss auch gelenkt wird.
Im Wesentlichen dient die bewusste Atmung als Zentrierungstechnik: Um vom Außen zu mir selbst zu kommen, ins gegenwärtige Jetzt. So wird Distanz geschaffen zu dem Tun, das uns oft pausenlos beschäftigt, stresst und krank macht.
Die typischen Yoga-Pranayama-, also Atemübungen, können ganz unterschiedliche Funktionen haben: Neben den geistigen Wirkungen, z.B. anregend, ausgleichend auch physiologisch Effekte: So trainieren Schnell- und Wechselatmung auch die Atemmuskulatur und vergrößern das Lungenvolumen.
Der "Nebeneffekt" ist jedoch immer: Ich komme zu mir, ich spüre mich, ich nehme mich wahr.
Dehnungen werden durch die Ausatmung intensiviert, Atemanhaltephasen dienen der Sammlung.
Sobald du den Ablauf einer Übung hinreichend erklärt hast, forderst du auf, die Übung im eigenen Rhythmus mehrfach zu wiederholen. Das empfinde ich als Teilnehmerin als sehr angenehm, weil ich ganz auf mich konzentriert sein kann.
Auch dies folgt dem Rhythmus außen innen. Erst schauen die Schüler auf mich, also nach außen, dann aber ganz auf sich selbst. Wichtig ist für mich, dass die Übung bewusst ausgeführt wird, weniger wichtig, dass sie ästhetisch "korrekt" ausgeführt wird. Auch die Atemansagen sind Angebote. Sie sind eine gute Hilfestellung für die Asanas; man erfährt sie tiefer und kann das Äußere immer besser loslassen.
Welchen Stellenwert hat das Pranayama im Yoga?
Es gibt viele verschiedene Yoga-Zweige. Bei uns im Westen wird überwiegend das Hatha-Yoga praktiziert. Daneben gibt es z.B. noch das Raja-Yoga, Bhakti-Yoga, Jnana-Yoga. Beim Hatha-Yoga geht es um Körperübungen, die auf dem Yoga-Weg nur einen begrenzten Teil ausmachen. Die Atemübungen stehen hierbei hierarchisch über den Körperübungen, weil sie feinstofflicher und subtiler sind. Sie bereiten auf die Meditation vor, die auf dem spirituellen Weg der Erkenntnis wesentlich ist.
Meditation wird ja auch häufig in Verbindung mit der Atmung ausgeübt.
Ja, zumindest steht am Anfang einer Meditation der bewusste Atem. Auch hier wird die zentrierende Wirkung des Atemrhythmus' genutzt. Die Atmung ist jedoch gleichzeitig die Verbindung zur Welt. Daher macht es Sinn, Meditation mit Atmung zu koppeln. Auch das Rezitieren von Mantren ist oft an der Atmung orientiert.
Siehst du als Psychologe eigentlich auch psychotherapeutische Effekte beim Yoga?
Auf den Punkt gebracht, würde ich sagen, dass jede Psychotherapie darauf abzielt, den Menschen in Kontakt mit sich selbst zu bringen. Insofern hat Yoga und insbesondere die bewusste Atmung eindeutig psychotherapeutische Effekte. Z.B. öffnende Asanas, d.h. Stellungen, die mit dem Zurückrollen der Schultern und dem Heben des Brustbeines einhergehen, können sehr viel in einem Menschen bewirken. In der Yoga-Einzelarbeit kann hier natürlich auf spezifische Bedarfe gut eingegangen werden.
Dadurch wird mir klar, dass eine gute, umfassende Ausbildung für einen Yoga-Lehrer sehr wichtig ist.
Ja! Jede Asana kann emotionale Blockaden lösen oder geistige Wirkungen gezielt initiieren. Z.B. die Heldenposition wird mit Kraft und Mut assoziiert, und gleichzeitig kann Erdung fokussiert werden. Eine wichtige Stellung für mehr Selbstsicherheit. Wichtig übrigens: Held und Heldin! Wird die Position der Visionären Heldin, also mit dem Blick nach vorn und nach oben gerichtet, immer wieder eingenommen, schafft das Selbstvertrauen und Sammlung, so dass z.B. schwierige Projekte besser angegangen werden können. Also insgesamt eine gute Übungshaltung, insbesondere in unsicheren Phasen.
Andererseits kann eine Entspannungsphase von Menschen, die sonst sehr betriebsam sind, nicht immer leicht ausgehalten werden. Oder auch der sehr erdende Drehsitz.
Nun sind wir, ausgehend vom Atem, recht tief ins Yoga eingedrungen. Warum, denkst du, ist Yoga eigentlich so erfolgreich?
Ich knüpfe noch mal beim Atem an: Für mich ist gerade die bewusste Atmung eine Geistesschulung für Gegenwärtigkeit. Sicher spielen hier wieder meine Erfahrungen als Psychologe eine Rolle: Vergangenheit ist für viele Menschen mit Leid verbunden, und die Zukunft oft mit Befürchtungen. Gegenwärtigkeit aber bedeutet, Freude und Kraft in sich selbst zu erleben. Darin liegt der Erfolg von Yoga.
Cárol Varga
Yoga-Lehrer (BYV), Dipl.-Psychologe, Systemischer- / Familientherapeut
Tel. 030 - 27 57 49 02 | www.gesundheitskurse.net
Hatha-Yoga im Aquariana:
Offene Stunde:
Mittwoch, 18:00-19:30
Donnerstag, 20:00-21:30
Kosten: € 10,-/Termin Probestunde € 5,-
Durch Krankenkassen geförderte Kurse:
ab 19.10.11, mittwochs, 18:00-19:00
ab 31.01.12, dienstags, 18:00-19:00
Kosten: € 120,-/10x
Beziehungen mit Liebe heilen
Dr. Brenda Davies
Beziehungen sind das, worum es im Leben geht.
Wir gehen auf die eine oder andere Art mit allen und allem um uns herum in Beziehung. Zu einem großen Teil können wir uns dafür entscheiden, diese Beziehungen freudvoll, bedeutungsvoll und liebevoll zu gestalten oder dafür, uns durchzukämpfen, uns nie richtig wohl mit denen um uns herum zu fühlen oder mit dem Leben insgesamt.
Die Art und Weise zu ändern, wie wir das Leben und Beziehungen betrachten, ist vielleicht nicht einfach, aber es lohnt sich. Wie wir in Beziehung gehen, hat viel mit dem zu tun, woher wir kommen, was uns als Kindern vorgelebt wurde und mit den Botschaften, die uns durch Autoritätsfiguren, Kultur und Gesellschaft gegeben wurden.
Wir wurden durch Ereignisse in unserem Leben geprägt, und unsere Herzen mussten manchen Schlag auf unserem Weg durch Kindheit und Jugend hindurch ins Erwachsenenalter überleben. Obwohl sich unsere Fähigkeit zu lieben und gesunde emotionale Verbindungen zu gestalten das ganze Leben lang weiterentwickelt, können frühe Erfahrungen in einem großen Ausmaß vorherbestimmen, ob wir die Wunder von Nähe genießen oder ob wir ihre grundlegenden Elemente vertrauen, fühlen und miteinander reden einfach zu schmerzhaft und schwierig finden. Traumatische Vorkommnisse haben uns möglicherweise bitter und kalt werden lassen, misstrauisch gegenüber den Absichten anderer, bedürftig oder ängstlich und unfähig, Zärtlichkeit zu empfinden; wir erleben die Welt als Minenfeld, in dem Spiele gespielt werden und Menschen verletzt werden. Wir pendeln vielleicht hin und her zwischen dem Gefühl von Distanz und Abgeschnittensein und dann wieder dem Versuch, andere so fest zu binden, dass wir ihnen den Raum und die Freiheit zu wachsen absprechen und sie damit von uns entfremden.
Unsere frühen Wunden zu heilen, ist daher essenziell, wenn wir Frieden, Harmonie und Glück in Beziehungen finden wollen, seien es die mit Liebespartnern, Kollegen, Familienmitgliedern oder selbst mit unseren eigenen Kindern, gar nicht zu sprechen vom Rest der Menschheit. Mit Verlust umgehen zu lernen, ist eine schmerzvolle Notwendigkeit. Trauer ist die andere Seite der Liebe, und sie ist der Schmerz, den wir erleiden, wenn Bindungen zerreißen, die wir nicht nur mit Menschen, sondern auch mit unserem Zuhause, mit Orten, Haustieren oder Arbeitsplätzen aufgebaut hatten. Aber jedes Ende angemessen betrauert öffnet einen Raum für einen neuen Anfang, sobald wir bereit werden, diesen zu sehen. Sei sanft mit dir selbst, und lass dein Herz heil werden.
Liebe ist unser größtes Beziehungswerkzeug. Sie ist die grundlegende Schwingung, die uns dazu bewegt, Gedichte zu schreiben und Lieder zu singen, die uns dazu anregt, das Universum und einander begreifen zu wollen, die uns dazu antreibt, über uns selbst hinaus zu wachsen, um das Beste zu werden, was wir sein können und Dinge zu tun, die wir nie für möglich gehalten hätten; eine Verbundenheit, durch die wir uns gegenseitig anziehen und die uns auf eine solche Weise vereint, dass wir uns vollständig und erfüllt fühlen.
Liebe mag sich uns als die sexuelle Leidenschaft von Liebenden präsentieren oder als die tiefe Kameradschaft, die uns zusammenhält, lange nachdem sich die Leidenschaft möglicherweise verabschiedet hat; die instinktive Verbundenheit von Eltern und Kindern; als die Loyalität, die soziale Gruppen zusammenhält und die uns veranlasst, für unser Land oder unsere Überzeugungen zu sterben; als göttliche Liebe, die uns in einem Bewusstsein zusammenhält nicht nur menschlich, sondern auch kosmisch. Liebe ist die Energie, die uns hilft, unsere Beziehungen zu heilen und uns zu einem Ort inneren Friedens zu bringen.
Um Beziehungen heilen zu können, müssen wir damit beginnen, unsere Beziehung mit uns selbst zu heilen. Oft vernachlässigen wir dies und richten unsere Aufmerksamkeit nach außen, indem wir von anderen erwarten, uns Zuspruch und Trost zu geben und uns glücklich und ganz zu machen. Aber wenn wir uns selbst nicht lieben, wird es ziemlich schwierig für uns, jemand anderen zu lieben oder für jemand anderen, uns zu lieben. Wenn wir die Verantwortung dafür übernehmen, uns selbst zu lieben egal was wir tun , öffnen wir uns dafür, zu lieben und geliebt zu werden.
Nimm dir also einen Moment Zeit, um zu schauen, wer du bist und wo du stehst. Wie alle anderen besitzt auch du eine vollkommene Mischung von Qualitäten, die dich nicht nur einzigartig machen, sondern auch gewährleisten, dass du dem Universum einen einzigartigen Beitrag zu geben hast. Niemand sonst kann der Welt genau das geben, was du kannst. Ob du eine Mutter bist, die Kinder großzieht, ein Bauer, der ein Feld bestellt, eine Therapeutin oder ein Hirnchirurg: Du spielst deinen Part in diesem erstaunlichen Gewebe des Bewusstseins. Tatsächlich bist du, wie alle anderen, ein machtvolles, spirituelles Wesen, das den Mut hatte, herzukommen und das menschliche Leben zu leben. Du hast auf deiner Reise hierher alle möglichen Probleme überlebt. Als mutiges Kind hast du es geschafft, dich nicht unterkriegen zu lassen, als das Leben dich mit Schwierigkeiten bedrängte und dich damit aufforderte, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und dadurch zu wachsen. Jetzt, als Erwachsene, kannst du dasselbe tun, selbst wenn deine Verletzungen tiefe Narben hinterlassen haben. Tatsache ist, dass du ein außergewöhnliches Geschöpf bist, und obwohl ich dir nicht nahelegen will, ein Narzisst zu werden, der so mit seinem eigenen Glanz beschäftigt ist, dass er den Kontakt zur Welt um sich herum verliert, musst du zugeben, dass du ziemlich wunderbar bist!
Dein Leben ist dein Leben, deine Entscheidungen sind deine Entscheidungen, und deine Beziehungen sind deine Beziehungen; daher kannst nur du dauerhafte Veränderungen vornehmen. Es ist eine Tatsache, dass jede positive Veränderung, die du in dir selbst vornimmst, auch eine positive Veränderung in deinen Beziehungen bewirkt. Gute Grenzen setzen zu lernen und sie auch, wenn notwendig, zu verteidigen, etwas Selbstbehauptungstraining und die Verbesserung unserer Kommunikationsfähigkeiten wird eine große Veränderung bewirken. Wenn du es dir zur Gewohnheit machst, offen zu sein und die Dinge aus der Perspektive der anderen Person zu sehen, wird es dir helfen, Konflikte zu lösen. Dabei gewinnst du neue Einsichten, integrierst neue Wahrheiten und, wenn du genug Mut hast, kannst du deine Integrität auf einen neuen Stand bringen und damit dein Verhalten ändern.
Es mag schwer sein, vergeben zu lernen, aber es ist essenziell, wenn wir uns selbst und unsere Beziehungen heilen wollen. Niemand hat das Recht, dir zu sagen, dass du vergeben solltest oder dass du auch nur bereit sein solltest, mit dem Prozess der Vergebung zu beginnen. Dennoch, dein Leben und deine Beziehungen werden enorm davon profitieren, wenn du es tust. Vielleicht kannst du damit anfangen, dass du einen Blick auf die Tatsache wirfst, dass wir alle ohne Landkarte durch's Leben gestolpert sind und wir alle hin und wieder Fehler gemacht haben. Wenn wir das verstehen, eröffnet sich oft ein Gefühl der Liebe und des Mitgefühls für andere (und für uns selbst und die Fehler, die wir gemacht haben!) und hilft uns zu vergeben.
Wir können das, was geschehen ist, auch positiv umschreiben. Darauf zu schauen, was wir aus schmerzhaften Erlebnissen gelernt haben, kann uns dabei helfen, andere eher als Lehrer als als Aggressoren zu sehen. Das ermöglicht uns, uns selbst aus mitgeschlepptem, alten Schmerz, der uns unbeweglich gemacht hat, zu entlassen. Natürlich steht uns weiterhin das Recht zu, den Verursacher nicht wieder in unser Leben zu lassen. Diese beiden Dinge schließen sich gegenseitig nicht aus.
Das Leben wird nie statisch sein, und oft müssen wir unsere Reaktionen wieder und wieder abändern, bis wir gelernt haben, die Wellen zu reiten und schließlich mit dem zufrieden zu sein, was ist. Wir sind allerdings gesegnet (oder verflucht) mit göttlicher Unzufriedenheit diese Kraft, die uns dazu auffordert, weiter zu suchen und zu wachsen, zu verfeinern, neu zu definieren und heil zu werden in dem ständigen Prozess, das Beste, was wir sein können, zu werden.
Es wird immer Herausforderungen für uns geben, und viele entstehen durch Beziehungen, die uns fortgesetzt dabei helfen, mehr über uns selbst und das Wesen des Lebens zu entdecken. Also, sei sanft mit dir selbst und gib nicht auf in deiner dich ermächtigenden und lohnenswerten Suche, Beziehungen mit Liebe zu heilen. Wenn du das machst, wird sich dir deine ganze Fähigkeit eröffnen, bedingungslos zu lieben, mit Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, Respekt und Vertrauen. Deine Offenheit, Großzügigkeit und liebevolle Freundlichkeit wird mit dem Glück wirklicher Nähe mit dir selbst und mit anderen belohnt werden.
Ich wünsche dir eine positive Einstellung, Freude am Einfachen und Alltäglichen, wenn du in die Welt hinausgehst und dabei Liebe und Frieden ausstrahlst. Viel Spaß!
Dr. Brenda Davies, MB, Beratende Psychiaterin und Spirituelle Heilerin
www.brendadavies.com, www.brendadaviescorporate.com
Veranstaltungen im Aquariana:
• Di, 14.6. Workshop Day: Unser Leben weise gestalten
• Mi, 15.6. Tag für Heilung und Meditation
• Do, 16.6. Open Seminar: Die Balance unserer männlich-weiblichen Anteile
Englisch mit Übersetzung
Zeit: 9:00-17:00
Kosten: € 95,- / Tag
Im Festsaal im Rathaus Charlottenburg:
Mi, 15.6., 19:00 Uhr
Multidimensionale Schule für Gesundheit und Entwicklung
Vorstellung des Konzeptes Englisch mit Übersetzung
Eintritt frei
Info und Anmeldung: Wilfried Droste, Tel. Tel. 365 71 43, 0177-788 20 29, www.berlin-seminare.de
Seelenmediation
Interview mit Ulrike von Lienen
Was ist Seelenmediation?
Wenn man eine Kategorie dafür sucht, dann wäre es: Mediale Lebensberatung.
Tatsächlich trete ich mit der Seele meiner Klienten in einen inneren Kontakt, und dabei geht es um zwei Punkte:
1. Einer Seele kann etwas zustoßen, wodurch sie nicht mehr in ihrer Kraft ist. Dadurch steht sie uns in unserem Leben nicht voll zur Unterstützung. Und das schwächt uns. Ich finde heraus, was das genau war und unterstütze die Seele darin, das aufzulösen.
2. Ich übersetze die Antworten der Seele auf die Fragen der Klienten und erläutere sie.
Wie benutzt du den Begriff "Seele"?
Die Seele ist der Anteil eines Menschen, der durch mehrere Inkarnationen hindurch bestimmte Erfahrungen sucht und auch macht und sich dabei entwickelt. Ich meine damit nicht die Psyche!
Die Seele liegt also sehr tief im Inneren?
Das sehe ich nicht so; vielmehr durchdringt die Seele den ganzen Menschen, ist also überall. Allerdings kommt nicht jeder mit ihr in Kontakt, obwohl das für alle möglich ist. Sie selbst macht sich uns allerdings bemerkbar, wir können ihre Impulse eigentlich wahrnehmen was leider in unserer Gesellschaft nicht gefördert wird. Was i.A. jedoch nicht geht, ist die umgekehrte Kommunkation, also dass wir direkt Kontakt zur unserer Seele aufnehmen.
Was kann der Seele denn zustoßen?
Das sind karmische Blockaden oder karmische Anhaftungen. Die Seele nimmt sich für eine Inkarnation ein Lernthema vor und kann dabei unterschätzen, wie traumatisch das für die Persönlichkeitsebene sein kann. Gefühle können so intensiv sein, dass sie auf die Seele "überschwappen"; die Seele verliert ihre beobachtende Distanz und identifiziert sich mit den Gefühlen. Sie ist dann nicht mehr frei, sondern gebunden. In der Regel inkarniert sie dann weiter mit ähnlichen Themen.
Ich kann mir in einer Sitzung zeigen lassen, in welcher Inkarnation dies Thema entstanden ist und helfe der Seele, sich an ihr Wesen als Seele zu erinnern und sich von den damals erleben Emotionen zu lösen. Das hat eine dauerhafte Wirkung, und auch die Persönlichkeitsthemen können sich dann lösen.
Klienten sagen oft: Egal, was ich bisher gemacht habe, ich bin immer gegen eine Wand gelaufen. Nach der Seelenmeditation ist die Wand zwar immer noch da, aber es gibt jetzt Türen darin, durch die der Mensch dann gehen kann.
Wie läuft eine Sitzung bei dir ab?
Die Menschen kommen oft mit ganz konkreten Fragen. Ich schaue dann als erstes, ob die Seele blockiert ist. Diese Blockade hat im Allgemeinen direkt mit den Fragen zu tun und zeigt sich oft in dem Lebensthema des Menschen.
Im zweiten Schritt richte ich die Fragen und Anliegen der Klientin an die Seele und spreche deren Antworten dann laut. Ggfs. erläutere ich die Antworten. Aber: Es sind nie meine eigenen Antworten!
Wie nimmst du die Antworten wahr?
Meistens "höre" ich sie, wie in einem inneren Dialog. Manchmal "weiß" ich es einfach, manchmal erlebe ich Gefühle, habe Eindrücke, sehe Bilder oft ist es eine Verbindung von allem. Hin und wieder ist es auch ein "Diktat" mit ganz präzisen Anweisungen.
Und es sind übrigens auch sehr konkrete Ratschläge!
Kannst du ein paar Beispiele aus deiner Praxis sagen?
Da gab es z.B. die Anweisung: Du sollst dein Problem malen, aber nicht mit Öl wie sonst immer, sondern mit Aquarellfarben. Darauf sagte die Klientin, das wollte ich eigentlich schon seit längerer Zeit mal versuchen ...
Oder: Eine Klientin mit rheumatischen Beschwerden sagte, sie wolle sich mehr bewegen, Sport machen, schaffe es aber nicht. Die Seele: Betrachte jeden alltäglichen Gang wie Sport, und gewinne Freude daran. Und dann geh insgesamt mehr zu Fuß. Und wenn du weißt, dass es dir leichter fällt mit dem Hund deiner Freundin, dann hol ihn dir, und geh mit ihm!
Das klingt sehr einfach und praktisch.
Ja, die Seele sagt tatsächlich nur das, was zu dem Menschen passt und daher leicht durchführbar ist.
Manchmal gibt die Seele z.B. ganz spezielle Übungen auf: Bei schon lange bestehenden Schlafstörungen nach einem Schlaganfall sollte die Klientin bei jedem Aufwachen bestimmte Übungen durchführen und das half gut und dauerhaft.
In Bezug auf eine Partnerschaft wird geklärt, wozu diese Beziehung dient und was es zu lernen gibt. Es gibt Ratschläge zur Verbesserung der Beziehung oder auch zur Trennung.
Manche Anweisungen wiederum erscheinen mir selbst sehr seltsam, aber die Klientin weiß genau, wie es gemeint ist und ist glücklich darüber.
Wie ist das mit traumatischen Erfahrungen, die du schon angesprochen hast?
Manchmal ist es sinnvoll für einen Klienten, eine Therapie zu beginnen. Auch hier hilft die Seele bei der Auswahl der passenden Therapiemethode, aber auch des Therapeuten, wenn schon mehrere zur Wahl stehen.
Bei länger anhaltender Traurigkeit gab es mal die Aufgabe: Finde jeden Tag mindestens drei Lichter, z.B. einen Lichtreflex in einer Scheibe oder das Lächeln eines Kindes. Das gibt einen Ausblick, und die Traurigkeit darf trotzdem bestehen bleiben.
Wie kommt es, dass du so mit der Seele in Kontakt kommen kannst?
Die innere Kommunikation ist bei mir einfach ein Talent der Seele, das über mehrere Inkarnationen hinweg aufgebaut wurde. Alle haben ja Talente, nur immer anders gelagert. Ich habe als Kind schon mit Tieren kommuniziert; irgendwann entdeckte ich, dass ich auch mit den Seelen verstorbener Tiere in Kontakt treten konnte, später ging es mit Seelen verstorbener Menschen. Irgendwann fragte eine Freundin, ob sie denn erst tot sein müsse, damit ich mit ihrer Seele Kontakt aufnehmen könne da merkte ich, dass es auch bei lebenden Menschen ging. Mit der Zeit habe ich viel von und durch die Seelen-Arbeit gelernt, und so hat sich dann die Struktur der Seelen-Mediation entwickelt.
Arbeitest du eigentlich auch mit Kindern?
Das ist sogar eine besonders schöne Arbeit. Die Probleme haben sich in der Psyche noch nicht so tief manifestiert, so dass sie sich viel leichter auflösen lassen. Bei z.B. Schreikindern, ADS oder Schlafstörungen ist das oft sehr effizient. Und die Eltern schauen sich ihre Aufgabe natürlich auch an.
Noch mal zurück zum Beginn unseres Gespräches: Du sagtest, die Fähigkeit zu innerer Kommunikation würde so wenig gefördert. Wie können wir sie denn fördern?
1. Mehr auf unsere Impulse und Intuitionen hören.
2. Wir können vor dem Einschlafen eine Frage an die Seele stellen und sie bitten, uns die Antworten in unseren Träumen zu übermitteln. Und das ruhig wiederholen. Wenn die Träume unklar sind: Dann um klarere Träume bitten!
3. Unter Umständen kann ich mit der Seele absprechen, mit einem bestimmten physischen Zeichen zu signalisieren, dass gleich ein Impuls von ihr kommen wird.
Neulich sagte eine Kollegin, dass deine Klienten immer mit einem Strahlen auf dem Gesicht aus deinem Raum herauskommen!
Das Lösen von karmischen Blockaden bringt spürbare Erleichtungen. Wenn die Seele erklärt, warum jemand ist, wie er ist, ist das sehr lösend und sehr erleichternd für den Menschen.
Wenn jemand deine Arbeit kennen lernen möchte wie geht das am besten?
Wir können gern ein kostenloses telefonisches Vorgespräch führen. Und der nächste Tag der Offenen Tür im Aquariana ist auch eine gute Gelegenheit, mich und meine Arbeit kennen zu lernen.
Ulrike von Lienen
Seelenmediation, Metamorphosis
Tel. 030 - 792 76 14
www.loesungs-wege.de
Veranstaltungen im Aquariana:
Doolitteln - Innere Kommunikation mit Tieren
Basisseminar
WE, 7.-9.10.11 und WE, 12./13.11.11
Kosten: € 320,- / beide Wochenenden
Heilpflanzen nutzen für Gesundheit und Wohlbefinden
Daniela Stöffin, HP
Bevor Sie weiterlesen, möchte ich Sie um ein kleines Experiment bitten: Schließen Sie kurz die Augen, und achten Sie darauf, wie Sie sich fühlen. Sind Sie müde? Gestresst? Fühlen Ihre Schultern sich verspannt an?
Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie stehen mit geschlossenen Augen inmitten eines alten Bauerngartens. Die Sonne scheint warm auf Sie herab, die Insekten summen und der Duft von Rosen und den verschiedensten Kräutern umweht Sie.
Und? Wie geht es Ihnen jetzt?
Heilpflanzen zählen zu den ältesten Heilmitteln der Menschheit. Sie sind aber weit mehr als nur Medizin. Sie vermitteln Wohlbefinden, wecken angenehme Erinnerungen und erfreuen uns oft schon durch ihr Aussehen.
Wer anfängt, sich mit Heilpflanzen zu beschäftigen, für den steht oft noch der rein schematische Ansatz im Mittelpunkt. Ich habe Husten, also trinke ich einen Kräutertee, der dagegen hilft. Nach und nach merkt man dann vielleicht, dass eine bestimmte Pflanze, die der Freundin so gut getan hat, einem selber nicht hilft, eine andere dagegen besonders wirkungsvoll ist. Beide sind gegen Husten gut, aber jede Pflanze hat noch einmal eine ganz eigene Komponente, die auf die Eigenschaften der Person oder die Ausprägung der Beschwerden abgestimmt werden kann. Hier beginnt es spannend zu werden, denn jetzt fängt man an zu experimentieren und begibt sich auf eine oft lebenslange Entdeckungsreise.
Aber auch für diejenigen unter uns, die nicht so tief in die Geheimnisse der Heilpflanzen eintauchen möchten, kann die Beschäftigung mit den Grundlagen eine große Bereicherung sein. Die Anwendungsmöglichkeiten sind sehr breit gefächert und gehen weit über die klassische Teemischung hinaus; es macht ganz einfach Spaß, selbst einen Kräuteressig anzusetzen oder sich die eigene Duftmischung zusammenzustellen. Ihrer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt und schon die Beschäftigung mit den Pflanzen beruhigt und macht gute Laune (siehe das kleine Experiment oben).
Zum Ausprobieren - Rezept für ein pflegendes und entspannendes Fußbad:
5 Tropfen Lavendelöl
1 Tasse Kamillentee (15 Minuten ziehen lassen)
2 Esslöffel Meersalz (normales Küchensalz geht auch)
1 Tasse zimmerwarme Milch
Alles zusammen in eine Schüssel mit angenehm warmem Wasser geben und die Füße für 15 Minuten darin baden.
Kamille und Lavendel sind Pflanzen, die viele von uns schon aus Kindertagen kennen und mit Sommer, Wärme und Urlaub verbinden. Ihr Geruch versetzt uns automatisch in eine angenehme Stimmung und wir entspannen uns. Diese Eigenschaft trägt zu ihrer Heilwirkung bei, denn Entspannung ist eine wesentliche Voraussetzung für Heilung. Umgekehrt kann eine unangenehme Assoziation eine Heilwirkung auch blockieren und sollte deshalb mit berücksichtigt werden. Über die Pflanzen sprechen wir unseren Körper immer auf mehreren Ebenen zugleich an.
Die Kamille ist auch ein gutes Beispiel für die Vielfalt der möglichen Anwendungsbereiche einer Heilpflanze:
Kurzportrait Kamille (Matricaria chamomilla)
Die Echte Kamille gehört zu den Korbblütlern und die meisten Menschen sind ihr bereits auf Spaziergängen begegnet. Sie fühlt sich auf humosen Lehmböden wohl und wächst besonders gern am Ackerrand oder auf Freiflächen. In der Stadt findet man sie oft am Rand von Baustellen. Die krautige Pflanze hat einen körbchenförmigen gelben Blütenstand mit einem Kranz von weißen Zungenblüten, ihre Blütezeit dauert von Mai bis September. Verwechslungsgefahr besteht z. B. mit der Hundskamille, Kennzeichen der Echten Kamille ist der innen hohle Blütenboden.
Bekannt ist der Kamillentee als Mittel gegen Bauchschmerzen und zur Beruhigung, das besonders Kindern gern gegeben wird. Hier sollte man jedoch nicht übertreiben, denn ein Zuviel kann die beruhigende Wirkung umkehren und reizbar und aufgeregt machen. Weitere Anwendungsbereiche der Kamille sind z. B. Entzündungen, Hautprobleme, bestimmte rheumatische Erkrankungen und Erschöpfungszustände. Vorsicht ist geboten bei einer Allergie gegen Korbblütler und in der Schwangerschaft.
Die Anwendung von Heilkräutern bedeutet keine Ablehnung der Schulmedizin, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Es gibt inzwischen viele Studien, die die Wirksamkeit von einzelnen Inhaltsstoffen belegen. Dies birgt aber leider auch die Gefahr, dass die Vielfalt der Pflanzenwirkungen unberücksichtigt bleibt und die traditionellen Anwendungen in Vergessenheit geraten. Ich wünsche mir, dass immer mehr Menschen die Schönheit und Heilkraft der Pflanzen für sich nutzen und diese wieder ein selbstverständlicher Teil unseres Alltags werden.
In meiner Heilpraxis biete ich individuelle Beratungen zur Anwendung von Heilpflanzen an, die Behandlung wird von mir auf Ihre ganz persönliche Situation abgestimmt. Außerdem gebe ich Seminare zu verschiedenen Schwerpunktthemen.
Daniela Stöffin, Heilpraktikerin
Phytotherapie, Osteopathie
Fußreflexzonenmassage, Massage, Thai-Yoga-Massage
Hot-Stone-Massage, Lomi Lomi Massage, Reiki
Infos und kostenloses telefonisches Vorgespräch:
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Heilpflanzen für Frauen
Welche Pflanzen gibt es? Wie wirken sie? Wie wende ich sie am besten an?
Dienstag, 22. März 2011, 14:00-18:00 Uhr, € 60,-
Ort: Aquariana
Bitte anmelden, begrenzte Teilnehmerzahl
Das Wesen der Kräuter oder woher kommt unser Wissen über Heilkräuter ?
Torsten Ziegler, HP
In meiner Praxis benutze ich täglich Heilkräuter. Zumeist Pflanzen, die aus China importiert sind, aber auch Mineralien und Stoffe tierischen Ursprungs; sie werden in der TCM alle als Kräuter bezeichnet. In der Auswahl und beim Zusammenstellen der Teerezepturen verlasse ich mich auf überliefertes Kräuterwissen, das über mehrere Jahrtausende gesammelt wurde und zumeist aus der chinesischen Hàn-Dyanstie, das war etwa um Christi Geburt, stammt.
Auf der ganzen Welt bedient man sich intensiv der Kräutermedizin, in vielen Ländern des Orients ist sie aus der täglichen Therapie nicht wegzudenken. In den wenigen noch erhaltenen Überlieferungen vergangener Kulturen finden wir wahre Schätze an Erkenntnis. Die moderne Forschung schaut auf die einzelnen Inhaltsstoffe der Pflanzen und erfährt oft aufs Neue, was die „Alten“ schon wussten. Aber woher kommt unser Wissen?
Genießbar oder nicht?
In der Urzeit, als wir Menschen noch als Jäger und Sammler durch die Wälder streiften, wuchs schnell die Erkenntnis, dass manche Kräuter wohlschmeckend sind, andere extrem bitter, süß, salzig, scharf, sauer und sie sehr unterschiedlich bekömmlich sind. Die erste Unterscheidung, die der Mensch und mit ihm auch instinktiv die ganze Tierwelt traf, ist die in genießbar und ungenießbar.
Dabei gab es einige Hürden zu überwinden: Manche Pflanzen sind hoch giftig, andere können nur von bestimmten Tiergattungen mit einer angepassten Verdauung vertragen werden, wieder andere sind nur zu einer bestimmten Jahreszeit genießbar. Und wie soll man schließlich das Wissen um tausende Pflanzen bewahren und weitergeben, damals noch ohne Schrift und Schulsystem?
Heute wissen wir, daß ein Teil unserer Erfahrungen vererbt wird und wir so auf einen großen „archaischen“ Wissensschatz zurückgreifen können, sofern wir ihn nicht durch moderne Logik übertönen.
Hexen und Medizinmänner
Schon bald zeigte sich, dass einzelne Menschen in der Naturbeobachtung und der Erkenntnis über Pflanzen besonders begabt waren. Sie lernten, jene Kräuter zu benutzen, die auf den ersten Blick ungenießbar waren. Heilpflanzen sind nicht scharf von Giftpflanzen zu trennen. Gerade diese können in der richtigen Dosierung und Mischung eine Krankheit heilen oder, in der damaligen Vorstellung, die bösen Kräfte besänftigen. Diese weisen Männer und Frauen wußten Bescheid über Leben und Tod und sie waren bereit mit Hilfe bestimmter (leicht) giftiger Substanzen den Grenzbereich dazwischen den Rausch zu erforschen und so das Wissen über die Heilkräuter immer weiter zu vertiefen.
Dieses mächtige Wissen wurde zumeist nur in einem ganz engen Kreis bzw. einer Tradition von Meistern weitergegeben, und sehr vieles davon ist heute leider verloren gegangen. Die ältesten Aufzeichnungen finden wir in ägyptisch/mesopotamischen Schriften, z.B. dem Papyrus Ebers, das ca. 1500 v. Chr. verfasst wurde.
Philosophie der Lebensenergie
In der Zeit der alten Griechen und Chinesen wurde ca. 1000-500 v. Chr. die Vorstellung der Lebens-energie, der Pneuma oder des Qi formuliert und niedergeschrieben. Aus der Naturbeobachtung wurden Gesetzmäßigkeiten abgeleitet und die Frage nach Leben und Tod erneut gestellt. In Arabien begann mit dem mythenhaften Hermes Trismegestus die alchemistische Suche nach der Beherrschung der Lebensenergie die später zur Suche nach dem Stein der Weisen wurde.
Seither versucht der Mensch, seine Gesundheit durch den Konsum von Pflanzen, Tieren, Mineralien zu stärken, indem er seinem Körper ihre Lebensenergie zuführt.
Der griechische Philosoph Hippokrates von Kós formulierte ca. 400 v. Chr. das Konzept, daß die Lebenskraft, die jedem Körper innewohnt, ihn mit einer Fähigkeit zur Selbstheilung ausstattet „vis medicatrix nautrae“. Dies ist die Grundlage der Hippokratischen Schule (auf die auch unser Ärzteeid zurückgeht) und daraus folgte die Handlungsmaxime, daß der Arzt die Selbstheilungskräfte des Patienten unterstützen und so wenige Behandlungen wie mögliche durchführen soll. Starke Medikamente oder chirurgische Eingriffe sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
Gesundheit wurde fortan als ein dynamisches Gleichgewicht angesehen, zwischen Arbeit und Ruhe, vitaler Hitze und Kälte und den verschiedenen Elementen des Körpers. (Feuer, Luft, Wasser, Erde bei den Griechen nach Empedokles, bzw. Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser bei den Chinesen)
Den Pflanzen wie der ganzen Natur wohnte nach der damaligen Vorstellung die gleiche Lebensenergie wie den Lebewesen inne, und sie konnten die Lebensenergie des Menschen stützten oder wieder aufrichten. Hippokrates wird die Aussage zugeschrieben: „Unsere Nahrungsmittel sollten Heil-, unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein“.
Im ersten Chinesischen Arzneibuch (ca. 200 v. Chr.) finden wir 365 Kräuter, die in drei gleich große Gruppen unterteilt wurden: 1. ungiftige Kräuter, die regelmäßig aber in Maßen zur Nahrung gegessen werden sollen, um die Lebensenergie zu stärken (z.B. Süßholz), 2. leicht giftige Kräuter, die das Gleichgewicht des Körpers verändern und nur im Krankheitsfall benutzt werden sollen (z.B. Pfingstrose), 3. giftige Kräuter, die stark auf die Körperfunktionen wirken und nur bei ernsten Krankheiten benutzt werden sollen (z.B. Pfirsichkerne).
Signatur
Das Wissen über die Heilwirkungen einzelner Pflanzen basierte niemals auf rein empirischen Versuchen. Das heißt so viel wie es gibt eine Erkenntnisebene, die jenseits der durch Ausprobieren erfahrbaren Wirkung liegt. Das ist vor allem heute wichtig, wo die Wirkung von Pflanzen auf die Reaktion von Molekülen und Zellen im Reagenzglas reduziert wird.
Allgemein beschreibt die Signaturenlehre, dass Zeichen in der Natur auf Ähnlichkeiten und innere Zusammenhänge hinweisen. Die sogenannte Signatur einer Pflanze liefert uns wesentlich Aussagen über ihr Wesen und ihre Wirkung auf den Organismus.
So weist z.B. die Form der Walnussfrucht auf ihren Bezug zum Gehirn hin. Oder der kreisförmige, rote Blütenring der Karde auf Ihre Verwendung bei Borreliose hin, die sich mit einem Hautausschlag zeigt, der dieser Blüte sehr ähnlich ist.
Die Signatur einer Pflanze wird bestimmt durch Farbe, Wuchs, Standort usw. und gibt uns oft einen klaren Fingerzweig auf die therapeutische Anwendbarkeit auf Körperteile und Erkrankungen.
Die Signaturenlehre hatte schon immer ihre Kritiker, der berühmte Botaniker John Ray kam schon 1660 zum Schluss, dass man in der Natur so viele Ähnlichkeiten zu allem Möglichen sehen könne, dass sie keine nutzbringende Aussagekraft habe. Die moderne Wissenschaft lehnt sie vollständig ab.
Interessanterweise finden wir in der Chinesischen Medizin einen ziemlich pragmatischen Umgang mit den Signaturen. Hier werden neben der Form und der Blütezeit vor allem die Geschmacksrichtungen der Pflanze als Hinweis auf ihre Wirkung betrachtet. Zeigte sich jedoch über einige Jahrhunderte der Anwendung, dass die Wirkung doch eine andere ist, so wurde einfach definiert, daß diese Pflanze eben einen anderen Geschmack haben müsse. Und so finden wir manches Kraut mit einer (konstruierten) süßen Signatur, das einen reichlich bitteren Geschmack auf der Zunge hinterlässt.
Mystische Erkenntnisse
Bevor die großen Empiriker wie Hippokrates also die Forscher, die durch Ausprobieren die Wirkungen der Pflanzen erfassten die Oberhand gewannen, wurden viele Erkenntnisse durch göttliche Eingebung erlangt. In der griechischen Mythologie können wir zum Beispiel nachlesen, wie Achill von den Göttern die Eingebung erhielt, seine verletzte Sehne mit dem Saft der Schafgarbe einzureiben daher erhielt die Schafgarbe auch ihren lateinischen Namen: Achillea.
Im Mittelalter kam es wieder zu einer Renaissance des mythischen Erkenntnisweges. So gelten z.B. für Hildegard von Bingen neben ihrem reichen praktischen Erfahrungsschatz ihre göttlichen Eingebungen als Hauptinspiration. Ihr wird die Aussage zugeschrieben: „In der ganzen Schöpfung (Bäume, Pflanzen, Tiere, Edelsteine) sind geheime Heilkräfte verborgen, die kein Mensch wissen kann, wenn sie ihm nicht von Gott offenbart wurden.“
Kategorisierung
Ob der reinen Menge an Heilpflanzen wurde ihre Kategorisierung oberstes Gebot. Während der heilkundige Laie mit einer handvoll Hausmittelchen allen Krankheiten zu Leibe rückte, kannten die Gelehrten abertausende von Kräutern. Galen von Pergamon wählte neun Temperaturstufen, Feuchtigkeit und Wirkung, um seine vielbändige Materia Medica zu gliedern. Der Chinese Lǐ Shízhēn kategorisierte im 16. Jahrhundert über 1800 verschiedene Kräuter sowie tierische und mineralische Heilsubstanzen nach ihrer Herkunft und den Geschmäckern, ihrer Giftigkeit sowie vier Temperaturstufen. Hildegard von Bingen beschränkte sich auch auf vier Temperaturstufen, also die vierfache Unterscheidung, ob der Genuss einer Pflanze den Körper erhitzt oder abkühlt. Dazu kamen die Anwendungsgebiete als wichtige Merkmale.
Schließlich kamen die Naturforscher und Biologen, wie z.B. Carl von Linné im 18. Jh. dazu, die es sich zur Aufgabe machten, all bekannten Mineralien, Tiere und Pflanzen gemäß ihrer Abstammung zu kategorisieren. Ihnen ist zu verdanken, dass wir nun alle einheitliche, lateinische Bezeichnungen verwenden und die babylonische Namensvielfalt der Heilkräuter und die Verwechslungsgefahr deutlich verringert wurde.
Erkenntnistheorie oder wo stehen wir heute?
Der Mensch ist im Laufe seiner Entwicklung durch verschiedene Bewusstseinsstufen gegangen: archaisch, magisch, mythologisch, mystisch, intellektuell, wissenschaftlich. Jede Stufe hatte ihren eigenen Zugang zu den Heilkräutern und in jeder Stufe wurden wichtige Erfahrungen gesammelt, die zu unserem heutigen Heilwissen gehören.
Unsere moderne Wissenschaftstgläubigkeit verführt uns dazu, die alten Erkenntnisse seien sie instinktiv gewonnen, in mythologischen Signaturen gesehen oder in mystischen Eingebungen erfahren als nichtig abzutun.
Aber auch der moderne Mensch ist ein komplexes Wesen und vereint alle Bewusstseinsstufen in sich. Auch wir handeln heute noch instinktiv und sehnen uns nach mystischer Erkenntnis, und so reagiert oder besser kommuniziert unser Körper ebenso mit allen Aspekten, die den Heilpflanzen innewohnen.
Dies wird auch beim Einsatz von homöpathisch verdünnten Substanzen deutlich, bei denen nur noch die Information der Heilpfanze und nicht mehr ihr Stoff die Wirkung auf den Körper auslöst.
Für die Praxis scheint mir ein pragmatischer Ansatz, der alle Erkenntniswege einbezieht, am besten geeignet. Ich möchte Ihnen dies gerne am Beispiel des Ginsengs zeigen:
Die moderne Medizin beruft sich bei seiner Anwendung auf die Ginsenoside, die aktiven Inhaltsstoffe, der praktische Therapeut weiß um seine stärkende Wirkung auf die Lunge, das Blut und die gesamte Lebensenergie. Doch er weiß auch um die Gefahr der Überdosierung, die Hitze und Schlafstörungen und Hautausschlag hervorrufen können (weshalb er nicht über längere Zeit eingenommen werden sollte). Im Chinesischen heißt er rén shēn, die Menschen-Wurzel, ein Hinweis auf seine Signatur: die Wurzeln mit der höchsten Heilkraft sehen aus wie ein Mensch mit Armen und Beinen. Der Legende nach ist der Gott des Berges Jinaksan in Korea einem jungen Mann im Traum erschienen, um ihm den Weg zu einer Ginsengpflanze zu zeigen, damit er damit seine kranke Mutter heilen könne. Alle diese Erkenntnisse fließen zusammen und machen die ganzheitliche Heilwirkung einer Pflanze aus.
Eigene Erfahrungen
Das Heilkräuterwissen ist tief verwurzelt in unseren Überlieferungen, und jeder kennt das eine oder andere Hausmittelchen. Das ist eine großartige Ausgangslage um eigene Erfahrungen zu machen. Probieren Sie doch mal bei der nächsten Erkältung, wie ihnen gleich zu Beginn eine Zwiebelsuppe oder ein Lindenblütentee hilft. Oder erproben Sie die Magen stärkende Wirkung von Ingwer, die sanfte Wärme des Fenchels. Wirkliches Wissen erlangen wir nur über die Anwendung und den Umgang mit den Heilpflanzen. Und wir lernen dabei auch, auf die kleinen Zeichen unseres Körpers zu achten.
An dieser Stelle darf natürlich ein warnendes Wort nicht fehlen: Nehmen Sie auch scheinbar harmlose Pflanzen, wie z.B. Kamille nicht über Wochen oder gar Monate regelmäßig ein. Sie wirken zwar sanft, aber nachhaltig und können auf Dauer reichlich Nebenwirkungen auslösen. Und bei ernsteren Krankheiten, und solchen, die länger als ein paar Tage bestehen, sollten Sie natürlich immer den Arzt oder Heilpraktiker Ihres Vertrauens konsultieren.
In meiner Praxis werde ich oft gefragt warum ich fast nur chinesische Kräuter benutze und kaum westliche. Das hat mit der von mir praktizierten Diagnose und Therapie zu tun. Die chinesische Zungen- und Pulsdiagnose erlaubt mir, einen Blick auf die verschiedenen Energieströme und Reservoirs des Körpers zu werfen. Und die chinesischen Kräuter wurden über Jahrtausende speziell in Bezug auf diese Energien und diese Diagnostik beschrieben. Darum ist der Therapieerfolg (derzeit noch) am sichersten, wenn zu den traditionellen Diagnosemethoden auch die traditionellen Heilpflanzen angewandt werden. Viele Therapeuten bemühen sich sehr darum, unsere westlichen Heilpflanzen entsprechend der chinesischen Prinzipien zu beschreiben und zu kategorisieren, doch das erst seit etwa 50 Jahren. Bis diese Arbeit auf einer soliden Erfahrungsbasis ruht, werden wohl noch ein paar Jahrhunderte ins Land gehen. So lange kann ich für meine Praxis der Aussage von Paracelsus „Wo das Übel, da ist das Heilmittel“ leider noch nicht folgen.
Für unsere Hausmittelchen kann sie aber sehr wohl gelten.
Ich wünsche Ihnen viele positive Erfahrungen mit Heilkräutern
und bleiben Sie weiterhin gesund,
Ihr Torsten Ziegler, Heilpraktiker
Ausgebildet in Chinesischer Medizin (TCM), Akupunktur und Chinesischer Kräuterheilkunde.
Terminvereinbarung per Telefon unter: 030 - 692 082 39 oder per eMail: info@chin-med.de
Weitere Informationen zur Chinesischen Medizin im Internet unter www.chin-med.de
Aktuelle Veranstaltungen des Autors:
Informationsabend Chinesische Medizin:
Mi, 13. April 2011; 19:30- 21:00 im Aquariana, Berlin
Ausbildung in Chinesischer Kräuterheilkunde:
Mai-November 2011 in Ravensburg
Zum Weiterlesen
Essverhalten und Essauswahl; Journal für Ernährungsmedizin Juni 2010; http://www.kup.at/kup/pdf/9048.pdf
Zitate von Hippokrates: http://www.mentel-zetel.de/Zitate/Zitate_Hippokrates.htm
Signaturenlehre von Paracelsus: http://www.gugk.de/index.php?option=com_content&view=article&id=42%3Aheilpflpara&catid=24%3Ahealplants&Itemid=29&lang=de
Bücher von Wolf-Dieter Storl: http://www.storl.de
Ein Reh im Bahnhof Friedrichstraße oder wie Sie Stress bewältigen können
Sigrid Werner
Stellen Sie sich vor, ein Reh zu sein und auf einer Waldlichtung zu grasen. Es ist ganz still. Nur die vertrauten Geräusche der Vögel, Eichhörnchen und Mäuse, des Windes in den Blättern und das Grasen der anderen Rehe dringen in Ihre aufmerksamen Ohren. Plötzlich: Ein lautes Knacken!
Wie der Blitz sind Sie davongerannt.
Ihre Rettung vor der Äste knackenden Gefahr haben Sie einem Überlebens-Mechanismus des Rehkörpers zu verdanken. Reflexartig ohne die geringste Verzögerung hat dieser Ihr Hormonsystem für die Flucht mobilisiert, das über das sympathische Nervensystem Ihren Herzschlag und die Atmung beschleunigt, Ihren Blutdruck erhöht und ihre Muskeln in schnellstmögliche, kraftvolle Bewegung gebracht hat.
Auch der steinzeitliche Jäger, der dem Reh auf der Spur ist, besitzt diesen hochempfindlichen Mechanismus, der in jeder bedrohlichen oder verlockenden Situation reflexartig in Gang gesetzt wird. Das nächste Reh verfolgt er mit zielgerichteter Schnelligkeit und trifft es mit seinem Pfeil.
Alle Stammesmitglieder kommen herbei und feiern die seltene Gelegenheit, sich satt zu essen. Nach dem Festessen liegen sie satt um das Feuer herum und schlafen ein. Nun ist Gelegenheit für Verdauung und Regeneration. Das parasympathische Nervensystem übernimmt die Führung. Sollte allerdings ein Säbelzahntiger herbeischleichen, würde sofort wieder der Fluchtreflex aktiviert und die Verdauung auf später verschoben.
Der beschriebene reflexartige Mechanismus ist das, was wir als Stress bezeichnen. Eine lebensrettende "Sofortmaßnahme" des Körpers, ohne die die Menschen wahrscheinlich nicht mehr existieren würden. Wo liegt eigentlich das Problem?
Kleiner Zeitsprung:
Berlin U-Bahnhof Friedrichstraße 19. November 2010, 8:55 Uhr
Sie werden in einem dicht gedrängten Menschenknäuel aus der U-Bahn gedrückt. Angerempelt von den Ihnen entgegen hastenden Leuten versuchen Sie die Treppe zu erreichen. Die Bewegungen der Werbefilme auf den hell erleuchteten Bildschirmen an den Wänden ziehen unmittelbar Ihren Blick an und hindern Sie daran, noch ein bisschen vor sich hin zu dösen. Auf der Treppe hämmern laute Klänge eines Xylophons Ihnen eine Rummelplatzmusik in die Ohren. Als Sie den Bahnsteig erreichen, rauscht Ihre S-Bahn ohne Sie los. Schrill quietschend hält ein Regionalzug weiter hinten in der Bahnhofshalle. Ihre nächste S-Bahn fährt ein, eine Unmenge von Fahrgästen quillt heraus und Sie betreten den immer noch sehr vollen und stickigen Zug.
Als Reh oder Steinzeitmensch hätten Sie den Bahnhof Berlin-Friedrichstraße in Panik so schnell wie möglich verlassen und das nächste Versteck genutzt, um sich wieder auszuruhen. Dabei hätte Ihr Körper die Stresshormone aus dem Blut durch die Muskeltätigkeit des schnellen Laufens abgebaut, und die Zellen hätten den erhöhten Blutzucker verbrannt. Im Versteck hätte Ihr Körper sich auf Regeneration umgestellt.
Ihr Körper gleicht dem des Steinzeitmenschen zu 99,5 Prozent. Er reagiert auf die Geräusche, Bewegungen und das Gedränge fremder Menschen ganz ähnlich. Das merken Sie kaum, weil Sie sich daran gewöhnt haben. Trotzdem ist das sympathische Nervensystem im Alarmzustand. Herzschlag, Atmung, Blutdruck und Blutzucker sind erhöht, Verdauung, Nierentätigkeit und Immunsystem arbeiten verlangsamt, die Muskeln können sich nicht entspannen, das Gehirn arbeitet eingeschränkt.
Da Sie nicht in Panik weglaufen, kann Ihr Körper die Stresshormone und den erhöhten Blutzucker nicht abbauen. Auf die Dauer verursacht dieser Alltagsstress Ablagerungen in den Blutgefäßen, die zu Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt und vielen anderen Krankheiten führen können.
Sie können ihn kompensieren durch Bewegung und Entspannung: Benutzen Sie alle Treppen, und lassen Sie Rolltreppen und Fahrstühle links liegen. Nutzen Sie Wartesituationen zu einer kleinen Meditation mit geschlossenen Augen und Konzentration auf den Atem. Spüren Sie beim Einatmen in Ihren Körper hinein: Wo fühlen Sie Anspannung? Versuchen Sie beim Ausatmen die Anspannung zu lösen.
Alltags-Stressbewältigung mit Shiatsu
Wenn Sie Ihren Körper mehr wahrnehmen und tiefer entspannen wollen, als es Ihnen bisher möglich ist, empfehle ich Ihnen eine Shiatsu-Behandlung:
Sie legen sich auf eine Matte. Sie spüren Ihren Körper auf dem Boden liegen und überlassen sich der Schwerkraft. Sie spüren Berührung, angenehmen Druck, ein rhythmisches Einsinken in Ihren Körper und können dabei immer mehr Anspannung loslassen. Ihre Beine und Arme werden bewegt, schwerelos - wie im Mutterleib. Ihr Körper wird zu einer Landschaft, die Sie neu entdecken.
Durch Shiatsu verbinden Sie sich mit Ihrem Körper und Ihren Gefühlen. Wenn Sie regelmäßig Shiatsu-Behandlungen nehmen, werden Sie aufmerksamer für die Signale Ihres Körpers im Alltagsstress. Sie freunden sich mit Ihrem Körper an und bekommen Lust, besser für ihn zu sorgen.
Stressbewältigung in Problemsituationen mit Energetischer Psychotherapie
Zusätzlich zum Alltagsstress sind Sie in Ihrem Leben immer wieder mit belastenden Situationen konfrontiert. Zum Beispiel kann ein anstehendes Personalgespräch mit dem Chef Ihnen Sorgen machen, Konflikte in Partnerschaft oder Familie, Angst vor einer Prüfung und vieles mehr.
In solchen Situationen kann Ihnen die Energetische Psychotherapie schnell und effektiv helfen, weil sie im Energiesystem des Körpers ansetzt, wo Gedanken, Gefühle und Körperreaktionen in bestimmten Mustern gespeichert sind. Über Akupressurpunkte sind diese individuellen und situationsbezogenen Muster zugänglich.
Für jedes Problem, das Sie belastet, gibt es ein bestimmtes Muster, das ich über ein energetisches Diagnoseverfahren herausfinden kann, wenn Sie an das Problem denken.
Wenn Sie Ihre Angst vor dem Personalgespräch bearbeiten wollen, bitte ich Sie, einen Aspekt dieser Angst genau zu fokussieren. Zum Beispiel könnte es sein, dass Sie befürchten, nicht Nein sagen zu können, wenn der Chef Ihnen eine zusätzliche Aufgabe übertragen will.
Während Sie an diese Befürchtung denken, stelle ich mit Hilfe des kinesiologischen Muskeltests die Behandlungspunkte zusammen. Dann klopfen Sie diese Punkte sanft mit den Fingerspitzen und fokussieren gleichzeitig diese Problemsituation. Anschließend schätzen Sie mit Hilfe einer Bewertungs-Skala die Belastung durch das Problem ein. So erfahren Sie sofort, ob das Klopfen dieser Punkte den Stress abgesenkt hat. Verschiedene weitere Behandlungselemente zur Auflösung von Blockaden, behindernden Glaubenssätzen und zur Verankerung der Entspannung setze ich im Verlauf der Behandlung ein. Das Ziel ist, die Belastung auf Null zu senken. Zum Abschluss visualisieren Sie Ihr Wunsch-Verhalten in der Problemsituation und klopfen dabei einen unterstützenden Punkt.
Eine Sitzung dauert 60 bis 90 Minuten und reicht manchmal schon aus, um ein Problem nachhaltig zu lösen. Sollte der Stress wieder auftreten, können Sie die dafür gefundenen Behandlungspunkte klopfen und sich selber helfen.
Für Probleme mit mehreren Aspekten ist eine Behandlungsserie geeignet. Wenn Sie Süchte überwinden oder Beziehungsprobleme lösen wollen, empfehle ich Ihnen eine längere Begleitung mit Energetischer Psychotherapie.
Sigrid Werner, Heilpraktikerin
Tel: 030 - 613 06 516, eMail: sigrid.werner@aquariana.de
Shiatsu, Energetische Psychotherapie
Einzelbehandlung 50 Euro, 10er Serie 45 Euro pro Behandlung
Winterangebot bei Buchung bis zum 31.01.2011: eine (bzw. die erste) Behandlung für 35 Euro.
Stressbewältigung durch Achtsamkeit MBSR
(mindfulness-based stress reduction)
Ein Interview mit Evelyn Rodtmann
Stress und Achtsamkeit: widerspricht sich das nicht? Wie soll ich noch achtsam sein, wenn ich sowieso schon völlig gestresst bin?!
Evelyn Rodtmann: Achtsam sein ist nicht eine weitere Belastung, die wir auch noch bewältigen müssen. Achtsam sein bedeutet innehalten, meine Stressreaktionen wahrnehmen, nicht einfach im Autopilot weitermachen. Das braucht etwas Übung, Achtsamkeitsübung.
Auch gibt es nicht den einen Stress, sondern Stress drückt sich individuell aus und ist situativ bedingt. Erst, wenn wir dem Aufmerksamkeit geben, können wir überhaupt erkennen, wie wir auf Stress reagieren. Es gibt externe Stressauslöser wie Zeitdruck, Lärm und Aufgabenüberforderung, und es gibt innere Stressauslöser, z.B. alte Glaubenssätze, Ansprüche an uns selbst etc.
Durch achtsames Mit-uns-Sein können wir den Prozess erkennen: den Auslöser, die Reaktion in mir und das Resultat, also eine bestimmte Handlungsweise oder eine Gemütslage. Es ist sehr wichtig, diesen Ablauf mit seinen verschiedenen Abschnitten zu erkennen, ansonsten entstehen Vermischungen und Automatisierungen.
Ist es nicht auch wichtig, die Stessauslöser auszuschalten?
Das wäre natürlich ideal, aber oftmals muss ich ihnen erst einmal auf die Spur kommen, gerade den inneren Auslösern. Andere sind unveränderbar: Termine müssen eingehalten werden, Arbeitsanforderungen sind gegeben, Krisensituationen entstehen immer wieder. Verändern kann ich aber meinen Umgang mit Stress! Hilfreich ist das "Auseinanderziehen", wie gerade geschildert, die einzelnen Schritte sehen dann erst kann ich aus dem Automatismus aussteigen und nicht einfach entsprechend meines gewohnheitsmäßigen Musters reagieren. Manche Menschen werden beispielsweise unter Druck aggressiv; das muss man erst einmal merken!
Da gibt es sicher oft Aha-Erlebnisse.
Auf jeden Fall. Obwohl sie nicht immer nur angenehm sind: Wenn wir innehalten, also in einer gewissen Ruhe sind, spüren wir unsere Unruhe erst mal viel deutlicher: Die Präsenz und Dominanz unserer Gedanken, die manchmal wie ein wilder Hühnerhaufen sind, oder sich ständig wiederholen.
Ein wirklich großes Aha-Erlebnis ist oft, festzustellen, dass Gedanken nur Gedanken sind und einfach wieder verschwinden, wenn ich ihnen nicht folge und in ihre Geschichte einsteige. Ich kann darüber nachdenken, wie sehr mich X wieder geärgert hat und was ich ihm gerne gesagt hätte, aber wieder nicht getan habe … - ich kann es aber auch lassen, darüber nachzudenken. Das ist ein Stück Freiheit.
Was ist das besondere an der "Achtsamkeit"?
Wir nehmen wahr und verändern nichts. Gedanken, Empfindungen, Geräusche kommen und gehen. Dabei wird deutlich, dass nichts bleibt, wie es ist. Das schafft Distanz: Wir beobachten und stürzen uns nicht gleich wieder in Handlungen.
MBSR hat ja buddhistische Wurzeln ...
Ja, daher kommt die Methode. Jon Kabat-Zinn kommt aus einer buddhistischen Tradition, die genau diese Geisteshaltung pflegt. Die Buddhisten haben wichtige Erkenntnisse gewonnen, die seit den 70ern verstärkt auch im Westen Platz gefunden haben.
Ihm war es aber wichtig, dass MBSR eine religionsfreies Programm ist und somit offen für alle Menschen ist.
Wie läuft denn ein MBSR-Kurs praktisch ab?
Der Kurs läuft über acht Wochen mit acht Abenden und einem ganzen Tag. Der Kurs hat eine feste Form, die sich bewährt hat. Wir beginnen mit einem so genannten Body Scan, das ist ein achtsames Wahrnehmen des Körpers, eine Reise in verschiedene Körperteile.
Dann kommt achtsame Bewegung dazu, angelehnt an Yoga. Da geht es darum, sich zu spüren, auch die eigenen Grenzen. Und später kommt die Sitzmeditation dazu. Es gibt natürlich auch genug Raum, über unsere Erfahrungen - dies ist schließlich ein erfahrungs-und praxisorientiertes Programm - zu sprechen, über Themen wie Stress, achtsame Kommunikation, Umgang mit schwierigen Gefühlen wie Wut, Angst etc.
Hausaufgaben gibt es auch?
Ja, man sollte täglich 30 bis 45 Minuten dafür aufwenden. Das lohnt sich! Denn es ist immer eine Auseinandersetzung mit sich selbst, man zieht sich aus dem Alltag heraus und übt innezuhalten. Der MBSR-Kurs bietet da verschiedene Übungen an und es gibt Übungs-CDs sowie schriftliches Material für zuhause.
Wozu brauche ich dann die Gruppe?
Sich zu treffen und sich acht Abende lang Zeit zu nehmen entwickelt eine ganz andere Intensität, als zuhause allein zu üben. Gerade auch die Erfahrungen der anderen Teilnehmer unterstützen jeden in seiner Auseinandersetzung damit. Durch die Gespräche in der Gruppe wird die Vielfalt in diesem Thema deutlich, aber auch die Tatsache, dass wir alle mit ähnlichen Widerständen und Hindernissen zu kämpfen haben. Beispiel: ich bin nicht dazu gekommen, regelmäßig zu üben. Wie bin ich damit umgegangen? Wie die anderen? Gerade die "Solls" und "Müsste" werden wahrgenommen. Die Gruppe gibt dem Thema Raum sich zu entfalten.
Nochmal zurück zum Stress: gibt es nicht auch positiven Stress?
Ja, natürlich. Stress ist ganz natürlich. Die Stressreaktion unseres Körpers auf eine erhöhte Anforderung ist notwendig, um angemessen darauf reagieren zu können (meine Kollegin Sigrid Werner beschreibt diese natürliche Reaktion sehr schön in ihrem Artikel in diesem Newsletter). Und positiver Stress bedeutet nichts anderes, als dass wir z.B. Zeitdruck als belebend empfinden und effektiver werden.
In der Stressforschung wird gar nicht mehr so viel zwischen positiven und negativen Stress unterschieden, sondern zwischen chronischem und akutem Stress. Auch positiver Stress schadet uns, wenn er chronisch wird und Körper und Geist keine Ruhephase mehr erleben. Ein permanent hoher Stresslevel entwickelt sich oft zu einer Sucht nach Erfolg. Das gibt uns eine Menge und deshalb jagen wir dem nach. Das sind dann zum Beispiel die Themen, die wir uns in dem Kurs bewusst machen.
Ich verstehe langsam, warum MBSR kein Entspannungskurs ist.
Nein, das ist es wirklich nicht. Aber Entspannung ist ein Nebeneffekt. Es geht auch nicht darum Stress zu vermeiden, sondern einen Umgang mit Stress zu finden, also einen Umgang mit Dingen, die wir mögen und mit Dingen, die wir nicht mögen. Übrigens arbeiten sich dadurch in unserem Leben deutlich mehr Höhen und Tiefen heraus, das Leben wird sozusagen lebendiger.
Noch etwas interessiert mich in deinem Flyer: Da heißt es, dass innere Ruhe Teil der menschlichen Grundausstattung ist.
Ja, davon bin ich überzeugt. An kleinen Kindern sehen wir das oft noch, aber es geht verloren durch viele Reize, Lärm usw. Ruhe ist wichtig, denn nur mit Ruhe kann ich mich selbst im Verhältnis zur Umgebung wahrnehmen und angemessen reagieren. Sonst fahre ich mit "Autopilot" und wiederhole immer nur die eingefahrenen Muster.
Gibt es eigentlich Kontraindikationen für die Teilnahme an dem Kurs?
Der Kurs ist nicht geeignet für Menschen, die gerade akut mit Depression oder anderen psychischen Störungen, Süchten oder akuten schweren körperlichen Problemen zu tun haben. Zur Begleitung chronischer Prozesse oder zur Vorbeugung ist MBSR jedoch sehr gut geeignet. In dem kostenlosen und unverbindlichen Vorgespräch können dies und auch alle weiteren Fragen individuell geklärt werden.
Evelyn Rodtmann, Heilpraktikerin für Psychotherapie
Infoabend: Fr, 28.1.2011 um 19:00 Uhr
Nächster MBSR-Kurs: 18.2. bis 8.4.2011, immer freitags, 18:30 21:30 Uhr
Information und Anmeldung:
Tel: 030 623 32 17
eMail: evelyn.rodtmann@web.de
Entspannung und Klang
Ein Interview mit Claudia Kunkel
Du unterrichtest Autogenes Training und bietest im Aquariana Klangreisen und Klangmassage an. Entspannung geht bei dir über den Körper?
Ja, aber ... meine Arbeit bezieht alle Ebenen des Menschen mit ein, das lässt sich nicht so trennen. Der Körper spielt jedoch eine zentrale Rolle, denn die Tiefenentspannung bei Autogenem Training und Klangmassagen ist wichtig.
Wie merken Menschen überhaupt, dass sie Entspannung nötig haben?
Oft erst bei massiven Symptomen: die Belastbarkeit sinkt deutlich, sie sind häufig krank geschrieben, können nicht mehr abschalten, fühlen sich getrieben, leiden unter Muskelverspannungen, haben Schlafstörungen und manchmal sogar schon Ängste.
Was passiert nun in einer Entspannungssitzung?
Zunächst führen wir ein kleines Gespräch; ich muss ja einiges über den Menschen erfahren. Und dann gehen wir gleich zum körperlichen Bereich über: Die Person sucht sich eine entspannte Lage, im Sitzen oder im Liegen. Dazu stelle ich einige Fragen: Liegen die Schultern wirklich auf? Ist die Lage tatsächlich bequem? Vielleicht lässt sich einiges noch angenehmer machen: eine Rolle unter die Knie, die Beine hoch legen. Dazwischen einige tiefe Atemzüge nehmen, spüren und genauer spüren, wie sie da ist.
Für manche ist das schon unmittelbar wohltuend. Andere führt die Bereitschaft, sich selbst genauer zu spüren, dazu, dass der ganze Stress oder auch Verzweiflung noch deutlicher zu Bewusstsein kommen.
Da wäre es doch gut, auch andere Methoden einzusetzen Zeitmanagement, Psychotherapie etc.
Ja, da schau ich natürlich genau hin. Wenn es angebracht ist, dann rate ich zu einer Psychotherapie - dazu gibt es ja auch ein begleitendes Gespräch. Zeitmanagement beziehe ich auf individuellen Wunsch gern mit ein. Interessant ist jedoch, dass viele gerade einen Ansatz über den Körper suchen, z.B. Gartenarbeit machen, Yoga oder Sport. Wenn der Körper sich erholt, wenn Anspannungen wahrgenommen werden und bewusst losgelassen wird, dann wird auch der Kopf frei. Für kreativ arbeitende Menschen ist die tiefe Entspannung so fundamental wichtig, weil dann erst ein neuer Raum für die Schaffenskraft entsteht.
Wie lange dauert es denn, bis sich Entspannung nachhaltig einstellt?
Nun ja, es gibt natürlich einige der ganz Gestressten, die keine Zeit haben, sich Zeit zu nehmen! Wenn es dann aber schon zum Burn-Out-Syndrom gekommen ist, dauert es wirklich sehr lange, um sich wieder zu erholen. Besser ist es, vorher etwas für sich und eine gesunde Balance zwischen Spannung und Entspannung zu tun. Tatsächlich ist das ein Prozess. Autogenes Trainig ist ein Lernvorgang, findet ca. sechs- bis zehnmal in der Gruppe statt, und dann kann man es für sich zu Hause praktizieren. Wer es "schnell" haben will, sollte Einzelsitzungen im Autogenen Training nehmen. In jedem Fall ist es wichtig, zu Hause regelmäßig zu üben.
Was ist an Einzelsitzungen besser?
Es ist besonders effektiv, auf die persönliche Situation der Person einzugehen. In der Tiefenentspannung des Autogenes Trainings wird ein so genannter Alpha-Zustand des Gehirns erreicht. Die typischen formelhaften Sätze des Autogenen Trainings ("mein Arm wird schwer und warm", "ich atme tief und gleichmäßig") ergänzen wir durch Sätze zur eigenen Situation, z.B. "Ich gehe sicher und gestärkt in die Prüfung"; das ist enorm unterstützend.
Du integrierst auch Klangschalen in das Autogene Training?
Manchen fällt es schwer, in die Tiefenentspannung hinein zu kommen, sie können nicht "abschalten". Musik kann helfen, besonders schön aber sind die Klänge der Klangschalen. Und je tiefer ich entspannen kann, umso leichter und umfassender nimmt der Organismus Neues auf.
Darum geht es nämlich: Neues erlernen. Es ist eine konzentrative Entspannung, in der früher Gelerntes durch neues ersetzt wird. Ein Kind hat z.B. zu oft gehört, dass es "nichts kann", und das ist im Körper regelrecht gespeichert. In gelöstem Zustand merkt das Kind, dass es doch anders kann. Das ist besonders berührend.
Dann geht es vor allem um Selbstwahrnehmung?
Ja, um eine genauere Selbstwahrnehmung. Ich freue mich, wenn Menschen durch meine Arbeit sich erholen und besser einschlafen können. Besonders schön aber ist es, wenn ein Prozess angeregt wird, den ich über einen längeren Zeitraum begleite. Da wende ich verschiedene "Werkzeuge" an: Klangmassage oder Klangmeditation, Gespräche, die einen hohen therapeutischen Nutzen haben, aber auch meditatives Malen mit Farben.
Die Arbeit mit Klangschalen ist ja etwas sehr Besonderes. Wie setzt du sie ein?
Manche Menschen wollen sich in ihrem Körper mehr spüren, fühlen sich verhärtet etc., mögen aber keine direkte körperliche Berührung. Dann setze ich die Klangschalen ein, direkt auf dem Körper oder körpernah, und die Schwingungen werden gespürt. Alte Menschen mögen das, Menschen mit Behinderungen mögen das, es ist sehr angenehm.
Und sicher auch sehr intensiv?
Aber ja! In der Arbeit mit Mädchen habe ich oft die Klangschalen eingesetzt. Mädchen mit Essproblemen und unter starkem Leistungsdruck spüren sich oft nicht oder nehmen sich falsch wahr. Wenn ich die Schalen auf den Bauch setze wo viel festgehalten wird , werden tiefe Schichten angesprochen, und es kommt viel hoch. Da ist ggfs. die Zusammenarbeit mit dem Arzt oder Psychotherapeuten notwendig.
Wie kommt diese besondere Wirkung der Klangschalen zustande?
Es entsteht ein tiefes Gefühl von Vertrauen. In asiatischen Ländern, z.B. Indien und Tibet, ist diese Wirkung seit 5.000 Jahren bekannt. Dort sagt man, der Mensch ist aus Klang entstanden. Die obertonreichen Klänge sprechen unmittelbar das Urvertrauen des Menschen an. Bei Säuglingen, besonders bei Frühgeburten hat das eine faszinierende Wirkung. Und auch Erwachsene: Man horcht unwillkürlich hin und spürt eine innere Ruhe.
Claudia Kunkel
HP für Psychotherapie, Dipl. SozPäd.
Entspannungspädagogin, Stresscoach
Burn-Out-Prophylaxe, Klangmassage, Entspannungskurse
Tel. 693 92 55, www.kraft-ruhe.de
Die nächsten Termine für Klangmassagen zum Einführungspreis von € 30,-
Jeweils freitags um 18:00 Uhr an folgenden Tagen :
29.10., 5.11., 19.11. und 26.11.2010
Körperenergiearbeit
Ein Interview mit Birgitt Paulus
Körperenergiearbeit das legt nahe, dass Du mit dem physichen Körper, aber auch mit feineren Energien arbeitest?
Genau, ich arbeite sowohl direkt am physischen Körper als auch mit energetischer Heilarbeit am Energiesystem, meistens aber mit einer Kombination aus beidem. Bei Menschen, die mit körperlichen Beschwerden in die Praxis kommen wie Schlafstörungen, Rückenschmerzen oder allgemeiner Stresssymptomatik wende ich z.B. Biodynamische Massage oder die Metamorphische Methode an. Allerdings teste ich nach dem Eingangsgespräch mit dem Biotensor (Einhandrute), welche Methode den Patienten am besten unterstützt.
Was gehört denn zum Energiesystem des Menschen?
Da sind die Energiekörper, erfahrbar über die Auraschichten, u.a. emotionale Auraschicht, mentale Auraschicht mit den zugeordneten Chakren. Persönklichkeitsebene,Wesensenergie und Seelenanteile beziehe ich mit ein.
Wann ist es sinnvoll, energetisch zu arbeiten?
Meistens kommen Menschen zu mir, wenn sie in schwierigen Entscheidungssituationen stecken, z. B. im Beruf, in der Partnerschaft oder mit ihren Kindern. Manche ihrer Probleme entstehen daraus, dass ihre Vorstellungen und Erwartungen sie begrenzen. Diese Muster schränken ein, und in Entscheidungssituationen wird das deutlich. Entstehen dann auch Körperverspannungen, besonders im Hals-Nacken- und im Beckenbereich, ist es hilfreich, die Ebene des Mentalkörpers mit einzubeziehen, weil dort Gedankenmuster gespeichert sind.
Wie arbeitest du am Energiesystem?
Als erstes verbinde ich mich feinfühlig mit den Energiekörpern des Patienten und erspüre das, was für den Menschen als nächster Schritt ansteht. Da unterstütze ich dann. Da dehne ich z.B. und lockere auf verschiedenen energetischen Ebenen, so dass Platz geschaffen wird und bestimmte Strukturen an ihren richtigen Ort gelangen können.
Wie kann ich mir das genau vorstellen?
Nehmen wir an, jemand hat ein Unglück (Schock) in der Kindheit erlebt. Die Gefühle wurden damals in die äußersten Auraschichten weggeschoben. Durch die Lockerungen können die Gefühle wieder zurück in den Emotionalkörper, können sich integrieren, und der Mensch kann mit Schmerz und generell mit Gefühlen wieder besser umgehen.
Der Emotionalkörper wirkt wiederum auf den physischen Körper. Körperliche Probleme, die mit verdrängten Gefühlen in Verbindung stehen, können sich leichter lösen: u.a muskuläre Verspannungen und organische Schwächen.
Und dadurch können sicher auch althergebrachte Muster in Frage gestellt werden.
Ja. Eine wesentlich Wirkung dieser Arbeit ist, dass ich mich selbst besser spüre, ich bin mehr "bei mir" und weniger im Außen. Dadurch kann ich meine Umwelt aber deutlicher und v.a. realistischer wahrnehmen ich bin weniger in meinen Vorstellungen von der Welt gefangen, und ich sehe mehr Möglichkeiten als sonst. Mit einem stärkeren inneren Fokus sehe ich mehr Optionen für meine Enscheidungen und handle weniger nach meinen Mustern.
Dazu kommt, dass ich mich auch mit Seelenanteilen verbinde und sie dem Körperenergiesystem anbiete, damit es sie integriert.
Wie erleben Deine Patienten das?
Nun, die Seele hat die Möglichkeit, sich im Laufe des Lebens mehr in den Körper zu integrieren. Dies erfolgt nach und nach in kleineren Teilen, den Seelenanteilen je nachdem, wie bereit wir sind, die Gelegenheiten die das Leben bietet, zu nutzen. Bestimmte Seelenanteile fließen in den psychischen Körper. Ich gebe mal ein Beispiel: Ein sanfter Seelenanteil konnte nie gelebt werden, da der Menschen von kleinauf funktionieren musste. Nun spüre ich, dass der sanfte Anteil bereit steht. Wenn ich den Weg dazu frei machen, ist das erst mal fremd und neu. Aber es wird in der Behandlung erfahrbar, der Mensch sieht die offene Tür, und ich kann ihn dann durch diese Tür begleiten.
Diese Erfahrung kann irritieren, oder der Mensch fühlt sich sofort bereichert. Nach einigen Tagen ist das Neue meistens integriert.
Das kann doch sicher auch ein schwieriger Prozess werden, oder?
Wenn die Lebensenergie zunimmt, der Mensch also vitaler wird, dann werden die alten Grenzen viel deutlicher spürbar. Es ist daher ganz wichtig, dass die Patienten sich Raum für die Veränderung geben und dort durchgehen. Auch nach einer Behandlung ist es gut, sich noch ein wenige Zeit zu nehmen und nicht gleich wieder in den Alltag zu gehen. Die Behandlungen sind sehr wirkungsvoll. Meistens fühlen sich Patienten danach übrigens gelöster, weicher und offener.
Wie oft sollten dann Menschen zur Behandlung kommen?
Die Behandlungen finden alle drei bis vier Wochen statt, das ermöglicht ausreichende Integrationszeit. Ein halbes oder ein Jahr sollte eingeplant werden, um einen inneren Prozess auch längerfristig zu begleiten.
Natürlich schaue ich auch genau, wie tief ich gehen kann, nicht alles muss gelöst werden. Oft ist schon Entspannung gut, ohne alte Probleme anzugehen. Auch bei akuten Beschwerden arbeite ich an der aktuellen Lage.
Du behandelst auch akute Beschwerden?
Da setze ich Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) ein oder Schüssler-Salze. Sehr hilfreich ist auch das Heilen mit Zeichen (Praktische Neue Homöopathie PraNeoHom). Bestimmte Zeichen wie Strich, Kreuz,Kreis oder Sinuslinie werden da z.B. auf die Akupunkturpunkte gemalt.
Du bietest auch regelmäßige Kurse im Aquariana an; für wen sind sie geeignet?
Daran können alle teilnehmen, die ihre Wahrnehmung und das einfühlsame Arbeiten am Körper vertiefen wollen und die die Energiekörper über den physischen Körper hinaus kennen lernen wollen. Das Spannende daran ist, dass man sich gegenseitig behandelt, man also beide Rollen kennen lernt. Als Behandlerin sammelt man nämlich viele Erfahrungen über sich selbst.
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen, um am Kurs teilzunehmen?
Es sind keine Vorkenntnisse nötig, nur die Bereitschaft, sich auf die Erfahrung einzulassen ...
Birgitt Paulus
HP, Apothekerin
Körpertherapeutin, Energetische Heilerin, PraNeoHom-Therapeutin, Kinesiologin,
Schüssler-Salz-Schulungen
Tel. 28 83 39 25, info@praxis-koerperbalance.de
Einführungsstunden in die Kurse "Körperenergiearbeit" bitte anmelden:
Montag, 25.10.10, 20:00-21:30 Uhr
Donnerstag, 28.10.10, 10:00-11:30 Uhr
Kosten: € 10,- Einführungsstunde
Anschließend 6er-Karte: € 90,- (10 Wochen gültig)
Somatische Körper- und Bewegungstherapie
Ein Interview mit Susanne Kukies
Somatische Bewegungstherapie - ist das Körperarbeit oder Therapie?
Meine Arbeit ist genau zwischen Körperarbeit und Psychotherapie angesiedelt. Ich mache keine Psychotherapie, aber auch nicht die Körperarbeit, wie man sie z.B. von Alexandertechnik oder Feldenkrais kennt. Dort wird über den Körper gearbeitet und in der Psychotherapie über das Gespräch. Meine Arbeit liegt wirklich in dieser Verbindung von Körper und Gespräch. Ich versuche genau diese Verknüpfung bzw. Verbindung herzustellen zwischen Fühlen, Spüren und Benennen. In der Psychotherapie, wo auch zwischendurch angeregt wird, hinzuspüren, wo man ein Gefühl erlebt, würde der Therapeut jedoch die Klienten nie berühren. Meine Arbeit ist aber sehr wohl so, dass ich auch in die Berührung und die Bewegung gehe, ich bleibe nicht bei der reinen Beobachtung.
Kannst Du das genauer beschreiben?
Das kann ganz unterschiedlich sein: z. B. wenn ich beim Gespräch sehe, dass jemand ganz eingeknickt sitzt, wäre das vielleicht ein Ansatz für mich zu sagen: Spür doch mal in deine Haltung hinein, wie du da jetzt sitzt, was nimmst du wahr? Und als Antwort würde dann vielleicht kommen: Ich kann mich gar nicht richtig aufrichten, habe keine Kraft. Wir würden dann da weiter ins Spüren reingehen und es kann sein, dass ich berühre oder zur Bewegung auffordere. Von da aus würde es ganz konkret weitergehen und sehr konkret ins Körperliche hineingehen. Wir sind aber dabei auch im Dialog: Was passiert, was verändert sich?
Wird das Erlebte dann auch immer wieder von der konkreten Körperempfindung in die allgemeine Lebenssituation der Klienten übertragen?
Ja, natürlich. Ich sage immer gerne, es ist ein gemeinsames Forschen. Wenn wir bei dem Beispiel bleiben, kann es eben sein, dass die Klientin keine Kraft spürt, keine Vitalität, keine Unterstützung spürt und dann weitergeht und sagt: Das hatte ich noch nie. Da forschen wir natürlich gemeinsam weiter: Fühlt sie sich nicht unterstützt, von der Familie, ihrem Hintergrund, hat sie keinen Zugang zu ihrer vitalen Kraft, ist Müdigkeit ein Thema? Von diesem Punkt aus kommen wir zum Beispiel zum Thema Organe: dass die Organe, d.h. das Organische, das Lebendige, das Weiche nicht genug unterstützen.
So unterstützt die Klientin sich vielleicht normalerweise über Power, Muskelkraft bzw. Willenskraft, doch wenn diese Kraft irgendwann ausgelaugt ist und sie nicht mehr weiß, warum sie das alles macht, dann ist da keine bekannte Kraft mehr, auf die sie zurückgreifen kann.
Im Prozess taucht dann die Frage auf: Was kann mich noch unterstützen? Was ist tiefer? Die Organe sind zum Beispiel ein tieferes System der Motivation. Das wäre dann der Zugang zu einer anderen Energie. Die Organe im Körper sind sehr vital und lebendig und unterstützen uns von innen.
Du sprichst von Organen und Muskeln als zwei verschiedene Systeme. Kannst du diese jeweils bei deinen Klienten erspüren?
Das ist das, was wir in der Ausbildung zur Somatischen Körper- und Bewegungstherapeutin lernen: die Körpersysteme und die Energie der einzelnen Körpersysteme genau zu spüren. Zu merken, in welchem Körpersystem jemand zuhause ist - mehr in den Knochen, dem Nervensystem, den Drüsen, mehr in seinen Organen oder seinen Muskeln. Wir machen genauso eine Diagnose wie es sie auch in anderen Behandlungsansätzen gibt, zum Beispiel der chinesischen Medizin: übers Anschauen, aber auch über das Anfassen, über Informationen der Klientin, wie sie so "funktioniert". Wenn z.B. jemand sagt, dass sie oder er viele Stimmungsschwankungen hat, dann steht das Drüsensystem sehr im Vordergrund. Wenn jemand stark über die Muskeln arbeitet, sieht man das meistens am Äußeren, sie sehen muskulär und aktiv aus. Menschen, die sehr über das Nervensystem definiert sind, sind oft sehr dünne, eher durchlässige Menschen, die sehr schnell sind und berührbar. Es gibt viele diagnostische Hinweise, die ich nutze. Und dann schaue ich danach, welche Energie fehlt bzw. welche Energie die Vorherrschende ausbalancieren würde. Wenn jemand Hilfe sucht, ist meistens ein Ungleichgewicht vorhanden. Irgendein Energiesystem ist sehr stark im Vordergrund, und dieses Körpersystem ist dann oft erschöpft oder überreizt. Jemand mit einem eher überreizten Nervensystem ist oft sehr sensibel und benötigt einen Puffer. Das sind zum Beispiel Flüssigkeiten oder Fett. Daraus entsteht die Frage, wie man das mit herein bringt.
Also lernt der Klient/die Klientin viel darüber, wie er oder sie funktioniert?
Es ist eine sehr bewusstseinsbildende Arbeit. Ein Ziel ist es, dass der Klient sich wahrnimmt. Nicht nur über das Gespräch, sondern vor allem durch das Spüren, wo er ist, was er von sich wahrnimmt. Es geht nicht in erster Linie um eine Veränderung. Ich erlebe diese Arbeit oft als ein Sich-Kennenlernen für den Klienten, eine Art Ent-Täuschung im guten Sinne. Wie bin ich eigentlich? Was sind meine Stärken? Um erst dann auch noch nachzuspüren, wo Unterstützung fehlt, wo die Schatten sind.
Mit welchem Fragen kommen deine Klienten zu dir?
Sie kommen meist mit ganz konkreten Fragen: entweder mit einem körperlichen Problem oder mit Schwierigkeiten in einer konkreten Lebenssituation. Meistens sind es nicht ganz akute körperliche Beschwerden, sondern Probleme, die sie schon lange mit sich herumtragen und wo sie schon viel versucht haben. Häufig kommen auch Klienten zu mir, die schon länger Therapie gemacht haben, aber merken, dass ihnen der Zugang über den Körper fehlt. Ich habe auch viele junge Frauen in der Praxis, wo im Mittelpunkt steht, die eigene weibliche Kraft zu finden. Natürlich sind auch sexueller Missbrauch und Essstörungen immer wieder ein Thema in meiner Arbeit. Insgesamt mache ich sehr viel Traumaarbeit, das heißt Basisarbeit, wo es gilt, die Ressourcen zu stärken und zu klären: Wie kann ich für mich sorgen, mir Gutes tun, wie kann ich zwischendurch einfach nur mal ruhig bleiben und spüren. Der Weg ist immer, über das Spüren ins Fühlen zu kommen. Wir haben oft eine bestimmte Wahrnehmung von uns und ich versuche diese Wahrnehmung etwas aufzufächern.
Wie lange dauert eine Behandlung in der Regel?
Es gibt einige, die einfach ein paar Mal kommen und sich Anregungen holen. Andere begleite ich ein halbes oder ein Jahr, aber viele meiner Klienten kommen über Jahre zu mir. In diesen Fällen ist es wirklich eine Beziehungsarbeit: eine Beziehung zu sich selbst, zu ihrem Körper, zu mir zu entwickeln und zu halten. Der Körper ist langsam, das heißt ich kann in Gedanken schon alles verstanden haben, aber wirklich die Erfahrung zu machen, dass ich mich tatsächlich in mir sicher fühle und es nicht nur denke, das kann einfach lange dauern. Und diese Erfahrung muss ich auch mehrfach machen, um wirklich zu vertrauen.
Um noch einmal auf den Aspekt der Körperenergien zurückzukommen: In welchem Sinne arbeitest du mit den Energien des Körpers?
Ein ganz wichtiger Aspekt meiner Arbeit ist es, die vitalen Energien zu wecken und zu stärken. Das betrifft vor allem die drei unteren Chakren: das erste Chakra betrifft die Basis, das Vertrauen, das Hier-Sein, eine Stabilität zu entwickeln. Das zweite Chakra will mit diesen Energien in Bewegung kommen, kreativ werden können, sich ausdrücken lernen. Beim dritten Chakra geht es dann darum, in die eigene Macht zu treten, seinen Platz einzunehmen, sich selbst zu ermächtigen. Oft fehlen den Klienten, die zu mir kommen, genau diese vitalen Energien der unteren Chakren. Dafür ist die Arbeit mit dem Körper sehr hilfreich: den Körper wirklich zu bewohnen und den Lebensfluss wieder mehr in Gang zu bringen.
Susanne Kukies
Körpertherapeutin
Tel. 69 80 81-19 | www.somatische-koerpertherapie.de
Workshop auf dem Rainbow Spirit Festival:
"Körperliche und emotionale Verbindung zum 5. Chakra"
Samstag, 13.11.10, 12:45-13:30 Uhr
Loslassen
Ein Interview mit Christiane Knöß
Kürzlich unterhielten wir uns darüber, wie die Ereignisse Eyjafjallajökull-Asche und Finanzkrise unser Leben durcheinander bringen. Dabei erwähntest Du „Loslassen“ als Thema. Was gibt es jenseits unserer Terminpläne und Sicherheitsbedürfnisse noch loszuassen und - welche Unterstützung kannst du dazu in deiner Praxis anbieten?
Christiane Knöß: Krisen bringen das Kreative in uns hervor: Bei den Flugausfällen schläft man bei Fremden oder auf dem Flughafen. Lösungsstrategien, die man aus der Jugend kennt und lange nicht mehr benutzt hat, kommen wieder zum Vorschein. Und das könnte ja auch ein Spiegel für die kleineren Krisen des Alltags sein. Bei den Flugausfällen jedenfalls sehen wir, dass es geht. Zentral in meiner Praxis ist es daher auch, die Ressourcen herauszufinden, mit denen wir Situationen meistern können. Sie machen uns stark, durch sie kommen wir wieder in unsere Mitte. Und es gibt sie, wir finden sie immer!
Krisen lösen doch auch Ängste aus.
Es ist vor allem die Angst vor dem, was kommen könnte. Das liegt daran, dass alte Strukturen zum Vorschein kommen, und zwar auf drei Ebenen:
1. Eigene Erfahrungen im Laufe dieses Lebens (z.B. Geburt, Traumata)
2. Familiär tradierte Erfahrungen
3. Gesellschaftlich tradierte Erfahrungen.
Die Arbeit für die Klienten besteht darin, sich dazu in der Therapie in Beziehung setzen. Dann finden wir Wege zum Loslassen. Das ist nicht leicht, denn es gibt genug Gründe zum Festhalten. In dem Moment, in dem jemand sagen kann, „das brauche ich nicht mehr“, kann ich mit Wingwave in kürzester Zeit den Weg ganz freimachen. Bis dahin arbeiten wir uns von außen nach innen durch: Wir identifizieren gesellschaftliche Konventionen, dann Familienstrategien und schließlich z.B. die eigenen depressiven Verarbeitungsmuster.
Nehmen wir das Beispiel Finanzkrise mit der Angst ums Geld.
Da kann die Angst zu verhungern hochkommen, die vielleichtdurch Kriege schon seit Generationen in der Familie ist. Oder es gibt die große Angst vor dem Verlust von Sicherheiten, die uns möglicherweise vorschnell auf den Finanzmarkt reagieren lässt und wodurch noch mehr Schwankungen entstehen. Daraus entsteht letztendlich die Angst vor dem Zusammenbruch der sozialen Sicherungssysteme.
Wie können wir mit dieser Angst umgehen?
Vertrauen entwickeln! Von „es wird schon weitergehen“ bis hin zu dem Punkt, an dem ich spüre, das Leben trägt mich. Da ist es so wichtig, sich die bestehenden Ressourcen bewusst zu machen, mit denen ich auch schon andere Krisen bewältigt habe. Das ist umso leichter, je besser mein Stand vor der Krise war. Eine Ressource kann ich ganz körperlich spüren, indem ich mich auf meine Mitte und mein Stehen konzentriere. Dann kann ich sozusagen meine Wurzeln ausbuddeln und woanders wieder einbuddeln.
Das setzt voraus, Wurzeln zu spüren.
Ich spüre sie dann, wenn ich die Wurzeln in mir suche und nicht außerhalb von mir. In meine Mitte komme ich durch die Entscheidung, was ich wirklich in meinem Leben brauche. Das ist auf Anhieb nicht leicht zu beantworten, aber ich kann gut damit anfangen, was ich alles nicht brauche! Auch hier geht es ums Loslassen.
Wie setzt du nun Wingwave in deiner Praxis ein?
Ich arbeite mit einer Kombination aus NLP, Kinesiologie und Wingwave. Schematisch kann ich es so sagen:
Mit NLP (Neurolinguistisches Programmieren) als kognitiver Methode identifizieren wir bestimmte Glaubenssätze.
Kinesiologie („Muskeltest“) ist ein Instrument, um sich vom Körper selbst das Feedback über die verschiedenen Wahrheiten in der eigenen Gedanken- und Gefühlswelt zu holen. Das ist sehr überzeugend und gibt den Klienten Sicherheit.
Wingwave schließlich benutze ich quasi als letzten „Reinigungsdurchgang“, um Gedanken-Gefühlsketten zu durchbrechen.
Bitte gib noch ein paar Erklärungen, wie Wingwave funktioniert.
Ein wesentlicher Teil besteht aus schnellen Handbewegungen der TherapeutIn, dem so genannten Winken, denen die KlientIn mit den Augen folgt. Dadurch wird die Vernetzung beider Gehirnhälften angeregt, vergleichbar der verarbeitenden REM-Phase beim Schlafen. Belastende Verkettungen von früher, die sich aber weiter im Kurzzeitgedächtnis befanden, können nun ins Langzeitgedächtnis gelegt werden oder verschwinden ganz aus dem System.
Übrigens lässt sich mit Wingwave wie auch mit NLP manipulieren. Kurzfristig funktioniert das jedenfalls. Ich setze Wingwave aber am Ende eines psychotherapeutischen Prozesses ein, denn es geht ja nicht darum, einfach besser zu funktionieren. Eine Wingwave-Sitzung ermöglicht die Erfahrung, dass meine Energie anders durch den Körper fließt. Ich efahre mich in meiner Kraft, ich erlebe das Gute und Starke nd Wandlungsfähige in mir. Das stärkt meine inneren Wurzeln - und in der nächsten Krise bringt es mich wieder schneller ins Lot.
Christiane Knöß, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin
Coaching - Wingwave®
Integrative Körper-Psycho-Therapie
NLP Neurolinguistisches Programmieren
Mentaltraining
Kurzzeittherapie
Psychologische Beratung
Tiefenpsychologisch fundierte Therapie
Einzel, Paare, Familien, Gruppen
Abrechnung: Privat, Private Kassen
Tel. 612 78 99 und 0163-974 55 82, christiane.knoess@aquariana.de | www.christianeknoess.de
siehe auch ihren Artikel: Winken hilft! Augenbewegung zur Bewältigung von Leistungsstress
„Das Klopfen wirkt, also ob so kleine Päckchen von mir fallen“
Sigrid Werner
Nach einer Sitzung mit Energetischer Psychotherapie sagte eine meiner Klientinnen diesen Satz. Folgende Schritte gingen dem voraus:
Entscheidung für einen zu bearbeitenden Problemaspekt
Die Medienberichte über Missbrauchs-Fälle in kirchlichen Einrichtungen erinnerten meine Klientin an sexuelle Übergriffe in ihrer Kindheit. Sie befürchtete, sich wesentlich schlechter zu fühlen, wenn sie sich in dieser Sitzung intensiver mit diesem Thema beschäftigen würde. Nach einem kurzen Gespräch entschied sie sich, genau diesen Aspekt des Problems zu bearbeiten: Die Angst vor der Beschäftigung mit ihrer Vergangenheit.
Einschätzung der Belastung durch das Problem
Sie stellte sich eine Skala von 0 bis 10 vor und stufte die Stärke der Belastung durch diese Angst ein: „Es ist eine schattige 8“.
Auflösung „psychischer Umkehrungen“
Sie massierte leicht den „Wunden Punkt“, eine meist empfindliche Körperzone zwischen dem Herzen und dem linken Schlüsselbein. Gleichzeitig sprach sie drei Mal: „Ich liebe und akzeptiere mich, auch wenn ich Angst habe, mich mit meiner Vergangenheit zu beschäftigen“. Danach schaute sie noch einmal auf die Skala von 0 bis 10 und stellte fest, dass die Belastung durch die Angst auf 6 gesunken war. Noch einmal massierte sie den Bereich über ihrem Herzen und sagte dabei drei Mal „Ich liebe und akzeptiere mich mit all meinen Problemen und Grenzen“. Anschließend war die Belastung durch die Angst auf 4 gesunken.
Klopfen ausgewählter Akupressurpunkte
Als nächstes schlug ich ihr vor, zwei bestimmte Akupressurpunkte zur Auflösung dieser Angst zu behandeln. Sie klopfte sanft mit den Fingerspitzen auf diese Punkte am Anfang der Augenbrauen und am Ansatz des Schlüsselbeins neben dem Brustbein jeden ca. 5-10 Mal, während sie an ihre Angst dachte. „Die Bilder aus der Vergangenheit sind jetzt nicht mehr so flatternd wie in einem Horrorfilm. Sie sind ruhiger geworden“, sagte sie. Die Belastung durch die Angst schätzte sie auf 3. Ein weiteres Klopfen derselben Punkte ließ sie auf 2 sinken.
Gehirnbalance
Um die Erfahrung der immer geringer werdenden Belastung durch die Angst in verschiedenen Gehirnbereichen zu verankern, ließ sich meine Klientin von mir durch eine Gehirnbalance führen. Sie klopfte leicht einen Punkt auf ihrem Handrücken und bewegte dabei ihre Augen in einem großen Kreis, einmal rechts und einmal links herum, anschließend summte sie ein paar Töne, dann zählte sie von 0 bis 5 und summte noch ein paar Töne. „Schau bitte noch einmal auf die Skala der Belastung durch die Angst“, bat ich sie - „Es ist fast Null, ein kleiner Flammenkern ist noch da. Den möchte ich aber lieber behalten - als Schutz“, sagte sie.
Psychische Umkehrungen auflösen
Sie massierte den „Wunden Punkt“ und sprach dabei drei Mal „Ich liebe und akzeptiere mich, auch wenn die Angst noch nicht ganz überwunden habe und ich ein bisschen davon als Schutz behalten möchte“. Anschließend klopfte sie den Punkt unter ihrer Nase und sagte drei Mal: „Ich liebe und akzeptiere mich, auch wenn ich diese Angst niemals vollständig überwinden werde“.
Augenrollen
Zum Vertiefen der Entspannung in Bezug auf die Angst klopfte sie einen Punkt auf dem Handrücken und ließ dabei die Augen von unten nach oben zur Decke „rollen“ ohne den Kopf zu bewegen. Mit einem tiefen Atemzug beendete sie diese Übung und ließ sich von der Welle der Entspannung tragen.
Ergebnisprojektion
Um sich für zukünftige Situationen zu stärken, die sie erneut an ihre Vergangenheit erinnern könnten, klopfte sie auf den Handrücken-Punkt, schloss die Augen und visualisierte ihr Wunschverhalten. Anschließend erzählte sie, dass sie den kleinen Flammenkern der Angst in ein Glaskästchen getan habe und die Mediengeschichten gleich noch dazu. So könne sie sie sehen und sich gleichzeitig davor schützen. Wir beendeten die Sitzung. Beim nächsten Mal berichtete sie, dass es ihr seitdem gut gegangen ist.
Wesentliche Elemente der Behandlung
Der erste und oft schwierigste Schritt ist die Entscheidung für einen zu behandelnden Problem-Aspekt.
Die Messung der subjektiven Belastung durch diesen Problem-Aspekt ist der nächste Schritt. Sie sollte nach jedem angewendeten Behandlungsschritt erfolgen, dann lässt sich unmittelbar erkennen, ob und wie er gewirkt hat.
Psychische Umkehrungen können den Erfolg aller anderen Behandlungselemente verhindern. Es sind meist unbewusste innere Widerstände, die jederzeit während der Behandlung in unterschiedlichen Formen auftreten können. Das zeigt sich als Stagnation oder Ansteigen auf der Belastungs-Skala. Die Behandlung dieser Widerstände besteht darin, sich selbst in jedem erdenklichen Fall zu lieben und zu akzeptieren.
Die Ermittlung der geeigneten Akupressurpunkte erfolgt bei der Energetischen Psychotherapie durch ein Verfahren, das Dr. Fred Gallo in den 1990er Jahren entwickelt hat. Darin hat er ein Diagnosesystem aus der Traditionellen Chinesischen Medizin mit dem kinesiologischen Muskeltest verknüpft. Auf diese Weise wird eine individuelle und problembezogene Punkte-Sequenz zusammengestellt, die wie ein Schlüssel zu dem Schloss des jeweiligen Problems und der bestimmten Person passt. Dadurch unterscheidet sich die Energetische Psychotherapie von allen anderen Methoden der Klopfakupressur.
Das Klopfen: Mit den Fingerkuppen von Zeige- und Mittelfinger klopfen Sie die ermittelten ein bis fünf Punkte 5 bis 10 Mal oder länger. Dabei richten Sie sich auf das Problem aus, indem Sie es kurz ansprechen wie z.B. „meine Angst, mich mit der Vergangenheit zu beschäftigen“.
Wenn die Einschätzung auf der Belastungs-Skala nach unten geht, ist es sinnvoll, eine Gehirnbalance durchzuführen, um diese Erfahrung in verschiedenen Gehirnregionen zu verankern.
Ist diese Einschätzung auf einen Wert unter 2 gesunken, werden zwei Psychische Umkehrungen bearbeitet, die einer restlosen Auflösung des Problems oft im Weg stehen: Der Wunsch, einen Teil des Problems als Schutz zu behalten und die innere Überzeugung, das Problem niemals ganz überwinden zu können.
Zum Abschluss verstärkt das Augenrollen und eine Visualisierung des gewünschten neuen Verhaltens in der Problemsituation die Wirkung der Behandlung.
Wie kann „das bisschen Klopfen“ eine solche Wirkung entfalten?
Akupressurpunkte sind Zugänge zu bioelektrischen Leitungsbahnen, die an der Körperoberfläche und durch den Körper fließen. Zusammen bilden sie den Teil des körpereigenen Energiesystems, das schon seit Jahrtausenden bekannt ist und in der Akupunktur zur Behandlung körperlicher Leiden genutzt wird.
In Ihrem körpereigenen Energiesystem ist jedes Ihrer Probleme als Muster gespeichert und verbindet Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen, die bei bestimmten Auslösern aktiviert werden. Durch das von Fred Gallo entwickelte Verfahren lassen sich genau die Akupunkturpunkte in genau der Reihenfolge ermitteln, die zu dem Muster des Problems in Ihrem Energiesystem passen. Wenn Sie diese Punkte klopfen, zerstören Sie das Muster. Wenn Ihnen der nächste Auslöser für Ihr bearbeitetes Problem begegnet, fehlt das vertraute Reaktionsmuster aus Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen. Das ist oft so erstaunlich, dass die Betroffenen nicht glauben können, dass es mit dem Klopfen zusammenhängt. Erst nach mehreren Sitzungen wird dieser Zusammenhang offenbar.
Beispiel einer Behandlungs-Serie mit Energetischer Psychotherapie
Eine 55jährige Klientin, die wegen einer chronischen Erkrankung schon längere Zeit arbeitsunfähig geschrieben war, befand sich in dem Konflikt, dass sie nicht gesund werden konnte, weil sie befürchtete, ihrer Arbeit als Lehrerin grundsätzlich nicht mehr gewachsen zu sein. Sie wollte sich aber nicht bis zum Eintritt ihres gesetzlichen Rentenalters ständig krank fühlen, sondern alles für ihre Heilung tun. Nach mehreren Sitzungen mit Energetischer Psychotherapie, in denen sie verschiedene Aspekte dieses Konfliktes bearbeitete, konnte sie den Mut aufbringen, die auslösende traumatische Situation dafür zu fokussieren und zu beklopfen. Seitdem geht es ihr langsam gesundheitlich besser, und sie fühlt sich in Bezug auf die bevorstehende amtsärztliche Untersuchung sicherer. Belastende Gedanken und Gefühle sind verschwunden und Lebensfreude ist für sie wieder zurückgekehrt. Mit Energetischer Psychotherapie bearbeiten wir nun unterschiedliche Themen wie ihre Schwierigkeit, ihr Arbeitszimmer aufzuräumen und den Wunsch, ihr Essverhalten zu ändern.
Selbstbehandlung mit Akupressurklopfen
Akupressurklopfen ist sehr gut für die Selbstbehandlung bei vielen emotionalen Problemen und in Stress-Situationen geeignet. Im Herbst haben Sie die Gelegenheit, das Handwerkszeug zur Selbstbehandlung mit dieser effektiven Methode im Aquariana zu erlernen. Ich biete drei Workshops an, die einzeln oder zusammen gebucht werden können.
Workshops bei Sigrid Werner
• Samstag, 16.10.10, 15:00-18:00
Klopfen Sie bei sich selbst an, wenn Sie depressiv verstimmt sind, € 35,-
• Samstag, 30.10.10, 15:00-18:00
Klopfen Sie bei sich selbst an, wenn eine Angst oder Phobie Sie behindert, € 35,-
• Sonntag, 14.11.10, 14:00-17:00
Klopfen Sie bei sich selbst an, wenn Ärger in Ihnen gärt, € 35,-.
Bei Buchung von 2 Workshops sinkt der Einzelpreis auf € 32,50 bei Buchung von 3 Workshops auf € 30,-.
Behandlungen mit Energetischer Psychotherapie
Wenn Sie sich von mir mit Energetischer Psychotherapie auf Ihrem Weg zu mehr Gelassenheit und Lebensfreude begleiten lassen möchten, haben Sie bis zum 31. August 2010 die Möglichkeit, eine Sitzung zum Kennenlernen für € 25,- zu bekommen. Sie dauert 60 bis 90 Minuten. Der Normalpreis beträgt € 50,- und für eine 10er-Serie € 45,-.
Sigrid Werner
Heilpraktikerin
Shiatsu
Reflexzonen-Massagen
Energetische Psychotherapie
Tel.: 030 - 613 06 516 | Mobil: 0151-14 18 11 37
sigrid.werner@aquariana.de
Klopf dich leicht: EFT Emotional Freedom Techniques und Gewichtsreduktion
warum es oft hilft, wenn sonst nichts mehr hilft
Yvonne Friargiu
„’desserts’ is ‚stressed’ spelled backwards“ Dr. Carol Look, PhD, EFT- und Hypnotherapeutin.
Statistisch gesehen halten nur drei von hundert Personen konventionelle Programme bzw. Diäten zum Abnehmen oder zur Ernährungsumstellung auf Dauer durch. Klassische Ansätze zur Veränderung des Essverhaltens sagen uns, dass wir nur genügend Motivation, Disziplin und Willenskraft bräuchten, um unser Handeln zu steuern. (Ansonsten leiden wir unter „mangelnder Impulskontrolle“…). Doch Programme, die auf Kontrolle setzen, müssen langfristig scheitern. Denn sie ignorieren nahezu vollkommen die energetisch-emotionale Komponente, das „Sucht“- Verlangen, und vor allem auch die Kräfte, die einer Veränderung im Wege stehen und die dazu führen, dass wir uns immer wieder selbst sabotieren („JoJo-Effekt“, „Aufschieberitis“…). Zumeist liegen „tiefere“, starke und berechtigte Bedürfnisse zu Grunde: vielleicht meldet sich Ihr verletztes Inneres Kind, das dringend Trost braucht, vielleicht betäuben Sie Ihren Trennungsschmerz, oder haben einfach eine Stinkwut auf Ihren Chef, vielleicht ist Essen Ihr Tranquilizer, der Ihnen hilft, den ganz normalen Wahnsinn in Ihrem beruflichen Alltag durchzustehen….
Warum es oft hilft, wenn sonst nichts hilft
EFT basiert auf dem Grundprinzip, dass alle problematischen Emotionen (und die daraus entstehenden physischen Probleme) auf einer Störung des körpereigenen Energiesystems beruhen: „The cause of all negative emotions is a disruption in the body’s energy system.” (G. Craig).
Durch die EFT-Behandlung, z.B. bei „Heißhunger“, wird die energetisch-emotionale Störung ausbalanciert, das akute suchtartige Verlangen befriedet. Doch EFT kann viel mehr: durch das Aussprechen der Gefühle und positiver Affirmationen während der Klopfsequenzen vollzieht sich, auf sanfte, aber radikale Weise eine Transformation unserer Emotionen, Kognitionen, unseres bewussten Selbstkonzeptes. Erinnerungen an alte Verletzungen und Kränkungen, Wutgefühle können auftauchen und befriedet werden. Positive Affirmationen werden durch das Klopfen energetisch im Körper verankert. Die Energie, die vorher blockiert war, kann fließen, wir sind nicht nur von unserem Symptom befreit, sondern vor allem auch von einengenden Denkblockaden, emotionalen und Verhaltensmustern, negativen Glaubenssätzen über uns selbst und die „Welt“.
EFT Emotional Freedom Techniques ist die derzeit weltweit am meisten praktizierte Methode innerhalb verwandter, innovativer Konzepte der „Energy Psychology", also meridianbasierter Klopfakupressur. Gerade bei Süchten hat sie sich als bahnbrechend effizient und nachhaltig effektiv erwiesen, da sie die „inneren Saboteure“ integriert indem sie diese Psychoenergetische Umkehr -„PU“ neutralisiert.
Im Gegensatz zu anderen psychoenergetischen Methoden, ist EFT nicht an störungs-spezifische Klopf-Meridiane gebunden, eine energetisch-diagnostische Austestung ist nicht notwendig. In den 13 / 14 zu klopfenden Hauptmeridianen sind alle Meridiane repräsentiert. Die Klopftechnik ist kinderleicht zu lernen, und so eignet sie sich auch hervorragend zur Selbstbehandlung. Man braucht dazu kein Vorwissen über die Funktionsweise des Meridiansystems.
Beispiel Anna: „du darfst gehen….“
„Anna“ kam wegen ihres Übergewichtes zur Infoveranstaltung. Ich hatte sie gebeten, das „Lebensmittel“ mitzubringen, das in ihr gewöhnlich das suchtartige Verlangen auslöste bei ihr waren es vor allem Snickers. Die Verbindung von extrem süß, erdnussig und caramelcremig waren absolut unwiderstehlich.
Ich bat sie, den Schokoriegel in die Hand zu nehmen, zu öffnen und daran zu riechen, zu kosten. Der SUD-Wert („subjective unit of distress“-Belastungswert) schnellte auf 9. Da sie sofort mit ihrem Problem verbunden war, begannen wir mit dem SET UP, dem Eröffnungssatz, den Handkantenpunkt klopfend: „Ich liebe und akzeptiere mich so, wie ich bin, auch wenn ich diese Sucht nach Snickers verspüre…“ und klopften die Klopf-Sequenz (Abfolge der Meridianpunkte) mit den Worten: „… diese Sucht nach Snickers…“ „dieser Hieper… ich kann einfach nicht widerstehen….so eine Lust auf dieses eklig süße Snickers…“
Durch das Klopfen des so genannten „Gamut-Punktes“ auf dem Handrücken, einer Abfolge von Augenkreisen, Zählen von 1-5 und Summen wurden die beiden Gehirnhälften balanciert.
Um auch die Psychoenergetische Umkehr PU zu neutralisieren, ließ ich sie alle „elators“ klopfen, also die Hochgefühle, die der Genuss auslöst: „Was ist eigentlich so toll an diesem Riegel?“
…mmmh….dieser Zucker-Flash ich brauch das einfach…. das gibt mir so einen Kick … es beruhigt mich … wie gut, dass es Snickers gibt…“
Mit Hilfe mehrerer Klopfsequenzen konnte Anna ihr Snickers-Verlangen neutralisieren. Ich bat sie dies auszutesten und erneut vom Schokoriegel zu kosten: ihre Reaktion war frappierend zögerlich knabberte sie daran, stellte fest, dass sich der Geschmack total verändert habe eklig süß, so dass es ihr fast im Hals weh tat, es fühlte sich zäh und bröselig in ihrem Mund an, nein sie mochte dieses „Ding“ nicht. Es war uninteressant geworden. „Komisch ich kann überhaupt nichts mit diesem Teil anfangen. Das löst nichts in mir aus. Null.“ Sie blickte mit Befremden auf den Riegel und konnte es kaum glauben.
Ihr suchtartiges Verlangen in Bezug auf diesen „Stoff“ wurde in nur drei Klopfrunden (ca 5 Minuten) neutralisiert. (Übrigens auf Dauer!)
Ihre „Snickers-Sucht“ war sie nun los, und sie konnte die Klopfsequenz auch bei akuten „Hiepern“ selbst anwenden. Doch ihr Essverhalten änderte sich nicht grundlegend. So veinbarte sie einen Einzeltermin.
Kernthemen
Im Verlauf weiterer Klopfsequenzen tauchte die ganze Bandbreite an Emotionen und „Aspekten“ auf, wie sie typisch für Sucht-Themen im weitesten Sinne sind: Selbst-Ärger bis hin zu Selbstverachtung, sich nicht „im Griff“ zu haben, Angst vor dem nächsten Kontrollverlust. Diese verwandelten sich während des Klopfens zu einem plötzlichen Gefühl von Trauer, von Verlust….“ich hab die Kontrolle verloren… ich hab was verloren…“ Meine Frage nach einem Bild, einer Erinnerung aus der Vergangenheit beantwortete sie mit einer Szene aus der Kindheit, in der es um die Sehnsucht der kleinen, 5 Jahre alten Anna ging, von ihrer Mutter wahrgenommen zu werden, ihrem Kampf um Liebe, der sich über den Kampf nach streng reglementierten Süßigkeiten (Krieg, Entbehrung, Angst vor dem Verhungern als psychohistorisches Familien-Erbe!) äußerte. Auch diese Themen wurden geklopft.
Anna war sich auf einer bewussten Ebene vollkommen darüber im Klaren, dass ihre Gewichtszunahme im Zusammenhang mit dem Tod ihrer Mutter vor einigen Jahren stand, den sie auch intensiv betrauert hatte. Sie hatte 20 Kilo seit ihrem Tod zugenommen. „Ich habe jetzt tatsächlich die gleiche Figur wie meine Mutter - ich habe den Körper meiner Mutter…!“
Verlust und Bindung
Der Durchbruch kam während des Klopfens mit der Erkenntnis, dass ihr Unbewusstes durch ihre Gewichtszunahme den Tod der Mutter rückgängig machen wollte, die kleine Anna vor allzu großem Verlustschmerz schützte:
„…ich habe durch die Gewichtszunahme meine tote Mutter zurückgeholt…ich habe meine Mutter in meinem Körper… und dann: „in jeder Zelle, in jeder Fettzelle meines Körpers trage ich meine Mutter in mir… so kann Mama mich nie mehr verlassen… Mama, du bist immer bei mir!“
Kognitive Umstrukturierung - Reframing (Umdeutung)
Während wir diese Sätze klopften, war es, als fing ihr Gesicht an zu leuchten, sie konnte nun die Erkenntnis aussprechen und mit Klopfen energetisch verankern:
„Durch mein Übergewicht ehre ich meine Mutter ich ehre die Beziehung zu meiner Mutter, meine große Liebe zu ihr“ und sie konnte ihrer Mama sagen, wie sehr sie sie liebte
Ihre „Fressanfälle“ waren auch ein Ritual der Anerkennung und Ehrbezeugung. Anna konnte für sich die positive Umdeutung vollziehen und beginnen, diese Liebe zur Mutter als echte Ressource nutzen und Alternativen finden, wie sie ihre tiefe Verbundenheit und Liebe zu ihrer Mutter ehren konnte.
Indem sie sich in weiteren Klopfrunden noch einmal von ihrer Mutter verabschiedete
„… ich lasse dich gehen…ich bleibe mit dir verbunden…ich kann leben ohne deine physische Präsenz… ich werde dich immer in Ehren halten und lieben…“ machte sie ihren physischen Körper dafür bereit, sich von seinem überflüssigen Gewicht zu verabschieden. (Wir klopften „Fettzellen, ihr dürft jetzt gehen…“).
Anna hat sich kein konkretes Zielgewicht in einem bestimmten Datum gesetzt. Sie berichtet, dass sich ihr Essverhalten und insbesondere ihre frühere Sucht nach Süßem sehr entspannt haben und sie langsam auf natürliche Weise, ohne Diät, an Gewicht verliert.
Frequenz / Dauer: 2 Sitzungen je 120 Minuten, plus 1 Telefoncoaching, Hausaufgaben.
Info-Veranstaltungen von Yvonne Friargiu:
• Klopf dich leicht mit EFT, mit Übungen zur Selbstanwendung:
15.6., 6.7. 7.9., 5.10., 2.11. und 7.12.2010
Dienstags, 17:00-18:30, € 20,-
Eine Einzel-Stunde (60 Min.) kostet EUR 55,-. Damit ein Aspekt der Ess-Problematik nachhaltig gelöst werden kann, ist erfahrungsgemäß eine Doppelstunde ausreichend. Die komplette Auflösung von problematischem Essverhalten ist (wie bei allen „Süchten“ im weitesten Sinne) komplex und dauert länger.
Bei Buchung von drei Sitzungen reduziert sich der Preis auf € 45,-/Stunde
Gruppensitzung: Ab drei Teilnehmer/inne/n: € 50,-/Doppelstunde
Yvonne Friargiu, M.A. HP Psychotherapie
Zertifizierte EFT-Therapeutin, Coach, Trainerin,
Hypno-systemische Verfahren
Biografie Reisen® - in deutscher, englischer und italienischer Sprache
Tel: 030 694 84 17
Links:
www.emofree.com - Webseite von Gary Craig, dem Gründer von EFT
www.emofree.com/splash/video_weightloss.asp: Video zu EFT / Gewicht
www.emofree.com/downloadeftmanual.asp: EFT-Manual kostenlos zum Download
www.eft-info.com/eft-lernen/das--offizielle-eft-handbuch/index.php (Manual auf Deutsch)
Paartherapie
Ein Interview mit Christoph Steinmetz
Welche Frage wird Dir am häufigsten beim Thema Partnerschaft gestellt?
Christoph Steinmetz: In der Einzeltherapie geht es oft um die Frage: „Ist er bzw. sie der bzw. die Richtige für mich?“ Diese Frage ist deshalb so häufig (besonders übrigens bei Männern), weil sich die Wertvorstellungen über Partnerschaften gegenüber den früheren Generationen sehr verändert haben. Heute sind die Ansprüche an die Qualität der Beziehung höher als früher, wo gesellschaftliche Zwänge und weltanschauliche sowie wirtschaftliche Faktoren im Vordergrund standen.
Was ist heute anders?
Die Menschen legen heute mehr Wert auf Zufriedenheit und Erfüllung durch die Beziehung zum Partner bzw. zur Partnerin. So kommt es, dass Partnerschaften häufig in der Phase scheitern, in der die Verliebtheit bereits abgenommen hat und die eigenen Bedürfnisse mehr in den Vordergrund kommen. Dann treten nämlich Konflikte auf und es geht darum, sich als Paar auseinanderzusetzen.
Dazu ist ja auch ein gewisses Handwerkszeug nötig.
Genau, und von den Eltern haben wir das oft nicht gelernt, wenn es dort keine offenen und fruchtbaren Auseinandersetzungen gab. Wie also streitet man richtig, damit die Konflikte geklärt werden können, und zwar konstruktiv und nicht destruktiv. Um diese Fragen geht es oft in der Paartherapie.
Suchen deine KlientInnen denn Handwerkszeug?
Ja, wir arbeiten dann verschiedene Fragen aus wie: Wo steht Ihr in Eurer Beziehung? Welche Beziehungsmuster lassen sich erkennen? Wie geht Ihr jeweils mit euren eigenen Bedürfnissen um? Wie geht Ihr mit den Konflikten um, die sich daraus ergeben?
Die eigenen Bedürfnisse sind also ganz wichtig?
Unbedingt: Die eigenen Bedürfnisse zu kennen und zu ihnen zu stehen, ist eine wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Partnerschaft. Das wird leicht missverstanden als zu egoistisch, ist es aber nicht, denn das Verdrängen und Ignorieren von Bedürfnissen führt zu Unzufriedenheit und Frust. Deshalb ist es wichtig, dass sie ausgesprochen werden, auch auf die Gefahr hin, dass sich daraus ein Konflikt ergibt. Den gilt es dann gemeinsam zu lösen.
Oft steht allerdings die Angst vor Liebesverlust davor.
Nur gut, wenn das deutlich wird! Dann erst kann man in der Therapie damit arbeiten. Das nämlich ist immer ein innerer Konflikt, der zur Frage führt, Was trage ich dazu bei, dass die Beziehung ist, wie sie ist? Dann übernehme ich die Verantwortung für mich, bin bei meiner persönlichen Entwicklung und werde handlungsfähig, kann etwas in die Beziehung einbringen. Oft ist es deshalb sinnvoll, eine Einzeltherapie mit einem der Partner oder beiden einzuschieben.
Wann ist eigentlich eher eine Paartherapie und wann eine Einzeltherapie besser?
Wenn in der Einzeltherapie zu viel über die andere Person gesprochen und spekuliert wird, dann ist eine Paartherapie sinnvoll. Dann kann geklärt werden, was sie tatsächlich denkt, und die Paardynamik wird deutlich. Manchmal ist es auch sinnvoll, eine zweite Therapeutin dazu zu nehmen, um Mann-Frau-Rollen besser ansehen zu können.
Ist Paartherapie auch noch bei Trennungen sinnvoll?
Wenn beiden klar ist, dass die Partnerschaft keine Zukunft mehr hat, kann Paartherapie eine gute Unterstützung beim Trennungsprozess sein. Dann geht es darum, gut auseinander zu gehen und das, was war, zu würdigen.
Sich zu würdigen, ist bestimmt ein wichtiges Element der Paartherapie?
Das Engagement jedes Einzelnen zu würdigen, ist außerordentlich wichtig. Schließlich streiten die beiden, weil sie etwas wollen! Sie wollen ja eine bessere Partnerschaft. Allein das zu würdigen, bringt Erleichterung und schafft Vertrauen. Die beiden fühlen sich gesehen, und sie sehen einander.
Christoph Steinmetz
Gestalttherapeut, Dipl.-Musiktherapeut, HP Psychotherapie
Einzel- und Paartherapie
Tel. 39 87 79 77 - www.christoph-steinmetz.eu
Astrologische Beziehungsberatung Aussitzen kostet Lebendigkeit!
Ein Interview mit Evelyn Rodtmann
Was ist die häufigste Frage, die Dir beim Thema Partnerschaft gestellt wird?
Evelyn Rodtmann: Wer passt zu mir? - Das ist die wichtigste Frage für diejenigen, die eine neue Beziehung suchen. Und dann gibt es natürlich diejenigen, die in einer Partnerschaft leben; die kommen dann, wenn es „schlecht läuft“.
Interessant: Wir fragen weniger danach, wie wir eine Beziehung noch verbessern können, auch wenn es „gut läuft“.
Ja, leider. Wir sind doch alle sehr problemorientiert und möchten diese, wenn sie dann auftauchen, am liebsten schnell wieder weg haben.
Du hast ja das Geburtshoroskop der Person vorliegen - worauf schaust du dann?
Ich schaue, welche der typischen Konfliktplaneten gerade „zu Besuch“ sind, also im Transit stehen. Das sind insbesondere Saturn, Uranus und Pluto. Sie zeigen Konflikte an, die schon da sind oder beginnen, sich abzuzeichnen. Ich frage dann weiter in die Richtung des jeweiligen Planeten. Die Konflikte sehen häufig zwar ähnlich aus, aber die Art des Konflikts und auch der Umgang damit variiert, je nachdem, welcher Planet gerade transitiert.
Das ist ja auch eine große Stärke der Astrologie, gleich so differenziert schauen zu können.
Ja, und es gibt noch eine weitere: In Partnerschaftskonflikten hagelt es oft Vorwürfe, der andere ist zu schlapp, zu arbeitswütig etc. Ich aber kann und werde nichts über die Partner sagen. Ich spreche nie über Dritte ohne ihr explizites Einverständnis. Aber das eigene Horoskop reicht eben auch vollkommen aus, und wir haben die gute Ausgangslage, gar nicht erst mit Projektionen anzufangen. Wobei gerade das nicht so leicht ist ...
Du holst also Deine KlientInnen gleich in die Eigenverantwortung.
Es braucht dazu unbedingt die Bereitschaft, die eigene Art, auf Situationen und den Partner zu reagieren, anzuschauen, sich die eigenen Erwartungen, Bedürfnisse und Ansprüche an die Beziehung bewusst zu machen.
Kommen wir zu Beispielen:
Nehmen wir Uranus im Transit zur Geburts-Venus oder -Sonne. Alles erscheint auf einmal zu eng und zu eintönig. Ich fühle mich gereizt und genervt, proklamiere, „Ich brauche meine Freiheit!“. Etwas in mir drängt zu neuen Schritten, eher zu Sprüngen! Bisherige Routinen fühlen sich an wie eine Zwangsjacke, Partner und Umgebung erscheinen langweilig. Und wichtig ist tatsächlich, mir selbst Freiraum und Neues in mein Leben zu holen.
Anders ist es mit Saturn im Transit: Da fühle ich mich kritisch und unzufrieden, alles stört mich, und ich nörgele am Partner herum. Da geht es darum, zu klären und zu prüfen, was ich von der Partnerschaft will. Welche Erwartungen habe ich, und was brauche ich? Und das gilt es auch klar zu benennen und die evtl. dadurch entstehenden Konflikte auszuhalten.
Die Transite, die für ein Horoskop präzise errechnet werden können, verdeutlichen, dass Menschen und Partnerschaften sich ändern und entwickeln.
Aussitzen kostet Lebendigkeit! Als Astrologin kann ich auf anstehende Schritte hinweisen und letztlich dazu ermutigen, im eigenen Lebensrhythmus mitzugehen. Dazu gehört oft, die eigenen inneren Konflikte erst einmal wahrzunehmen. Astrologisch gesprochen: Bei Transiten werden meistens mehrere Planeten gleichzeitig angesprochen. So kann beispielsweise ein Saturn-Transit sowohl Sonne (meine Identität) als auch Venus (meine Beziehungswünsche) betreffen, und das kann auf sehr unterschiedliche Bedürfnisse treffen. Diese inneren Widersprüche sind häufig Anlass für Projektionen, und mithilfe der Astrologie ist das recht schnell aufzuklären. Dies durchzuarbeiten, braucht natürlich seine Zeit - aber Transite dauern ja auch länger.
Und wie wichtig ist das „Wann“?
Natürlich wird auch öfter danach gefragt, wann man einen Partner findet oder wann die Schwierigkeiten endlich wieder aufhören. Die erste Frage lässt sich nicht beantworten, da ja Ereignisse nicht im Horoskop zu erkennen sind.
Auf die Frage, wann die bestehenden Konflikte vorbei sind, könnte ich natürlich heraussuchen, wann der laufende Transit abklingt. Aber was nützt uns ein Datum in der Zukunft? Eine viel bessere Frage wäre: Was gibt es im Moment zu lernen? Worum geht es bei dem momentanen Problem? Dann kann ich auf konstruktive Art und Weise mit dem Konflikt umgehen, anstatt passiv auf ein bestimmtes Datum zu warten.
Wenn nun ein Paar käme, könnten beide Horoskope angesehen werden?
Ja, dann würde ich beide Horoskope einzeln betrachten und miteinander vergleichen, das heißt sie zueinander in Beziehung setzen. Wir machen Gemeinsamkeiten deutlich, sehen und benennen aber auch die Unterschiede in Werten und Neigungen. Die Horoskope und die Aussagen, die ihnen zu entnehmen sind, sind neutral und somit oft leichter zu akzeptieren von beiden Partnern. Es wächst ein Verständnis für den anderen genauso wie für sich selbst.
Evelyn Rodtmann, Astrologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie
Beratung, Kurse und Horoskopaufstellungen
Tel. 030 - 623 32 17
evelny.rodtmann@aquariana.de | www.innenreisen.de
Die nächsten Veranstaltungen:
Wir stellen einzelne Konstellationen aus den Teilnehmer-Horoskopen auf, um
• diese Planeten-Konstellation besser zu verstehen
• zu erfahren, was die beteiligten Planeten zu einem bestimmten Anliegen sagen
• zu verstehen, welche Botschaft in den aktuellen Prozessen, z. B. Transiten, steckt.
Bitte bringen Sie Ihr Horoskop mit!
Samstag, 13, März 2010, 14:00 - 17:00, € 10,- | 20,- für Aufstellende
Freitag, 4. Juni 2010, 19:00 - 21:30, € 15,-
• Horoskope selbst verstehen - neue Abendkurse
Kurs 1: Tierkreiszeichen, ab 14. April 2010
mittwochs, 19:00 - 21:30 Uhr, 95 € pro Kurs (fünf Termine)
Anschließende Kurse: Planeten, Häuser und Aspekte
Glücklich verliebt und sicher gebunden
Bindungsangst besiegen Bindungssicherheit erlangen
Dr. Jochen Meyer
Der Frühling ist da! Zeit, sich neu zu verlieben. Spüren auch Sie die Sehnsucht nach einer neuen Liebe? Wünschen auch Sie sich eine Verbindung, die hält und in der Sie sich auf Dauer geborgen fühlen? Wie wäre es, wenn Sie sich sicher sind, dies auch tatsächlich zu erreichen? Wenn Sie sich unbeschwert auf Ihre neue Liebe freuen?
Können Sie sich vorstellen, wie Sie durch die Straßen Berlins flanieren, sich leicht und lebendig fühlen, interessante Begegnungen herbeiführen und genießen? Sie fühlen sich fit für eine neue Liebe, weil Sie die Voraussetzungen dafür geschaffen haben. Ihre Wunden aus früheren Beziehungen sind geheilt. Sie glauben an sich und sind überzeugt, eine gute Partnerschaft verdient zu haben. Voller Freude denken Sie daran, sich wieder näher auf jemanden einzulassen. Sie spüren ein tiefes Vertrauen in sich, dass Ihre nächste Liebe gelingt und sind gespannt, wer in Ihr Leben kommen wird.
Wie wäre es, wenn Sie anfängliche Ängste vor dem Verlassenwerden, vor Zurückweisung oder lieblosem Umgang als etwas ganz Natürliches wahrnehmen könnten, aber nicht von ihnen dominiert werden? Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie einem Mann oder einer Frau emotional gewachsen sind und sich auch in kritischen Situationen behaupten können? Können Sie sich vorstellen, dass es auch Ihnen möglich ist, ganz selbstverständlich zu denken: „Ja, ich kann eine gute Beziehung eingehen und ich werde es tun.“ Oder: „Ich werde bestimmt jemanden finden, der gut für mich ist. Der mich so liebt, wie ich es brauche.“
Vielen fällt es schwer, so zu denken beziehungsweise zu fühlen. Hinter dem, was vordergründig ein geringes Selbstvertrauen zu sein scheint oder ein wenig Schüchternheit, steckt häufig Bindungsangst: die Angst, sich tiefer einzulassen und Nähe über längere Zeiträume in einer engen Paarbeziehung zu leben. Es fehlt an Bindungssicherheit, also an dem Gefühl, dem Partner und letztlich sogar der Liebe an sich wirklich vertrauen zu können. Nähe kann nicht als etwas Verlässliches oder Stabiles erlebt werden. Daher wird sie unbewusst begrenzt, mehr oder weniger vermieden und manchmal sogar durch destruktives Verhalten zerstört. Manche Menschen pendeln in ihren Liebesbeziehungen zwischen Nähe und Zurückweisung ohne eine gesunde Mitte zu finden. Andere können Liebe nur in Kombination mit Schmerz erfahren oder das Glück nährender Liebe nicht halten. Wenn Menschen sich immer wieder an emotional unzugängliche Partner binden, sich innerlich oder äusserlich abwesende Partner suchen (Distanz- und Fernbeziehungen), Beziehungen überstürzt abbrechen oder die Liebe ungewollt auf mehrere Partner verteilen, kann Bindungsangst die Ursache sein.
Zusätzlich zu meinen beiden Vortragsreihen „SELBSTbewusste Partnersuche“ und „Bewusste Partnerschaft“ gestalte ich am 9. April 2010 einen weiteren Abend mit dem Titel „Ja zur Liebe mehr Nähe wagen!“ speziell für Frauen und Männer, die ihre Bindungsängste überwinden und mehr Bindungssicherheit erlangen wollen.
Folgende Aspekte werden an diesem Abend betrachtet:
• Was sind Bindungsängste?
• Wie sieht mein Bindungsverhalten aus?
• Um was für Ängste handelt es sich genau?
• Welche Selbstbilder und Grundüberzeugungen sind damit verbunden?
• Wie kann ich Beziehungsängste verwandeln?
• Wie kann ich mehr Nähe zulassen und Bindungssicherheit erwerben?
Bindungssicherheit setzt sich zusammen aus Selbstvertrauen und Vertrauen in andere, einem positiven Selbstbild sowie der Fähigkeit, Nähe emotional und körperlich zu genießen - und das über längere Zeit. Für alle, deren Bindungssicherheit aufgrund negativer Erfahrungen beeinträchtigt ist, gibt es eine gute Nachricht: Bindungssicherheit kann erworben werden! Hierzu biete ich als CoreDynamik-Therapeut verschiedene Zugänge an: etwa das Verwandeln unbewusster Glaubenssätze und die Stärkung von Vertrauen. Nähe aushalten kann erlernt werden, fehlende Bindungserfahrungen können nachgeholt werden. Stabile Ich-Grenzen lassen sich entwickeln. Auch hier beginnt die Arbeit bei uns selbst: Wir können nur soviel Nähe zu anderen zulassen, wie wir uns selber nahe sind. Wer sich auf diesen Weg der Selbsterforschung und Bewusstwerdung einlässt, kann die mit Nähe verbundenen Ängste genauer untersuchen und verwanden. Werden Bindungsängste aufgelöst, entsteht ein neues Wirklichkeitsgefühl, und stabilere Beziehungen sind die natürliche Folge.
Dr. phil. Jochen Meyer, CoreDynamik-Trainer und -Therapeut
Single-Coaching und Paarberatung
Tel. 030 7790 6127, www.jochen-meyer-coaching.de
Vorträge im Aquariana bis Mai 2010
19.3. SELBSTbewusste Partnersuche: Was macht mich einzigartig?
9.4. Ja zur Liebe mehr Nähe wagen! Bindungsangst besiegen Bindungssicherheit erlangen
16.4. Bewusste Partnerschaft: Bei sich schauen vs. Vorwürfe machen
23.4. SELBSTbewusste Partnersuche: Nicht suchen! Finden!
7.5. Bewusste Partnerschaft: Wut verwandeln vs. zurückschlagen
21.5. SELBSTbewusste Partnersuche: Meine Wahl treffen
Zeit: Freitag, 20:00 Uhr
Kosten: jeweils € 12,-
Vorbeugen und Stärken oder „Der Erreger ist nichts, das Milieu ist alles.“ - Louis Pasteur
Ein Interview mit Melanie Maria Holzheimer, HP
Melanie Maria Holzheimer: Für mich als Naturheilkundlerin ist immer das Milieu das Entscheidende. Worauf trifft ein vermeintlich "gefährliches" Virus? - auf einen gesunden oder einen geschwächten menschlichen Organismus. Hier kann man den Menschen stärken, so dass er erst gar nicht krank werden muss.
Kristina Messerschmidt: Also den Blick auf die Ressourcen und Unterstützungsmöglichkeiten des Körpers lenken?
Genau, statt auf die Angst und Panik, die nun seit mehreren Jahren - aktuell mit dem Schweinegrippevirus - verbreitet wird. Wichtig finde ich auch, dass man sich generell auch erlauben sollte, einmal krank zu sein, zur Ruhe zu kommen, in sich zu gehen.
Neben deinem Schwerpunkt Ganzheitliche Ernährungsberatung arbeitest Du mit schamanischen Heilmethoden. Dadurch hast Du sicher noch eine besondere Sicht auf Krankheiten.
Ja. Ich werde z.B. oft gefragt, ob man nach einer schmanischen Behandlung „geheilt“ sei. Heilung ist aber eine komplexe Angelegenheit. Unter Gesundheit verstehen wir oft die rein körperliche Gesundheit, dabei können wir auf den anderen Ebenen - emotional, mental und spirituell - ebenfalls krank oder gesund sein. Diese Ebenen beeinflussen sich gegenseitig, z.B. wirkt Panik (um die Schweinegrippe) schwächend, ebenso wie Stress und Sorgen. Schon bei der körperlichen Anamnese achte ich auf mehr als nur die Symptombeschreibung, ich sehe und höre die Geschichte und den Lebensweg des Menschen, der ihn zu dem jetzigen Punkt geführt hat.
Und was wirkt stärkend?
Das ist individuell und mag für manche ein Spaziergang sein, für andere Kampfsport. Eine erfahrene Therapeutin erarbeitet mit dem Patienten zusammen, was ihm Ruhe und Kraft gibt. Das braucht Zeit..
Was also empfiehlst Du im Akutfall?
Zuerst muss erwähnt sein, dass bestimmte Erkrankungen es notwendig machen, einen Arzt aufzusuchen. Die geschulte Heilpraktikerin wird in diesen Fällen auf ärztliche Abklärung verweisen, dann aber sehr gern begleiten.
Das Erste was jeder selbst tun kann, ist, sich bewusster zur ernähren - also Lebensmittel wegzulassen, die bekanntermaßen schleimbildend sind und das Körpermilieu stören. Dazu gehören Zucker, glutenhaltige Speisen (im Weizen) wie Brot und Pasta, tierisches Eiweiß, erhitzte Fette und Kochsalz. Der Schleim in Nebenhöhlen und Bronchien kann dann ausgeschieden werden, und neuer wird nicht gebildet.
Dann: Je leichter, einfacher und wasserhaltiger die Lebensmittel sind, desto leichter kann verdaut werden. Besonders empfehlenswert sind Früchte und Blattgrün, also Salate und z.B. Spinat. Und je weniger erhitzt die Speisen sind, desto besser kann der Körper ihre Minarstoffe, Vitamine und Enzyme nutzen.
Bitte erkläre doch diese einzelnen Nahrungsbestandteile.
Wichtige Mineralien sind Kalzium für die Knochen, Kalium für das Herz, Magnesium zur Muskelentspannung und für den Stessabbau. Wird die Nahrung über 54° C erhitzt, verändern die Mineralien ihre Struktur und sind schlechter verwertbar. Vitamin C und E sind besonders wichtig für das Immunsystem. Enzyme wiederum sind notwendig für die Verdauung. Da sie ab ca. 47° C zerstört werden, muss sie der Korper dann selbst bilden.
Welche Folgen hat das?
Da der Körper der Verdauung vor allen anderen Prozessen den Vorrang gibt, müssen mehr Zeit und Kraft in die Verdauungsvorgänge investiert werden. Die Folgen: körperliche Müdigkeit und auch Müdigkeit des Gehirns. Was der Körper jedoch vorrangig tun sollte: Die Stoffwechselendprodukte abbauen und ausscheiden. Bleiben diese lange im Blut, muss es - vereinfacht gesagt - dick und zähflüssig durch die Gefäße und Kapillaren gepumpt werden, was wieder um Herz und Kreislauf stark belastet. Mit leichter Nahrung werden die Abbauprozesse, der Sauerstofftransport im Blut und die Nährstoffaufnahme aus dem Blut erleichtert. Ergebnis: Der ganze Körper gewinnt an Stärke.
Jetzt hätte ich gern noch ein paar Tipps zum Nase-Rachenraum.
Auch hier geht es wieder um bewusste Ernährung: abgepackte Snacks, Gluten, Milch etc. weglassen und leichter und weniger essen und der oft vorhandenen Appetitlosigkeit nachgeben. Das entlastet das Lymphsystem, das mit dem Transport von Abbauprodukten viel zu tun hat (geschwollende Mandeln!). Ferner ist Abhusten sehr gut, keinesfalls unterdrücken. Und noch etwas ist hilfreich, wenn es auch für Europäer unappetitlich klingt: Bei Schnupfen nicht die Nase putzen, sondern: Hochziehen und ausspucken! Beim Schneuzen wird nämlich Schleim in die Nasennebenhöhlen gedrückt und kann dort zu Entzündungen führen. Sehr gut sind dagegen tägliche Nasenspülungen mit Salzlösung, damit sich der Schleim nicht festsetzt. Das ist eine sehr preiswerte Prophylaxe, und die Kännchen gibt es in Apotheken und Drogerien.
Wie steht es mit meinem Winterlieblingsgetränk, dem Ingwertee?
Ja, unbedingt! Ingwer desinfiziert, dazu noch Zitrone (Vitamin C), Zimt (Zink) und evtl. Honig.
Als allgemeine Maßnahme ist auch zu empfehlen, morgens ein Glas heißes Wasser zu trinken. Nach der nächtlichen Entgiftungsphase hat sich im Darm ein Film gebildet, der dadurch weggespült wird. Das entspricht dem morgendlichen Zähneputzen, um das pelzige Gefühl im Mund zu vertreiben. Mit Zitrone versetzt, wirkt es außerdem schleimlösend. Die Nährstoffaufnahme aus dem Frühstück wird gut vorbereitet.
Wie schnell wirkt die Ernährungsumstellung?
Je nachdem, wie extrem diese praktiziert wird und wie sich jemand vor dieser Umstellung ernährt hat, sehr schell und u.U. auch sehr heftig! Schon nach einem Obsttag kann man erst mal ein bis zwei Tage flach liegen, weil die Entgiftung eingesetzt hat. Symptome können Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Übelkeit und Durchfall sein. Ich finde es wichtig, dem Körper Zeit für eine Umstellung zu geben und die richtige Dosierung zu finden. Eine gute und individuelle Beratung und Unterstützung ist da sinnvoll.
Das ist wirklich wichtig zu bedenken: Dass jede Wirkung auch Nebenwirkungen hat.
Ja. Was wir beim Patienten schließlich erreichen wollen, ist, dass eine gute Darmfunktion geschaffen wird, denn die ist entscheidend für das Immunsystem. In jedem Fall ist gut: Faserhaltig essen - Früchte, Gemüse, Blattgrün. Ballaststoffe wirken wie die Zahnbürste für den Darm, füllen außerdem den Darm und regen dadurch die Peristaltik an.
Noch etwas Einfaches zum Schluss: Morgens leicht frühstücken, am besten mit Obst beginnen und vor jedem Essen einen grünen Salat.
Im Aquariana sehen wir Dich oft mit einem grünen Getränk. Was ist das?
Das ist mein „Grüner Smoothie“ - er vereint einfach alles was gesund ist: Vitamine, Enzyme, Mineralien, Ballaststoffe, ist überraschend lecker und super vor den Mahlzeiten oder auch gleich statt einer Mahlzeit! Hier geht‘s zum Rezept. Mehr davon in meinen Vorträgen und Rohkostklassen.
Melanie Maria Holzheimer, Heilpraktikerin
Schamanische Heilarbeit
Ganzheitliche Ernährung und Entgiftung
Tel. 030 - 33 93 58 55
melanie.holzheimer@aquariana.de | www.praxis-sunspirit.de
Termine:
• Dienstag, 8. Dezember, 19:00-21:00 (auch am 5.1.10)
Warum Rohkost? Vorteile und Tipps zur Umstellung (V)
Kosten: € 15,-
• Sonntag, 13. Dezember, 15:00-19:00
Rohkostklasse: Forget Cooking! mit Rezepte-Demonstrationen
Kosten: € 65,-
Die Schweinegrippe aus Sicht der Chinesischen Medizin
Torsten Ziegler, HP
Infektionskrankheiten sind in der Chinesischen Medizin seit langem bekannt und werden auch erfolgreich mit ihr behandelt.
Die Grundlagen hierzu stammen aus dem berühmten „shang hán lùn“, einer Abhandlung über „Krankheiten, die durch Kälte verursacht sind“, die der Arzt „zhang zhongjing“ ca. 220 n. Chr. verfasste. Darin wird beschrieben, wie eine Erkrankung in den Körper eindringt, zuerst die äußeren Körperteile befällt (es kommt zu Frösteln und Muskelschmerzen) und, wenn sie nicht richtig behandelt wird, im folgenden zu Entzündungen wie der Lungenentzündung oder zu chronischer Schwächung führen kann.
Natürlich wurde das Wissen immer erweitert; im 17. Jahrhundert, als neue Seuchen am Yangtse-Fluss auftraten, entstand die Schule der „wärmebedingten Krankheiten“. Mit diesen neuen Theorien wurde es möglich, auch sehr aggressive Infektionen zu therapieren, die schnell zu hohem Fieber führen.
Bei Ausbrüchen neuer Infektionskrankheiten in den letzten Jahren, wie SARS 2002/03 und jetzt der Schweinegrippe (A/H1N1/09), hat sich immer wieder gezeigt, wie wirkungsvoll diese alten Therapien auch heute noch sind.
Grippe wird in China sowohl mit Akupunktur und Moxibustion als auch mit Kräutertees behandelt. Der Hauptfokus liegt dabei auf den Kräutern, da diese leicht für tausende von Menschen gekocht und verabreicht werden können.
So berichtete ganz aktuell z.B. China Daily am 18.09.09, dass das Gesundheitsamt in Peking sich nach positiven Tests dafür entschieden hat, die Behandlung der Schweinegrippe nicht mit 1 Million Dosen Tamiflu sondern mit traditionellen Kräuterrezepturen durchzuführen.
Bei uns in Deutschland gestaltet sich die Behandlung von Infektionskrankheiten mit Chinesischer Medizin leider schwierig. Wir Heilpraktiker dürfen aufgrund der Gesetzeslage keine erkrankten Patienten behandeln, die Anzeichen einer Infektionskrankheit zeigen oder gar von einer Erkältung oder Schweinegrippe betroffen sind. Der Fokus muss bei uns also auf der Vorbeugung liegen, denn schon die alten Chinesen wussten, dass ein gesunder Mensch sich nicht vor einer Infektionskrankheit fürchten muss.
Zur Behandlung einer Grippe oder auch einer einfachen Erkältung mit Chinesischer Medizin muss kein Erregernachweis erfolgen. Fast alle Infektionskrankheiten beginnen am Anfang mit leichtem Frösteln, dann geht es weiter zu Muskelziehen, evtl. Kopfschmerzen, bevor die Krankheit dann voll ausbricht und es zum Fieber kommt. Dies versetzt die Chinesische Medizin in die großartige Lage, auch neue und bisher unbekannte Infektionskrankheiten wie z.B. die Schweine- oder Vogelgrippe effektiv behandeln zu können.
Dieses erste Stadium einer Erkrankung nennt die westliche Medizin Prodromalstadium, und das rasche Eingreifen in diesem Stadium entscheidet über das Fortschreiten und die Dauer der Erkrankung.
Die Schweinegrippe wird aus Sicht der TCM als „wen bìng“, eine stark ansteckende, „wärmebedingte“ Infektionskrankheit angesehen, die hauptsächlich den Brustbereich befällt und schnell zu Entzündungen der oberen Atemwege bis hin zur Lungenentzündung führt. Meist verläuft Sie jedoch harmlos und verursacht nicht mehr Beschwerden als eine gewöhnliche Erkältung mit Halsschmerzen. Die Schweinegrippe befällt vor allem jüngere Menschen und Kinder, die aktiv und scheinbar gesund sind. Jüngere, aktive Menschen entsprechen der Yang-Qualität der chinesischen Medizinlehren und sind somit anfälliger für eine „wärmebedingte“, heiße Krankheit. Zumeist sind gerade diese Menschen auch von vermehrtem Stress geplagt, wodurch sie aufgeheizt werden und ihr Immunsystem geschwächt wird, evtl. liegt auch eine Neigung zur Burn-out-Symptomatik vor.
Im folgenden erkläre ich Ihnen die Stadien der Vorsorge und Behandlung einer Grippe mit Chinesischer Medizin
1. Vorbeugung
Vorbeugung ist natürlich der wichtigste Faktor bei der Vermeidung von Krankheiten. Wir müssen hier zwei große Punkte unterscheiden: Die Behandlung von Vorerkrankungen und konstitutionellen Schwächen sowie den gesunden Lebenswandel.
Leider sind die wenigsten Menschen ganz und gar gesund. Oft tragen wir diese und jene kleinen Beschwerden mit uns herum, die wir zwar nicht wirklich als Krankheit wahrnehmen, die uns aber darauf hinweisen, dass etwas nicht ganz Ordnung ist in unserem Körper. Diebesonderen Diagnosemethoden der Chinesischen Medizin, die Puls- und Zungendiagnose lassen uns diese subakuten Beschwerden erfassen, bevor sie organisch nachweisbar werden. Und die Chinesische Medizin kann sie mit Akupunktur und Kräutern behandeln. Typisch für unsere Lebensweise und Ernährung ist, dass wir durch zu viel Stress unser Yang schädigen und sich durch zu unnatürliche Ernährung Schleim ansammelt. Diese Pathologie könnte man im allerweitesten Sinne mit dem Konzept der Stoffwechselstörungen und Schlacken der westlichen Naturheilkunde vergleichen.
Konstitutionelle Schwächen können über lange Jahre aus solchen subakuten Vorerkrankungen entstehen (oder auch angeboren oder traumatisch bedingt sein).
In jedem Fall stellen sie eine Schwächung des Immunsystems dar, die meist zu gehäufter Infektanfälligkeit führt. Hier ist eine Diagnose nach der Chinesischen Medizin und eine individuelle Therapie angesagt. Allgemeine Empfehlungen oder eine Selbstmedikamentation sind hier nicht anzuraten.
Ein gesunder Lebenswandel war den alten Chinesen sehr wichtig. Es geht um den Ausgleich von Yin und Yang, auf deutsch übersetzt können wir sagen: von Ruhe und Aktivität. Unser Immunsystem braucht genug Schlaf und wird von zu viel Stress angegriffen. Aber wir brauchen auch Bewegung und zwar nicht nur mentale, sondern auch körperliche. Am besten sind tägliche Aktivitäten an der frischen Luft. Diese sollten dabei nicht zu anstrengend sein, denn direkt nach einer erschöpfenden sportlichen Leistung steigt die Infektanfälligkeit sogar an. Der tägliche Spaziergang, wenn möglich bei Sonnenschein im Grünen baut Stress ab, stärkt die Abwehrkräfte und schützt Sie auch vor der Winterdepression.
Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem, gekochten Gemüse hilft Ihrem Immunsystem. Paprika, Brokkoli, Fenchel, Spinat, Kohlrabi, Grünkohl enthalten viel gut verträgliches Vitamin C, während Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen und Mandarinen durch ihre kühlende Qualität den Körper belasten können und im Übermaß das Immunsystem schwächen.
„Der Geist lenkt das Qi“ heißt es in alten chinesischen Schriften, ich würde es in diesem Zusammenhang dahingehend übersetzen, dass unnötiges Grübeln und Angst vor einer Ansteckung auf jeden Fall kontraproduktiv ist. Sehen Sie der Erkältungssaison mit frohem Mut entgegen, und denken Sie positiv.
Vielleicht haben Sie schon einmal etwas vom Dào (Tao) gehört. Es geht dabei darum, sich den natürlichen Abläufen anzupassen. Im Winter sind die Nächte länger, und wir brauchen mehr Schlaf. Es ist kälter, und wir nehmen mehr erwärmende Speisen und Getränke zu uns, die Zeit des Eis-Essens ist vorbei. Es ist die Zeit, in der wir es uns hinter dem Ofen gemütlich machen, unsere Aktivität nicht so sehr nach außen lenken, sondern uns mit uns selbst beschäftigen.
Wenn Sie jetzt denken, das sind alles Gemeinplätze und überkommene Weisheiten, die uns die Chinesen als Perlen der Medizin verkaufen, dann überlegen Sie doch einmal, wann Sie das letzte mal eine Erkältung bekommen haben - wahrscheinlich, als Sie voll im Stress waren und Ihnen ihr Körper eine Ruhepause verordnet hat.
2. Kontakt mit Infizierten
Die Schweinegrippe ist stark ansteckend und kann sich sehr schnell verbreiten. Falls Sie größere Menschenmengen nicht vermeiden können, täglich U- und S-Bahn fahren müssen oder jemand in ihrem häuslichen Umfeld erkrankt ist, können Sie sich immer noch schützen.
Schon um die Zeitenwende wussten die Chinesen, dass die Grippe-Erreger nur über Mund und Nase in den Körper eindringen können.
Waschen Sie sich regelmäßig die Hände (normale Seife genügt), vor allem vor dem Essen, und vermeiden Sie es, mit den Fingern die Nase und den Mundbereich zu berühren.
Gehen Sie hustenden und niesenden Mitmenschen weiträumig aus dem Weg, und bitten Sie diese Mund und Nase mit einem Tuch zu bedecken, denn die Viren fliegen sonst etliche Meter weit umher.
Regelmäßige Spülungen mit Salzwasser, wie sie auch aus dem Ayurveda bekannt sind, helfen, die oberen Atemwege zu reinigen. Einfach mit lauwarmem Wasser und etwas Kochsalz (1 g Salz auf 100 ml Wasser) die Nase spülen und auch Gurgeln, am besten morgens und abends.
Dies hilft auch, wenn Sie denn mal schon einen Schnupfen bekommen haben, die Nase wieder frei zu bekommen und die Heilung zu beschleunigen.
Für Zeiten, in denen wir eine verstärkte Immunabwehr benötigen, kennt die Chinesische Medizin Kräutertees wie z.B. yù píng feng tang, den „Jade-Windschutz“. Er ist speziell für geschwächte, blasse Menschen mit blasser Zunge und dient dazu, die Kraft der Lunge und des Abwehrsystems zu stärken. Während früher die Anwendung auf geschwächte Personen beschränkt war, werden solche Tees heute immer breiter zur Vorbeugung eingesetzt. Doch Achtung, diese Kräuter haben ihre ganz beabsichtigte Wirkung: Sie erhöhen den Energiepegel, um die Abwehr zu steigern und können bei unsachgemäßer, zu langer oder nicht indizierter Anwendung zu Unruhe führen. Vor allem auch Frauen in der Menopause bedürfen spezieller Rezepturen, da sich sonst die Hitzewallungen verstärken werden.
3. Erste Symptome
Wenn wir auf unseren Körper achten, spüren wir meistens einen Tag oder ein paar Stunden im voraus, dass eine Infektion im Anzug ist. Vermehrte Abneigung gegen Wind, ein erstes, leichtes Frösteln, Raucher berichten, dass ihnen die Zigarette nicht mehr schmeckt.
Jetzt ist der wichtigste Zeitpunkt zum Eingreifen aus Sicht der Chinesischen Medizin. Der Erreger ist in die äußersten Schichten des Körpers eingedrungen, und der Abwehrkampf hat begonnen, vor allem in der Haut und den oberen Lungen.
Klassische Rezepturen wie cong chi tang, die gekochte Frühlingszwiebeln benutzen, werden in den ersten Stunden eingesetzt. Hält der Zustand in den nächsten Stunden oder am nächsten Tag immer noch an, wird der Therapeut stärkere Rezepturen wie guì zhi tang für die klassische „kalte“ Erkältung oder yín qiào tang für „wärmebedingte“ Infektionen wie die Schweinegrippe verordnen.
Ziel ist es, den eingedrungen Erreger, der noch in den oberen Körperschichten sitzt, durch die Haut wieder auszustoßen, indem die Poren geöffnet werden und ein leichtes Schwitzen hervorgerufen wird. Entsprechend können wir hier westliche Kräuter wie Lindenblüten und Holundersaft einsetzen, bei der Schweinegrippe gerne mit Pfefferminze, bei der gewöhnlichen Erkältung eher mit Ingwer gemischt.
Die Therapie heißt auf Chinesisch: „den Angreifer zur vorderen Tür wieder hinaus werfen“, es soll nur kurz geschwitzt werden und das Frösteln aufhören. Längeres und zu starkes Schwitzen, wie z.B. bei einem Saunabesuch, schwächen die Abwehrenergie und wären jetzt kontraproduktiv. Sobald die Poren geöffnet sind, müssen Sie sich noch mehr vor Zugluft schützen, am besten noch eine Tasse des Tees vor dem Zu-Bett-Gehen, und nach einer ausgiebigen Nachtruhe haben Sie die Erkältung höchstwahr-scheinlich schon überstanden. Auch eine scharf gewürzte Suppe mit Frühlingszwiebeln und Ingwer ist in dieser ersten Phase natürlich sehr gut.
4. Das Fieber steigt
Konnte der Erreger nicht im ersten Stadium besiegt werden, so dringt er nun in tiefere Körper- und Energieschichten ein und verursacht höheres Fieber. Hier hilft es nicht mehr die Poren zu öffnen und zu schwitzen. Das wäre jetzt sogar äußerst schädlich, da der Körper alle Flüssigkeit im Inneren zur Kühlung benötigt. Stattdessen werden Kräuterrezepte verordnet, die den Körper kühlen und die Abwehr unterstützen, fein abgestimmt auf die gerade betroffenen Organ- und Meridiansysteme.
Hier stützt der Therapeut sein Eingreifen wieder auf die chinesische Puls- und Zungendiagnostik. Während die Zunge bei den ersten Symptomen noch einen hellen evtl. feuchten Belag hat ist sie im Fieberstadium eher gerötet und der Belag verfärbt sich langsam gelb. Bei einer sehr schlimmen Lungenentzündung kann er sich auch ablösen und ganz verschwinden. Das Therapieprinzip lautet hier, den „Eindringling durch die Hintertür hinaus zuwerfen“, da er schon zu weit ins Haus vorgedrungen ist.
Das Fieber kann natürlich auch äußerlich durch Wadenwickel eingedämmt werden. Hält es mehrere Tage an oder steigt sehr hoch, ist ein Gang zum Arzt nötig.
An dieser Stelle eine kleine Warnung zur Selbstmedikamentation und vor allem zu Oseltamivir (Tamiflu). Es hat als wesentlichen Wirkstoff zwar einen Auszug aus Sternanis, ist aber im Verdacht, gar nicht so harmlos zu sein (vor allem bei Jugendlichen könnte es zu Verwirrungszuständen und Halluzinationen führen). Es sollte nur in dringenden Fällen und nur bei einer nachgewiesenen Grippe (Influenza A oder B) eingesetzt werden (den Nachweis müssen Sie beim Arzt inzwischen leider oft selbst zahlen), da es bei der „normalen“ Erkältung unwirksam ist.
5. Nach dem Fieber
Nach einer schweren Erkrankung wie der Grippe mit hohem Fieber sollten Sie sich genug Ruhe gönnen und sich nicht zu schnell wieder in die Arbeit stürzen. Sie und ihr Körper benötigen noch ein paar Tage der Ruhe.
Während Sie im akuten Zustand der Grippe auf eine sehr leichte Nahrung achten sollten, ist jetzt wieder stärker Nährendes angesagt. Das traditionelle Rezept für die Rekonvaleszenz ist die lang gekochte Hühnersuppe. Diese (und eine vegetarische Alternative) wurde Ihnen von meiner Kollegin Babette Schwartz schon in ihrem Artikel über Erkältung beschrieben (Aquariana-Website/Lesenswertes).
Nun wünsche ich Ihnen eine erkältungsfreie Winterzeit und hoffe, Sie bleiben von der Grippe verschont. Natürlich stehe ich Ihnen zur Vor- und Nachsorge gerne zur Verfügung.
Ihr Torsten Ziegler, Heilpraktiker
Ausgebildet in Chinesischer Medizin, Akupunktur und Chinesischer Kräuterheilkunde. Unterrichtet seit 2008 am Ausbildungszentrum Süd (www.tcm-abz-sued.de) mit den Schwerpunkten Energetik und Außerordentliche Meridiane.Terminvereinbarung per Telefon unter: 030 - 692 082 39 oder per email: info@chin-med.de
Weitere Informationen zur Chinesischen Medizin im Internet unter www.chin-med.de
Zum Weiterlesen hier einige weitere Links:
Schweinegrippe in China
Schweinegrippe und TCM I und TCM II (englisch)
Nasenspülung
Tamiflu
Chinesische Medizin
Stressbewältigung mit Osteopathie*
Ein Interview mit Sandra Hintringer
Evelyn Rodtmann: Ist Stress bzw. Stressbewältigung ein wichtiges Thema in Deiner Arbeit?
Sandra Hintringer: Ja, Stress ist eines der Hauptthemen, da durch Stress das Körpergewebe in Spannung geht und ich in einer Osteopathie-Behandlung die Spannung aus dem Gewebe löse.
Ein erster Schritt ist eine ausführliche Anamnese, in der ich herausfinde, warum der Patient sich gestresst fühlt. Dabei werden alle wichtigen Ereignisse im Leben wie Krankheiten, Operationen, Unfälle und einschneidende emotionale Belastungen erfasst. Daraufhin folgt eine Untersuchung des Körpers, in der ich die Stressmuster lokalisiere und dann die Blockaden im Gewebe durch gezielte Griffe auflöse. Dadurch kommt es zur Entspannung.
Das Hauptziel der Behandlung ist also eine Entspannung der Gewebe?
In fast allen Körpertherapien geht es um eine Entspannung des Gewebes. In der Osteopathie geht es primär darum, herauszufinden, warum sich bestimmte Blockaden manifestieren konnten. Die Lösung des verspannten Gewebes ist zwar der Weg, aber wir wollen wirklich zu den Ursachen vordringen. Warum findet der Körper keinen anderen Ausweg aus einer Situation, als mit Stresssymptomen zu reagieren?
Das klingt aber schon sehr nach Beratung bzw. Therapie. Ist das auch Teil Deiner Arbeit?
Die Osteopathie ist ein Konzept und nicht eine Technik und dieses Konzept beinhaltet viel mehr als die rein körperliche Behandlung. Da geht es auch um Ernährung, Psyche, Emotionen. Durch das Gespräch und die Behandlung fördere ich ein Bewusstwerden über die Stresssituationen im Leben des Patienten und seine Reaktion darauf. Oftmals ist man sich gar nicht bewusst darüber, was einen eigentlich im Alltag stresst und letztendlich krank macht.
Wenn die Themen umgreifender sind, empfehle ich in Kombination andere Therapien anzustreben.
Hält die Wirkung der Behandlung länger an?
Ja, die Intervalle sind relativ lang. Es hat sich als besonders günstig erwiesen, alle vier bis sechs Wochen eine Behandlung durchzuführen. Meistens reichen schon wenige Behandlungen um den Körper in einen deutlich besseren gesundheitlichen Zustand zu bringen. Die Techniken sind sehr tief greifend und aktivieren die Selbstheilungskräfte. Der Körper braucht die Zeit zwischen den Behandlungen um zu regenerieren.
Kannst Du das genauer beschreiben?
Viele Menschen fühlen sich besonders durch ihre Arbeit gestresst. Enorme Arbeitszeiten, klimatisierte Räume. Oft herrschen unzureichende Arbeitsbedingungen. Im Prinzip besteht kaum Zeit etwas für sich zu tun. In einer einstündigen Behandlung schaffen wir es wirklich, dass der Patient richtig tief ent-spannt, dass der Geist zu Ruhe kommt und die Gedanken nicht ständig kreisen. Zu Beginn, wenn der Patient sich auf die Liege legt, spüre ich schon, wie der ganze Körper noch "rennt". Die Behandlung wirkt sehr intensiv auf das parasympathische System: der Herzschlag wird langsamer, die Atmung ruhiger und tiefer, der Stoffwechsel verbessert sich ganz enorm und es kommt zu Entgiftungs-prozessen. Und dann ist der Körper in der Lage, sich zu regenerieren.
Bietest du darüber hinaus noch etwas an, was zur Stressbewältigung dient?
Im Gespräch mit den Patienten kommt auch oft die Frage, was sie regelmäßig machen könnten, um mit Stress umzugehen. Ich biete die Rückenschule an. Da ich in meiner Arbeit genau mitbekomme, was die Menschen brauchen, geht es hier insbesondere um Mobilisierung und Entspannung. Es wird viel über die Atmung gearbeitet und das Gewebe intensiv gedehnt.
Inwiefern wirkt sich das auf Stress aus?
Durch die Stressreaktion des Körpers gehen alle Gewebe des Körpers in so eine Art Kampfhaltung, werden sehr, sehr fest, als müssten sie einen Feind besiegen. Das sind ganz alte Kampf- und Fluchtmechanismen. Durch die gezielten Dehnungen und Atemübungen lösen wir die Spannungen. Ich stelle immer wieder fest, wie nachhaltig es sich auswirkt, auch nur einmal die Woche eine Stunde aktiv etwas dafür zu tun. Es geht hier wirklich um Spaß an der Bewegung, Freude, Körpererfahrung. Oft sind die Teilnehmer überrascht, wie beweglich sie im Laufe der Stunden werden.
Hat denn der Rücken besonders mit Stress zu tun?
Oft zeigen sich Stresssymptome wie zum Beispiel Schmerzen im Rücken. Nehmen wir zum Beispiel die Oberbauchorgane Leber, Galle und Magen. Sie reagieren sehr gern auf Stress und in Folge verkrampfen sie sich. Da diese Organe ihre Nervenverknüpfungen in der Brustwirbelsäule haben, muss die Wirbelsäule quasi der Verkrampfung folgen und reagiert mit eine eher gebeugten Haltung, die oft zu Rückenschmerzen führt. Durch die Rückenschule und natürlich auch durch die osteopathische Behandlung kann sich die Spannung in den Organen lösen und die Wirbelsäule richtet sich von alleine auf.
*Osteopathie ist eine ganzheitliche Heilmethode. Ziel von Untersuchung und Behandlung ist die Auffindung der symptomverursachenden Faktoren. Der Therapeut ertastet Blockaden im Gewebe und beseitigt diese mit verschiedenen Techniken. Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte im Körper zu aktivieren und Körperflüssigkeiten wie Blut und Lymphflüssigkeiten wieder frei zirkulieren zu lassen.
Sandra Hintringer, Heilpraktikerin
5-jähriges Studium der Osteopathie am Institut für angewandte Osteopathie, PT
Tel. 030 53 60 98 89 | sandra.hintringer@aquariana.de | www.osteopathie-hintringer.de
• Der nächste Rückenschulkurs
Beginn: Freitag, 4. September 2009, 18.00 - 19.15 Uhr
Kosten: € 99,- / 10x
Inhalt: Die Rückenschule wird unter osteopathischen Aspekten geführt, das heißt, wir mobilisieren alle Gelenke und verbessern mit speziellen Techniken die Durchblutung. Die Atmung hilft uns, neuen Raum zu schaffen und neue Vitalität zu finden. Durch spezielle Kräftigungsübungen finden wir mehr Halt und Aufrichtung im Alltag.
Eingeladen sind alle, die den Wunsch nach mehr innerer und äußerer Beweglichkeit verspüren.
Krankenkasse: Der Kurs fällt unter die Präventionsangebote der gesetzlichen Krankenkassen und kann damit zu einem großen Teil bezuschusst werden.
Gelassen und sicher im Stress
Ein Interview mit Steffen Taubert
Kristina Messerschmidt: Steffen, Du hast mal erwähnt, dass Stress in hohem Maß davon abhängt, ob ein Mensch seine Situation als kontrollierbar erlebt. Das finde ich interessant.
Steffen Taubert: Mit dem Tun und Machen kommen die meisten Menschen gut zurecht. Schwierig aber wird es, wenn wir in Hilflosigkeit geraten, wenn die Situation von außen bestimmt zu sein scheint und wir das Gefühl bekommen, nichts tun zu können. Solche Situationen können im beruflichen oder familiären Bereich auftreten. Gefühle von Hilflosigkeit erzeugen eine Menge Stress. Mein Ansatzpunkt ist es, Möglichkeiten aufzubauen, wieder Kontrolle über die eigene Lebenssituation zurückzugewinnen.
Ich hatte bei Stressbewältigung v.a. an Entspannung gedacht. Aber darum scheint es gar nicht zu gehen?
Um Entspannung geht es vielleicht zu einem Drittel. Entspannung ist sehr wichtig, um Pausen und Abstand zu schaffen. Aber: Man muss schließlich an die Themen rangehen, die den Stress verursachen, und das ist individuell unterschiedlich. Manch einer erlebt „innere Antreiber“, wie das Gefühl alles perfekt machen zu müssen, andere haben Schwierigkeiten „Nein zu sagen“ oder mal jemanden um Unterstützung zu bitten. So entstehen schnell Zeitprobleme. Ein Schlüssel zu weniger Stress und mehr Lebensfreude ist es, diese inneren Antreiber zu erkennen und Neues auszuprobieren. Darum geht es auch in meinen Kursen.
Deine Kurse, die Du hier im Aquariana gibst, heißen "Gelassen und sicher im Stress". Ein überraschender Titel welche Rolle spielt die Sicherheit da?
Stress ist für uns in der Regel ein negativer Begriff. Letztlich ist eine Stressreaktion jedoch eine normale Reaktion auf eine schwierige Situation. Da wir uns vor Schwierigkeiten jedoch nicht vollkommen abschotten können, geht es bei der „kognitiven Stressbewältigung“ darum die Situationen weniger dramatisch werden zu lassen und körperliche Stressreaktionen schneller abzubauen.
Wie komme ich denn nun besser mit Stress zurecht?
Da gibt es drei Punkte:
1. Präventiv kann ich dafür sorgen, dass stressige Situationen nicht so häufig auftreten, zum Beispiel durch bessere Zeit- und Arbeitsplanung, vielleicht auch im Gespräch mit KollegInnen und Vorgesetze. Von der Arbeit an den inneren Antreibern habe ich ja schon gesprochen.
2. In oder auch nach einer akuten Stresssituation kann ich versuchen, mit Entspannungs- und Bewegungsübungen die Stressreaktionen schneller abzubauen. Als Körperpsychotherapeut empfinde ich hier auch Übungen aus der Bioenergetik und Biosynthese sehr hilfreich.
3. Und schließlich: Situationen anders bewerten und nicht bei jeder Schwierigkeit gleich an das Schlimmste zu denken.
Kannst Du für den letzten Punkt ein Beispiel nennen?
Wenn der Chef z.B. sagt, "Ich habe eine besondere Aufgabe für Sie, Sie sind auf dem Gebiet ja besonders kompetent". Das löst bei dem einen Freude aus, bei dem anderen aber Angst und Katastrophenstimmung das ist großer Stress! Was wir dann im Kurs üben würden, ist zu prüfen, ob die eigenen Fähigkeiten nicht doch größer sind, als im ersten Moment geglaubt. Vielleicht ist es möglich den Zeitplan etwas zu verändern? Oder diese oder eine andere Aufgabe an eine Kollegin oder einen Kollegen zu delegieren. In jedem Fall: Erst mal eine Pause einlegen, nicht gleich reagieren. Vielleicht gelingt es dann auch, dem Chef eine angemessene Antwort zu geben: gelassen, aber bestimmt. Die Angst wird so weniger.
Ist es nicht auch wichtig, ein Bewusstsein für diese zugrunde liegende Angst zu entwickeln?
Ja, unbedingt! Wir machen viele Übungen, um solche Gefühle erst mal wahrzunehmen und sie zu spüren. Der erste Schritt in der Stressbewältigung ist zu erkennen, dass ich überhaupt gestresst bin. Dann geht es weiter: Was kann ich für mich tun? Was könnte ein Schritt sein, um zu einer Lösung zu kommen? Das Erkennen von Selbstüberforderung hilft z.B., mit den eigenen Kräften besser umzugehen.
Welche Rolle spielt die Gruppe im Kurs dabei?
Die Gruppe ist sehr hilfreich und unterstützend, da sich die Teilnehmer gegenseitig auch eine Menge an Rückmeldung und Tipps geben. Und ich selbst stelle mich auf die Bedürfnisse der Gruppe ein, greife Themen auf, so dass wir damit arbeiten können.
Welche Themen tauchen denn häufig auf?
Zeitstress und Konflikte mit den eigenen Zielen. Viele wissen nicht mehr, was für sie wirklich wichtig ist. Im Kurs können die Teilnehmenden noch einmal schauen, welche Ziele ihnen wirklich wichtig sind, nicht nur im Beruf, sondern auch privat, sozial oder spirituell und dort persönliche Prioritäten zu setzen. Das hilft auch, sich von der Arbeit nicht dominieren zu lassen.
Aha, da kommen wir auf die Work-Life-Balance.
Ja, ein großes Thema. Viele in meinen Gruppen sind beruflich stark eingespannt, haben auch Zeitmanagement gelernt usw. Aber richtige Lebenslust und Freude kommen oft zu kurz, dabei ist das für die meisten das "wirklich wichtige“. Im Kurs wird durch Genusstraining, die Möglichkeit geschaffen, dafür wieder einen inneren Raum ganz bewusst zu öffnen. So kann ein lustvoller und positiver Kontakt zur Welt wieder aufgebaut und erweitert werden.
Das klingt gut! Noch eine Frage: Wir wissen, dass sich Dauerstress irgendwann körperlich niederschlägt. Das ist sicher ein Grund, weshalb Krankenkassen Stressbewältigungskurse als Prävention zueinem großen Anteil finanzieren.
Ja. Typische Stresserkrankungen sind erhöhter Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und eine ganze Reihe psychosomatischer Beschwerden, die sich sogar bis zur Depression oder chronischen Angstzuständen entwickeln können.
Auch deshalb sind diese Kurse sehr befriedigend, weil so deutlich wird, dass die Teilnehmer wirklich neue Einsichten gewonnen haben und Schritte in ein entspannteres und gesünderes Leben gehen!
Steffen Taubert, Diplom-Psychologe
Ausbildung in tiefenpsychologisch fundierter, körperorientierter Psychotherapie
Trainer für Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung und Stressbewältigung
Mehr zur Methode: G. Kaluza, Stressbewältigung, Springer-Verlag.
• Nächster Kurs "Gelassen und sicher im Stress"
WE, 24./25. Sept. 2011, 10:00-17:00 Uhr
Kosten: € 125,- (Erstattung Krankenkassen: ca. 70-80%. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Kasse.)
Tel. 275 74 902 | info@gesundheitskurse.net | www.gesundheitskurse.net
Winken hilft!
Augenbewegung zur Bewältigung von Leistungsstress
Christiane Knöß
Wir sind heute sehr hohen Leistungserwartungen ausgesetzt. Erwachsene, aber auch Kinder und Jugendliche machen häufig Erfahrungen, beispielsweise im Beruf oder während des Schulalltags, die sie in ihrem Selbstbewusstsein und Wohlbefinden beeinträchtigen. Sowohl Erfahrungen von Angst oder Beschämung, ausgelöst durch Vorgesetzte, KollegInnen, MitschülerInnen und/oder Erziehende, als auch die Erfahrung, in bestimmten Zusammenhängen zu versagen, können Auslöser für Stress sein. Daneben ist in allen Bereichen des Privatlebens emotionaler Stress ein häufiger Begleiter.
Einen großen Anteil an dieser Problematik haben die scheinbar stetig steigenden Leistungsanforderungen. Das Thema, das gewöhnlich in der Schulsituation beginnt, setzt sich oft bis ins Berufsleben fort. Die Zahl derjenigen, die aufgrund von Stress depressiv reagieren, steigt stetig an.
Jedoch, akute Stressreaktionen und auch bereits länger bestehende Konflikte lassen sich erfolgreich vermindern. Hierfür bietet sich die bilaterale Hemisphärenstimulation (1) des Wingwave®-Coaching an, die Erinnerungen an Erfahrungen und die dazugehörigen Gefühle entkoppelt und einfach wegwinkt.
Das Gehirn als körpereigenes Ordnungsinstrument legt Bahnungen an, die Gefühle mit Gedanken (Erinnerungen) verbinden. Gedanken lösen dann immer wieder die gleichen Gefühle aus, und eine ähnliche Situation kann nicht mehr unvoreingenommen erlebt werden.
Stress hat weder bei kreativen noch bei emotionalen Prozessen etwas zu suchen. Das Gehirn als Ausführungssteuerung, neigt dazu, unter Belastung oder auch in Schreck und Schocksituationen, nur noch eine Hälfte und damit nur einen Teil seiner Kapazitäten zu nutzen. Um erfolgreich sein zu können, benötigt man beide Gehirnhälften im Zusammenspiel, damit man sein gesamtes Potenzial zur Verfügung hat.
Die Vernetzung der Gehirnhälften erreicht man beispielsweise durch die Stimulation mittels einer künstlichen REM-Phase (2). Über die Augen bedient man sich des körpereigenen Selbsthilfe-Mechanismus - REM-Phase - und setzt ihn gezielt ein, um unangenehme Erinnerungen und Stressmuster zu entkoppeln und zu löschen. Ich kombiniere diese Techniken erfolgreich mit den Möglichkeiten der Aufstellungsarbeit.
Konkret bedeutet das, die Erinnerung an die letzte Standpauke des Vorgesetzten macht es schwer, der Person in der nächsten Situation gelassen und selbstbewusst zu begegnen. Die in den Sand gesetzte Prüfung macht es unmöglich, entspannt und angstfrei an das Thema der nächsten Prüfung heranzugehen und sich mit allen Sinnen vorzubereiten. Wird die Stressreaktion entkrampft und damit die Möglichkeit geschaffen, die Erinnerung loszulassen, setzen Entspannung und Gelassenheit ein.
Erfahrungen und Gefühle, die lokalisiert und als belastend erkannt sind, werden leichter und können verarbeitet werden. Das System wird davon frei und somit frei für neue positive Erfahrungen.
1 Schnellen Handbewegungen der TherapeutIn, dem so genannten Winken, folgt die KlientIn mit den Augen. Dadurch wird die Vernetzung beider Gehirnhälften angeregt, vergleichbar der REM Phase.
2 Als REM-Phase werden täglich während der Einschlafphase ablaufende unwillkürliche Bewegungen der Augen von einer Seite zur anderen bezeichnet, die der Verarbeitung des Erlebten während des Tages dienen. Durch Stress kann der Körper diesen Selbsthilfemechanismus nicht mehr ausreichend nutzen.
Christiane Knöß, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin,
Coaching - Wingwave®
Integrative Körper-Psycho-Therapie
NLP Neurolinguistisches Programmieren
Mentaltraining
Kurzzeittherapie
Psychologische Beratung
Tiefenpsychologisch fundierte Therapie
Einzel, Paare, Familien, Gruppen
Abrechnung: Privat, Private Kassen
Tel. 612 78 99 und 0163-974 55 82, christiane.knoess@aquariana.de | www.christianeknoess.de
Termine
2. und 4.10.09 Gesundheitsmesse Berlin Brandenburg Halle 21a, Stand 267A
Sonntag, 12:30 Uhr
Zum Mitmachen auf der Aktionsfläche, Halle 22b
Gehirn-Gymnastik zur Bewältigung von Lern- und Leistungsstress,
Dipl.Psych. Christiane Knöß
Sonntag, 16:00 Uhr
Forum Fachvorträge, Halle 21b
Schnelle Hilfe bei Lern- und Leistungsstress,
Dipl.Psych. Christiane Knöß
Samstag, 10.10.09 14:00 - 18:00 Tag der Offenen Tür Aquariana
Männer in Therapie und Gruppe
Ein Interview mit Christoph Steinmetz
Christoph Steinmetz: ... gute Idee, das Thema. Männer kommen in diesem Sektor wirklich zu kurz!
Kristina Messerschmidt: Also gleich in medias res: Wie ist denn das zahlenmäßige Verhältnis Männer - Frauen in Deiner Praxis?
Zunächst: Männer sind auch als Therapeuten unterrepräsentiert, jedenfalls in meinen beiden Ausbildungen als Musik- und als Gestalttherapeut. Und bei meinen Klienten ist das Verhältnis zurzeit 1 : 2,5 (Männer : Frauen).
Du bietest Männergruppen an - was ist dort anders als in einer gemischten Gruppe“
Die Abwesenheit von Frauen! Da fällt als erstes die Konkurrenz um Frauen weg - die unbewusst immer da ist. Und, ganz wichtig, auch eingefahrene Reaktionsmuster auf eine Frau fallen weg. Im Vordergrund sind dadurch die Beziehungen zwischen Männern, und die werden oft vernachlässigt. Die allererste Beziehung ist ja die zur Mutter, und wenn der Vater oft abwesend ist, fehlen Orientierung und Auseinandersetzung mit einem Mann. Das ist aber zur Entwicklung eines gesunden Selbstbildes ganz wichtig.
Was suchen denn die Männer, die in Deine Gruppen kommen?
Die meisten suchen den Austausch über Beziehungen mit ihren Partnerinnen. Viele Männer haben wenig Männerfreundschaften, und die, denen der Austausch auf Kneipen- oder Vereinsniveau nicht reicht, sind froh, mal ein Feedback zu bekommen und zu merken, dass sie mit ihren Themen nicht allein sind. Aber natürlich geht es darüber hinaus. Da dies therapeutische Gruppen sind, leite ich die therapeutischen Prozesse bei den Einzelnen und steuere die Dynamik in der Gruppe.
Männer leben - nach wie vor - nach dem Bild, stark, erfolgreich und zielorientiert sein zu müssen. Der geschützte Raum, in dem Offenheit möglich ist, in dem keine Entwertungen stattfinden, ist da umso wichtiger.
Welche Themen gibt es noch?
Der Arbeitsbereich auf jden Fall: Kollegen, Vorgesetzte, aber auch die Balance zwischen Arbeit und Privatbereich. Auch dies sind persönliche Themen, für die Männer einen Schutzraum brauchen.
Sind Männer, die in Einzeltherapie zu Dir kommen, eigentlich anders motiviert als Frauen?
Zunächst mal bedeutet es einen größeren Schritt für die Männer, weil Therapie bedeutet, sich mit emotionalen Themen auseinanderzusetzen, was Frauen viel leichter fällt. Männer sind emotional zurückhaltender als Frauen - aber natürlich sind sie auch emotional. Es ist nur eine typische, gesellschaftliche Prägung, dass Männer sich hier bremsen.
Sowohl Männer als auch Frauen kommen mit bestimmten Vorstellungen, was sie in der Therapie bearbeiten wollen, und im Verlauf wird dann erst richtig klar, um was es noch und eigentlich geht. Die Bedürfnisse verändern sich also.
Was brauchen denn die Männer?
Erst mal suchen sie das Gespräch und Unterstützung. Genauer gesagt, suchen sie aber ein authentisches Gegenüber, das sich ihnen zuwendet, auch Halt und Orientierung gibt. Männer sind da etwas zielorientierter als Frauen, was in Paartherapien besonders deutlich wird.
Männer sind übrigens in gewisser Weise besonders anspruchsvoll. Sie erwarten dass der Therapeut wirklich alles gibt. Sie spüren es, wenn der Therapeut mit etwas hinter dem Berg hält. Da muss ich es sofort ansprechen und benennen, wenn ich spüre, dass in dem Klienten etwas vorgeht, was er jedoch nicht ausdrückt. Z.B. wenn ich ahne, dass er in dem Moment gern einen Ratschlag hätte. Sonst ist gleich eine Störung da. Und da Männer nicht so leicht um etwas bitten können, muss ich hier ganz wach sein und meine Wahrnehmung zur Sprache bringen. Dann ist es gut.
Christoph Steinmetz
Gestalttherapeut, Dipl.-Musiktherapeut, HP Psychotherapie
Einzel- und Paartherapie
Tel. 39 87 79 77 - www.christoph-steinmetz.eu
Die nächste Männergruppe „Männer gestalten ihr Leben“ beginnt am
• Dienstag, 16. Juni 2009, 19:00 Uhr.
Als Yogalehrer im Aquariana
Ein Interview mit Cárol Varga
Kristina Messerschmidt: Wie viele Männer kommen eigentlich in die Yoga-Kurse?
Cárol Varga: Zunehmend mehr, das ist eine Tendenz der letzten Jahre. Offenbar hat Yoga den Hauch des Esoterischen, Mystischen - was viele Männer abschreckt - etwas verloren. Dazu trägt natürlich viel bei, dass die Krankenkassen Yoga-Kurse als Prävention endlich anerkennen und mitfinanzieren.
Was schreckt denn daran ab?
Interessanterweise ist es in Indien genau umgekehrt; da betreiben mehr Männer als Frauen Yoga - ein kultureller Unterschied. Hier ist es, allgemein gesprochen, eher so, dass Männer befürchten, ihre mühsam aufgebaute harte Schale verlieren zu können. Das ist eben eine andere Kultur bei uns. Später, im Älterwerden, ist es anders, weil sich da leichter der Blick von den Äußerlichkeiten weg nach Innen verlagert.
Sind Männer, die in die Yogakurse kommen, denn anders motiviert als Frauen?
Da sehe ich keine großen Unterschiede. Die meisten kommen über die körperliche Schiene, und sie suchen Entspannung, oft als Gegengewicht zum beruflichen Leben. Viel Stress gibt eher eine „Berechtigung“, sich etwas Gutes z gönnen.
Was ich allerdings beobachte, ist, dass manche Männer gern genau wissen wollen, was wir da eigentlich machen. Sie wollen Informationen, wollen mehr über die Asanas (Übungsstellungen) wissen, wollen verstehen, was es mit den Mantren auf sich hat usw.
Mögen Männer denn auch andere Übungen als Frauen?
Na ja, ehrlich gesagt, ich selbst habe auch einige der mehr „akrobatischen“ Übungen ganz gern, den Skorpion, den Pfau, den Kopfstand sowieso. Aber das A und O im Yoga ist das Loslassen! Manche Männer geraten ins Schwitzen, weil sie die Asana so perfekt wie möglich machen wollen. Ich halte es für wichtig diesen eingeschleppten Leistungsgedanken zu überwinden. Wenn dies geschehen ist, dann sollte man sich durchaus fordernderen Asanas zuwenden.. ... vielleicht sind Männer doch nicht die ganz großen Abenteurer, die sich auf alles Ungewisse einlassen?
Vielleicht ist ja auch der Yoga-Unterricht insgesamt im Westen mehr auf weibliche Klientel ausgerichtet?
Ja, Yogaunterricht im Westen ist wahrscheinlich eher an die Bedürfnisse von Frauen angepasst, weil er eher von Frauen nachgefragt wird. Diese Nachfrage bestimmt da z.T. was angeboten wird (Yogastunden mit sehr vielen Dehnübungen, bzw. mit vielen fließenden Bewegungsabläufen), und das mag damit zu tun haben, dass wir dazu neigen, lieber die Übungen zu zeigen, die wir selbst gut können. Das sind bei Frauen eher Dehnungen oder die Kondition Stärkendes. Da ist einiges aus den USA zu uns rübergeschwappt, Ashtanga-Yoga z.B., eine sehr fließende Form.
Rhetorische Frage: Ist es wichtig, dass es männliche Yoga-Lehrer gibt?
Unbedingt! Wenn bei diesem Ausflug in die „Parallelwelt“ ein Mann der Leiter ist, ist das schon erleichternd für das Abenteuer Loslassen. Kern im Yoga ist die Hingabe und schließlich der Kontakt mit sich selbst - was immer daraus dann entstehen mag!
Cárol Varga
Dipl.-Psychologe, Yoga-Lehrer
Tel. 27 57 49 02, info@gesundheitskurse.net
Die nächsten Kurse "Yoga für Einsteiger":
• Donnerstag, 20:00-21:30 - ab 2.7.09
• Dienstag, 18:00-19:30 - ab 1.9.09
Kosten: € 110,- / 10 x (Kostenerstattung bis zu 80% durch die Krankenkassen möglich)
Yin und Yang statt Mann und Frau in der Chinesischen Medizin
Ein Interview mit Torsten Ziegler
Evelyn Rodtmann: Hast Du viele Männer als Patienten?
Torsten Ziegler: Bei mir sind es derzeit ca. 40% Männer zu 60% Frauen, Männer also nur leicht in der Unterzahl.
Erfahrungsgemäß sind meist weniger Männer bei den alternativen Therapien, wo es auch um Selbsterkenntnis geht, zu finden. Wie erklärst du dir das eher ausgeglichene Verhältnis?
Ich denke, dass hängt auch von der Therapieform ab. Die chinesische Medizin hat den Selbsterkenntnis-Aspekt im Hintergrund, und viele Menschen sehen sie erst mal wie eine schulmedizinische Symptombehandlung. Sie wissen, es gibt Akupunktur, sie hilft gegen Heuschnupfen, Bluthochdruck, die typischen Stresskrankheiten, und deswegen kommen auch eher Männer. Es zeigt sich dann erst im Laufe der Behandlung, dass da mehr dahinter steckt.
Kommen Männer mit anderen Themen zu Dir als Frauen, bzw. mit welchen Themen kommen Männer?
Ich kann nicht sagen, dass es große Unterschiede gibt, mit der Ausnahme, dass Frauen auch auf Grund von Menstruationsproblemen zur Behandlung kommen.
Eher lässt sich unterscheiden, dass die einen erst kommen, wenn sie wirklich nicht mehr können oder schulmedizinisch austherapiert sind - das machen Frauen wie Männer. Und die andere Gruppe kommt, wenn sie im Anfangsstadium einer Erkrankung sind, Befindlichkeitsstörungen haben oder es ihnen emotionell nicht so gut geht. Es ist allerdings ein kleinerer Prozentsatz der Männer, die vorbeugend arbeiten wollen.
Thema Stress: Sind Symptome für Stress und starken Druck auch gleich verteilt zwischen den Geschlechtern?
Das ist für beide gleich. Beispiel Tinnitus: da gibt es bei Männern und Frauen ungefähr gleich viele, die ihren Stress im Ohr haben. Ähnlich ist es beim Bluthochdruck. Bei Frauen ist es vielleicht kombiniert mit Menstruationsschwierigkeiten, manifestiert sich also ein bisschen anders. Aber der Mechanismus, der dahinter liegt, ist der gleiche. Bei der chinesischen Medizin schaue ich ja immer auf die Hintergründe.
Brauchen Männer etwas anderes? Bzw. gibt es einen Grund für Männer, speziell zu Dir oder zu der Chinesischen Medizin zu kommen?
Ich glaube, dass hängt zutiefst vom individuellen Menschen ab. Zu welchem Heilpraktiker oder Heiler ich mich hingezogen fühle, bei wem einfach die Chemie stimmt. Vielleicht gehe ich mit einigen Problemen lieber zu einer Frau, mit anderen lieber zu einem Mann.
Hast Du als männlicher Heilpraktiker einen anderen Blick als eine weibliche Kollegin?
Jeder Mensch hat seinen individuellen Blickwinkel. Ich habe zum Beispiel einen typisch männlichen Hintergrund. Ich bin Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik, und daher habe ich einen logischen und naturwissenschaftlich-stringenten Zugang. Es geht bei der chinesischen Medizin viel um Differenzialdiagnosen, das Analysieren von Mustern und logische Überlegungen, was auf was folgt. Da spielt mein alter Berufshintergrund viel mit hinein, und Menschen entscheiden sich auch speziell aufgrund meines Lebenslaufs, zu mir zu kommen. Menschen, besonders Männer, die im Ingenieursbereich tätig sind, schauen auf diesen Teil meines Lebenslaufs. Eine andere Gruppe schaut eher auf meine Erfahrung in der Körperarbeit, Tänzer zum Beispiel. So gibt es immer Leute, die sich speziell angesprochen fühlen. Und wer etwas Angst vor „esoterischen“ Themen hat, für den ist es sicher ganz angenehm zu wissen, dass ich etwas „Anerkanntes“ gemacht habe.
Das Wichtigste ist, dass Menschen mit mir, mit meiner Arbeit resonieren.
Haben die Männer für ihre Behandlung andere Ziele oder nimmt die Behandlung einen anderen Verlauf?
Zunächst: Menschen kommen oft mit einer bestimmten Vorstellung über ihre Beschwerde zu mir, und meine chinesische Diagnose lautet dann ganz anders. Von daher kann ich noch nicht einmal sagen, dass sich bestimmte Diagnosen häufen (d. h. westliche Diagnosen) oder Beschwerden typisch männlich oder typisch weiblich sind. Allerdings kommen Männer eher mit einer klaren Idee, was ihre Hauptbeschwerde ist. Man muss dann manchmal ein bisschen „bohren“, um das gesamte Umfeld herauszubekommen. Frauen fällt schon bei der Anamnese mehr dieses und jenes ein, was mit ihren Beschwerden in Verbindung stehen könnte.
Was ich öfter erlebe, ist, dass Männer beschließen, dass die Behandlung fertig ist, sobald das Symptom verschwunden ist bzw. es ihnen ein bisschen besser geht. Meiner Einschätzung nach würde es noch mehr Zeit brauchen bis zur Festigung. Frauen schauen vielleicht häufiger nach vorne und möchten wissen, was sie zur Vorbeugung tun können. Das sind jedoch nur Tendenzen.
Im Großen und Ganzen sind in Deiner Arbeit keine großen Unterschiede zwischen Männern und Frauen auszumachen?
Im Chinesischen geht es ja auch um diese YinYangBeziehung. Jeder hat alles in sich, und es gibt nicht dieses absolute Yang, das man als männlich darstellen könnte, oder das absolute Yin, das den Frauen zugeschrieben wird. Es muss der Fluss sein, dass immer beides da ist, dass es sich abwechselt: nachts schläft man und ist mehr Yin, tagsüber ist man mehr Yang. Gesellschaftlich ist hier auch viel im Wandel, und für Frauen ist der Wunsch nach einer Karriere inzwischen selbstverständlich. Die meisten Probleme, die bei uns auftauchen, sind, dass die Menschen zu sehr im Yang sind. Zu viel Hektik, Stress, zu viel Machen-Wollen, sich nicht genug Ruhe gönnen. Die Frauen haben diesbezüglich die gleichen Stressprobleme.
Der einzige Unterschied ist, dass ich in der Therapie bei Frauen den ständigen Zyklus der Menstruation berücksichtige. Diesen Rhythmus haben die Männer einfach nicht.
In den alten Quellen gibt es nur wenige Unterscheidungen zwischen Mann und Frau. Nur bei den außerordentlichen Meridianen gibt es einen für den Mann und einen für die Frau. 99 % der Medizin basiert nur auf Organ-Funktionskreisläufen von Leber, Herz etc., die bei Männern und Frauen gleich sind.
In der westlichen Medizin gibt es ja eine neuere Tendenz, Medikamente immer auch an Frauen zu testen, da sich herausgestellt hat, dass der weibliche und der männliche Organismus zum Teil unterschiedlich reagieren. Wie geht die Chinesische Medizin damit um?
Ich denke, sie ist da einfach noch feiner, nicht Mann - Frau, sondern viele Menschentypen. Die Chinesische Medizin ist noch individueller. So ist eine der Hauptunterscheidungen, wenn jemand in die Praxis kommt, die Frage: ist es ihm immer zu warm, ist es einer, der schwitzt oder ist ihm immer zu kalt, ist es einer, der friert. Das ist viel wichtiger als Mann oder Frau.
Torsten Ziegler, Heilpraktiker
Ausgebildet in Chinesischer Medizin, Akupunktur und Chinesischer Kräuterheilkunde. Unterrichtet seit 2008 am Ausbildungszentrum Süd (www.tcm-abz-sued.de) mit den Schwerpunkten Energetik und Außerordentliche Meridiane.
Kostenlose Informationsveranstaltungen zur Chinesischen Medizin immer am 4. Dienstag im Monat im Aquariana. Nächster Termin:
• Di, 23.06.09, 19:00 Uhr: Die weiblichen Zyklen Regelbeschwerden und Menopause
Hintergründe und Behandlung mit Chinesischer Medizin
Weitere Informationen zur Chinesischen Medizin im Internet unter www.chin-med.de
Terminvereinbarung per Telefon unter: 030 - 692 082 39 oder per email: info@chin-med.de
Die Wut, Teil 2 - Emotionen aus Sicht der Chinesischen Medizin
Torsten Ziegler
Im letzten Newsletter ging es um die Wut. Wut, die überschießende Reaktion, mit der wir uns gegen unsere Umwelt stellen, wenn das Innen und das Außen nicht miteinander in Einklang sind. Ich bin mit meiner Umwelt nicht zufrieden und setze deshalb mich und andere unter Druck, oder die anderen sind mir viel zu langsam, und ich muss sie immerzu antreiben. Das waren die Grundlagen der Wut um die es im ersten Teil ging. Ihr gemeinsamer Hintergrund war die Fülle, das Zuviel an Stress, Druck, Energie.
Doch was ist mit den Gefühlen, die aus der Schwäche kommen?
Die Angst, nicht stark genug zu sein. Das Um-mich-Schlagen, weil es die einzige Reaktion ist, zu der ich noch fähig bin. Die Trauer, die unsere Energie bindet und den Neuanfang verhindert.
Die psychischen Reaktionen unseres Körpers stehen in direktem Zusammenhang mit seinen Energiereserven. Und vor allem, wenn unsere Reserven erschöpft sind, reagieren wir oft ungewollt emotional.
Die Geist-, Seele-, Körper-Trennung, wie wir sie in unserem westlichen Denken aus der griechischen Philosophie übernommen haben, ist der chinesischen Medizin und Philosophie unbekannt. Die chinesische Sicht wird zum Teil in unseren alten Sprichwörtern ausgedrückt. Wenn mir etwas an die Nieren geht, werde ich schwach und ängstlich, und die bellenden Hunde sind nicht kräftig genug, um wirkungsvoll zuzubeißen.
In der Chinesischen Medizin sind die verschiedenen Emotionen den Funktionskreisen, also den erweiterten, umfassenden Funktionen der Organe zugeordnet (der Begriff des Funktionskreises wurde im ersten Teil dieses Artikel erläutert). Dass die Wut zur Leber gehört, wissen Sie ja inzwischen. Die anderen Paarungen sind das Herz und die Freude, die Milz (Verdauung) und die Sorge, die Lunge und die Trauer, die Niere und die Angst. Diese Paarungen sind aus der Beobachtung des menschlichen Verhaltens entstanden, und die medizinisch relevante Idee, die dahinter steckt, ist folgende: Ist der Funktionskreis geschwächt, so besteht die Neigung zur zugeordneten Emotion, und umgekehrt wird ein Übermaß einer Emotion den zugehörigen Funktionskreis schwächen.
Angst durch einen Schock oder ein traumatisches Erlebnis schwächt den Funktionskreis der Nieren. Und andererseits wird ein Mensch mit einer Schwäche im Funktionskreis Niere eher zur Ängstlichkeit neigen, da ihm die Stabilität, die Wurzeln, das Selbstvertrauen fehlen. Wir könnten das nun für alle Emotionen durchspielen; ich möchte hier nur das Herz ansprechen, da die Idee einer Schädigung durch Freude auf den ersten Blick etwas absurd erscheint. Mit Freude ist hier die überschwängliche Reaktion gemeint, die uns der Realität entreißt. Liegt eine Schwäche im Funktionskreis des Herzens vor, so kann die Freude in Manie umschlagen, und zu viel Freude lässt den Verliebten das Herz heftig und schnell pochen, bis sie im siebten Himmel die Realität hinter sich gelassen haben.
In der Medizin unterscheiden wir generell zwischen den kurzzeitigen Gefühlen und den krankhaften, anhaltenden Emotionen. Beim Sprung ins Leere ist die Angst gesund, sie hilft unserem Körper Extremsituation zu bewältigen. Wenn wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, ist sie jedoch fehl am Platze. Genauso ist die Wut, z.B. über das aktuelle Finanzdebakel, ganz natürlich, aber sie darf nicht unser weiteres Leben bestimmen. In den asiatischen Philosophien wird dies mit dem Begriff des „Nicht-angehaftet-Seins“ beschrieben. Wir fühlen, was gefühlt werden will und lassen es dann wieder los, um offen für Neues zu sein und unser Leben weiter gestalten zu können.
Das Bestreben der Chinesischen Medizin ist es, den gesunden Mittelweg zu gehen unter Anerkennung aller Extreme, die das Leben so mit sich bringt.
Heute würden wir es Prävention nennen, auf die kleinen Missstimmungen zu achten, um ernste Krankheiten zu vermeiden. Der Gelbe Kaiser prägte vor über 2000 Jahren den Spruch: „Eine Krankheit erst dann zu behandeln, wenn sie ausgebrochen ist, ist wie einen Brunnen zu graben, wenn man bereits Durst hat.“ Darum sind die Emotionen so wichtig in der Chinesischen Medizin, da sie sich meist lange vor den körperlichen Beschwerden bemerkbar machen.
In der Heilung ist es oft so, dass sich zuerst die extremen Gefühle ordnen und danach die körperlichen Symptome nachlassen. Meine Patienten berichten mir dann, dass sie sich „innerlich stabiler“ oder „mehr getragen“ fühlen. Die daraus resultierende Gelassenheit schafft Raum für die Selbstheilungskräfte im Körper.
Wie greift die Chinesische Medizin nun konkret ein, wenn wir in den Emotionen gefangen sind oder sie uns gar schon mit körperlichen Beschwerden plagen?
Kräftig, dynamisch, jung, Herr X ist Abteilungsleiter. Er ist geschätzt für seine innovativen Ideen und schnelle Entscheidungsfähigkeit. Er neigt auch zur Ungeduld und seine Mitarbeiter können ihm kaum schnell genug sein, vorallem unter Stress ist er deshalb auch für seine Wutanfälle bekannt. Dann bekommt er schnell einen roten Kopf und ihm ist gut heiß.
Dies ist der typische Füllezustand, es ist überreichlich Energie vorhanden, die sich ab und an heftig Luft verschaffen muss. Hier hätte eine regulierende Akupunkturbehandlung auch auf seine Mitarbeiter eine beruhigende Auswirkung.
Zu diesem Zeitpunkt einzugreifen würde bedeuten die Krankheit noch vor Ihrem Ausbruch zu behandeln, das goldenen Ziel der alten Chinesischen Ärzte. Eine Akupunktur, z.B. der vier Öffner würde Herrn X zuerst entspannen und dann auch müde werden lassen. Sein Körper braucht Ruhe um wieder neue Kräfte zu sammeln. Dies ist ein guter Zeitpunkt um etwas Fahrt aus dem Leben auf der Überholspur zu nehmen.
Bisher hat Herr X selbst keine nennenswerten körperlichen Beschwerden, seine Verstopfung bringt er mit einem starken Kaffee in Bewegung. Der Druck an seinem Arbeitsplatz nimmt jedoch immer mehr zu und Herr X gewöhnt sich an die entspannende Wirkung des Rotweines. Der Alkohol beflügelt zuerst sein Herz, er fühlt sich gut und die Realität verliert ihre Unannehmlichkeiten. Mit der Zeit leidet er jedoch unter Kopfschmerzen, und bekommt immer öfter kalte Füße.
Die Funktion des Leberfunktionskreises die Energie im Körper zu verteilen ist gestört, die Extremitäten werden nicht mehr gut versorgt, dafür steigt die Energie zum Kopf auf. Der Alkohol hat dazu Hitze in den Körper gebracht.
Herr X hat reichlich Verlangen nach kalten Getränken, auch Nachts hat er immer eine Flasche Wasser neben dem Bett stehen. Seine Verdauung wird immer unregelmäßiger, jetzt wechselt sich Verstopfung mit stinkendem Durchfall ab.
Herr X grübelt zunehmend über Entscheidungen nach, was ihm früher so flüssig von der Hand ging bereitet ihm nun Sorgen über denen er nicht mehr gut schlafen kann. Er kann inzwischen ohne seinen allabendlichen Schlummertrunk (oder sind es deren zuviele) keine Ruhe mehr finden. Seine Zunge hat jetzt einen dicken, braunen Belag bekommen.
Die Therapie mit der Chinesischen Medizin richtet sich nun auf drei Probleme: Die Regulation der Energie über den Leberfunktionskreis um die Wutanfälle in den Griff zu bekommen und Herrn X wieder warme Füße zu bescheren. Die Stärkung der Verdauungsfunktion um den Durchfall und das Grübeln und Sorgen (Funktionskreis Milz) zu stoppen. Durch die bessere Verwertung von Nahrung kann dann der Körper auch wieder ausreichend Blut produzieren wodurch das haltlose Herz von Herrn X wieder in der Realität verankert wird. Und in der Ernährung müsste er auf alle heißen Nahrungsmittel (also auch auf die Droge Alkohol und das Rauchen) verzichten.
Über die Jahre bekommt Herr X Probleme mit seinem Rücken. Die untere Lendenwirbelsäule schmerzt, vorallem abends und morgens. Seine Zunge hat inzwischen ihren Belag stellenweise ganz verloren und sie wird zunehmen gerötet. Er schaut auch immer ängstlicher in die Zukunft. Ist die Arbeit noch sicher? Er bekommt Existenzängste.
Die vielen Sorgen und der Raubbau an seiner Gesundheit hat nun die Energie des Funktionskreises der Nieren erreicht. Durch Ihre Schwäche ist er anfällig für Ängste.
Die TCM würde nun mit Abkochungen aus Chinesischen Kräutern arbeiten um Herrn X wieder zu stärken. Die Akupunktur unterstützt dies und lindert seine akuten Rückenschmerzen.
Ein wesentlicher Aspekt der Heilung ist für mich auch, dass Herr X die Zusammenhänge versteht, wie es zu seiner letztendlich körperlichen Krankheit gekommen ist. Nur so kann er in Zukunft besser auf sich aufpassen, seinen Lebenswandel verändern und wieder Verantwortung für sich, seinen Körper und seine Emotionen übernehmen.
Dazu erkläre ich meinen Patienten während einer Therapie immer wieder die Zusammenhänge und die Abläufe aus Sicht der Chinesischen Medizin.
Torsten Ziegler, Heilpraktiker
Ausgebildet in Chinesischer Medizin, Akupunktur und Chinesischer Kräuterheilkunde. Unterrichtet seit 2008 am Ausbildungszentrum Süd (www.tcm-abz-sued.de) mit den Schwerpunkten Energetik und Außerordentliche Meridiane.Kostenlose Informationsveranstaltungen zur Chinesischen Medizin immer am 4. Dienstag im Monat im Aquariana. Nächste Termine:
Di, 28.04.09, 19:00 Uhr: Plagegeist Kopfschmerz - Warum die Energie zum Kopf aufsteigt und wie sie von der Chinesischen Medizin gebändigt wird.
Di, 26.05.09, 19:00 Uhr: Unsere liebe Verdauung - Die Milz und der Schleim - Verdauungsstörungen und ihre Behandlung mit der Chinesischen Medizin.
Weitere Informationen zur Chinesischen Medizin im Internet unter www.chin-med.de
Terminvereinbarung per Telefon unter: 030 - 692 082 39 oder per email: info@chin-med.de
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Freude
Sigrid Werner
Freude ist eine Emotion, die wohl alle Menschen gerne erleben.
Was geschieht, wenn Sie Freude empfinden? Ihr Atem vertieft sich, Ihr Brustkorb weitet sich und das Herz schlägt schneller. Im Gesicht breitet sich ein Lächeln aus, die Wangen röten sich, und die Augen bekommen Glanz. Wird die Freude größer, wollen Sie aufspringen, hüpfen und tanzen. Wird dieser Impuls stärker als Ihr Wunsch, nicht aufzufallen, tun Sie es auch.
Freude macht mutiger, sie befreit. Wir zeigen uns mit dieser Emotion leichter der Außenwelt und bekommen auch meistens eine freundliche Reaktion, weil die Äußerung von Freude ansteckend ist. Allerdings funktioniert das nur bei echter Freude.
Echte Freude können wir nicht "machen", sie entsteht nicht durch eine Bemühung. Wir können zwar mit der Aufwärtsbewegung der Mundwinkel eine freundliche Stimmung in uns zu erzeugen, mit der vieles leichter wird. Das kann auch durchaus der erste Schritt zur Freude sein, wenn noch etwas Entscheidendes hinzukommt:
Die Bereitschaft, unser Herz zu öffnen und uns berühren zu lassen von dem, was gerade anwesend ist.
Vielleicht wollen Sie sich gar nicht von dem berühren lassen, was gerade anwesend ist: Wirtschaftskrise, Amokläufe, dazu die Belastungen im eigenen Leben.
Da stellt sich nicht gerade Freude ein. Es kann Traurigkeit auftauchen, Schmerz, Angst, Sehnsucht, Mitleid oder Zorn. Wozu soll es also gut sein, sich berühren zu lassen?
Stellen Sie sich vor, im Kino zu sitzen und einen Film zu sehen, der Sie völlig in den Sog der Handlung hineinzieht und alle Emotionen der Identifikations-Figur durchleben lässt. Dabei handelt es sich meistens um unangenehme Gefühle wie Zorn oder Angst. Erst wenn Sie mit der Heldin/ dem Helden eine mutige Tat vollbracht haben, bei der Sie all die nervenaufreibenden, dunklen und schweren Gefühle erleiden mussten, können Sie sich entspannen. Dann wird Ihr Herz intensiv berührt von der Schönheit einer liebevollen Begegnung was oft zu Tränen der Rührung führt. Ein Scherz bringt Sie dann unmittelbar zum Lachen und nun ist Freude da.
Im wirklichen Leben öffnen wir unser Herz nicht so vorbehaltlos, wie es uns im abgesicherten Rahmen des Kinos möglich ist, weil wir je nach persönlichem Erfahrungshintergrund die verschiedensten Befürchtungen haben, was uns dann passieren könnte.
Oft entsprechen diese Befürchtungen schon längst nicht mehr der Realität, weil sie aus einer Zeit stammen, in der wir unerfahren und von unseren Erziehungspersonen abhängig waren.
Die damals eingeübten Schutzmechanismen sind uns in der Gegenwart keine Hilfe mehr, weil sie uns nicht nur vor unangenehmen Gefühlen fern halten, sondern auch verhindern, dass wir von schönen Erfahrungen tief berührt werden.
Wie können wir denn (wieder) lernen, uns berühren zu lassen?
Da gibt es viele Wege, von denen ich Ihnen - auch in meiner Praxis - die folgenden empfehlen kann: Meditative Übungen, Bewegungsübungen, Energetische Psychotherapie und Shiatsu.
Meditative Übungen öffnen Ihre Sinne für die Gegenwart. Sie können dann wahrnehmen, was in Ihrer unmittelbaren Umgebung geschieht, ohne es sofort zu beurteilen und Ihr Herz auf diese Weise dagegen abzuschirmen. Sie können diese Übungen in vielen alltäglichen Situationen durchführen. Wenn Sie in der U-Bahn sitzen, können Sie zum Beispiel Ihre Augen schließen und sich auf Ihren Atem konzentrieren. Die Geräusche um Sie herum führen Sie wieder in den Augenblick zurück, wenn Gedanken oder Schläfrigkeit auftauchen.
Bewegungsübungen verbinden Geist und Seele mit dem Körper. Nur wenn der Körper sich wohl fühlt, kann Freude aufkommen. Und der Körper braucht Bewegung. Besonders geeignet für die Entfaltung des eigenen Potenzials sind Bewegungsübungen, die mit einer bewussten Energieführung verbunden sind, wie z.B. Yoga, Chi Gong oder Tai Chi. Sie ermöglichen, mit dem Körper zusammen zu arbeiten und dessen Grenzen anzuerkennen, um sie allmählich und einfühlsam zu erweitern
Wenn Sie sich den schmerzhaften Emotionen stellen wollen, die vielleicht auftauchen, wenn Sie Ihr Herz öffnen, empfehle ich Ihnen, sich in meiner Praxis mit Energetischer Psychotherapie begleiten zu lassen, einer sehr effektiven Methode zur Auflösung von belastenden Reaktionsmustern. Ich wende dabei verschiedene Techniken an, die auf die Körperenergie einwirken. Mit dem kinesiologischen Muskeltest ermittle ich den individuellen energetischen Code des belastenden Problems und leite Sie an, Ihr Problem damit selbst zu bearbeiten.
Auch Shiatsu-Behandlungen können Sie in meiner Praxis bekommen.
Shiatsu ist eine genussvolle und unmittelbar wirksame Methode, sich auf Berührung einzulassen und zu erleben, wie Ihr Körper und ihre Seele darauf reagieren. Sie brauchen nichts weiter zu tun, als sich auf die Matte zu legen und sich zu entspannen. Ich lasse dann mein Körpergewicht über Daumen, Finger oder Handflächen in Ihre Meridiane (Energiebahnen) einsinken. Auch Ellenbogen, Knie oder Füße setze ich ein, rotiere und dehne Ihre Arme, Beine, Füße und Kopf. Dabei beachte ich Ihre Reaktionen und respektiere Ihre Grenzen. Jede Behandlung ist eine Improvisation, die sich so nur einmal ereignet.
Wenn Sie Shiatsu selbst anwenden lernen oder schon vorhandene Kenntnisse vertiefen wollen, sind Sie willkommen in meinem Workshop
„Geh auf mein Herz und finde Freude“ am Sonntag, 17. Mai 2009 im Aquariana.
Wir werden in Bewegungsübungen, meditativen Übungen und kurzen gegenseitigen Behandlungs-Sequenzen erforschen, wie Berührung entsteht und wann wir uns berührt fühlen.
Sigrid Werner, Heilpraktikerin im Aquariana
Shiatsu, Reflexzonenmassagen, Energetische Psychotherapie
Tel: 030 / 613 06 516 - eMail: sigrid.werner@aquariana.de
Mehr finden Sie auch auf meiner Webseite.
Shiatsu-Behandlungen: € 45,-, 10er Serie € 40,-
Energetische Psychotherapie-Sitzungen: € 45,-, 10er-Serie € 40,-
Mars - der innere Krieger
Evelyn Rodtmann
Wut ist eine Emotion, die wir schon erfahren, bevor wir laufen können. In uns, in anderen. Viele ärgern sich darüber: Musste ich heute wieder so wütend werden? - oder - Kann der/die andere das nicht einfach ruhig besprechen? Wäre es nicht schöner ohne Wut?
Es gibt viele Möglichkeiten das Thema Wut zu betrachten: religiös, philosophisch, psychologisch - und astrologisch. Die 10 Planeten unseres Sonnensystems, die wir im Horoskop berücksichtigen, stehen jeweils für einen inneren Anteil bzw. eine wichtige innere Antriebskraft eines Menschen. Einer dieser Planeten ist Mars und ihm ist unter anderem die Wut zugeordnet. Ob es uns gefällt oder nicht: Wut gehört zu unserem Leben! Das hört sich ziemlich simpel an, ist aber meines Erachtens eine ganz wichtige Aussage, die insbesondere für Frauen lange nicht so akzeptiert war, wie es heute der Fall ist. Wut gehört dazu!
Wenn ich die Planeten in mir als innere Personen betrachte, so ist der Mars mein innerer Krieger, meine innere Kriegerin. Nicht die Chefin, das ist die Sonne, sondern derjenige, der sich für meine Individualität (Sonne) und meine Werte einsetzt und sie auch verteidigt, der Herausforderungen besteht, mich aus körperlich und psychisch bedrohlichen Situation befreit und meinen Willen durchsetzt. Diese innere Person will nicht lieb sein und sich anpassen. Mars ist dafür da, offensiv und egoistisch zu sein, zu gewinnen, zu erobern. Und wenn ihm, d. h. diesem Anteil in uns, immer wieder die Möglichkeit genommen wird, seinen Willen durchzusetzen, wird er wütend. Je nachdem, wie harmoniebedürftig die anderen Planeten/Anteile in uns sind bzw. wie schwer es der Mars hatte sich frei zu entwickeln, desto mehr Schwierigkeiten haben wir, unsere Wut dort auszudrücken, wo sie hingehört. Wir richten sie dann auf eine andere Person, schlucken sie runter und bekommen Magenschmerzen, reißen uns zusammen und sind verspannt. Auf Dauer kann ein blockierter Mars zu größeren Problemen führen: Unbewusste Wut und Groll sind für viele psychische Probleme verantwortlich. Wenn Mars in den Keller gesperrt wird, können Opferhaltung, Depression, aber auch Grausamkeit und unkontrollierte Aggression die Folge sein.
Um das Thema Wut besser zu verstehen, ist es hilfreich, sich auch die anderen Bedeutungen des Symbols "Mars" anzuschauen. Mars steht für Wut, aber ebenso für Mut, Aktivität, Entscheidungsfreude, Willenskraft, Direktheit, Durchsetzungsfähigkeit. Wenn ich also Probleme mit Wut habe (unterdrückte Wut oder stark ausgelebte Wut), ist es wahrscheinlich, dass ich auch Probleme mit den anderen Bedeutungen habe - mich entweder kaum durchsetzen kann, nicht weiß, was ich will oder ohne Rücksicht auf andere meinen Willen durchdrücke. Oft lässt sich an bestimmten Konstellationen im Horoskop erkennen, dass der Mars besondere Beachtung braucht. Durch die Kombination mit den anderen Planeten ist es möglich, die Art der Probleme genauer zu beschreiben, so dass dann mit den Klienten direkt an ihrer individuellen Situation gearbeitet werden kann.
Die Berücksichtigung der Individualität ist ein wichtiges Merkmal der Astrologie. Es gibt nicht nur eine Art wütend zu werden, sich durchzusetzen etc. Je nachdem, in welchem Tierkreiszeichen der Mars steht, drückt er sich unterschiedlich aus. Der Mars im Stier wird nur langsam aktiv oder wütend, hat einen langen Atem, seine Ziele zu verfolgen und setzt sich auf eine unaufgeregte, aber nachhaltig wirkende Weise durch. Flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren, ist allerdings nicht seine Stärke. Mars im Schützen dagegen entflammt schnell, regt sich heftig auf und dann wieder ab, setzt sich gerne für hohe Ideale ein, hat aber dann oft nicht die Geduld, die Sache auch bis zu Ende durchzuziehen. Mars im Skorpion dagegen hat ein fixes Bild im Kopf von dem, was er erreichen will und setzt dann alles daran, dies auch zu schaffen. Nach außen ist die Entschlossenheit, mit der er vorgeht, oft nicht zu erkennen, aber innerlich verbeißt er sich manchmal regelrecht in sein Ziel. Dieses mit etwas Distanz zu betrachten, fällt ihm schwer.
Je besser ich meinen eigenen Mars kenne, desto besser kann ich die mir entsprechende Art mich durchzusetzen entwickeln und muss mich nicht für meine individuelle Ausdrucksweise verurteilen oder versuchen, einer allgemeinen Norm zu entsprechen. Es kann mir auch helfen, mit meiner Wut adäquat umzugehen. Der Schütze-Mars kann verstehen, dass er sich zwar vor zu heftigen Ausbrüchen hüten muss, aber immer eher temperamentvoll agieren wird. Das gehört zu ihm. Und wenn ich den Skorpion-Mars in mir ständig dafür kritisiere, dass er sich einem Ziel mit Haut und Haaren verschreibt, anstatt cool und rational zu reagieren, akzeptiere ich mich nicht so, wie ich bin und nehme mir meine Kraft.
Der Blick in das eigene Geburtshoroskop kann also aufzeigen, welche Stellung der Mars im Verhältnis zu den anderen Planeten/inneren Anteilen hat. Ist das restliche Horoskop stark harmonieorientiert, ist es sicherlich schwerer, die Mars-Eigenschaften offensiv zu leben, und sie bedürfen einer bewussten Stärkung. In jedem Fall unterstützt das Wissen um das eigene Horoskop uns, das eigene innere Gefüge besser zu verstehen und allen Anteilen, auch der Wut, zu ihrem Recht auf angemessenen Ausdruck zu verhelfen.
1996 - 1998 Intensiv-Ausbildung am Astrologie-Zentrum-Berlin;
Heilpraktikerin/Psychotherapie
Astrologische Beratungen und Kurse:
Neuer Anfängerkurs ab März - mittwochs 19:00-21:30 Uhr
Horoskopaufstellungen: 6.3. und 3.4.09, 19:00-21:30 Uhr
Information + Anmeldung: Tel: 623 32 17 und evelyn.rodtmann@aquariana.de | www.innenreisen.de
Das Holz, die Leber, die Wut Überlegungen der Chinesischen Medizin
Torsten Ziegler
Liebe Leserinnen und Leser,
vielleicht kennen Sie Personen in Ihrem Lebensumfeld, die öfter gereizt reagieren. Vielleicht haben Sie selbst schon einmal die aufsteigende Wut in sich gespürt und sich später gefragt, wie eine Kleinigkeit Ihre Emotionen so in Wallungen bringen konnte.
Die Chinesische Medizin hat durch lange und akribische Beobachtungen einen Weg gefunden die Abläufe in der Natur und im menschlichen Körper zu beschreiben. Im Vordergrund stehen die gesunden, natürlichen Abläufe im Menschen. Aus Ihrem Verständnis ergeben sich dann Erklärungen für die Zustände, die wir als unangenehm, bis hin zu krankhaft bezeichnen. Im folgenden beschreiben ich einen Gedankengang der Chinesischen Medizin, der uns „inneren Druck“, Stimmungsschwankungen und die Entstehung der Wut erklärt.
Bei der Beschreibung von Abläufen in der Natur folgt die Chinesische Wissenschaft und Philosophie einem Prinzip, das wir Analogie nennen. Zwischen Dingen oder Ereignissen, die gleichzeitig eintreten, werden Verbindungen hergestellt. So wird zum Beispiel der Frühling mit der Farbe Grün und mit dem jungen Sproß der Sträucher und Bäume verbunden. Die Energie in dieser Zeit ist aufstrebend, voranschreitend. Mit der Kraft, die in den vorausgehenden ruhigen Monaten gesammelt wurde, wird nun Neues angepackt. Es ist die Zeit des Neuanfangs.
In der Sprache der Chinesischen Medizin sagen wir ganz verkürzt „Wandlungsphase Holz“ und beschreiben damit diese große Vielzahl von Phänomenen, Ereignissen, Funktionen, denen alle die Qualität des Frühlings innewohnt.
Zur Wandlungsphase Holz zählen das Treiben und Ausschlagen der Pflanzen, das Erwachen der Energien, der Aufbruch, der zarte Anfang. Auch der Wind gehört dazu, der im Frühjahr heftig wehen kann und die jungen Triebe leicht umknicken läßt.Im Körper des Menschen haben die Funktionskreise der Leber und der Gallenblase diese Qualität des Neuanfangs. Das Wort Funktionskreis beschreibt, daß die Organe in der Chinesischen Medizin einen viel größeren Bedeutungsrahmen haben, als die rein physikalische Struktur, wie wir sie aus der westlichen Medizin kennen. Zum Beispiel gehört auch die Emotion der Wut und des Zorns zu diesen beiden Funktionskreisen und zu der Wandlungsphase Holz. Warum das so ist, erkläre ich Ihnen im Folgenden anhand der Physiologie der Funktionskreise von Leber und Gallenblase.
Der Funktionskreis der Leber ist dafür zuständig, die Energien, die durch die Verdauung der aufgenommenen Nahrung entstanden sind, im Körper zu verteilen. Er hat die Funktion, die Flüssigkeiten im Körper zu zirkulieren, genauso wie im Frühling die Säfte wieder in den Bäumen und Sträuchern fließen.
Dabei muss er mit dem Funktionskreis der Gallenblase zusammenarbeiten, den man als Ventil sehen kann, das den Lauf der Leberenergie kontrolliert. So wie ein Küken erst die Schale des Eies durchbrechen muss und ein Spross die Hülle des Samens sprengt, so muss die Energie des Funktionskreises Leber das Ventil der Gallenblase durchbrechen.
Wie bei der Eierschale ist es dabei nicht die Aufgabe des Funktionskreises der Gallenblase, die Energie der Leber auf Dauer zurückzuhalten, vielmehr soll sie gehalten und geschützt werden bis sie reif ist, in die Welt zu treten.
Im Chinesischen heißt es deshalb von einem Menschen, der seine Kräfte gesammelt hat und nun mit großem Mut voranschreiten kann, dass er eine „große Galle“ hat.
Der Schlüssel der Kraft liegt im harmonischen Zusammenspiel der Funktionskreise Leber und Gallenblase, dem Wachsen der Energien und ihrer gezielten Freisetzung.
Menschen, die ihre Stärke in der Wandlungsphase Holz haben, sind an Abwechslung interessiert, haben Visionen und sind oft im künstlerischen Bereich tätig. Sie haben die Gabe, etwas Neues zu erschaffen.
Was passiert, wenn die Wandlungsphase Holz und die Zusammenarbeit der Funktionskreise Leber und Gallenblase durch Krankheit oder äußere Stressfaktoren gestört sind?
Die Chinesische Medizin unterscheidet krankhafte Zustände immer danach, ob es sich um eine Fülle oder eine Leere der Energien handelt. Betrachten wir zuerst die „Fülle“, also eine krankhafte Übersteigerung der Energien in der Wandlungsphase Holz.
Wenn der Funktionskreis der Leber in Fülle ist, kommt Unruhe auf. Die vorantreibende Energie ist (zu) stark, die Gedanken sind immer wieder mit Neuem beschäftigt. Wenn die Umwelt da nicht mitspielt, kann schnell Ungeduld entstehen. Wie das junge Grün in der Natur zum Himmel strebt, so steigt auch im Menschen die Energie auf. Das führt leicht zu einem roten Kopf oder zu Kopfschmerzen. Wir sind dann nervös und verlieren etwas den Boden unter den Füßen. Die Energie des Funktionskreises Leber kann sich auch stürmisch erheben wie der Wind im Frühjahr und im Extremfall zu einem Schlaganfall führen.
Sie haben vielleicht schon ein Bild von so einer Person vor Augen. Es könnte ein Managertyp sein, immer am arbeiten, hektisch und ungeduldig. Wenn seine Umwelt da nicht mitzieht wird Ungeduld schnell zur Wut, sein Blutdruck steigt, er bekommt einen roten Kopf und äußert sich lautstark. Wenn er dann Dampf abgelassen hat, meldet sich womöglich noch sein Tinnitus und neuer Ärger ist im Anzug.
Wenn der Funktionskreis der Gallenblase zu sehr in Fülle ist, dominiert er die Leberenergie und hindert sie an der freien Entfaltung. Das Ventil öffnet sich nicht zur rechten Zeit. Dann stagniert der freie Fluss der kreativen Energien und auch der Säfteverteilung im Menschen.
Die betroffene Person fühlt sich dann unter Druck, was oft auf den Magen schlägt und die Verdauung behindert. Da die Entfaltung gehemmt ist kann es zu starken Stimmungsschwankungen kommen bis hin zur Depression. Durch den Druck, den der Kampf der Leber gegen die Gallenblase erzeugt, entsteht Hitze im Körper, die zu geröteten Augen und Schwitzen bei gleichzeitig kalten Händen und Füßen führen kann. Hier findet der Kampf mehr im Inneren statt als beim Managertyp, die aufgestauten Energien können sich jedoch auch sehr heftig Luft verschaffen.
Zum Bild würde eine Person passen, die ihre Wut unterdrückt und nicht offen herauslässt. Innen steht sie dafür unter starkem Druck. Sie leidet unter Verspannungen, Verstopfung und neigt ebenfalls zum hohen Blutdruck.
Eine ganz leichte Version dieses Geschehens kennen Sie vielleicht selbst unter dem Namen Prämenstruelles Syndrom. Wenige Tage vor Einsetzen der Regel kommt es zum Wettstreit um das Freigeben der Regelblutung im Körper der Frau. Die Folge sind Stimmungsschwankungen und Spannungen im Körper, speziell in den Brüsten.
Alkohol wirkt aus Sicht der chinesischen Medizin entspannend auf den Funktionskreis der Galle. Darum trinken Personen mit Problemen in der Wandlungsphase Holz auch gerne mal ein Gläschen, um sich dann endlich alles „von der Leber reden“ können. Leider schwächt Alkohol auf Dauer den Funktionskreis der Leber und führt zu Hitze im Körper. Dies kann die aufsteigenden Emotionen noch verstärken und auf lange Sicht zu verschiedenen ernsten Leerezuständen führen.
Weitere Ausführungen hierzu können Sie im nächsten Teil dieses Artikels lesen, darin geht es um die Erschöpfung der Energien und die Leere des Blutes.
Der erste Schritt zur Besserung ist natürlich immer das Verständnis für die Abläufe. Ich kann mit meiner Wut - und auch mit der der anderen - besser umgehen, wenn mir ihre Entstehung erklärbar ist.
Der zweite Schritt ist es, sich Hilfe von Außen zu holen. Dafür bietet die Chinesische Medizin verschiedene Therapiemethoden an.
Mit Akupunktur wirke ich gezielt auf die einzelnen Funktionskreise ein und „erinnere“ sie wieder an ihre gesunde Funktionsweise. Mit Akupunkturpunkten wie Le 3 Tài Ch?ng unterstütze ich den Funktionskreis der Leber in seinem harmonischen Wirken, und mit Punkten wie Di 4 Hé G? fördere ich die Entspannung.
Ist es bereits zu Leerezuständen gekommen, setze ich ggfs. Chinesische Kräuter ein.
Meine Behandlungsidee ist immer, den Körper dabei zu unterstützen, seine natürliche Funktionsweise wieder zu entdecken. Was nützt es, einmal den Deckel des Kochtopfs anzuheben und Dampf abzulassen? Wir müssen selbst wieder die Regelung des Feuers unter unserem Kochtopf übernehmen, um in eine gesunde Balance zu kommen. Dabei bietet die Chinesische Medizin wertvolle Hilfe.
Torsten Ziegler, Heilpraktiker
Kostenlose Informationsveranstaltungen zur Chinesischen Medizin immer am 4. Dienstag im Monat im Aquariana. Nächste Termine:
Di, 24.02.09, 19:00 Uhr: Plagegeist Kopfschmerz - Warum die Energie zum Kopf aufsteigt und wie sie von der Chinesischen Medizin gebändigt wird.
Di, 24.03.09, 19:00 Uhr: (k)ein Auge zubekommen - Wie Yin und Yang unseren Schlaf bestimmen und wie die Chinesische Medizin Ihre Nachtruhe unterstützen kann.
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Wie man Gewebe sanft von Wut und Ärger befreit ….
Sandra Hintringer
Täglich kommen Menschen in meine osteopathische Praxis, welche sich kaum bewegen können, den Rücken ganz steif halten. …mich hat die Hexe geschossen so oder so ähnlich werde ich dann begrüßt. Alles fällt schwer das Auskleiden, Hinsetzen, Hinlegen … Sanft befragen meine Finger alsbald das Gewebe und spüren die Blockaden im parietalen, viszeralen und craniosakralem System auf. Das parietale System umfaßt die Knochen und Gelenke, sprechen wir von viszeraler Osteopathie so geht es um die Arbeit an den inneren Organen, zum Beispiel an der Leber. Die craniosakrale Osteopathie beschreibt die Arbeit an den Schädelknochen sowie am Kreuzbein. Zwischen diesen beiden Strukturen sowie im Rest des Körpers breitet sich neben dem Herzschlag ein weiterer autonomer Puls aus der craniosakrale Rhythmus.
Meist finden sich Blockaden an ganz anderen Stellen, als der Schmerz sich bemerkbar macht. Doch wie kommen diese Einschränkungen überhaupt ins Gewebe? Dafür gibt es vielfältige Gründe. Zum Beispiel ungünstige gleichförmige Arbeitshaltungen oder auch Ernährungssünden. Ein ganz bedeutender Grund jedoch sind aus meiner Sicht unverarbeitete oder nicht bewusst gemachte Gefühle. Täglich sind wir einer Flut von Stresssituationen ausgesetzt und das ein Leben lang. Lärmende Nachbarn, ungünstige Situationen in zwischenmenschlichen Beziehungen oder auch nur ein etwas zu lautes Fahrzeug. All dies sind Stressoren für den Organismus, mit denen es umzugehen gilt. Nervengeflechte bilden die Verbindung zwischen höheren Hirnzentren und den Organen und können so im Stressfall Meldungen an das jeweilige Organ senden. Man sagt, dass der Körper in den einzelnen Zellen sekundengenau speichert, was Tag für Tag um uns herum passiert. Dabei ist es unerheblich, ob die Ereignisse gerade eben passiert sind oder schon sehr lange in der Vergangenheit liegen.
So kam zum Beispiel kürzlich eine junge Frau zu mir, welche sich vor lauter Schmerzen nicht mehr zu den Füßen hinunter beugen konnte. “Auf einmal gab es einen Knall im unteren Rücken“, beschrieb sie mir „…und ich konnte mich nicht mehr bewegen.“ Bei der Untersuchung fand ich Blockaden an den Kopfgelenken, an der Leber und am Dickdarm. Und während ich mit gezielten Techniken die Leber sowie umliegendes Gewebe von den Spannungen befreite, erzählte sie mir so ganz nebenbei, wie sie sich über ihren Sohn ärgere, welcher einfach den Weg im Leben nicht finde. Die Behandlung dauerte etwa eine Stunde. Nach der Behandlung testete ich erneut die Bewegungen. Der Rücken war wieder normal beweglich, die Schmerzen waren verschwunden.
In dieser Behandlung konnten die unverarbeiteten Gefühle (hier der Ärger über den Sohn) durch die Anregung des Zellstoffwechsels den Weg von der Körperebene wieder ins Bewusstsein finden. Somit ermöglicht man dem Gehirn, die Situation erneut zu betrachten und zu verarbeiten. Einerseits, indem man das Gewebe durch gezielte osteopathische Techniken entspannt. Andererseits, indem man die Situationen, welche sich störend auf das Wohlbefinden auswirken, verbalisiert, konkretisiert und damit die Sicht auf die Dinge ändert. Im oben genannten Beispiel besprach ich mit der Dame die Lebenssituation als allein erziehende Mutter und gemeinsam fanden wir Lösungsansätze. Dabei bleibt zu erwähnen, dass Osteopathie in erster Linie eine Körpertherapie ist. Da sich Körper und Geist jedoch nicht trennen lassen, bietet solch eine Behandlung eine große Chance, versteckte, unausgesprochene Gefühle aufzuspüren.
Das oben genannte Beispiel ist eine Erfahrung aus meiner Praxis und erhebt keinerlei Bestand auf Gesetzmäßigkeit. Nicht jeder, der sich „mal“ ärgert, muss ein körperliches Problem bekommen. Auf jeden Fall wirkt sich ein fröhliches zufriedenes Inneres unmittelbar auf die Körperchemie aus.
In meinen Behandlungen betrachte ich jeden Einzelnen in seiner Individualität. Aufmerksam nehme ich die Zeichen des Körpers wahr und gebe mit sanften Techniken den Anstoß zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden. Vor jeder Behandlung findet eine ausführliche Befragung sowie Untersuchung statt. Danach beginnt die eigentliche Behandlung. Möglich sind sanfte Techniken oder auch Manipulationen. Ich arbeite ausschließlich mit weichen Gewebetechniken, um dem Körper nicht unnötigen Stress zu bereiten.
Doch wie funktionieren denn nun diese sanften osteopathischen Techniken? Ich benutze zum Beispiel die sogenannten Flüssigkeitstechniken. Der Körper besteht aus vielen Zellen, die ein Großteil Wasser enthalten. Durch Anregen einer wellenartigen Bewegung ähnlich der, als würde man einen Stein in einen See werfen, leitet sich die Flüssigkeitsbewegung von Zelle zu Zelle weiter und hilft durch stetiges Auftreffen von neuen Wellen, verfestigte Zell- und Gewebebereiche wieder beweglich zu machen. Blockaden lösen sich dadurch. Bei diesen Techniken lege ich meine Hände auf einen bestimmten Bereich am Körper, zum Bespiel auf den Bauch oder auf den Kopf, spüre mich in die oben beschriebene Wellenbewegung ein und gebe lenkende Impulse.
Zusammenfassend bleibt zu sagen, das jedes Individuum anderen Einflüssen ausgesetzt ist und anders reagiert. In den meisten Fällen erreiche ich unter Mithilfe meiner Klienten im Rahmen von zwei bis fünf Behandlungen deutliche Verbesserungen der körperlichen Beschwerden.
5-jähriges Studium der Osteopathie am Institut für angewandte Osteopathie
Und nun noch ganz aktuell:
Am Mittwoch, 28.2.2009, 10:00-11:15, startet ein neuer Rückenschulkurs unter osteopathischen Aspekten. Der 10-wöchige Kurs findet im Aquariana statt und ist für jeden geeignet, der den Wunsch nach mehr Beweglichkeit verspürt. Kosten: € 99,- / 10 x. Im Rahmen der Präventionsangebote der geseztlichen Krankenkassen ist eine Bezuschussung durch Ihre Kasse möglich.
www.osteopathie-hintringer.de
Telefon: 030 53 60 98 89 und sandra.hintringer@aquariana.de
Sich wohlfühlen mit Massagen
Interview mit Sabine Spies
Anderen Menschen Wohlbefinden zu geben, ist sicherlich Dein Spezialgebiet, denn Du bietest Fußreflexzonenbehandlungen, Hot-Stone-Massage und Lymphdrainage in Deiner Praxis an.
Sabine Spies: Ja, das stimmt. Wohlbefinden entsteht dadurch, dass das körperliche und das innere Gleichgewicht gefördert wird. Zu allererst aber heißt das, möglichst schmerzfrei zu sein!
In Deine Praxis kommen z.B. Menschen nach Knochenbrüchen und bei Krebserkrankungen, um von Dir Lymphdrainagen zu bekommen. Was machst Du da genau?
Zunächst: Das Lymphsystem transportiert Schlackenstoffe, Abbauproduktue zu den Lymphknoten, ist also wichtig für das Immunsystem. Die Lymphdrainage ist eine oberflächliche, sehr sanfte Technik, die den gestauten Fluss wieder in Gang setzt. Bei Krebserkrankungen, wenn Lymphknoten entfernt worden sind, wird dies regelmäßig zur Ödemprophylaxe verordnet.
Bei der Manuellen Lymphdrainage wird das Immunsystem stimuliert, der ganze Tonus wird heruntergesetzt und das vegetative Nervensystem beruhigt. Ich nehme zur Unterstützung oft noch die Fußreflexzonenbehandlung dazu, da der ganze Körper im Fuß wiedergespiegelt ist.
Im Zuge der Wellnesswelle wird Wohlgefühl meistens mit Entspannung gleichgesetzt. Sich wohlzufühlen scheint aber viel mehr zu sein als Entspannung?
Ja, auf alle Fälle! Wohlgefühl ist immer abhängig von der individuellen Lebenssituation. Kranke Menschen und Menschen mit Schmerzen fühlen sich nicht wohl. Da geht es erst mal um Linderung, und da sind 6 - 10 Sitzungen Fußreflex oder Lymphdrainage schon notwendig. Andererseits ist es aber auch nicht einfach zu definieren, wer wirklich gesund ist ... Wohlbefinden hat für mich eigentlich am meisten damit zu tun, in Verbindung zu sein: Mit sich, mit Menschen, der Natur, der Gesellschaft. Auch Lebenskrisen gehören dazu.
Bei der Hot-Stone-Massage, die Du ja auch anbietest, arbeitest Du nun mit Material, das sehr anders ist als ein menschlicher Körper. Ich finde es unter dem Gesichtspunkt „Wohlgefühl“ überraschend.
Das ist es sicher, allein von der Härte des Materials her. Aber als gelernte Steinbildhauerin kann ich natürlich auf einer sehr innigen Beziehung zum Stein aufbauen. Allerdings behandle ich hier mit Magma-Steinen aus der Erdmitte, die sich im Meer rund abgeschliffen haben. Das ist eine sehr besondere Ursubstanz, und ich finde es schön, die Menschen damit in Berührung zu bringen.
Wie kann ich mir das vorstellen?
Die Steine werden auf 50° C erwärmt, dann streiche ich mit ihnen über die Haut, lasse sie, etwas abgekühlt, auf bestimmten Stellen liegen, gehe aber durchaus auch in Gewebeverspannungen direkt rein. Manchmal nehme ich im Wechsel kalte Steine dazu, was dann Reize setzt und z.B. sehr durchblutungsfördernd wirkt.
Immer scheint es aber über die rein körperliche Massage hinauszugehen.
Nun, ich lasse meinen Patienten viel Raum. Natürlich mache ich eine kurze Anamnese, aber für mich stehen an erster Stelle Respekt und Annahme - ganz wesentlich übrigens für‘s Wohlbefinden! Ich forciere also nichts. Mit manchen Menschen komme ich ins Gespräch, und andere wollen das nicht. Ich gehe sehr in Resonanz mit dem Körper, lasse mich von meiner Wahrnehmung leiten. Interessant vielleicht: Masseure, die nach der hawaiianische Huna-Philosophie arbeiten, massieren Affirmationen für den Menschen in dessen Zellen ein. Es gibt ja das zelluläre Gedächtnis - da bin ich direkt dran. Ich berühre und bewege.
Was bekommen Deine Patienten am meisten von Dir?
Ich glaube, sie können sehr tief entspannen.
Das klingt, als kämest Du den Menschen sehr nahe.
Ja! Aber noch mal: nur so weit, wie es die Schutzspannung erlaubt, die der Mensch aufbaut. Und mir geht es auch nicht darum, dass Menschen vollkommen zerfließen. Meistens arbeite ich am Schluss einer Behandlung noch mal an den Füßen. Das erhöht wieder den Tonus und gibt Erdung.
Wie oft sollte man zu Dir kommen?
Ach, zum Wohlfühlen gern jede Woche ...
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Sabine Spies, Heilpraktikerin und Physiotherapeutin
Neben der Körperarbeit mit Wellness- und medizinischen Massagen leitet sie auch Kindertanz-Gruppen.
Tel. 69 80 81-16 und SabineSpies@Aquariana.de
Die Klassische Homöopathie bewirkt, den Organismus nachhaltig in einen stabilen Zustand zu versetzen. Dabei spielen in der Anamnese neben den körperlichen immer auch die Geistes- und Gemüts-symptome sowie die Familiengeschichte eine Rolle.
Der große Vorteile dieser Behandlungs-methode liegt daher in ihrer Möglichkeit zur Prävention. In der kontinuierlichen Begleitung wird der Organismus ge-kräftigt, um z. B. Infektionen abwehren zu können, das Immunsystem.wird gestärkt, um Allergien vorzubeugen, Depressionen in den Wechseljahren werden vermieden.
Das allgemeine Wohlbefinden und ein gutes Körpergefühl werden gefördert.
Wohlgefühl im Wandel
Interview mit Alice Kohl
Du bist Klassische Homöopathin seit 20 Jahren - kommen Patienten zu Dir, um sich wohler zu fühlen?
Alice Kohl: Früher eher - da stelle ich in meiner Praxis eine Veränderung fest. Früher kamen Patienten, um sich auch über längere Zeiträume homöopathisch begleiten zu lassen - aus homöopathischer Sicht eine Prophylaxe und eigentlich eine ganz klassische Aufgabe von Heilpraktikern. In letzter Zeit stelle ich fest, dass viele Frauen beispielsweise bei Menstruationsbeschwerden Schmerztabletten nehmen, und zwar dauerhaft. Das Gleiche bei Kopfschmerzen, man ist da sorgloser im Umgang mit den allopathischen Medikamenten geworden.
Nun, da stellt sich zuverlässig sofort Wohlbefinden ein ...
... insofern verständlich, ja. Aber auch bei kleineren Akut-Infektionen geht man heute eher zum Arzt und lässt sich naturheilkundliche, meistens pflanzliche oder homöopathische Komplexmittel verschreiben, die sehr gut helfen.
Eigentlich doch gut, oder?
Problematisch ist aus meiner Sicht daran, dass man nicht mehr merkt, dass es sich - bei wiederholten Schmerzen oder Infekten - um eine chronische Erkrankung handelt. Da gibt es nämlich eine tiefer liegende Störung, die immer wieder diese Symptome produziert (siehe Kasten).
Was ich gleichzeitig beobachte, ist, dass Menschen auf andere Art für sich sorgen: Sie machen eher mal Kurzurlaub und gehen zum Wellness in die Therme.
Findest Du, dass für Gesundheitsprophylaxe beim Heilpraktiker weniger Geld ausgegeben wird?
Ich glaube schon. Für die Gesundheit im engeren Sinne ist die Krankenkasse zuständig, und das persönliche Portemonnaie eher für Luxus und das besondere Wohlgefühl. Allerdings gehen sehr viele Leute z.B. zum Yoga und Pilates, auch jenseits der Präventionskurse der Krankenkassen.
Wer kommt dann zu Dir als Heilpraktikerin?
Die Frage ist eher, wann kommt man! Nämlich dann, wenn das Wohlgefühl schon lange weg ist und auch kurzfristig nicht wiederherzustellen ist. Also, wenn das Leben schon eingeschränkt ist und oft, wenn der Alltag nicht mehr zu bewältigen ist.
D.h. wenn es überhaupt keinen Raum mehr gibt für Wohlbefinden.
Ja. Da gibt es nur noch chronische Beschwerden, chronische Schmerzen. Und das einzige Verlangen geht dahin, überhaupt einigermaßen schmerzfrei zu werden. Das ist natürlich hart für die Patienten, und ich wünschte dann immer, sie wären schon früher gekommen.
Ich weiß, dass es vor 20 Jahren für viele, die sich mit alternativen Behandlungsmethoden beschäftigten, ganz wesentlich war, nicht nur den physischen Körper zu behandeln, sondern auch hohe geistige Ideale eine Rolle spielten.
Ja, es ging um Werte wie Freiheit oder Erleuchtung als Voraussetzung für Wohlgefühl. Dagegen war es fast ein Schimpfwort, Wohlgefühl als Wert an sich zu sehen. Das schien träge und egoistisch zu sein, das kleine Glück anstelle eines hehren politischen oder spirituellen Ziels. Das sehe ich heute viel bodenständiger.
Was meinst Du damit?
Ich glaube, Wohlgefühl ist als Wert an sich berechtigt. Und ganz nebenbei und völlig unangestrengt hat es eine so gute Wirkung auf unsere Umgebung, wenn wir uns selbst einfach wohl und zufrieden fühlen!
Wie verhält es sich dann mit den berühmten Erstverschlimmerungen, gerade in homöopathischer Behandlung?
Ich glaube nicht mehr, dass die sein müssen. Jedenfalls können Heilungskrisen viel sanfter verlaufen. Ich als Homöopathin reagiere sofort, wechsle das Mittel schneller, gebe LM-Potenzen, die schneller absetzbar sind.
Überspitzt ausgedrückt: Viel Leiden ist also nicht mehr ein Zeichen für tiefgehende Wirkung?
Ganz sicher nicht! Es gibt andere Kriterien in dem komplexen „Geschehen Mensch“. Dafür habe ich schließlich 20 Jahre Erfahrungen in meiner Praxis gesammelt!
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Alice Kohl, Klassische Homöopathie, Massagen, HP
Tel. 69 80 81-18
Beim Tag der Offenen Tür am Samstag, 10.1.2009 bietet sie eine homöopatische Akutberatung an.
Ich fühl mich wohl, du fühlst dich wohl ...
Ein astrologisches Gespräch zwischen Evelyn Rodtmann und Kristina Messerschmidt
• Astrologisch ordnen wir unserem Thema natürlich Mond und Venus zu. Und es ist ganz interessant, einmal zu sehen, wodurch sie sich voneinander unterscheiden:
• Mond: Das Wohlgefühl durch Geborgenheit und Aufgehobensein und Venus Wohlfühlen mit Luxus, Spaß und Genuss.
• Mond ist also die existenzielle Ebene: von Geburt an brauchen wir dies Wohlbefinden und streben es auch im späteren Leben weiter an - das basale Gefühl von „satt-warm-trocken“.
• ... und emotionaler Versorgung.
• Unbedingt! Das lässt sich gar nicht voneinander trennen. Interessant ist, welche Methoden wir heute verwenden, um das Satt-warm-trocken-Gefühl des Babys zu erreichen. Damals war es leicht, man gab Laut, und die Mutter befriedigte im Idealfall die Bedürfnisse sofort. Und dieser orale Wunsch nach sofortiger Bedürfnisbefriedigung ist eine sehr starke Kraft, kindlich und mächtig.
• Das sollten wir aber jetzt nicht verdammen.
• Nein, natürlich nicht, Mond ist ja die Instanz in uns, die dafür sorgt, dass wir uns regenerieren können und dass es uns gut geht. Problematisch wird es erst, wenn die Instanz Saturn (die erwachsene, Grenzen ziehende und strukturierende Stimme in uns) nicht vernünftig ausgebildet ist und die Regression sich ungehemmt durchsetzt. Auch glaube ich, dass Zufriedenheit, also in Frieden sein mit sich selbst, das größtmögliche Wohlgefühl gibt und die Basis ist für jede Unternehmung, Beziehung usw.
• Ja, und das ist individuell sehr unterschiedlich. Nutzen wir also das Geburtshoroskop dafür, herauszufinden, was wir als Erwachsene brauchen und wie wir dies in unseren Beziehungen (siehe Venus) ausdrücken.
• Astrologisch wird dies angezeigt durch die individuelle Stellung des Mondes in Haus und Tierkreiszeichen unseres Geburtshoroskopes. Ein erwachsener, reifer Umgang mit eigenen Bedürfnissen zum Wohlbefinden ist also, sich unserer Eigenart bewusst zu sein und für die Befriedigung sorgen zu können bzw. mit entsprechenden Enttäuschungen umzugehen.
Beispiele - etwas plakativ - für die Bedürfnisse und Regenerationsmöglichkeiten von Mond:
- Mond in Fische: braucht das Nichtstun, das Trödeln und Träumen, die Badewanne und kann ewig aus dem Fenster sehen.
- Mond in Schütze: regeneriert sich auf Reisen, liebt Abenteuerromane, braucht die Action und philosophiert über Schalke vor dem Fernseher.
- Mond in Luftzeichen erholt sich beim Zeitunglesen, Mond in Wasser beim Mittagsschlaf.
• Für das Leben in Partnerschaft oder Familien ist es daher essenziell wichtig, sich über die eigenen Bedürfnisse im Klaren zu sein, um Verstrickungen zu vermeiden.
• Ja, denn Mond wird sich in jedem Fall durchsetzen und sich holen, was er braucht; auch auf Kosten anderer und natürlich auf eigene Kosten, z.B. durch Krankheit. Wir kennen das ja, dass uns irgendwann, wenn wir über all unsere Grenzen gegangen und uns komplett verausgabt haben, eine Erkältung erwischt und uns dann doch ins Bett zwingt. Da holt sich Mond dann sein Recht, und wir können uns Fallenlassen.
• Wenn Mond also den Tribut an unsere Natur fordert und sozusagen die Grundhygiene ist, könnten wir Venus der Kultur zurechnen und dem Gang ins Hamam.
• Wobei deutlich zu machen ist, dass dies sehr kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten unterliegt: In Simbabwe geht es zurzeit um nichts anderes als sauberes Wasser, da ist satt-warm-trocken schon der Luxus! b.w.
• Und könnten wir dann Venus ganz weglassen?
• Kaum. Jedes Volk schafft sich eine Kultur des Besonderen, des Schönen, Festlichen und Dekorativen. Feste und Musik sind immer unter allen Umständen geschaffen worden. Auch jeder Einzelne schafft sich so etwas.
• Venus ist also das, was im engeren Sinne nicht nützlich ist und was wir dennoch brauchen. Exzessiv wird es allerdings zu Weihnachten, jedenfalls in der westlichen Welt: Wir wünschen uns nicht nur Schönes, das wir nicht brauchen, sondern wir verfallen dem Konsumrausch, Shop til you drop.
• Ist das nicht wieder mondhaft?! Ersatzbefriedigung und Kompensation für einen Mangel in unserem Beziehungsleben?
• Tja, beim Schenken sollte es eigentlich so sein, dass ich in Beziehung zu den anderen gehe, um herauszufinden, was ihnen Freude macht. Sich hineinversetzen in die andere Person, das ist doch eigentlich Venus.
• Das ist die ideale Kombination von Mond und Venus: Sich verbinden mit dem anderen - und ebenso mit sich selbst - und herausfinden, was Mond braucht. Mit einem Geschenk die andere zu erreichen, ist eine Freude für beide.
• Und welche Geschenke eignen sich nun für die verschiedenen Venuspositionen in den Zeichen?
(Beispiele wieder plakativ zur Verdeutlichung:)
- Venus in Schütze: exotisch, aufregend, Geschenke müssen eine Bedeutung haben. Wobei eine Safari besonsders toll wäre - eine Diashow über eine Safari es aber auch täte.
- Venus in Widder kann man mit einem Tandem-Fallschirmsprung eine Freude machen, und
- Venus in Krebs ist glücklich, wann man mit ihr gemeinsam Plätzchen backt.
- Venus in Stier liebt eine Essenseinladung in ein teures Restaurant.
Und ihrem Gegenüber Venus in Skorpion schenkt man:
•• einen Gutschein für eine - tiefgehende - astrologische Beratung im Aquariana!
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Evelyn Rodtmann, Tel. 623 32 17 - www.innenreisen.de
Astrologische Beratungen, Kurse und Horoskopaufstellungen
Kristina Messerschmidt, Tel. 69 80 81-17
Astrologische Beratungen
Beim Tag der Offenen Tür am Samstag, 10.1.09 bieten beide um 16:45 Uhr einige Überlegungen zur derzeitigen Opposition von Saturn und Uranus an:
„Mit dem Alten brechen, aber das Kind nicht mit dem Bade ausschütten -
Informationszentrale Horoskop“
Feldenkrais - Bewusstheit durch Bewegung
Ein Interview mit Dragana Cukavac
Dragana Cukavac: Ja - wenn ich mich einlasse!
Wie bei allem: Ich kann auch nur dann lesen lernen, wenn ich mich einlasse.
Spielt Lernen denn so eine große Rolle beim Feldenkrais?
Lernen ist zentral, wir nennen sogar unsere Kurse „Lektionen“. Es geht darum, die Wahrnehmung des Körpers zu schulen, genauer gesagt, die Selbstwahrnehmung ganz allgemein. Körper und Denken haben ja miteinander zu tun, unser Selbstbild bestimmt, wie wir handeln. Die Frage ist: Wie verbinden wir Fühlen und Denken miteinander, und wie manifestiert sich das im Handeln?
Das ist ja sehr weit gefasst!
Ja, und deshalb würde ich sagen: Feldenkrais kann jeder machen und jeder profitiert davon auf ganz eigene Art und Weise, unabhängig davon wie alt er ist, oder was er beruflich macht. So kann ich herausfinden, was ich tue, was immer wieder bei mir zu Verspannungen führt. Also: Nicht einfach Verspannungen passiv lösen lassen, sondern die Muster entdecken, die zur Verspannung führen. Und das sind Bewegungsmuster, aber auch Denkmuster.
Den Zusammenhang würde ich gern genauer verstehen.
Ich behaupte, dass wir alle täglich mit Leistung und Leistungsanforderungen zu tun haben. Jeder kann davon ein bestimmtes Quantum vertragen. Viele aber spüren ihre individuelle Grenze nicht, Verspannungen werden z.B. oft erst beim Auftreten von Schmerzen wahrgenommen. Das präventive Moment in der Feldenkrais-Arbeit jedoch ist es, die eigenen Grenzen und auch Ressourcen kennen zu lernen.
Wie ist das gemeint, die Ressourcen?
Oft haben wir eine bestimmte Vorstellung davon, wie eine Bewegung ausgeführt werden soll und wir strengen uns an, dieser Anforderung zu genügen. Dabei kann jede Bewegung auf unterschiedliche Weisen ausgeführt werden. Im Feldenkrais-Unterricht experimentieren wir mit der Bewegung, um herauszubekommen was der organischste, der leichteste Weg für den Einzelnen ist. Wenn wir den leichten Weg kennen, fragen wir uns oft, warum wir es Jahre lang anders, nämlich mit Anstrengung gemacht haben.
Anstatt immer nur aus- und durchzuhalten kann ich lernen, Leistungen spielerischer, kreativer zu erbringen. Das hat oft auch eine therapeutische Wirkung: Mein System reguliert und heilt sich selbst, weil ich es nicht mehr in stereotyper Weise belaste. Das kann man tatsächlich erlernen.
Wie funktioniert das genau?
Das Wie und nicht das Was der Bewegung ist wichtig! So mache ich die Bewegungen nie selbst vor, sondern sage sie nur an (z.B. die Arme über den Kopf heben). Jeder soll die Bewegung dann in seinem eigenen Tempo durchführen und herausfinden, in welchem Ausmaß er sie eigentlich machen will. Oder ich bitte die Teilnehmer zu erspüren wie sich verschiedene Körperteile unterstützen können bei der Bewegung, herauszubekommen woher sie die Kraft nehmen usw.
Ganz wichtig ist auch, dass die Bewegung mit Leichtigkeit durchgeführt wird und ohne Anstrengung. Das sage ich mindestens 20 mal die Stunde!! Menschen denken oft, sie haben nichts getan, wenn sie sich nicht angestrengt haben. Wenn man die Bewegung ohne Anstrengung macht, bleibt die Atmung frei, und alleine das führt schon zur Erleichterung im Körper, da mehr Sauerstoff zugeführt wird. Das Leistungsvermögen erhöht sich dann unmittelbar.
Aber Anstrengung ist doch auch toll!
Ja - wenn man sich danach wohl fühlt! Oft aber ist es so, dass man z.B. nach dem Joggen nicht richtig entspannt; dann entstehen richtige Muskelpakete, die jedoch oft nicht flexibel sind und daher auch nicht richtig leistungsfähig.
Im Feldenkrais ist die oberste Leitlinie, dass die Koordination zwischen den so genannten Protagonisten und Antagonisten verbessert werden soll. Protagonisten sind die Muskeln, die gerade aktiv sind, und Antagonisten sind die Gegenspieler oder vielleicht besser Mitspieler, also die Muskeln, die dann gerade nichts zu tun haben. Wenn also der Beuger arbeitet, dann muss sich genau in dem Moment der dazugehörige Strecker entspannen und ausdehnen können - dann nämlich wird die Bewegung als leicht empfunden, der Muskel fühlt sich geschmeidig an.
Und wie merke ich, dass ich das richtig gemacht habe?
Wir machen anfangs und am Ende eine Referenzbewegung. Wir haben also den Vorher-Nachher-Effekt, und die Teilnehmer, das ist ganz wichtig, haben so die maximale eigene Kontrolle über ihren Lernprozess.
Da kommt dann also wieder das Lernen ins Spiel?
Ja. Und hier kommt dem Nervensystem eine überragende Bedeutung zu. Wir greifen ja sinnvoller Weise - auf erlernte, automatisierte Bewegungsmuster zurück. Diese Bewegungen sind bei Bedarf, z.B. bei Alltagshandlungern wie Teeeingießen, sofort mobilisierbar. Problematisch wird es nur, wenn die Bewegungen uneffektiv sind oder schmerzhaft. Dann hat das Nervensystem nicht genügend Varianten zur Verfügung gehabt. Und diesem Umstand können wir nur mit dem Lernen begegnen.
Ich lerne, dass eine Bewegung auf viele verschiedene Arten durchgeführt werden kann. Sie kann kleiner oder größer sein, sie kann vom Zentrum und von der Peripherie aus angefangen werden. Und da jedes Nervensystem unterschiedlich lernt, bin ich sehr sorgfältig bei der Wortwahl beim Anleiten der Übungen: Ich gebe möglichst viele Anregungen, umschreibe die Bewegung auf verschiedene Weisen, versorge das Nervensystem mit vielen neuen Informationen. Auch der Perspektivenwechsel, das Wiederholen der Bewegung in unterschiedlichen Positionen, schafft Anreize für das Nervensystem und gibt ihm Vergleichsmöglichkeiten. Aus diesem „Material“ kann das Nervensystem das heraussuchen, was für ihn zum gegebenen Zeitpunkt verwertbar ist. Damit schaffen wir eine neue Ressource.
Ziel der Feldenkrais-Arbeit ist es also, nicht die Muskulatur zu verbessern, sondern die Steuerung der Muskulatur!
Ich verstehe. Und mehr Varianten in der Bewegung zu haben bedeutet auch mehr Flexibilität in unseren Handlungen zu haben?
Unbedingt! Moshe Feldenkrais sagte, ich sollte mindestens drei Möglichkeiten haben, um eine Handlung durchzuführen. Die brauche ich, um wählen zu können, nur dann bin ich frei. Und wir versuchen, die Menschen neugierig zu machen auf die eigenen unterschiedlichen Möglichkeiten.
Du erwähntest vorhin auch die emotionalen Aspekte Deiner Arbeit. Wie förderst Du die ?
Unser Körper und unsere Bewegungen haben immer auch eine emotionale Komponente. Und unser Körper ist ein sozialer Körper: Alle Erfahrungen, die wir in unserem leben, in unserem sozialen Umfeld gemacht haben, sind in unserem Körper gespeichert. Wenn wir beginnen, unsere Bewegungsmuster zu verändern, aktualisieren wir auch die dazu gehörigen Gefühle. Z.B. denken einige, ich kann das nicht, ich bin steif, oder man wird wütend, auch auf mich, weil ich scheinbar zu viel fordere. Manche fügen sich selbst Schmerz zu, weil sie etwas unbedingt schaffen wollen.
Wie gehst Du damit um?
Ich habe mittlerweile genug Erfahrung, um diese Stimmungen zu bemerken und verbalisiere sie auch, natürlich ganz allgemein. Ich ermuntere dazu auf, die Gefühle wahrzunehmen, den Widerwillen, die Traurigkeit, die Wut und sie auch anzunehmen. Dies sind ja Grenzen, an die wir kommen, und indem sie wahrgenommen und akzeptiert werden, müssen wir nicht mehr gegen sie ankämpfen. Oft lösen sich die Grenzen in Nichts auf sobald wir sie wirklich angeschaut haben.
Manche nehmen auch einige Stunden Einzelarbeit, wenn sie zu sehr mit sich hadern. In der Einzelarbeit kann ich individuell auf sie eingehen. Sie bleiben dabei passiv, so dass ihre üblichen Bewegungsmuster umgangen werden und sie schneller an neue Ressourcen kommen.
Dragana Cukavac, Vom Feldenkrais-Verband lizenzierte Feldenkrais-Lehrerin seit 2001.
Tel. 612 13 73
Feldenkrais-Kurs immer dienstags, 19:15-20:30 Uhr.
Einstieg nach Absprache.
Erfahrungen mit Feldenkrais
Ein Gespräch mit Teilnehmerinnen am 27.5.08
Mit Feldenkrais habe ich immer gleich einen Erfolg - nach jeder Stunde bin ich viel beweglicher, fühle mich größer, gestreckter.
Ach ja? Ich fühle mich kleiner und kompakter, mehr auf dem Boden stehend.
Also, ich fühle mich manchmal wie ... wie Gummi, ganz elastisch, oder körperlos, leicht, beschwingt. Ich glaube, weil ich mich einfach schmerzfrei fühle.
So ungefähr fing das Gespräch an. Jede wusste etwas anderes zu berichten. Und jede war ein regelrechter Fan von Draganas Feldenkrais-Kurs geworden. Nicht, dass die Frauen nicht schon allerhand ausprobiert - und durchaus nicht für schlecht befunden - hätten, doch, darin sind sie sich einig, Feldenkrais ist unglaublich effektiv!
Aber auch ziemlich speziell. Zum Beispiel soll man sich eine Übung immer erst einmal vorstellen, bevor man sie dann macht. Das hilft, dann geht es tatsächlich besser, sagt Rauthgundis. Eine Teilnehmerin konnte einige Übungen anfangs gar nicht, da hat sie sie erst mal nur in Gedanken mitgemacht, bis es dann allmählich ging.
Die Übungen werden auch nicht vorgemacht, sondern jeder muss seinen eigenen Weg suchen, die Anweisung umzusetzen. Ingrid berichtet, dass sie der Aufforderung, sich auf den Bauch zu legen, zuerst nicht nachkommen konnte. Dann sollte sie herausfinden, was sie an Hilfsmitteln dazu brauchte. Sie holte sich Decken und Kissen. Heute liegt sie problemlos auf dem Bauch, doch man merkt ihr an, dass es ihr auch im na chhinein noch wie ein kleines Wunder erscheint.
Manchmal aber hilft Dragana auch direkt. Zum Beispiel, wenn es ums Loslassen geht, und das scheint ein zentraler Punkt zu sein. Dann nimmt sie den Arm, bewegt ihn und sagt: nicht anstrengen, Schmerz vermeiden, loslassen und noch mehr loslassen. Unglaublich, finden alle übereinstimmend, wie viel man eigentlich festhalten kann ...
Keine Frage, dass die Lehrerin das A und O der Übung ist. Auch Feldenkrais ist eben nicht gleich Feldenkrais. Viel Erfahrung gehört nach der langen Ausbildung dazu und viel Einfühlungsvermögen. Nicht zu vergessen die ruhigen und entspannenden Räume im Aquariana, auch die tragen ihren Teil dazu bei, bekräftigen die Teilnehmerinnen.
Am Schluss der Stunde dann die „Vorher-nachher“-Bilanz. Da wird die Übung wiederholt, mit der die Stunde eröffnet wurde. Und schon am einfachen Stehen fällt auf, was sich alles verändert hat - Erlebnisse siehe oben.
Yoga
Ein Interview mit Hildegard Pätzold
E. Rodtmann: Ganz direkt gefragt: was hat man davon, Yoga zu machen?
Hildegard Pätzold: Ich mache seit 14 Jahren Yoga, bin gesund, kenne keinen Arzt. Ich bin sicher, dass es für die Teilnehmer genauso wirkt.
Was bewirkt diesen positiven gesundheitlichen Effekt?
Es ist die ganzheitliche Herangehensweise, bei der nicht nur der Körper geheilt wird, sondern auch die Seele und der Geist. Man wird zufrieden. Wenn man mit sich zufrieden ist und mit der Umwelt zurechtkommt, dann fördert das die Gesundheit. Und das Sivananda-Yoga zielt genau darauf: es arbeitet mit unserem Energiesystem, den sieben Chakren. Die Yogastunde ist so angelegt, dass immer der gesamte Körper durchmassiert wird. Es beginnt mit der ersten Übung, dem Kopfstand. Diese Übung stimuliert das Scheitelchakra. Darauf folgt der Schulterstand für das Kehlchakra, dann das Herzchakra usw. So werden alle Chakren von oben nach unten angesprochen. Hinterher fühlt man sich wie neu.
Wie erleben Deine TeilnehmerInnen die Yoga-Übungen?
Die Teilnehmer kommen oft gestresst an, wissen aber hinterher nichts mehr davon. Zuletzt hatte ich ein besonders schönes Feed-back von einem jungen Mann, der in den Anfängerkurs kam. Er meinte, dass er, wenn er dienstags beim Yoga war, mittwochs immer gut in der Schule ist, weil er sich besser konzentrieren kann.
Durch das Yoga kommt alles wieder ins Lot und die meisten bestätigen, dass sie danach sehr gut schlafen können.
Machen auch Anfänger gleich zu Beginn einen Kopfstand?
Nein, das bezieht sich auf die korrekte Übungsabfolge, die es im Sivananda-Yoga gibt. In den Kursen fangen wir natürlich mit vorbereitenden Übungen an.
Doch bevor wir mit den Körperübungen beginnen, machen wir noch die Atemübungen, das Pranayama. Dort gibt es zum einen die Reinigungsatmung, Kapalabhathi, die unsere Lungen reinigt, so dass sich weniger Schleim ansammelt und die das Immunsystem aufbaut. Die zweite Atemübung ist die Wechselatmung für unser inneres Gleichgewicht, die auch dazu führt, dass wir in unseren Handlungen zentrierter sind, nicht zu emotional oder zu Macht besessen, sondern das Weibliche und Männliche ausgleichen und in die Mitte bringen können. Das unterstützt uns auch dabei, ausgewogenere Entscheidungen zu treffen.
Du beschreibst stets körperliche wie auch emotional/seelische Wirkungen der Übungen.
Das gehört auch zusammen. Zunächst arbeiten wir viel mit dem Körper, da die meisten Teilnehmer mit einem bestimmten körperlichen Leiden kommen. Dann wird die Wirkung jedoch feinstofflicher, wenn wir zum einen die Atemübungen durchführen und es uns zum anderen gelingt, in den jeweiligen Stellungen - den Asanas - ruhig zu werden. Wie in einer Meditation können wir still werden und uns auf den Atem konzentrieren, so dass wir wirklich bei uns ankommen. Jede Yogastunde ist eine Meditation. Die meisten schließen während der Stunde ihre Augen und es wird in der Regel nicht gesprochen.
Jede Stellung unterstützt dabei auch eine bestimmte geistige Verfassung. Der Kopfstand zum Beispiel steht für Mut, da es schließlich auch Mut braucht, diese Übung durchzuführen. Es braucht aber auch Mut, die Welt einmal aus einer neuen Perspektive, d. h. umgekehrt, wahrzunehmen. Der Schulterstand wiederum steht z. B. für Heiterkeit. Die ganze Last aus den Beinen kann abfließen, das Herz wird entlastet.... So heißt es, dass gerade diese beiden Umkehrstellungen wie Urlaub für die inneren Organe sind.
Wie oft muss man Yoga machen, um gesundheitlichen Nutzen daraus zu ziehen?
Am besten natürlich täglich. Das kann eine Meditation sein, die Atemübungen oder einfach nur der Sonnengruß - eine Übungsfolge, die den Kreislauf richtig ankurbelt und so den Kaffee ersetzt.
Doch auch, wenn man nur einmal in der Woche zum Kurs kommt, gibt es schon einen positiven Effekt. Die Teilnehmer berichten mir immer wieder, dass sich Entspannung bereits dadurch einstellt, wenn sie aus dem Alltag heraus in die ruhigen Räume des Aquariana-Zentrums kommen. Das Yoga hilft einfach den Puffer zu verstärken, um der Welt gewachsen zu sein. Der Weg geht beim Yoga über die Körperübungen zum Feinstofflichen und führt zur Meditation.
Hilft Yoga auch dabei, einfach nur meine Muskeln zu stärken?
Bei den Körperübungen werden natürlich auch die Muskeln trainiert und aufgebaut. Besser formuliert, sie bringen die Muskeln wieder dahin, wo sie hingehören, z.B. können die Teilnehmer nach einiger Zeit beim Hinunterbeugen die Hände auf den Boden bringen. Dieses erreichen Sie einfach dadurch, dass die Muskeln im Schulterbereich wieder geschmeidiger und weicher werden.
Warum kommen die Teilnehmer in die Kurse?
In der Regel, weil sie körperliche Beschwerden haben, vor allem Rückenschmerzen. Außerdem leiden viele unter Stress und möchten beim Yoga Entspannen lernen. Anfangs sind sie oft überrascht, dass sie etwas tun müssen, um sich wirklich entspannen zu können. Das gelingt dann meist in der End-Entspannung, die ein fester Bestandteil zum Schluss der Yogastunde ist.
Warum gehört diese Entspannungsphase dazu?
In einer geführten Entspannungsübung gehen wir durch den ganzen Körper und lassen los. Die Muskeln sind sehr aktiviert worden, aber in dieser Entspannungsphase am Schluss können die verschiedenen Übungen, die Asanas, noch einmal richtig in den Chakren wirken. Innerhalb kürzester Zeit sind die Teilnehmer oft eingeschlafen und überlassen sich dieser Tiefenentspannung.
Geht das Yoga noch weiter, über die Übungen im Kurs hinaus?
Ein weiterer Aspekt, der zum Yoga gehört, ist die Ernährung. Man ernährt sich vegetarisch und verzichtet auf alle Rauschmittel, d. h. Alkohol, Zigaretten etc., um die Energien in Balance zu halten. In meinen Kursen spreche ich das zwar an, doch entscheidet hier natürlich jede/r selbst, wie weit er oder sie gehen möchte.
Je tiefer man sich einlässt, desto mehr ist dieses Yoga wirklich ein Weg sich selbst zu heilen. Es wird einem bewusster, wie man lebt, was man isst, mit welchen Menschen man zu tun hat. Die Wandlung ist wirklich tiefgreifend.
Hildegard Pätzold, Tel. 79 40 37 03
Dies ist nun die Fortsetzung vom letzten Newsletter, und ich werde einige der häufigsten in der chinesischen Medizin vorkommenden Syndrome vorstellen. Es kommt auch vor, dass sich einige Syndrome überschneiden dann ist eine genaue und individuelle Diagnose im Sinne der Chinesischen Medizin angezeigt, damit eine Besserung rasch eintreten kann.
Was ist ein Syndrom überhaupt?
Syndrome sind eine Kombination verschiedener Symptome, die ein Muster ergeben. Dabei ist es nicht wichtig, dass alle Symptome eines Syndroms gleichzeitig auftreten müssen. Es können sich eventuell nur einige davon zeigen, die aber von der Kombination her ein energetisches Grundmuster bilden und eine bestimmte Disposition anzeigen.
Syndrom-Muster und wie wir damit umgehen können
Schauen wir uns jetzt die verschiedenen Symptome der einzelnen Syndrom-Muster an, die gemäß der Chinesischen Medizin nach den Ursachen zusammengestellt wurden. Wählen Sie die Gruppe von Symptomen, die Ihren eigenen am nächsten kommt.
Ich möchte noch erwähnen, dass Bezeichnungen wie Nieren-Yin oder Leber-Yang keinerlei Rückschlüsse auf dien Zustand der erwähnten Organe beinhalten. Diese Bezeichnungen haben einen energetischen Hintergrund und meinen keine physischen Schäden an diesen Organen.
Nachthitze
Hitzewallungen
Kopfschmerzen
Schlafstörungen
Gereiztheit
Rastlosigkeit
steifer Nacken
Gelenkschmerzen
Antriebsarmut
oft auch beginnender Bluthochdruck
die Menstruation ist unregelmäßig und von wechselnder Stärke.
Dies ist eine klassische Kombination aus Erschöpfung, so genannter leerer Hitze und Stagnation (um genau zu sein: Nieren-Yin-Mangel mit aufsteigendem Leber-Yang). Neben allen im letzten Newsletter erwähnten Empfehlungen sollten Sie etwas tun, was die Entspannung fördert. Versuchen Sie es mit Shiatsu! Nachtkerzenöl kann bei Stagnation helfen und Gelee Royal (ohne Ginseng) bei dem Gefühl des Ausgelaugt-Seins.
Bei 80% der Brustkrebspatientinnen (die die schlimmsten Hitzewallungen bekommen) war Akupunktur zusammen mit einer speziellen Ernährung sehr wirkungsvoll, die Hitzewallungen zu lindern. Dazu gehörte auch, dass die Menge der Nahrung reduziert wird, dass Nahrungsmittel zur Entgiftung verzehrt wurden sowie Sojaeiweiß (Tofu), Hülsenfrüchte und Humus, Nüsse und Samen auch Kräuter wie Salbei, Fenchel und Petersilie sind hilfreich.
Sanfte Bauchatmung am Abend baut die Essenz wieder auf und führt zu einer allgemeinen Entspannung.
Bauchatmung: Legen Sie die Hände auf die Mittellinie unterhalb des Bauchnabels. Entspannen Sie Hände und Arme. Lassen Sie Ihren Körper weich und schwer werden. Spüren Sie unter die Hände auf dem Bauch, sind sie warm oder kalt? Horchen Sie mit den Händen auf jede kleine Bewegung im Bauch, während Sie ganz normal atmen.
Wenn keine Bewegung spürbar ist, machen Sie keine großen Atemzüge, sondern stellen Sie sich vor, dass Ihr Atem sich danach sehnt, in die Zone unter den Händen zu wandern, so wie ein Kind in die Arme seiner Mutter möchte. Bleiben Sie ganz entspannt und warten Sie auf eine Bewegung unter den Händen, wie klein sie auch sein mag.
Auch ein „Gefühl“ unter Ihren Händen ist ein Zeichen dafür, dass sich Energie nach unten bewegt, um Ihr vitales Zentrum aufzufüllen.
2. Syndrom-Muster
Erschöpfung
Übergewicht
Depression
Herzrasen
Übelkeit/Völlegefühl
kalte Hände und Füße
Konzentrationsprobleme
vaginaler Ausfluss
Niesen
Ekzeme oder andere Hautprobleme
der Zyklus ist unregelmäßig oder verlängert.
Dies ist eine Kombination aus Milz-Yang-Mangel und Feuchtigkeit. Sie können zusätzlich zu den oben erwähnten Empfehlungen etwas an der Ernährung ändern.
Shiatsu wird die Milz unterstützen und helfen, dass Sie sich besser fühlen, während die nötigen Veränderungen geschehen.
Ihre Symptome werden sich sehr verbessern, wenn Sie Zucker, Weizen und Milchprodukte reduzieren Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind eine der Hauptfaktoren, die Feuchtigkeit verursachen. Sie beginnen zur Zeit der Menopause wenn nicht schon früher, weil der Körper sich enorm anpassen muss und damit eventuell Schwierigkeiten hat.
3. Syndrom-Muster
Erschöpfung
Angst
Schlaflosigkeit
Nachtschweiß
Ohrgeräusche (Tinnitus)
Hitze und Frösteln im Wechsel oder sogar gleichzeitig
Verlust der Libido
trockene Vagina
Inkontinenz durch Stress
Kopfschmerzen
Schmerzen im unteren Rücken
der Zyklus ist unregelmäßig, die Menstruations-Blutung spärlich und rosa.
Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören, beruhen Ihre Symptome vorwiegend auf Nieren-Yang- und Nieren-Yin-Schwäche. Ruhe und Entspannung sind äußerst wichtig für Sie, und Sie sollten Ihren Körper, nicht Ihren Willen entscheiden lassen, wie viel Aktivität gut für Sie ist.
Versuchen Sie eine Qi-Gong-Gruppe zu finden, oder machen Sie Yoga (geben Sie eine andere Aktivität dafür auf). Machen Sie die oben beschriebene Bauchatmung. Füllen Sie Ihren Speicher mit der richtigen Nahrung auf Suppen auf Knochenbasis, lange und langsam gekocht, sind sehr gut oder, wenn Sie Vegetarierin sind, empfehle ich die Blau-Grün-Alge (Spirulina).
Chinesische Kräuter sind ein wunderbares Tonikum (Stärkungsmittel). Es ist jedoch sehr wichtig, eine genaue Diagnose erstellen zu lassen, damit die richtige Zusammenstellung individuell für Sie gefunden wird. Auf jeden Fall hilft auch hier Shiatsu, damit der Körper sich erholt und die Seele zur Ruhe kommt. Diese Symptomgruppe reagiert zusätzlich zum Shiatsu auch sehr positiv auf Reflexologie.
Was können wir auf dieser Grundlage der Selbsthilfe erwarten?
Die genannten Empfehlungen sind sanfte, unterstützende Maßnahmen, die Ihnen helfen, Ihre Konstitution zu verbessern und den Veränderungen anzupassen. Jede Veränderung wird allmählich vor sich gehen und sich über einige Zeit hinziehen.
Während die Selbsthilfe-Maßnahmen, die ich hier beschrieben habe, eine gute allgemeine Verbesserung für die Gesundheit sind, kann es sein, dass Ihr eigenes Muster ungewöhnlich ist oder sich mehrere Muster überschneiden. Dann sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und eine ausführliche Anamnese bei einer gut ausgebildeten Therapeutin für Traditionelle Chinesische Medizin aufsuchen. Dann kann das für Sie ganz individuell zugeschnittene Behandlungskonzept erstellt werden.
Erzeugen die Beschwerden jedoch einen allzu großen Leidensdruck, rate ich zusätzlich einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.
Nebenwirkungen werden Sie mit den Selbsthilfemaßnahmen nicht haben, es sei denn, Sie übertreiben mehrere Liter Grüner Tee am Tag können genau das Gegenteil bewirken, aber ein paar Tassen wirken Wunder. Koffeinentzug mag eine Weile Kopfschmerzen verursachen. Es könnte auch sein, dass Sie auf die Bauchatmung emotional reagieren durch Widerstand oder Kontraktion. Sollte das so sein: denken Sie an ein schönes Erlebnis und entspannen Sie sich wieder! Alle Methoden sollen dazu beitragen, dass Sie sich wohl fühlen. Wenn das nicht der Fall ist, sollten Sie die Bauchatmung nicht anwenden.
Wenn wir durch den Sturm der Wandlung hindurch sind, können wir entdecken, dass wir was den Zyklus des Werdens angeht uns in eine neue Dimension hineinbewegt haben, in eine Dimension des Annehmens und der Offenheit allem gegenüber, was die neue Phase uns bringen mag.
Babette Schwartz, Heilpraktikerin
Chinesische Medizin, Akupunktur, Shiatsu, Tel. 785 10 69
Neuere Literatur zum Thema Wechseljahre und jede Menge nützliche Tipps
Heute möchte ich die Rosinen aus einem Buch mit Ihnen teilen, das ich sehr spannend und aufschlussreich finde:
Verwandlungen: Lesben und die Wechseljahre, Ulrike Janz (Hg.) - Berlin, Krug & Schadenberg 2006
Viele verschiedene lesbisch lebende Frauen beschreiben darin mit großer Offenheit die Veränderungen, die sie in ihren Wechseljahren erleben - körperlich, seelisch, geistig. Sie erwähnen ihre selbst ausprobierten Rezepte und ihre Lieblingsbücher.
Natürlich ist die Lektüre dieses Buches genauso lohnend für heterosexuelle Frauen, denn Frauen sind Frauen, und Wechseljahre haben wir schließlich alle.
Erprobte Rezepte bei Wechseljahresbeschwerden
Gegen Nachtschweiß und Unruhe
1/2 l Wasser in einem emaillierten Topf oder Keramiktopf mit 2 EL Weizenkörnern 30 Min. kochen, abseihen und heiß vor dem Schlafengehen trinken. Das Rezept stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und beginnt nach einigen Tagen zu wirken.
Cornelia Burger und Christina Sachse empfehlen2 :
Pflanzliche Hormone
Sogenannte Phyto-Östrogene sind u.a. enthalten in:
Soja, Hülsenfrüchten, Leinsamen, Weizen, Papayas, Hopfen, Rhabarber, Senf, Zwiebeln, Granatäpfeln, Kirschen, Äpfeln
Wenn depressive Verstimmungen, Kopfweh, Verstopfung, Müdigkeit und Erschöpfung als Beschwerdebild zusammenkommen, kann die Ursache ein gestörter Energiefluss in der Leber sein. Leberstärkend sind folgende Lebensmittel:
Radicchio, Endivie, Löwenzahn, Feldsalat, Rucula
Petersilie, Dill, Basilikum
Artischocken, Avocados, Pampelmusen
Kohl, Spargel, rote Beete
Außerdem wirken Erholungspausen im Liegen ggf. mit einem feuchten Leberwickel (auf dem rechten Oberbauch) hier oft Wunder.
Osteoporose-Vorbeugung
Gut für den Knochenstoffwechsel sind Aqua-Gymnastik und Walken sowie andere sanfte Bewegungsformen.
Kalziumreich (außer Milchprodukten)
Weizen, Hafer, Soja, Walnüsse, Sesam, Mandeln, Broccoli, Grünkohl, Sellerie, Mangold, Basilikum, Petersilie, Feigen, Sardinen
Vitamin D ist enthalten in
fettem Seefisch, Eigelb, Lebertran und Champignons
Sonnenlicht!
im Winter Solarium
Traude Bührmann empfiehlt:
Rotklee (Phyto-Östrogen) als Tee oder Blüten über Salat oder Butterbrot
Schwarze Johannisbeere ist kreislaufstärkend
Petersilie enthält Eisen
Rosmarin ist leberstärkend
Melisse ist beruhigend
Christa Schulte
gibt Ratschläge für ein erfülltes erotisches Leben in und nach den Wechseljahren.
Wegen des meist spärlicher werdenden Scheidensekrets und der dünner werdenden Schleimhäute ist allgemein angesagt, wesentlich zärtlicher und sensibler beim Liebesspiel vorzugehen und neue Formen auszuprobieren. Gleitgel kann hilfreich sein.
Bei Osteoporose ist eine weichere Unterlage und "slow sex" gut.
Bei Harninkontinenz hilft PC-Muskeltraining, das gleichzeitig die Orgasmus-Muskulatur stärkt (s. Literaturhinweise)
Bei körperlichen Erkrankungen und Schmerzen sowie Depressionen kann Sex ablenken und gut tun durch die Ausschüttung von Endorphinen.
Literaturhinweise
Nissin, Rina: Wechseljahre Wechselzeit: Ein naturheilkundliches Handbuch.- Berlin: Orlanda-Verl., 4. Aufl. 2001
weitere naturheilkundliche Titel:
Collenberg, Dr. med Irmhilt Rüdt von: Natürlich durch die Wechseljahre.- München: Gräfe & Unzer 2000
autobiographisch:
Onken, Julia: Feuerzeichenfrau: Ein Bericht über die Wechseljahre.- München: Beck 1993
spirituell:
Andrews, Lynn: Aufbruch in ein neues Leben: Ein spiritueller Wegweiser für die Wechseljahre. - München: Goldmann 1993
zum Thema Sexualität:
van Rijsingen, Hannie: Sex und Fünfzig: Über Sehnsucht und Liebe in der 2. Lebenshälfte. - Frankfurt am Main: mvg 2004
zum Thema Inkontinenz:
Schreiber, Bali: Ganzheitliches Beckenbodentraining. - CD und Übungskarten unter www.bali-schreiber.de
Cantieni, Benita: Tiger Feeling Das sinnliche Beckenbodentraining für sie und ihn.- München: Südwest-Verl. 2003
sonstige:
Aliti, Angelika: Der weise Leichtsinn Frauen auf der Höhe ihres Lebens. - München: Piper 1998
Bopp, Annette: Eine unverwechselbare Zeit: Wie Frauen ihren Weg durch die Wechseljahre finden. - Reinbek: Rowohlt, vollst. überarb. Neuausg. 2004
Auswahl und Kommentare stammen von unserer Kollegin
Sigrid Werner, Heilpraktikerin im Aquariana
Shiatsu, Reflexzonentherapie, energetische Psychotherapie - Tel. 61 30 65 16
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1 Verwandlungen: Lesben und die Wechseljahre, Berlin 2006, S. 157
2 Burgert, Cornelia und Christina Sachse in: Verwandlungen, Berlin 2006, S. 22 ff
Embodiment oder die Vertreibung aus dem Paradies
Susanne Kukies
Bis vor kurzem habe ich den Begriff ‚Verkörperung’ d.h. ‚Embodiment’, ganz selbstverständlich in meiner Körperarbeit benutzt, weil ich selbst eine klare Vorstellung davon hatte, was es bedeutet. Genauer gesagt, weil ich es in meinem Körper fühle und gelernt habe, bei anderen zu sehen, zu fühlen oder zu spüren ob und wie sie etwas verkörpern, oder eben nicht. Das macht einen großen Teil meiner Qualifikation als Körpertherapeutin aus.
Jetzt merke ich, wie schwierig es ist, sich auf etwas zu beziehen, sich einig über etwas zu werden, was mehr als ein Konzept ist. Es beschreibt einen gelebten Zustand.
Anders als z.B. eine Ärztin, lerne ich also nicht ausschließlich über den Körper - eigne mir theoretisches Wissen über Physiologie und Anatomie des Körpers und seine Funktionen an -, sondern ich verbringe viel mehr Zeit damit, dieses Wissen zu verkörpern. Meine Haut zu spüren, als Grenze meines Körpers. Wie sie zwischen mir und meiner Umwelt Signale übermittelt. Ich lerne die Haut bei anderen zu berühren, sie anderen durch meine Berührung bewusst zu machen. Und ich lerne Verbindungen herzustellen zwischen innerem Spüren und äußeren Fühlen.
Was heißt es denn zum Beispiel, „dünnhäutig“ zu sein?
Wahrscheinlich reden wir von einem Zustand, in dem wir uns wiederfinden sagen wir mal durch Trennung von einem geliebten Menschen , wo alles, was auf uns einströmt, uns stärker berührt. Etwas ist passiert, und wir fühlen uns ‚dünnhäutig’. Was spüre ich denn jetzt von Innen? Wie macht sich das bemerkbar? Diese ‚Dünnhäutigkeit’ wirkt weiter und hat Einfluss auf unsere Empfindsamkeit, unseren Kontakt mit der Welt. Wir haben vielleicht das Gefühl, nicht mehr so viel aushalten zu können, ziehen uns zurück, rasten vielleicht bei (sonst) Kleinigkeiten aus, fangen an zu weinen oder sind sehr schnell beleidigt.
Ein (psychisches) Ereignis findet immer auch einen körperlichen Ausdruck. Nur werden wir das nicht immer spüren. In dieser Arbeit haben wir die Möglichkeit, wieder von der körperlichen Ebene aus auf unseren emotionalen und geistigen Zustand einzuwirken. Dafür müssen wir aber oft erst lernen, diese Zusammenhänge zu spüren uns wieder mehr körperlich zu fühlen.
Um bei dem Beispiel der ‚Dünnhäutigkeit’ zu bleiben, würde ich also tatsächlich mit der Haut selbst als Grenzorgan arbeiten. Z.B. durch ganz spezifisches Berühren der gesamten Oberfläche der Haut, verbunden mit der verbalen Botschaft: ‚Hier endet dein Körper!’ oder ‚Der Raum innerhalb dieser Haut gehört Ihnen allein, Sie dürfen darüber bestimmen!’ oder indem ich durch die verschiedenen anatomischen Schichten der Haut führe und so das Erleben der Haut verstärke. Dabei können die dazugehörigen Gefühle in einem geschützten Raum erlebt und ausgedrückt werden, wie Hilflosigkeit und Trauer. Durch diesen Prozess wird die Haut, also die Materie, lebendiger, beseelter Körper und das nennen wir Verkörperung/Emodiment. Nach einer solchen Behandlung fühlt sich jemand einheitlicher oder sagt: ‚Jetzt fühle ich mich nicht mehr so löchrig, so angreifbar.’
Somatische Körpertherapie geht davon aus, dass es eine Einheit und wechselseitige Abhängigkeit von Körper, Geist und Psyche gibt. Diese Einheit baut sich Idealerweise während der ersten Lebensjahre fest auf, und es stellen sich vielfältige Verbindungen und Verknüpfungen her, die uns ein stabiles Rückkopplungssystem geben über unser Körperempfinden und was das auf der Gefühlsebene bedeutet. Oder dass sich Glücksempfinden oder Trauer frei im ganzen Körper entfalten können. Bei psychischen und psychosomatischen Leiden ist diese Einheit oft nur brüchig hergestellt.
Später kommt dann, was ich etwas provokant ‚Die Vertreibung aus dem Paradies’ nenne und was für Erkenntnis unausweichlich ist. Sie geschieht allmählich mit dem Heranwachsen. Embodiment oder Verkörperung steht mehr und mehr anderen Zielen, Werten oder Interessen entgegen. Der Impuls, den ganzen Körper einzusetzen, um das eigene Befinden auszudrücken, der bei kleinen Kindern noch vorhanden ist, wird später mehr oder weniger deutlich unterdrückt. Gefühle von Angst und Schmerz, aber auch von übermäßiger Freude und Lust, werden im Zusammenleben mit anderen zunehmend kontrolliert. Obwohl dies selbstverständlich ein notwendiger Prozess ist, um uns zu sozialen Wesen zu entwickeln, wird dabei dem Körper häufig ein zu starkes Schattendasein zugewiesen.
Ohne es zu bemerken, entfernt sich der betreffende Mensch im Verlauf dieses Anpassungsprozesses immer weiter von dem, was sein Denken, Fühlen und Handeln ursprünglich, als er noch ein kleines Kind war, primär geprägt hatte: die eigene Körpererfahrung und die eigene Sinneserfahrung. Indem all das immer mehr in den Hintergrund gerät, was bisher der selbstverständlichste und ureigenste Teil seines Selbstes war, wird er sich zunehmend fremd.
Embodiment ist also eine Möglichkeit, mit dieser ureigensten Erfahrung unseres Selbstes wieder stärker in Kontakt zu kommen, uns mit uns selbst wieder vertraut zu machen, sogar Verbindungen herstellen, die wir vielleicht noch nie erlebt und erfahren haben. Aus der zunehmenden Instrumentalisierung unseres Körpers wieder herauszufinden.
Nach meiner Erfahrung und Beobachtung geschieht dieser Prozess der Entfremdung verstärkt in der Zeit unserer Geschlechtsreifung und mir scheint die Zeit der Wechseljahre eine sehr gute Zeit zu sein, um wieder an dieses ursprüngliche, körperliche Selbst anzuknüpfen. Der Körper verändert sich verstärkt und fordert unsere Aufmerksamkeit. Und ich kann mich neu und reifer entscheiden, wie ich damit umgehen möchte. Ich kann, wenn ich möchte, den Bereich der Einheit wieder betreten.
Susanne Kukies, Körpertherapeutin im Aquariana
Tel. 030 - 69 80 81-19
Wechseljahre - Tor des Wandels
von Babette Schwartz
„Wortsalat" Wechseljahre
In der medizinischen Literatur findet man verschiedene Begriffe, die alle einen etwas anderen Zeitraum der Wechseljahre beschreiben. Sie kennzeichnen verschiedene Abschnitte, die mit bestimmten, typischen Veränderungen im Hormonhaushalt verbunden sind. Die wichtigsten Begriffe sind:
• Prämenopause ist die Zeit vor der Menopause. In dieser Zeit verändern sich vor allem die Konzentrationen von Östrogenen und Follikel stimulierendem Hormon (FSH). Durch einen Regel-Kreis halten sich diese Hormone normalerweise gegenseitig in Schach. Da die Eierstöcke nun aber immer weniger Hormone produzieren, sinkt der Östrogen-Spiegel und die Konzentration von FSH steigt. Zu diesem Zeitpunkt der beginnenden Wechseljahre kommt die Monatsblutung zunehmend unregelmäßig, die Stärke der Blutung schwankt. Weil diese Umstellung langsam eintritt, bemerken viele Frauen am Anfang nichts oder wenig davon. Die Prämenopause lässt sich deswegen nur rückwirkend feststellen. Sie liegt meistens zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr.
• Perimenopause ist jene Zeit des Klimakteriums, die ein bis zwei Jahre vor und nach der eigentlichen Menopause liegt und als der eigentliche "Wechsel" bezeichnet werden kann. Die Übersetzung des Fachausdrucks Klimakterium ist griechisch von klimaktér "Stufe", "Treppe" oder "Leiter" abgeleitet worden. Dieses Bild zeigt sehr anschaulich, was diese Zeit zu leisten vermag: einen Fortschritt in der persönlichen Entwicklung.
• Menopause ist definiert als die letzte Regelblutung. Ärzte sprechen erst dann von einer Menopause, wenn die Blutung an zwölf aneinander folgenden Monaten ganz ausgeblieben ist. Der genaue Zeitpunkt der Menopause lässt sich deshalb nur im nachhinein festlegen. Hier liegt das durchschnittliche Alter bei 51 Jahren.
• Postmenopause beginnt etwa ein bis zwei Jahre nach der letzten Periode. Die Postmenopause reicht etwa bis zum 65. Lebensjahr. Erst nach dieser Phase spricht man vom beginnenden Alter.
Der Zeitrahmen kann von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein. Die hier dargestellten Zeiten umfassen die gesamte Bandbreite der möglichen Zeiten. Die durchschnittliche Dauer der Wechseljahre beträgt etwa 10 Jahre. In dieser Zeit verändert sich der Hormonhaushalt, bis er ein stabiles Niveau erreicht hat. Das bedeutet aber nicht, dass während der ganzen Zeit Beschwerden auftreten müssen.
Was sind die Wechseljahre?
Das Klimakterium ist wie die Pubertät ein natürlicher Abschnitt im Leben einer Frau und keine Krankheit; es bedarf in der Regel keiner Behandlung. Eventuell behandeln muss man aber starke Beschwerden, die die hormonelle Umstellung verursachen kann.
Für viele Frauen sind die Wechseljahre der Auslöser für eine Um- und Neuorientierung im Leben. Diese Phase der Umstellung wird sehr unterschiedlich empfunden. Einige sehen darin eine Befreiung, spüren eine Aufbruchstimmung, andere sind niedergeschlagen und fühlen sich alt.
Frau sein Frau bleiben
Einige Frauen sehen den Wechseljahren mit unsicheren Gefühlen entgegen. Das Älterwerden wird ihnen bewusster, sie befürchten geistige und körperliche Leistungseinbußen. Doch es gibt keinen Grund, nicht auch ab 50 noch attraktiv und in jeder Hinsicht aktiv zu sein. Die Wechseljahre bedeuten keineswegs das Ende des Frauseins.
Sicher, Sie können keine Kinder mehr bekommen, d.h. die Wechseljahre sind zwar ein biologischer Einschnitt, aber keine Frau muss unter den Veränderungen des Körpers und der Psyche leiden. Es gibt verschiedene Wege, den körperlichen und seelischen Herausforderungen in dieser Zeit zu begegnen. Sie sollten diese Phase als wichtigen Teil Ihres Lebens akzeptieren, sich nicht selbst in Frage stellen und offen für Neues sein.
Wechseljahre Was nun?
Die Zeit der Wechseljahre erleben manche Frauen als Belastung - wie ein hormoneller Slalomlauf. Statistisch klagen etwa ein Drittel aller Frauen über starke Beschwerden und ein weiteres Drittel über gelegentliches Missempfinden. Nur ein Drittel fühlt sich während dieser Zeit nicht oder kaum beeinträchtigt. Nachdem die heute zurecht umstrittene - Hormonersatztherapie jahrelang als der Therapiestandard galt, befinden sich jetzt die sanften Naturheilverfahren und hier besonders die Traditionelle Chinesische Medizin auf dem Vormarsch.
Zwar existiert in der klassischen chinesischen Medizinliteratur diese „Krankheit“ nicht. Aber da die TCM eine hochindividualisierte Medizin ist entwickelten TCM-Praktiker moderne und wirksame Therapiekonzepte auf der Basis des chinesischen Krankheitsverständnisses. Vor der Behandlung steht immer eine genaue Befragung und Untersuchung der Patientin auf dem Hintergrund der chinesischen Syndrom-Lehre. Je nach Befunden sieht die Therapie bei jeder Patientin mit Wechseljahresbeschwerden etwas anders aus, kommen also unterschiedliche Heilkräutermischungen oder Akupunkturpunkte zum Einsatz.
Aus Sicht der Chinesischen Medizin
Aus der Sicht der Chinesischen Medizin ist die Menopause eine der großen Lebenserfahrungen auch „Tor des Wandels“ genannt. In diesem medizinischen System stehen diese Tore für Lebensphasen, in denen wir unsere Konstitution zum Besseren oder auch Schlechteren verändern können. Sie sind immer auch Zeiten intensiver Veränderungen wie z.B. die Pubertät, Schwangerschaft und Entbindung.
Neben diesen großen Umstellungsphasen gibt es auch kleinere Tore des Wandels, die ganz regelmäßig auftreten: bei den Frauen alle 7 Jahre, bei den Männern alle 8 Jahre - und wir haben jedes Mal eine neue Chance, unsere Konstitution zu verbessern.
Die Menopause, dieses Tor des Wandels durch das wir gehen müssen, ist im Grunde ein Prozess der Anpassung, wenn der Körper erkennt, dass er sich durch den Verlust von Essenz und Blut erschöpft hat. Tauchen wir zuerst gemeinsam ein in das chinesische Verständnis von "Essenz" und "Blut":
Essenz - ein Vorrat an Basisenergie
Essenz ist die Grundsubstanz unseres Seins, die uns im Augenblick der Empfängnis von unseren Eltern mitgegeben wurde und nach chinesischer Ansicht im Funktionskreis Niere (Tor der Vitalität im unteren Rücken) gespeichert wird. Frauen verlieren am meisten Essenz während der Schwangerschaft und bei der Entbindung.
Essenz ist dynamisch und liefert die Basisenergie, die jede Handlung in unserem Leben mit dem nötigen Zündfunken antreibt. Außerdem unterstützt sie die Prozesse des Stoffwechsels.
Essenz wird im Laufe des Lebens aufgebraucht. Jedes Mal, wenn wir eine verbrauchte Zelle ersetzen, eine Mahlzeit verdauen, unseren Arm heben, menstruieren oder atmen, brauchen wir einen Teil unserer Essenz auf. Wir können sie durch gute Ernährung, Atemübungen oder Qi Gong und eine gemäßigte Lebensweise erhalten oder wir können sie dadurch erschöpfen, dass wir zu schnell hintereinander Kinder bekommen, nachts lange unterwegs sind, uns überarbeiten oder zuviel Sex, Drogen und Rock´n Roll in unserem Leben zulassen.
Blut - die magische Substanz
Blut wird von den Chinesen als eine magische, besondere Substanz angesehen. Blut ernährt und stärkt Körper und Geist, lässt uns zur Ruhe kommen und gibt uns die Fähigkeit, uns zufrieden zu fühlen und gelassen durchs Leben zu gehen.
Damit ist gemeint, dass, wenn wir uns innerlich unruhig fühlen, nicht schlafen können und unausgeglichen sind, es sehr wahrscheinlich ist, dass nicht genug Blut (xue) im chinesischen Sinne vorhanden ist. Da die Blutproduktion unter anderem Essenz benötigt, wird ständig etwas von dieser Grundsubstanz verbraucht, um eine Menstruation überhaupt zu ermöglichen.
Die stetige Abnahme der Essenz erreicht schließlich einen kritischen Punkt. Dieser Mangelzustand nun kann Symptome hervorrufen. Einige von uns werden einen Mangel an Energie haben, andere mögen besonders unter Stress leiden und wieder andere haben mit dem zu kämpfen, was die Chinesen „Feuchtigkeit“ nennen.
Da Feuchtigkeit in unserem Kulturkreis nicht besonders thematisiert wird, aber eine wichtige Rolle spielt in der Entstehung von Symptomen wie Hitzewallungen oder Gewichtszunahme, erläutere ich sie hier gesondert:
Der Zustand der "Feuchtigkeit"
Feuchtigkeit ist eine schwere, klebrige Energie, die sich durch ungünstige Ernährungsgewohnheiten, übermäßige geistige Anstrengungen oder eine schlechte Verdauung (die meist emotionale Ursachen hat) bildet. Sie wird noch dadurch verstärkt, dass man in einem feuchten Klima oder einer feuchten Umgebung lebt (in Nordeuropa ist es schon ziemlich feucht!).
Viele Frauen legen bereits den Grundstein für Feuchtigkeit in ihren Teenagerjahren (ebenfalls ein Tor des Wandels), wenn sie sich über ihr Aussehen Sorgen machen und hungern, übermäßig lernen und sich mit Schuldgefühlen plagen.
Feuchtigkeit, die klebrig im Körper feststeckt, entwickelt Hitze, ähnlich wie sich Hitze in einem Komposthaufen entwickelt somit ist also auch Hitze oft als Menopausen-Symptom vorhanden.
Die Energie kann nicht mehr gleichmäßig und geschmeidig fließen, und dadurch entsteht Stagnation, einer der Hauptfaktoren bei den Symptomen der Menopause. Die Ursache der Stagnation liegt in der Feuchtigkeit (zu zäher Energie) oder einem Verklumpen von Qi, oft ausgelöst durch emotionales Festhalten.
Das also ist aus chinesischer Sicht der Hintergrund des Szenarios der Menopause. Es kann zudem eine individuelle Überbetonung von Feuchtigkeit, Hitze oder Stagnation vorhanden sein oder eine Kombination von allen dreien (und noch einigen anderen Faktoren, die zu komplex sind, um sie hier aufzuführen).
Der Körper möchte sich dieser Situation anpassen, um dem Verlust an Essenz zu begegnen. Um das zu tun, muss er mit Feuchtigkeit und Stagnation kämpfen. Somit sind einige Veränderungen in der Lebensweise nötig, damit das gelingt.
Jede von uns hat Muster entwickelt, auf die wir uns über die Jahre verlassen haben, sie sind zu einer lieben Gewohnheit (es können auch mehrere sein) geworden, ohne die das Leben uns trübe erscheint. Es liegt mir fern zu sagen, dass wir sie aufgeben müssen, wir können sie aber in Frage stellen, neu darüber nachdenken. Wir können schauen, was wir davon aufgeben wollen und welche Wirkung das hat. Lassen Sie die Menopause also zu einem wirklichen Tor des Wandels werden.
Sich selbst durch Veränderungen helfen
Hier vier Empfehlungen, die ich meistens meinen Klientinnen gebe, die Probleme in der Menopause haben. Im nächsten Newsletter gebe ich noch speziellere Empfehlungen für bestimmte Symptome.
Ruhe
Der Körper ist jetzt enormen Veränderungen ausgesetzt und vielleicht versuchen Sie, mit der gleichen Leistungskraft weiter zu arbeiten, wie Sie es die letzten 25 Jahre gewohnt waren, nur mit einem älteren System. Es kann sein, dass Sie schneller ermüden und sich nicht mehr so belastbar fühlen.
Es ist jetzt Zeit, darauf zu hören, was Ihr Körper sagt. Seien Sie weniger aktiv, nehmen Sie sich mehr Zeit für kleine Pausen zwischendurch und wenn möglich etwas Ruhe nach dem Essen ideal, aber oft nicht machbar, wäre ein kleiner „Mittagsschlaf“ von 20 Minuten. Für viele Frauen ist es auch ratsam, spätestens um 23:00 Uhr zu Bett zu gehen, damit der Organismus genug Zeit bekommt, sich zu erholen.
Weniger Alkohol und Stimulanzien
Das ist vielleicht die härteste Forderung etwas köstlicher Wein am Abend und leckerer Kaffee am Morgen das ist das was ich liebe. Aber ich fühle mich viel besser, wenn ich nur eine Tasse Kaffee am Morgen trinke und an den meisten Abenden in der Woche keinen Alkohol genieße.
Stimulanzien führen dazu, dass Sie sich nicht ausruhen können und angeregt werden, was noch mehr Essenz verbraucht Kaffee hat keine Kalorien, liefert also keine Energie - trotzdem macht er uns munter! Die Chinesen sagen, er wirkt als Katalysator auf unsere Essenz und verbraucht jedes Mal mehr als uns lieb ist der Energieschub wird also Ihrem eigenen Speicher entnommen. Seien Sie auch vorsichtig bei „gesunden“ Stimulanzien wie Guarana oder Ginseng, sie können stark erregen und zu Überhitzung führen.
Grüner Tee und klares Wasser
Nein, Sie brauchen keine zwei Liter Wasser pro Tag zu trinken, wenn Sie nicht wirklich durstig sind. In der Chinesischen Medizin gibt es diesbezüglich keine festen Regeln. Aber viele von uns trinken nicht genug reines, klares Wasser und benötigten doch ein paar Gläser am Tag. Es kühlt die Hitze und hilft, Essenz und Blut zu erhalten. Grüner Tee kann köstlich sein und bietet eine wunderbare Erfrischung. Nehmen Sie die beste Qualität, die Sie bekommen können. Traditionell vertreibt Grüner Tee Feuchtigkeit. Westliche Forschungen haben gezeigt, dass er starke Anti-Oxidanzien enthält.
Regelmäßige Übungen
Sanfte, regelmäßige Übungen verbessern die Funktion aller Systeme und unterstützen die Arbeit der Milz, die dafür zuständig ist, Feuchtigkeit zu reduzieren. Übungen helfen auch, Stagnationen aufzulösen. Die Übungen, die Sie machen, sollten aber unbedingt Spaß machen damit sie zur Gewohnheit werden. Besonders geeignet sind Tanzen, Schwimmen und lange Spaziergänge, auch Tai Chi, Chi Gong und Yoga oder auch Stretching und Pilates sind die besten Empfehlungen, die ich Ihnen geben kann. Wenn Sie keine „Gruppenübungen“ mögen, lassen Sie sich individuell im Einzelunterricht Bewegungen zeigen, die Ihnen gut tun.
Im nächsten Newsletter gehe ich auf die drei häufigsten Syndrome ein ein Komplex von zusammenhängenden Symptomen - und gebe jeweils Empfehlungen, um besser mit eventuell auftretenden Problemen umzugehen.
Babette Schwartz, HP - Chinesische Medizin, Akupunktur, Shiatsu, Tel. 785 10 69
Bücher zum Thema "Wechseljahre" - Aquariana-Bibliothek
In der Aquariana-Bibliothek habe ich zum Thema Wechseljahre Hinweise in Büchern zur Homöopathie, mentalem Training, Fußreflexzonenmassage und Selbsterfahrung gefunden.
Dana Ullman schreibt in "Homöopathie: Die sanfte Heilkunst" (HE 082), dass Wechseljahresbeschwerden mit dieser Therapie erfolgreich behandelt werden können. Die Auswahl der Mittel erfolgt nach eingehender Analyse des persönlichen Beschwerdebildes und anderer Persönlichkeitsmerkmale.1)
Ferdinant Soder-Feichtenschlag und Maresi Weiglhofer geben unter dem Stichwort "Klimakterium" in ihrem Buch "Fußreflexzonenmassage" (KÖ 027) Behandlungspunkte und -zonen am Fuß an, die typische Beschwerden dieser Lebensphase lindern können.2)
Louise L. Hay nennt in "Gesundheit für Körper und Seele: Wie Sie durch mentales Training Ihre Gesundheit erhalten und Krankheiten heilen" (SP 205) als wahrscheinliche Gründe für Wechseljahresbeschwerden die Angst, nicht mehr begehrt zu sein, Selbstablehnung und Angst vor dem Altern. Als neues Gedankenmuster schlägt sie vor, "Ich bin bei allen Wechseln der Zyklen ausgeglichen und in Frieden und ich segne meinen Körper mit Liebe".3)
Interviews mit Frauen über ihre persönlichen Erfahrungen im Zusammenhang mit der Menstruation haben Karin Kraus und Gudrun Reinke in ihrem Buch "Von der Pubertät bis zu den Wechseljahren: Erfahrungen mit der Menstruation" (PS 219) zusammengetragen. Das Thema Wechseljahre nimmt darin ein Kapitel ein und gibt einen lebendigen Eindruck davon, wie verschieden Frauen diese Zeit der Veränderung erleben. Eine ausführliche Literaturliste schließt das Kapitel ab, indem es zum Weiterforschen anregt.
Pamela Ferguson hat in ihrem Buch "Shiatsu: Gesundheit geben und empfangen" (Kö 72) im Kapitel "Wechseljahre" auf drei Seiten viele Tipps zusammengestellt, wie jede Frau mit einfachen Mitteln etwas gegen zu starke Hitzewallungen, trockene Scheide, Inkontinenz, Osteoporose, extreme Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, Schlaflosigkeit u.a. typische Beschwerden im Klimakterium tun kann. Sie empfiehlt außerdem Akupressurpunkte und Übungen aus dem Shiatsu zur Selbst- oder PartnerInnen-Behandlung.4)
1) Homöopathische Behandlungen bekommen Sie im Aquariana bei
Alice Kohl, Klassische Homöopathie, Massagen, Heilpraktikerin
2) Fußreflexzonenmassagen bekommen Sie im Aquariana bei
Gabriele Janke, Massagen, Heilpraktikerin, Gesundheitsberaterin GGB sowie Alice Kohl
Sigrid Werner, Shiatsu, Reflexzonenmassagen, energetische Psychotherapie, Heilpraktikerin
3) Mentales Training oder aber psychotherapeutische Methoden bieten Ihnen im Aquariana
Gisela Burkert, HP für Psychotherapie, Gestalt- und Hypnotherapie, NLP, MET;
Ute Schmid-Dankward, Kinesiologie, Gestalttherapie, Coaching, Lernberatung;
Kristina Messerschmidt, Therapie und Beratung, Astrologie, Meditation, HP;
Sigrid Werner
4) Professionelle Shiatsu-Behandlungen bekommen Sie im Aquariana bei
Babette Schwartz (nicht mehr bei uns) und Sigrid Werner
Reflexzonentherapie - für die Flüssigkeiten des Körpers
Ein Interview mit Sigrid Werner
Welche Rolle spielen in der Reflexzonentherapie die verschiedenen Flüssigkeiten des Körpers?
... also die Flüssigkeit, die sich im Gewebe, zwischen den Zellen befindet ...
Die Lymphe ist also wichtig für die körpereigene Abwehr?
Ja, ganz genau. Den Lymphabfluss zu stimulieren, bedeutet eine Erhöhung der Abwehrkraft.
Kann man das als Laie eigentlich auch selbst tun?
Um noch einmal auf die Ausscheidung zurückzukommen: Welche Ausscheidungsorgane werden durch Reflexzonenmassage angeregt?
Der Darm, die Nieren, die Lunge und die Haut. Während der Behandlung ist meistens schon an den Bauchgeräuschen zu hören, dass die Verdauungssäfte in Fluss kommen, nach der Behandlung verspürt man häufig einen erhöhten Harndrang, sehr gut! Es kann auch dazu kommen, dass die Nase zu laufen beginnt, Schleim abgehustet wird oder dass man mehr schwitzt als vorher. Das sind alles gesunde Reaktionen, die einen Selbstheilungsprozess anzeigen.
Und angenehm ist eine Reflexzonenbehandlung doch sicher auch?
Aber ja! Einige Stellen sind natürlich schmerzhaft - u.a. stelle ich ja danach die Diagnose. Aber es fühlt sich insgesamt sehr wohltuend an, und man kann sich wunderbar entspannen. Neulich sagte mir eine Patientin, sie würde in den Tagen nach einer Behandlung ganz anders laufen, sie stehe so viel besser auf ihren Füßen als vor einigen Jahren. Das ist doch ein schönes Feedback.
Sigrid Werner, Heilpraktikerin im Aquariana - Shiatsu, Fuß- und Handreflexzonenmassagen
Tel. 61 30 65 16
Das Meer der Flüssigkeiten
Oder das Meer der Flüssigkeiten in uns.
Susanne Kukies
Wir bestehen hauptsächlich aus Flüssigkeit, zu ca. 80 % - wovon sich der größte Teil innerhalb unserer Zellen befindet und der Meeresflüssigkeit in seiner Zusammensetzung sehr ähnlich ist.
Die körpertherapeutische Sichtweise, die Sichtweise von Body-Mind Centering, ist immer am lebendigen Körper interessiert und an den Auswirkungen, die ein bestimmtes Körpersystem für uns hat. Die Flüssigkeiten unterstützen uns darin, in Fluss zu sein, uns anpassen zu können an die unterschiedlichsten Gegebenheiten, sie helfen den Körper zu reinigen und uns zur Verfügung zu stellen, was wir für unsere Aktivitäten brauchen. Sie stehen in enger Beziehung zu Themen von Spannung und Entspannung, Ausruhen und Handeln.
Es gibt erstaunlich viele Flüssigkeiten im Körper, die sich wandeln können und auch wandeln, je nach Notwendigkeiten. So wird arterielles Blut zu venösem Blut und zu Lymphe, Zellflüssigkeit wird zu Zwischenzellflüssigkeit, indem es durch die Membran der Zelle wandert.
Im Body Mind Centering widmen wir uns der Verkörperlichung (Embodiment) von Zellflüssigkeit und Zwischenzellflüssigkeit, von Blut, Lymphe, von Cerebrospinaler Flüssigkeit (CSF) und Gelenkflüssigkeit. Verkörperlichung ist ein Begriff der somatischen Arbeit und heißt, sich etwas zu eigen machen die Qualitäten, die z.B. mit dem arteriellen Blut verbunden sind, tatsächlich zu leben.
Die Flüssigkeit innerhalb der Zelle heißt zelluläre Flüssigkeit. Alle anderen Flüssigkeiten nennt man extrazelluläre Flüssigkeiten, die verschiedene Funktionen erfüllen.
Das arterielle Blut bewegt sich in vorgeschriebenen Bahnen vom Herzen weg in die Peripherie bis zur Zelle, um sie mit Nährstoffen zu versorgen das venöse Blut hat seine Richtung aus der Peripherie in die Venen zurück zum Herzen, mit den restlichen Nährstoffen und den Nebenprodukten des Zellstoffwechsels.
Die Lymphe dienen auch als Rücktransportsystem. Die großen Proteine und Fremdkörper gehen über das Lymphsystem zu den Lymphknoten oder lymphatischen Geweben wie Mandeln, Milz etc. und kommen dann als gereinigte Lymphe zurück zum Herzen.
Das CSF ist die Flüssigkeit des Nervensystems, wo es die Reinigungs- und Schutzfunktion hat. Sie wird in den Kammern des Gehirns produziert.
Und die Gelenkflüssigkeit ist die Flüssigkeit des Skelettsystems und wird in den Gelenken selbst produziert. Sie schmiert und nährt die Gelenke.
In meiner Arbeit als somatische Bewegungstherapeutin spielt die Arbeit mit den Flüssigkeiten immer wieder eine wichtige Rolle. Ich habe die Möglichkeit, Verbindungen zwischen bestimmten Themen, die meine Klienten beschäftigen, und einer spezifischen Flüssigkeitsart herzustellen.
Die Gelenkflüssigkeit ist zum Beispiel richtungslos, sie strebt nirgendwohin. Sie hat viel Verbindung zu unserer Leichtigkeit, zu dem Spiel unserer Gelenke. Schütteln bringt die Gelenkflüssigkeit in Bewegung ‚einfach nur schütteln’ ist für einen kontrollierten Menschen eine große Herausforderung. Insgesamt gibt es bei einem ‚steifen’ Menschen in jedem Fall Themen, die mit den Flüssigkeiten verbunden sind - mit den Aspekten der Flüssigkeiten, die Bewegung und Fluss frei setzen.
Auf der anderen Seite können wir überflutet werden. Es bestehen zu wenig Grenzen, die Emotionen überrollen uns.
Energetisch betrachtet ist das zweite Chakra dem Wasser, der Flüssigkeit, dem Wandel zugeordnet - auch dem Spiel, der Leichtigkeit, der Sexualität, der Kreativität und unseren Emotionen.
Bei einem Gefühl der Überflutung hilft es, sich den Membranen der Flüssigkeiten zuzuwenden. Jede Zelle hat eine Membran, die die Zellflüssigkeit hält und trennt vom Meer der extrazellulären Flüssigkeiten. Die Arterien, die Venen und die Lymphe haben klare Richtungen und sind gehalten in Gefäßbahnen. Es ist möglich, diese Membranen bewusst zu machen, an diese Übergänge zu gehen und Erfahrungen zu machen, ob diese Grenzen für mich z.B. stark genug sind. Die Flüssigkeiten schwimmen nicht alle chaotisch in uns durcheinander, sondern es existiert Ordnung, und diese Ordnung können wir bewusst nutzen, um unsere Emotionen zu kanalisieren.
Fallbeispiel:
Ein Klient kommt mit einer großen Erschöpfung und gleichzeitigen inneren Unruhe. Im Gespräch wird ein großer Wunsch nach Ruhe deutlich, die er allein nicht mehr finden kann. Es gibt so viele Anforderungen im Leben, die erledigt werden müssen und die er auch gerne erledigen möchte. Wir einigen uns darauf, den Wechsel von Ruhe zu Aktivität zu untersuchen.
Der Klient sucht einen Platz am Boden im Liegen. Ich beginne, ihn verbal und durch Berührung zur Zellatmung, zu der zellulären Flüssigkeit hinzuführen. Diese unterstützt das ‚Sosein’ die Zelle als eigenständige Intelligenz, die sich im Körper nimmt, was sie braucht und auch wieder abgibt, was sie nicht mehr benötigt. Allmählich kann sich eine Ruhe ausbreiten. Meine Hände liegen einfach präsent an unterschiedlichen Stellen des Körpers ohne zu fordern, ohne etwas zu wollen. Anschließend führe ich über Berührung und über geführte Imagination allmählich zum arteriellen Blut dort liegen wiederum Kraft und Impuls, gekoppelt mit Rhythmus. Aus der Ruhe sucht der Klient allmählich Bewegung, die getragen ist von dieser Impulskraft. Ich gebe Hilfe durch Berührung und verbale Begleitung. Meine eigene Verkörperlichung, durch jahrzehntelanges Beschäftigen mit dieser Materie, mein Bewusstsein zu einem bestimmten Aspekt, hilft dem Klienten Zugang zu finden zu bisher nicht gelebten oder gespürten Aspekten. Hier geht es darum, Kraft und Bewegung zu finden ohne die Verbindung zum ‚zellulären Sein’ zu verlieren. Zuerst gelingt nur ein Entweder-Oder. Entweder Ruhe oder Aktivität. Wir halten immer wieder in der Bewegung inne, um Kontakt zur Zellatmung herzustellen. Allmählich entsteht mehr Verbindung zwischen Innen und Außen, und der Klient fühlt sich am Ende der Stunde wach und gleichzeitig ruhig.
Nach meinen Erfahrungen ist die Verknüpfung zur konkreten, körperlichen Ebene im Alltag sehr hilfreich sie wirkt als Anker, auf den ich mich immer wieder beziehen kann.
Den Körper trage ich immer mit mir. Auf meinen Körper kann ich mich immer beziehen, wenn ich lerne, mit ihm im Kontakt zu sein. Mein Körper kann mir immer wieder Signale darüber geben, wo ich stehe, wenn ich es ihm erlaube und ihn zu meinem Freund mache. Das ist letztlich Ziel einer körpertherapeutischen Arbeit.
Susanne Kukies, Körper- und Bewegungstherapeutin, Tel. 69 80 81-19
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Das Auge als Kompass im Leben
Für Groß und Klein, Alt und Jung - Teil II
Arjen Peters
In diesem letzten Aquariana Newsletter vor dem Sommer tauchen wir noch einmal in die Tiefe des Auges. Wir besprechen hier die vier weiteren Achsen zusätzlich zu den anderen vier, die im vorigen Newsletter schon vorgestellt wurden (siehe (1)).
Aber vorab noch mal ein schneller Blick aufs Auge. Dieses kleine Doppel-Organ bringt uns eine ganze Menge Informationen, nicht nur über die Außenwelt um uns herum, sondern auch umgekehrt über unsere eigene Innenwelt.
Dies geschieht über Reflexzonen in der Regenbogenhaut des Auges (auch Iris genannt), ähnlich wie an Füßen, Händen oder Ohren. In der Iris sind es Farben, Pigmente, Beschaffenheiten und Durchblutungen, die Hinweise auf den Zustand unserer Organe, sowohl funktionell als strukturell, geben. Daher der Begriff Augendiagnose, Irisdiagnose oder Iriskopie.
Manche Zeichen im Auge bilden Achsen, wie die eines Rads oder einer Windrose. Zusätzlich zu den organischen Hinweisen vermitteln Achsen auch Informationen über den psychischen Zustand der betrachteten Person. Fällt eine Achse auf, heißt es, dass das dazu gehörende Thema für diese Person wichtig ist. Es kann sich also genauso gut um einen Mangel wie um einen Überschuss oder eine Stütze handeln. Die genauere Bedeutung zwischen diesen drei Möglichkeiten ergibt sich aus der Betrachtung anderer Auffälligkeiten im Auge sowie aus dem Gespräch und Austausch mit der betrachteten Person.
Selbstverständlich handelt es sich um Hinweise und nicht um Beweise. Der Unterschied liegt darin, dass Beweise Momentaufnahmen sind und daher nur akute Zustände zeigen, während Hinweise einen Allgemeinzustand beschreiben.
Wo finde ich eine Achse
Von einer Achse ist die Rede, wenn zwei Auffälligkeiten einander gegenüber jenseits der Pupille in einem Auge auftreten. Zum Beispiel: eine Verdunkelung auf der einen und eine Aufhellung auf der anderen, gegenüber liegenden Seite oder ein Gefäß in dem weißen Teil des Auges (auch Sklera genannt) und ein Pigment ihm gegenüber. Die möglichen Kombinationen sind vielfältig. Hauptsache: die zwei Male mit der Pupille dazwischen bilden eine gemeinsame Linie. Diese Achsen sind also wie die Himmelsrichtungen eines Kompasses.
Eine Achse kann in beiden oder in nur einem der zwei Augen auftreten. Je häufiger und deutlicher, umso aussagekräftiger, so zu sagen.
Wichtig ist hier zu beachten, dass die Position der Achsen des rechten Auges das Spiegelbild derjenigen des linken sind. Anders formuliert: der Kompass im rechten Auge ist das Spiegelbild desjenigem im linken.
Die ersten vier Achsen, die wir im vorigen Newsletter besprochen haben, lagen genau in Nord-Süd (Kopf-Fuß-Achse) und Ost-West-Richtungen (Rhythmus-Achse) sowie in den dazwischen liegenden, das heißt Nordwest-Südost (Ohr-Blase im rechten und Nase-Zwerchfell im linken Auge) und Nordost-Südwest (Nase-Zwerchfell im rechten und Ohr-Blase im linken Auge).
Für die vier weiteren Achsen nehmen wir jeweils nochmals die Mitte zweier schon beschriebenen Achsen. Die Angaben in Himmelrichtungen klingen noch komplexer. Es erinnert an die Wetteransage für Schiffe und Segler, und das passt wieder zum Sommer. Am einfachsten ist es, eine Windrose auf ein Blatt Papier zu zeichnen und darauf die Beschreibungen zu übertragen. Alle acht Achsen lassen sich dann sehr leicht darstellen.
Segelinstruktionen fürs Auge
Zwischen Kopf-Fuß und Nase-Zwerchfell liegt in Richtung Nase (oder nasal) die Stirn-Ovar Achse bei der Frau oder Stirn-Hoden Achse beim Mann. Für die Segler unter den Irisdiagnostikern hieße das auch Nordnordost-Südsüdwest im rechten und Nordnordwest und Südsüdost im linken Auge. Diese Achse verbindet den Kopf mit dem Unterbauch und hat mit Intuitionen aber auch mit Auseinandersetzungen und der Empfindung der Nähe zu anderen zu tun.
Das Spiegelbild der Stirn-Ovar-/Hoden-Achse zur Kopf-Fuß-Achse, also zwischen Kopf-Fuß und Ohr-Blase in Richtung der Schläfe (oder temporal), ist die Kleinhirn-Uterus/Dickdarm-Achse bei der Frau oder Kleinhirn-Prostata/Dickdarm-Achse beim Mann.
Hier sind wir Nordnordwest-Südsüdost im rechten und Nordnordost-Südsüdwest im linken Auge. Das Kleinhirn koordiniert unsere willkürlichen Bewegungen, während Uterus, Prostata und Dickdarm dem unwillkürlichen Nervensystem unterlegt sind. Thema ist also die Harmonie zwischen willkürlich und unwillkürlich, bewussten Entscheidungen und unbewussten Taten.
Nun machen wir die gleiche Spiegelung um die Rhythmus-Achse wie vorher um die Kopf-Fuß-Achse herum.
Auf halber Strecke zwischen Nase-Zwerchfell und Rhythmus liegt nasal die Mund-Hand-Achse. Mit unserem Augen-Segelboot befinden wir uns also Nordostost-Südwestwest im rechten und Nordwestwest-Südostost im linken Auge. Hier geht es um die Freiheit in Gedanken, Entscheidungen und Taten: Die Hände greifen, der Mund macht vieles begreifbar und aus beiden zusammen ergibt sich das Handeln.
Unsere letzte Achse ist die Achsel-Kreuz-Achse. Sie ist das Spiegelbild der Mund-Hand-Achse zur Rhythmus-Achse, also auf halber Strecke temporal zwischen Ohr-Blase und Rhythmus. Oder Nordwestwest-Südostost im rechten und Nordostost-Südwestwest im linken Auge. Es sind hier die zwei Kreuze in unserem Körper: Achsel/Schulter und Kreuz/Hüfte jeweils zur Wirbelsäule. Ein Doppelkreuz, so zu sagen. Die Kunst liegt darin, wie wir damit umgehen, wie flexibel wir sind, wie schnell wir uns in unerwarteten, schwierigen Situationen verspannen.
Zusammen mit den Begriffen der Konstitution, der Disposition und der Diathese (siehe (2) und (3)) bilden die acht Achsen die wesentlichen Zeichen der Irisdiagnose. Es gibt noch eine Fülle anderer Zeichen wie Lakunen, Krypten, Tophis, Gefäße ... Dafür gibt es Zeit genug nach den Ferien, wenn die Abende wieder länger werden.
(1) 9. Newsletter vom 1. Juni 2007 Das Auge als Kompass im Leben
(2) 7. Newsletter vom 9. Februar 2007 Augendiagnose und Husten
(3) 8. Newsletter vom 4. April 2007 Fasten: Ja, Nein, oder Doch ... Aber Wie? Schauen Sie sich lieber in die Augen.
Homöopathie für Kinder - Kinder lieben Globuli
Ein Interview mit Alice Kohl
Frage: Warum sollten Eltern mit ihren Kindern zur Homöopathie gehen?
Alice Kohl: Weil klassische Homöopathie nicht „Krankheiten“ behandelt, sondern das Kind in seinem Kranksein, d.h. die klassische Homöopathie behandelt nicht Neurodermitis oder Asthma sondern sie bezieht das gesamte Muster der körperlichen, seelischen und geistigen Charakteristika in die Behandlung mit ein. Sie unterstützt die Lebenskraft, oder bessser das Immunsystem, mit Krankheiten angemessen umzugehen.
Welche Vorteile bietet eine homöopathische Behandlung?
Sie trägt enorm zur gesunden Entwicklung des Kindes bei. Jede(r) länger arbeitende klassische Homöopath(in) kann beobachten, daß Kinder, die homöopathisch behandelt wurden, sich gesünder entwickeln, als z.B. ihre Geschwister, die nicht homöopathisch behandelt wurden. Durch die Homöopathie werden gesundheitliche Schwächen der Kinder früh erkannt bzw. für welche Krankheiten sie anfällig sind und es kann frühzeitig darauf reagiert werden. Und Krankheiten werden nicht in tiefere Schichten des Körpers verschoben.
Was kann mit Homöopathie besonders gut behandelt werden?
Die Frage ist nicht ganz richtig gestellt. Mit Homöopathie kann jeder Mensch, jung oder alt, sowie fast jedes Tier gut behandelt werden. Sie eignet sich für alle Krankheiten, akute wie chronische, körperliche wie auch seelische. Besonders empfehlen kann ich die homöopathische Behandlung auch bei sogenannten „verhaltensauffälligen“ Kindern, wo sie oft erstaunliche Erfolge aufweist.
Wie schnell wirkt Homöopathie bei akuten Fällen?
Besonders in schweren akuten Fällen, z.B. Notfällen , muß sie ja schnell wirken und wir sehen eine sofortige Reaktion - in akuten Fällen oft nach 1-3 Stunden, in chronischen Fällen kann eine Reaktion länger dauern.
Wo sind die Grenzen, wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
Meiner Meinung nach gibt es wenig Grenzen. Deshalb ist es sehr wichtig, daß wir Homöopathen gut ausgebildet sind und ein Leben lang bereit sind dazu zu lernen, um das Similimum (das bestpassende Mittel) zu finden. Von den Eltern verlangt es viel Aufmerksamkeit zur Beobachtung von Symptomveränderungen und auch Geduld, die Besserung - die ja nachhaltig sein soll - abzuwarten.
Alice Kohl, Heilpraktikerin, Klassische Homöopathie
Seit bald 20 Jahren Klassische Homöopathin und Kollegin der ersten Stunde im Aquariana
Tel. 030 - 69 80 81-18 - Termine nach Vereinbarung
Kinder lernen leichter mit Kinesiologie
Ute Schmid-Dankward
Wenn Kinder plötzlich Lernprobleme haben, in der Schule keine Freunde finden, Schwierigkeiten mit den Lehrern bekommen oder nachts einnässen, leidet meist die ganze Familie darunter. Viele Eltern sind ratlos oder gestresst und werden an eigene unverarbeitete Schulerlebnisse erinnert. Wenn Eltern es trotz aller Bemühungen nicht schaffen, ihrem Kind auf die Sprünge zu helfen, zweifeln sie nicht nur an ihm, sondern oft auch an ihrer Fähigkeit, ihrem Kind das richtige Werkzeug mit auf den Weg zu geben.
Die Ursachen für Lernschwierigkeiten sind häufig Lernblockaden. Diese Blockierungen verhindern den Erfolg unserer Bemühungen. Wie können also die Vorraussetzungen für erfolgreiches Lernen wiederhergestellt werden?
Die Pädagogische Kinesiologie setzt genau an diesem Punkt an. Mit Hilfe des »Muskeltests«, einem speziellen körpereigenen Diagnoseverfahren, werden die kleinen Klienten „durchgetestet“. Bei Schwierigkeiten beim Lesen und / oder Schreiben ist z.B. zuerst eine Lese- und Schreibprobe angesagt. Danach werden die Muskelreaktionen überprüft mit dem Ziel, jene Bereiche herauszufinden in denen Staus und Ungleichgewichte das physische, emotionale oder energetische Wohlbefinden beeinträchtigen. So nutzt die kinesiologische Arbeitsweise die Körperweisheit, um die Störungen zu diagnostizieren und den Heilungsweg zu bestimmen. Die Kinder sind immer begeistert, was ihr Körper alles weiß und sind dann sehr motiviert, ihre »kinesiologischen Hausaufgaben« auch zu machen. Es gibt eine Reihe von »Leichter-Lernen-Übungen«, in der Fachsprache auch »BRAIN-GYM« genannt, die ganzheitliches Lernen fördern, die Verbindung zwischen Gehirn und Körper verbessern und den natürlichen Energie- und Bewegungsfluss im Körper anregen. Welche Bewegungen welches Kind braucht, wird dabei ganz individuell »ausgetestet« und zusammengestellt. Bewegung macht fröhlich und auch Lernen soll ja wieder Freude machen. Ernährungsgewohnheiten werden ebenso angesprochen wie emotional belastende Ereignisse. Die Kinder lernen, wie sie Stress loslassen und ihre positiven Erwartungen »füttern« können. Aber auch das Gehirn braucht Stoffe, um optimal funktionieren zu können. Besteht ein Mangel an Nährstoffen für ein leistungsfähiges Gehirn, wird auch darauf hingewiesen. Der Vorher-Nachher-Effekt macht Mut. Schon nach der ersten Übungsreihe geht das Lesen z.B. flüssiger und auch die Fehlerzahl beim Schreiben ist kleiner geworden.
Vielfältigere Schwierigkeiten haben die Kinder, die mit Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität, diagnostiziert als ADHD, eine kinsesiologische Begleitung in Anspruch nehmen. Zu viele Eindrücke aus der Umwelt können von ihnen nicht mehr verarbeitet werden.
Mit der kinesiologischen Arbeitsweise wird aufgedeckt, was denn da genau Spuren in der kindlichen Psyche hinterlassen hat: Seelische Erschütterungen, familiäre Belastungen, Konflikte, negative Schulerfahrungen oder unter Umständen traumatische Erlebnisse?
Das Handwerkszeug der Kinesiologen ist vielfältig und bringt auf besondere Weise Lösungen in Gang. Für mich ist es eine große Freude zu sehen, wie die Kinder daran wachsen und ihre eigenen Wege zu selbstbewusstem, motiviertem und fröhlichem Lernen und Leben wieder finden.
Ute Schmid-Dankward, Kinesiologin Gestalttherapeutin Lernberaterin und Coach
Tel. 030 - 618 47 71 - Termine nach Vereinbarung
Das nächste kostenlose Infogespräch über Kinesiologie ist am Dienstag, 12.6.07 um 19:00 Uhr
Thema: Prüfungsangst und Lernschwierigkeiten? Mit Kinesiologie zum Erfolg.
Kinder-Yoga im Aquariana
Ein Interview mit Andrea Lenser
Frage: Was ist das Besondere am Kinderyoga?
Kinderyoga ist spielerisch! Es sind Atem-, Bewegungs- und Entspannungsspiele, und da sind alle Yoga-Ideen drin. Kinder sind über das Spielen zu erreichen und zu motivieren. Es soll Spaß machen - das ist die wichtigste Entwicklungsbasis! Erwachsene empfinden Yoga als wohltuend, Jungendliche finden die Leichtigkeit gut und die körperliche Wahrnehmung - Kinder aber den Spaß. Sie sagen immer wieder: „Spielen wir heute wieder ...“
Was sind das für Spiele?
Z.B. das Yoga-Fangspiel: Das Kind, das fängt, muss so lange einen Vokal singen, bis es ein Kind gefangen hat. So ganz nebenbei ist das eine hervorragende Atemübung. Die Kinder probieren selbst herum - was sie ganz toll finden -, haben gemerkt, dass es mit Konsonanten nicht so gut geht, wollten irgendwann auch das OM probieren - sehr kreativ.
Also, das klassische OM wird auch gesungen?
Ja, OM und OM Shanti. Ich sage dann, das ist ein Mantra, das bringt uns Lebensenergie, das könnt ihr euch vorstellen wie Glitzer- oder Lichtpünktchen in der Luft, die Kraft und Freude bringen. Und wenn man die Augen zukneift, kann man sie auch sehen. Die Kinder verlangen auch von sich aus nach der Meditation im Meditationsraum. In der Abschlussrunde kommt oft, dass sie hier Sachen machen, die sie sonst nie machen.
Was gibt es da noch so?
Wichtig - und ein Teil der Yoga-Philosophie - ist der Wechsel zwischen Aktivität und Ruhe. Da sind z.B. der „Vulkan“ - da steigt die Lava von unten nach oben an, und schließlich gibt‘s die Explosion - oder der „Krieger“ - da geht es um eine gesunde Aggressivität, die durch Pfeilschießen gerichtet und damit kontrolliert wird.
Mögen die Kinder denn auch Ruhe?
Ja, sehr! Vor allem in Verbindung mit Körperkontakt. Ganz toll finden sie das „Gummimännchen“: Da bewegt ein Kind das andere ganz sanft durch, und das genießen beide sehr. Berührung ist bei Kindern beliebter als eine Phantasiereise Aber Singen mögen sie auch gern ...
... aber wir hören vor allem den „Löwen“ auf dem Flur, das klingt immer sehr lebendig!
Ja, und dass es wirklich lebendig ist, merkt man daran, dass die Kinder das mit ihren Freunden zu Hause nachspielen - und dann wollen die auch mal mitkommen.
Andrea Lenser, langjährige Yogalehrerin im Aquariana und ausgebildete Körperpsychotherapeutin
Tel. 78 89 75 76, www.andrealenser.de
Yogakurs für Kinder zwischen ca. 6 und 12 Jahren
immer donnerstags, 16:00-17:30 Uhr (außer Ferien)
Kosten: € 110,- / 10 x
Als Präventionskurs von den Krankenkassen mit 80% bezuschusst (ein Kurs/Jahr)!
Das Auge als Kompass im Leben
Für Groß und Klein, Alt und Jung - Teil I
Arjen Peters
Das Auge ist doch ein spannendes Organ. Erstens weil es davon zwei gibt. Aber das kommt im Körper schon öfters vor. Zweitens weil seine Funktion, uns einen Blick in die Außenwelt zu bieten, sich gleichzeitig umkehren lässt: der Blick in die Innenwelt.
Wie in den vorigen Ausgaben des Aquariana Newsletters zu erfahren war (siehe (1) und (2)), bildet die Regenbogenhaut des Auges (auch Iris genannt) einen Abdruck unseres Köpers. Dies geschieht über Reflexzonen, ähnlich wie an Füßen, Händen oder Ohren. Im Auge sind es Farben, Pigmente, Beschaffenheiten und Durchblutungen, die Hinweise auf den Zustand unserer Organe, sowohl funktionell als strukturell, geben. Daher der Begriff Augendiagnose, Irisdiagnose oder Iriskopie.
Schatzkammer hinter den Augen
Nun schafft das Auge uns auch einen Einblick in eine weitere Schatzkammer: die Psyche. Gerade bei Kindern können die Zeichen im Auge interessante Anhaltspunkte liefern, um einen vorhandenen Zustand zu erklären oder um eine Verschlimmerung vorzubeugen.
Selbstverständlich handelt es sich um Hinweise und nicht um Beweise, wie es auch für die Organe der Fall ist. Der Unterschied liegt darin, dass Beweise Momentanaufnahmen sind, und daher nur akute Zustände zeigen, während Hinweise einen Allgemeinzustand beschreiben.
Die psychische Ebene der Irisdiagnose ergibt sich aus den Achsen des Auges. Eine Achse kann in beiden oder in nur einem der zwei Augen auftreten. Je häufiger und deutlicher umso aussagekräftiger, so zu sagen.
Fällt eine Achse auf, heißt es, dass das dazu gehörende Thema für die betrachtete Person wichtig ist. Es kann sich also genauso gut um einen Mangel als um einen Überschuss oder eine Stütze handeln. Die genauere Bedeutung zwischen diesen drei Möglichkeiten ergibt sich aus der Betrachtung anderer Auffälligkeiten im Auge sowie aus dem Gespräch und Austausch mit der betrachteten Person.
Von einer Achse ist die Rede, wenn zwei Auffälligkeiten gegenüber einander jenseits der Pupille in einem Auge auftreten. Zum Beispiel: eine Verdunkelung auf der einen und einer Aufhellung auf der anderen gegenüber liegenden Seite oder ein Gefäß in dem weißen Teil des Auges (auch Sklera genannt) und ein Pigment da gegenüber. Die möglichen Kombinationen sind vielfältig. Hauptsache: die zwei Male mit der Pupille dazwischen bilden eine gemeinsame Linie. Diese Achsen sind also wie die Himmelsrichtungen eines Kompass.
Wichtig ist hier zu beachten, dass die Position der Achsen des rechten Auges das Spiegelbild derjenigen des linken sind. Anders formuliert: der Kompass im rechten Auge ist das Spiegelbild des im linken.
Windrose im Auge
Nord-Süd, oder senkrecht, ist die Kopf-Fuß Achse, sowohl im linken als auch im rechten Auge. Wie zu vermuten, verbindet sie den Bereich des Kopfes mit dem der unteren Extremitäten Bein, Knie und Fuß. Sie steht für Bodenständigkeit: wie stehe ich im Leben, wie bewusst gehe ich durch das Leben.
Leicht daneben befinden sich in Richtung Nase (oder nasal) im Kopfbereich die Reflexzone für die Anhangsdrüse (oder Hypophyse) und in Richtung Ohr (oder temporal) im Fußbereich die für die Nebenniere. Beide sind an den Hormonhaushalt im Körper beteiligt. Fällt diese Achse auf, ist das Thema Drang, mit Taten oder im Umgang mit sich selbst und den anderen. Da beide so nah an einander liegen, wird diese Hypophyse-Nebenniere Achse oft mit der Kopf-Fuß Achse als eine einzige gesehen. Das heißt, dass eine auffällige Kopf-Fuß Achse auch die Themen der Hypophyse-Nebenniere beinhalten kann.
Leichter ist es mit der Ost-West oder waagerechten Achse. Davon gibt es nur eine und sie ist im linken Auge an der gleichen Stelle wie im rechten Auge. Sie verbindet Herz, Schilddrüse und Lunge, also lauter Organe, die mit Rhythmus im Körper zu tun haben. Daher die Bezeichnung als Rhythmus Achse: in welchem Rhythmus lebe ich, wie gehe ich mit Rhythmus um, ist Rhythmus für mich noch Rhythmus oder eher Stress?
Genau zwischen Kopf-Fuß und Rhythmus Achse liegt nasal die Nase-Zwerchfell Achse. Hier geht es los mit dem Spiegelbild: es handelt sich hier um die Richtung Nordost-Südwest im rechten und Nordwest-Südost im linken Auge. Klingt etwas gewöhnungsbedürftig, lässt sich aber ganz leicht auf einer Zeichnung darstellen.
Diese Achse läuft durch Gallenblase und Leber auf der rechten Seite und durch Milz auf der linken Seite. Eine tiefe, regelmäßige Atmung bringt die darunter liegenden Organe Gallenblase, Leber und Milz in Schwung. Es ist wie eine innere, ständige Massage. Thema ist also: wie gut pflege ich mich, in wie fern bin ich im Einklang mit mir selbst, mit meinen inneren Bedürfnissen.
Gegenüber der Nase-Zwerchfell Achse liegt die Ohr-Harnblase Achse. Das heißt im Kopfbereich genau temporal zwischen Kopf-Fuß und Rhythmus Achse oder Nordwest-Südost rechts und Nordost-Südwest links. Beide Organe, sowohl das Ohr als auch die Harnblase, sind mit dem Sinn für Gleichgewicht verbunden. Das Ohr beinhaltet in seiner tiefsten Mitte das Gleichgewichtsorgan und die Harnblase, als Speicher des Harns bis zu dessen Ausscheidung, fungiert wie unseren inneren Wasserspiegel. Das Thema ist hier also das Gleichgewicht: wie schätze ich ab, wie finde ich zu meiner Mitte, wie gehe ich mit neuen Möglichkeiten um.
Es gibt noch vier andere Achsen, die genau zwischen den gerade beschriebenen liegen. Diese weiteren Achsen werden wir in der nächsten Ausgabe des Aquariana Newsletter besprechen. So haben wir bis dahin etwas Zeit, uns mit diesem neuen Begriff der Achse vertraut zu machen... und verlieren so die Orientierung nicht aus dem Auge!
(1) 7. Newsletter vom 9. Februar 2007 Augendiagnose und Husten
(2) 8. Newsletter vom 4. April 2007 Fasten: Ja, Nein, oder Doch ... Aber Wie? Schauen Sie sich lieber in die Augen.
Was bietet die Aquariana-Bibliothek zum Thema „Kinder“?
Das Thema Kinder spielt in vielen Büchern aus der Aquariana-Bibliothek eine Rolle. Eine kleine Auswahl stelle ich Ihnen in diesem Newsletter vor. Sie finden diese Titel im Ausstellungsregal im Empfangsbereich.
Das Buch Kinesiologie für Kinder von Ludwig Koneberg und Gabriele Förder (HE 059) empfehle ich allen Eltern, Großeltern, LehrerInnen, NachhilfeanbieterInnen und ErzieherInnen, Tanten und Onkeln, deren Kinder Lernschwierigkeiten haben.
Das farbenfroh bebilderte Taschenbuch von Gräfe und Unzer aus dem Jahr 2000 bietet auf seinen 96 Seiten eine knackige Mischung von theoretischen und praktischen Informationen, die es jeder Frau/ jedem Mann ermöglichen, Lernblockaden bei Kindern zu erkennen, spielerische Übungen mit ihnen durchzuführen und auf diese Weise ihre Fähigkeiten zu fördern.
Die interessanten Hintergrundinformationen über die Gehirnentwicklung bei Kindern sind hervorragend mit den praktischen Übungsanleitungen verzahnt. Durch das Nachschlagen der Querverweise prägt sich das Gelesene gut ein und es kribbelt in Händen, Kopf und Füßen, die unbedingt loslegen wollen mit „Muntermacher, Schwerkraftgleiter, Denkmütze, Elefant und „Genießer“. Die Übungen wirken sich übrigens auch auf die Fähigkeiten Erwachsener positiv aus, was im Zeitalter des „Lebenslangen Lernens“ hilfreich sein kann.
Veronika Otto, Tel. 69 80 81-39
Ute Schmid-Dankward, Tel. 618 47 71
Wenn das Kinesiologiebuch Sie neugierig auf Lerntheorie gemacht hat, finden Sie mehr davon bei Frederick Vester: Denken, lernen, vergessen (1975), 19. Aufl. 1992 (NN 014).
Werdenden Eltern und Großeltern, empfehle ich den Klassiker Auf der Suche nach dem verlorenen Glück von Jean Liedloff (1977) Neuaufl. 1991 (GM 040)
Die Autorin hat 1977 ihre Erlebnisse und Beobachtungen bei den Yequana-Indianern in Venezuela veröffentlicht, die einen erstaunlich anderen und erfolgreicheren Umgang mit ihren Kleinkindern pflegten als die „zivilisierten Menschen“. Daraus hat die Autorin eine Theorie entwickelt, die aus heutiger Sicht wieder interessant ist gerade was den Aspekt des frühkindlichen eigenständigen Forschens betrifft.
Zum Verständnis der eigenen Persönlichkeit eines Kindes kann auch die Beschäftigung mit dem Kinderhoroskop beitragen. Dazu finden Sie in der Aquariana-Bibliothek das systematisch aufgebaute Buch zum Nachschlagen der einzelnen Konstellationen des Horoskops Kinderhoroskope deuten und verstehen Astrologie als Schlüssel zum Kinderherzen, 1997 (AS 058)
Evelyn Rodtmann, Heilpraktikerin (Psychotherapie), Tel. 623 3217
Kristina Messerschmidt, Heilpraktikerin, Tel. 69 80 81-17
Praktische Anleitungen für Spiele, Bewegung, Ernährung, körperliche und seelische Gesundheit für Kinder finden sich in den folgenden Büchern:
Sivananda Yoga Zentrum: Yoga für alle Lebensstufen in Bildern (1996) (KÖ 008)
Temelie, Barbara: Die Fünf Elemente Ernährung für Mutter und Kind (1996) (ER 003)
Höfler, Anne: Leg mir die Hand auf Behandlung von Kindern mit Neurodermitis und anderen chronischen Erkrankungen (1995) (HE 016)
Teml, H.: Komm mit zum Regenbogen Phantasiereisen für Kinder und Jugendliche (1992) (ME 019)
Demnächst in der Aquariana-Bibliothek oder Sie kaufen es sofort:
"Shiatsu an und mit Kindern" gibt es in dem soeben erworbenen Buch Shiatsu: Gesundheit geben und empfangen von Pamela Ferguson (2. Aufl. 2005), das demnächst in der Aquariana-Bibliothek entliehen werden kann. Die Autorin erzählt viele Beispiele von der Schmerz lindernden und beruhigenden Wirkung einfacher Shiatsu-Massage-Techniken bei kranken Kindern. Schöne Schwarz-Weiß-Fotos und Zeichnungen verdeutlichen die Anwendung. Auch im Kapitel „Shiatsu für die Familie“ spielen die Kinder eine wesentliche Rolle.
Das Buch ist eine Fundgrube leicht anwendbarer Selbst- und Partnerbehandlungen für viele alltägliche Beschwerden bei Erwachsenen und Kindern. Es eignet sich gut als „Erste Hilfe-Buch“ zum Nachschlagen. Deshalb bieten wir es Ihnen auch zum Kauf an für 16,95 € am Empfangstresen im Aquariana.
Babette Schwartz, Heilpraktikerin, Tel. 785 10 69
Sigrid Werner, Heilpraktikerin, Tel. 61 30 65 16
Informationen zur Aquariana-Bibliothek
| Öffnungszeiten: | Montag - Freitag, 15 - 18 Uhr | |
| Leihgebühren: | Taschenbücher | 1,- Euro |
| Gebundene Bücher | 1,50 Euro | |
| Zeitschriften | 0,25 Euro | |
| Leihfrist: | 4 Wochen | Verlängerung um weitere 4 Wochen ist möglich |
| Verlängerungsgebühr | 0,50 Euro pro Buch und Monat | Die Verlängerung ist telefonisch möglich |
| Überziehungsgebühr | 0,25 Euro pro Buch und Werktag | |
| Verlust der Buchkarte | 0,50 Euro |
Fasten: JA, NEIN oder DOCH... ABER WIE?
Schauen Sie sich lieber in die Augen
Arjen Peters
Fasten ist für den Körper so, als ob alles in ihm für eine Weile Kopf-Fuß stehen würde. Die Rückkehr des ganzen Organismus in seine übliche Lage nach Abschluss des Fastens bringt daher eine wahre Revitalisierung in Körper, Seele und Geist.
Obwohl der Vergleich etwas schmunzeln lassen mag, ist es beim Fasten wie beim Kopf-Fuß Ständchen: die eine Person schafft es locker jeden Morgen, die andere kann es sogar auf den Händen mit gestreckten Armen, während der dritten bei der Vorstellung schon fast schwindelig wird. Und da gibt es noch welche mit "der Qual der Wahl" vor dem üppigen Angebot an Methoden und Ratschlägen.
Da wäre ein Blick auf den Zustand der Organe und ihre Lieblingswünsche sehr hilfsreich. Ausgerechnet die Augen liefern uns diesen inneren Blick.
Wie in der vorigen Ausgabe des Aquariana-Newsletters schon zu lesen war, basiert die Irisdiagnose auf dem Erkennen von Zeichen in den Reflexzonen der Organe in der Regenbogenhaut, oder Iris, des Auges.
Ein erster Hinweis ist die Farbe der Augen: Blau deutet auf eine lymphatische Konstitution, tief dunkel auf eine hämatogene und alles dazwischen, von grün bis hellbraun über grau, lila und gefleckt, auf eine biliäre.
Für die Lymphatiker ist es gut, die Lymphe zu reinigen und zu aktivieren. Das heißt, dass beim wichtigen Trinken während des Fastens reichlich Mineralien und besonders Kieselsäure zugefügt werden können, zum Beispiel mit einem Tee aus Schachtelhalm, Brennnessel oder Vogelknöterich. Darüber hinaus wirkt regelmäßiges Massieren der Haut sehr kräftigend, zum Beispiel mit einem Handschuh aus Pferdehaar. Und das tolle dabei: Dies gilt auch außerhalb des Fastens!
Für die Hämatogenen steht das Blut im Vordergrund. Sie können viele bunte Säfte trinken, wie Karotten-, Rote-Bete- oder Holunderextrakte sowie Tees mit Wacholderbeeren oder Zimtstangen. Sie sollen es sich gemütlich warm machen, unter anderen durch Saunagänge oder sanfte, aber andauernde Bewegung wie Wandern, Tanzen und Schwimmen. Auch hier muss es nicht Fastenzeit sein, um den Wanderstock oder die Badehose aus dem Schrank zu holen.
Die Biliären schwören auf die Verdauungssäfte. Alle Bitterstoffe sind hier willkommen, auch dann, wenn die Geschmacksnerven anderer Meinung sind. Trotz ihrer Namen müssen diese Bitterstoffe ja auch nicht den ganzen Mund zusammen ziehen. Wie wäre es mit einem heißen Aufguss von Beifuss, Löwenzahn oder Bockshornklee? Und für diejenigen, die es gern etwas kräftiger haben, können auch einige Stückchen Kalmuswurzel, Andorn oder Wermut zugefügt werden. Falls es dann doch etwas zu bitter wird, können Mädesüß oder Süßholz für Linderung sorgen.
Ebenfalls schön für die Biliären ist es, im Stehen eine Art Bauchtanz zu machen, besonders morgens beim Aufstehen oder nach langem Sitzen, durch langsames und ruhiges Kreiseln mit der Hüfte wie ein Mühlenstein. Übrigens: es kann auch nach dem Fasten gekreiselt werden. Und gegen die Langeweile einfach die Richtung wechseln.
Da gibt es noch eine Fülle anderer Zeichen in den Augen, die zum Fasten motivieren oder bei der Wahl der Methode hilfreich sein können.
Aufhellungen fast wie weiße Pünktchen am Rande der Iris deuten auf die Neigung, Feuchte ins Gewebe zu lagern. Gesprochen wird von einer hydrogenoiden Diathese. Kieselsäure enthaltende und harntreibende Tees sind hier angebracht, besonders Brennnessel.
Bei grau-gelben Ablagerungen neigt das Gewebe zu Übersäuerung, und es ist von harnsaurer Diathese die Rede. Hier steht die Niere im Vordergrund: Birkenrinde und Haferstroh.
Zu viel Fett, auch wenn am Bauch noch unauffällig, zeichnet sich durch einen weißen Ring in der Iris und eventuell gelbe Erhebungen in dem weißen Bereich des Auges, der Sklera: die lipämische Diathese. Hilfreich sind hier die Saponine, wie in Ringelblumen und Goldrute.
Ganz viele und kleinste Blutgefäßchen um die Iris herum stehen für die allergische Diathese. Da hilft Süßholz mit seiner Kortison-ähnlichen Wirkung, grüne Gerbstoffe wie in Salbei sowie jegliche Art der Immunstärkung, zum Beispiel eine Darmsanierung.
Die sechste Diathese und bunteste ist die dyskratische, erkennbar durch zahlreiche farbige Flecken im Auge. Unsere lebenswichtigen Säfte wie Blut, Lymphe und Verdauungssäfte drohen sich zu entmischen und in Form von Kristallen auszufallen. Hier gilt es, viel Flüssigkeit aufzunehmen und wieder auszuscheiden: Schafgarbe, Wegwarte und Hopfen.
Und es gibt noch mehr in den Augen zu sehen. Dafür braucht es die Vergrößerung einer Lupe. Aber wir wollen die Fastenzeit ja nicht verpassen!
© HP Arjen Peters
Bei Interesse an einer eigenen Irisdiagnose liegt meine Lupe für Sie schon bereit. Anmeldung bitte über 030-691 81 42 oder natur.hp.peters@gmx.net
Aus der Aquariana-Bibliothek:
Buchempfehlungen zum Thema "Fasten"
In der Sachgruppe „ER“ (Ernährung) in der Aquariana-Bibliothek gibt es eine Menge schöner Rezepte und Tipps zur gesunden Ernährung. Von der Makrobiotik über die Yoga-Küche bis zur 5-Elemente-Lehre der traditionellen chinesischen Medizin ist für jeden Geschmack etwas dabei (siehe unten).
Wer es in diesem Frühjahr mit dem Fasten versuchen möchte, ist mit dem Klassiker „Wie neugeboren durch Fasten“ von Dr. med. Hellmut Lützner (ER 020) gut beraten. In dem schmalen Taschenbuch mit dem dünnen Mann, der aus der großen Hose springt, finden Sie eine praktikable Anleitung zum Heilfasten mit Obstsäften und Gemüsebrühe. Der Aufbau einer Fastenwoche mit dem richtigen Beginn, den zu erwartenden Begleiterscheinungen und vor allem dem sehr wichtigen schrittweisen Kost-Aufbau nach dem Fasten wird übersichtlich dargestellt.
Wenn Sie schon geübt im Fasten sind und sich nur noch einmal an die wesentlichen Grundsätze ins Gedächtnis rufen wollen, finden Sie in dem Buch „Bewußte Ernährung“ des Heilpraktikers Rolf Schwarz (ER 017) auf S. 58ff eine kurze Zusammenfassung.
ER 019: Makrobiotisch kochen / von Trees Laridon und Willy Maes
ER 024: Das Yoga-Gesundheitskochbuch / von Richard Hittleman
ER 002 und 002a: Das Fünf Elemente Kochbuch / von Barbara Temelie und Beatrice Trebuth
Die Auswahl wurde zusammengestellt von unserer "Bibliothekarin" (eigentlich Shiatsu-Praktikerin) Sigrid Werner.
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Frisch versagt ist halb gewonnen
Eine prüfende und erspürende Auseinandersetzung mit Saturn Quadrat Neptun
Evelyn Rodtmann
Die aktuelle Saturn/Neptun-Opposition aspektiert ganz genau meinen Wassermann-Saturn im Quadrat zum Skorpion-Neptun. Eine gute Zeit also, sich mit diesem Quadrat in meinem Radix zu beschäftigen.
Mit der, zugegeben etwas verkürzten, Deutung, dass Neptun einen unterminierenden Einfluss auf Saturns ehrenwerte Ziele ausübt und bestenfalls Träume und Visionen zur Verfügung stellt, die Saturn dann verwirklichen kann, konnte ich mich durchaus immer identifizieren. Vor meinem inneren Auge sah ich stets meinen Saturn, aufrecht und tapfer gegen die lähmende Energie meines Neptuns ankämpfend.
Doch der Transit von Saturn und Neptun verlangt ja, sich mit Fantasie und Wirklichkeit auseinander zu setzen. Ist mein Saturn tatsächlich so, wie ich ihn mir vorstelle? Wie geht es meinem Neptun wirklich? Zur Überprüfung wähle ich eine den reinen Intellekt überschreitende Methode: die Horoskop-Aufstellung. Sie liefert oft mit beeindruckender Klarheit eine Beschreibung des Ist-Zustandes unserer Planeten bzw. inneren Personen - und räumt dabei immer wieder mit festen Vorstellungen und theoretischen Konzepten, wie es denn sein müsste oder sollte, auf. Ich bin gespannt, was Saturn und Neptun mir zu sagen haben.
Neptun: Ich merke, dass ich schwanke, der Boden ist nicht wirklich fest unter mir. Es ist schön, aus dem Fenster zu schauen.
Saturn: Meine Füße stehen ganz fest auf dem Boden. Es fühlt sich an, als würden meine Muskeln, mein Gewebe nach unten ziehen und der Druck Richtung Boden wird immer stärker. In den Knien und im Hüftgelenk bin ich ganz fest. Ich denke dauernd an die nächste Woche, die schon wieder so voll ist. Das fühlt sich an, als würde eine große, dunkle Wolke von schräg oben auf mich zukommen. Aber ich werde es schaffen, ich muss es schaffen. Wie schaffe ich es nur?
Neptun: Ich kann mir dazu gar nicht den Kopf anstrengen und Gedanken machen. Wenn ich über so etwas nachdenke, wird mein Kopf gleich ganz leer. Ich schwanke gerade wieder, irgendwie macht das auch Spaß. Wenn ich dich so höre, Saturn, tust du mir gleichzeitig leid und ich könnte lachen. Du klingst so verzweifelt.
Saturn: Es ist auch zum verzweifeln. Ich bin so müde, fühle mich so bleiern. Ich spüre einen richtigen Druck auf der Brust, kann nur schwer atmen. Es gibt so viel zu tun und ich möchte ja auch gerne die Sachen schaffen. Ich möchte da draußen in der Welt mitmachen, aber jeder Schritt ist so anstrengend!
Neptun: Ich würde dir ja gerne helfen, aber ich wüsste nicht, wie ich dich motivieren könnte. Ich will gar nicht da raus gehen. Ich merke, dass ich gerne Güte entwickeln möchte. Und ich möchte den anderen nahe sein - allerdings auch nicht wirklich nahe, mehr so vom Herzen nahe.
Saturn: Nein, helfen tust du mir wirklich nicht. Ich mache immer so gute Pläne, eng gesetzte Termine, damit keine Zeit verloren geht und dann kommst du, trödelst herum und vertust die Zeit. Manchmal bin nicht dann einfach nicht gut vorbereitet und muss sehen, wie ich alles noch hinkriege. Dann hetze ich hinter allen Terminen her, vor allem innerlich bin ich dann nicht wirklich auf der Höhe der Ereignisse. Das ist so anstrengend.
Manchmal möchte ich einfach nur einen kleinen, überschaubaren, regelmäßigen Job haben, wo keine großen Erwartungen an mich gestellt werden. Wo ich diese Erwartungen der anderen, der Welt, der Realität, befriedigen kann und dann in Ruhe gelassen werde.
Neptun: Das hört sich gar nicht so schlecht an. Weißt du, wo ich mich wirklich wohl gefühlt habe? Damals zum Beispiel, als wir das Praktikum in dieser Lebensgemeinschaft gemacht haben und Kohlen ausgeliefert haben.
Saturn: Das war harte Arbeit, das fand ich gut. Aber dieser Zeit nachzutrauern führt zu nichts. Auch mussten die damals kurze Zeit später schon aufgeben. Wir müssen etwas Dauerhaftes schaffen, was Abhängigkeit von anderen vermeidet.
Neptun: Diese Abhängigkeit ist doch nur da, wenn man daran glaubt. Du strengst dich so an, aber wann warst du wirklich glücklich? Als du Erfolg hattest?
Saturn: Tu jetzt nicht so! Erfolg hat uns auch glücklich gemacht.
Neptun: Klar, das kam auch schon vor. Aber besonders glücklich hörst du dich gerade nicht an.
Saturn: Das ist dieses Druckgefühl auf meiner Brust. Der Gedanke an Erfolg belebt mich, aber dann spüre ich wieder, dass es eine Last ist, die ich von Tag zu Tag schleppen muss und die mich immer schwerer und müder macht.
Neptun: Dann lass es doch!
Zu meinem Erstaunen war Neptun in der Aufstellung ausgeglichener und gefestigter als Saturn. Dieser war wirklich in einem erbärmlichen Zustand, nicht mehr in der Lage seine saturnischen Aufgaben zu erfüllen. Er, der Herr der Realität, schien außer Stande, diese zu meistern oder auch nur halbwegs zu bewältigen. Geschwächt, müde, bemitleidenswert stand er da und hielt sich krampfhaft aufrecht.
Was mache ich nun mit dieser "Diagnose"?
Die erste, mir vertraute Reaktion ist, dass der durch Neptun geschwächte Saturn gestärkt werden muss. Wie soll ich "es" sonst schaffen? Ein klarer Fall für weniger Neptun und mehr Saturn.
Auf die Frage, was Saturn gut tun könnte, fallen mir gleich viele Dinge ein. Klare Ziele stecken und ausreichend kleine Zwischenziele formulieren, damit ich weiß, wie der nächste Schritt aussieht und wann ich ihn erreicht habe. Meinen Alltag klarer strukturieren, eine feste Routine etablieren, vernünftiges Zeitmanagement anwenden. Mich damit abfinden, dass man nichts geschenkt bekommt und zu versuchen, Verpflichtungen und Mühe als Teil der Realität zu akzeptieren. Überhaupt all das tun, was zu dem Thema "So werde ich erfolgreich!" in den meterlangen Regalen der Buchhandlungen zu finden ist.
Während ich das auch nur schreibe, überfällt mich Müdigkeit und ein mattes Abwinken. Diese Überlegungen machen Saturn offensichtlich eher noch schwächer. Und gleichzeitig gerate ich sofort wieder in das bekannte gedankliche Hamsterrad, um gegen die Müdigkeit und das Gefühl von Schwäche anzukämpfen: "Ich kann nicht." - "Du musst aber!" - "Ich bin so müde. Aus mir wird sowieso nie etwas." - "Hör auf zu jammern. Ein bisschen musst du dich schon zusammenreißen." usw. usw. Es ist genauso, wie es in vielen Astrologiebücher steht: Neptun unterminiert Saturns Zielstrebigkeit, seine formgebenden Eigenschaften, seine Fähigkeit in der Realität zu sein. Und ich spüre, dass es stimmt. Dieser Saturn wird es nicht wirklich schaffen, "da draußen" in der realen Welt mitzumachen. Auch Astrologie-, Therapie- und Coaching-Erfahrungen ändern das nicht. Man kann versuchen, es sich schön zu reden, aber das Gefühl, versagt zu haben, bleibt. Gemessen an den Maßstäben der Realität macht Neptun aus Saturn einen Versager.
Während das Wort "Versager" noch in mir nachhallt, spüre ich eine gewisse Erleichterung. Der Druck lässt ein wenig nach und ich versuche, nicht gleich wieder in das obige gedankliche Hamsterrad einzusteigen ("Ja, ja, den Kopf in den Sand stecken, das ist nun wirklich nicht die Lösung. Du musst ..."). ... Schon bin ich wieder dabei, bin angestrengt, dass Wohlgefühl verschwunden. Also noch einmal: ich bin ein Versager! Klingt etwas deprimierend, und doch zaubert es mir ein klitzekleines Lächeln ins Gesicht. Mir scheint es mit dieser inneren Kapitulation besser zu ergehen, als mit den angestrengten Saturn-Stärkungs-Maßnahmen.
Gibt es noch eine andere Reaktion auf die Diagnose? Ich schaue mir noch einmal den Neptun aus der Aufstellung an. Werde ich diesem entspannten und selbstbewussten Neptun wirklich gerecht, wenn ich ihn nur als unterminierenden Faktor meines Saturns sehe? Müsste ich nicht umgekehrt auch fragen, was Saturn dem Neptun antut? Müsste ich nicht fragen, was Neptun zu dem Versager-Gefühl zu sagen hat?
"What the BLEEP is reality?" - Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen, angelehnt an den aktuellen Kinofilm "What the bleep do we know?" Dieser Satz schafft plötzlich eine innere Weite, etwas, was größer ist als die alltägliche Realität. Raum, Stille, Frieden, Ziellosigkeit, Da-Sein - da hat mein Versagen mich mit einem Mal hingeführt. Es fühlt sich gar nicht mehr nur nach Versagen an, sondern auch nach Gewinn. Es gibt offensichtlich eine zweite Möglichkeit, diesen Konflikt zu sehen.
Was ist denn eigentlich Realität? Diese Frage überhaupt zu stellen, ist beängstigend und befreiend zugleich. Ich entferne mich scheinbar von den anderen, von der Welt und begebe mich auf unsicheres Terrain. Doch gibt es eigentlich sicheres Terrain? Stehen die anderen auf festem Boden, wenn sie in der Realität leben? Im Großen und Ganzen erscheint mir bei vielen der Boden stabil zu sein, aber je genauer ich hin sehe, desto mehr Beispiele finde ich, wie schnell sich noch eben fest geglaubte Realität auflöst und ändert. Krankheit, Unfälle, Naturkatastrophen, Tod, Jobverlust, Insolvenz ... Wofür und woran arbeiten sich dann so viele ab - im festen Glauben daran, dass es eine fest umrissene Realität gibt und Erfolge, auf die man sich verlassen kann? Neptun lässt mich immer mehr die Absurdität des reinen Realitätsglaubens erkennen. Auch sichtbar gemacht am Kampf zwischen den meterlangen Regalen mit den Ratgebern zum Erfolg für die Realitätsgläubigen und den genauso langen Regalen mit den Ratgebern zum Entschleunigen für die an der Realität des 21. Jahrhunderts Gescheiterten. Ich bin offensichtlich nicht allein mit meinem Problem. Trotzdem fühle ich mich von den anderen isoliert, wenn ich frage: Wie viel muss ich eigentlich verdienen? Was muss ich eigentlich erreichen? Was ist eigentlich "Erfolg" oder "Versagen"?
Eine hämische Stimme in mir antwortet sogleich: "Dann geh doch ins Kloster!" - Doch diese provokative Aufforderung, aus der allgemein gültigen gesellschaftlichen Lebensrealität zu verschwinden, wenn ich nicht vollständig mitmachen will oder kann, ist bereits wieder aus rein saturnischer Sicht gesprochen. Saturn geht eben immer davon aus, dass ein Abwenden oder In-Frage-Stellen der anerkannten Alltagsrealität automatisch Flucht vor der Realität bedeutet. Diese Gefahr, die von Neptun ausgeht, bleibt in keinem Astrologiebuch unerwähnt. Wechsle ich jedoch wieder die Perspektive und überlege, wie Neptun Saturn helfen kann, so sehe ich, dass er ihn über die Grenzen der realen Welt hinausführt und damit die Realität als Illusion entlarvt. Wer von den beiden sieht eigentlich klarer, was existiert? Aus ihrer jeweiligen Sicht sehen natürlich beide klar, obwohl man dieses Wort selten mit Neptun in Verbindung bringt. Doch das Auflösen eingeschränkter Blickweisen und zu eng gesteckter Normen sind Neptuns Spezialität und können, wenn man sich auf die resultierende Weite und Leere einlässt, zu erstaunlicher Klarheit führen. Das Gefühl, ein Versager zu sein, kann nur innerhalb der Grenzen Saturns entstehen. Neptun kann mir den Weg heraus aus der Schwäche und Anstrengung zeigen.
Meine Sorge, dass das nur ein bequemes Vor-meinen-Problemen-Davonlaufen ist, eine billige Ausrede, da ich den saturnischen Anforderungen des Lebens nicht genüge und Neptun den Zweikampf mit Saturn in meinem Horoskop gewinnt, ist so lange begründet, wie ich Saturns Definition für diese Welt den Vorrang gebe. Räume ich Neptuns Definition von Realität die gleiche Gültigkeit ein, kann er viel saturnisches Leid heilen. Das ist eine wirklich große geistige Herausforderung, ein langer Prozess, für den ich beschlossen habe, mir spirituelle Wegweiser zu suchen. Angesichts des Zustands meines Saturns in der Aufstellung liegt in dieser Richtung nicht nur die einzige Lösung meines Saturn-Quadrat-Neptun-Dilemmas, die Saturn nicht gleich wieder überfordert, sondern eine Chance, die vielfältigen und weit verbreiteten Saturn-Probleme wie Überlastung, Verhärtung, Strenge mit sich und anderen sowie enormer Leistungsdruck in einem ganz neuen Zusammenhang zu sehen. Die von Neptun verursachte Schwäche entpuppt sich mit einem Mal als Stärke, die zu mehr Gelassenheit und Zufriedenheit führen kann.
Evelyn Rodtmann ist Astrologin im Aquariana und unterrichtet hier Astrologie, leitet außerdem kreative Selbsterfahrungs-Workshops und bereitet zurzeit die Astrologiewoche im Aquariana vor.
Dieser Artikel erschien auch in der Fachzeitschrift "Meridian".
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Husten, Schnupfen, Heiserkeit
Babette Schwartz
Grauer Himmel, Nieselregen, Kälte und Feuchtigkeit kriechen die Hosenbeine hinauf, die Finger sind klamm, Körper und Seele frösteln. Es ist mal wieder soweit; Hatschi!
Die Nase beginnt zu kribbeln, der Hals kratzt. Eine Erkältung bahnt sich an. Was tun außer Tee trinken, Taschentücher kaufen und mehr oder weniger leiden?
Erkältungszeit
Atemwegserkrankungen häufen sich im Frühjahr und im Herbst. In diesen Übergangszeiten muss sich der Organismus auf das veränderte Klima umstellen. Man sollte in diesen Jahreszeiten besonders auf seine Gesundheit achten, auch kleinere Infekte müssen auskuriert werden.
Die Chinesische Medizin bietet verschiedene Mittel zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten. Hoch wirksam sind hier insbesondere die chinesischen Arzneimittel (Kräuter). Ausgesprochen wichtig ist es auch, bestimmte Regeln bei der Ernährung zu beachten.
Erinnern Sie sich einmal an den Beginn Ihrer letzten Erkältung;
Welche Beschwerden hatten Sie? vermutlich Frösteln, laufende Nase, Abneigung gegen Wind und Kälte, Kopf- und Gliederschmerzen.
Wenn Sie Beschwerden bekommen, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Abwehr-Wei-Qi gegen den „äußeren Feind“ kämpft. Es kreist nach chinesischer Vorstellung in der Haut und soll eindringende „Pathogene“ wie Kälte, Wind und Nässe abhalten, in die Poren einzudringen. Tun sie es trotzdem, so werden die Poren verschlossen und blockiert, erste Reaktionen des Abwehr-Wei-Qi zeigen sich mit Frösteln, Unwohlsein und Schmerzen. Der Grund ist, dass Kälte ein Zusammenziehen von Geweben und Gefäßen bewirkt und die Zirkulation von Blut und Qi nicht mehr funktioniert.
Anders als in der westlichen Medizin werden Erkältungen in der TCM in verschiedene Syndrome klassifiziert.
Sie können nur „oberflächlich“ sein und akut beginnen mit Niesen, Nasenkribbeln und laufender Nase. Hier kann über die Ernährung günstig beeinflusst werden.
Bei einer schwereren Erkrankung, die „innen“ ist (in der Schulmedizin z.B. Bronchitis, Nasennebenhöhlen-Entzündung), kann bei sachgemäßem Einsatz chinesischer Kräuter oft auf Antibiotika verzichtet werden. Trotzdem sollte spätestens bei Fieber, starkem Druckschmerz im Kopf oder wenn sich die Symptome nach einer Woche nicht bessern, ein Arzt aufgesucht werden.
Die Behandlung mit Chinesischer Medizin beruht auf einer gründlichen Diagnose, die verschiedene Krankheits- und Konstitutionstypen unterscheidet.
Bezeichnungen wie Wind, Kälte oder Hitze sollten dabei nicht allzu wörtlich genommen werden. Es sind bildhafte Ausdrücke, die bestimmte Sachverhalte beschreiben.
| TCM-Bezeichnung | Symptome | Erklärung |
| Wind-Kälte | Abneigung gegen Kälte, Frösteln, wenig Fieber oder leicht erhöhte Temperatur, kein Schwitzen, Nacken- und Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schnupfen mit klarem/wässrigem Schleim | Abwehr schwach, daher unabhängig von der Aggressivität des Keimes kaum Fieber; Gefahr des Überganges in chronische Erkrankung |
| Wind-Hitze | Abneigung gegen Kälte, starkes Fieber, Schwitzen, Schnupfen mit gelbem Schleim, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Husten, Halsschmerzen, Durst, Urin etwas dunkler | Abneigung gegen Kälte, starkes Fieber, Schwitzen, Schnupfen mit gelbem Schleim, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Husten, Halsschmerzen, Durst, Urin etwas dunkler |
| Wind-Nässe-Hitze | Kälteaversion, Frösteln, Fieber, Schweregefühl, Gliederschwere, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Lymphknoten-schwellungen, Appetitlosigkeit, leichtes Schwitzen, Druckgefühl in Oberbauch und Brustraum | Abwehr gut, Höhe des Fiebers abhängig von der Aggressivität des Keimes |
| Wind-Trockenheit-Hitze | Kälteaversion, Fieber, leichtes Schwitzen, Trockenheit von Nase, Mund und Rachen, trockener Husten | Abwehr gut, Höhe des Fiebers abhängig von der Aggressivität des Keimes |
Husten, Schnupfen, Heiserkeit
Je nach Krankheitstyp/Muster können Sie mit Nahrungsmitteln und verschiedenen Gewürzen Ihre Erkältung schneller kurieren.
Dem Wind-Kälte-Typ helfen zum Beispiel:
Ingwer, Chilies, Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Koriander.
Im Falle von Wind-Hitze sind angesagt:
Rettich, Minze, Chinakohl, Löwenzahn, Karotten, Tomaten, grüner Tee, Wassermelone.
Bei Wind-Nässe-Hitze empfehlen sich
Ingwer, Kardamom, Champignons, Mandarinen, Pampelmusen, Kumquat.
Dem Krankheitstyp Wind-Trockenheit-Hitze tun gut:
Birnen, Mandarinen, Aprikosen, Feigen, Sojamilch, Tofu, Erdnüsse, Sesam, Mandeln.
| Wind-Kälte | Ingwer mit Honig: 30 g frischen Ingwer schälen und in Scheiben schneiden, mit 0,5 Liter Wasser zehn Minuten köcheln lassen und mit 1 Teel. Honig süßen. Einnahme so heiß wie möglich. Ingwer und Frühlingszwiebeln: Zehn Frühlingszwiebeln kleinschneiden und 20 g frischen Ingwer wie oben für 5 Minuten in 0,5 Liter Wasser kochen und mit Honig nach Bedarf süßen. |
| Wind-Hitze | Rettich und Ingwer: 250 g Rettich und 30 g frischen Ingwer fein raspeln, etwas Saft ziehen lassen und auspressen. Den Saft über den Tag verteilt zu sich nehmen. |
| Wind-Nässe-Hitze | Hiobstränensamen und Helmbohnensamen (z.B. Ziethen-Apotheke): 30 g Hiobstränensamen (Semen Coicis) und 30 g Helmbohnensamen (Semen Lablab) mit 100 g Rundkornreis zu einem Brei kochen und jeweils die Hälfte morgens und abends einnehmen. |
| Wind-Trockenheit-Hitze | Rettich-Honig: 1 großen frischen Rettich halbieren, mit dem Teelöffel aushöhlen und mit Honig füllen; das herausgekratzte Innere zerkleinern und ebenfalls mit Honig mischen und ziehen lassen. Nach ca. 3 Stunden den Honig aus dem Rettich gießen, mit dem zerkleinerten Rettich-Honig-Brei vermischen und durch ein Sieb oder Tuch auspressen. Täglich dreimal je zwei Suppenlöffel von dem Saft einnehmen. Birnen-Kompott Dies ist ein altes Hausrezept aus China, um trockene Schleimhäute zu befeuchten und Hustenreiz zu stillen. 1-2 Birnen schälen und entkernen, mit wenig Wasser weichdünsten und mit etwas Honig abschmecken; täglich zum Frühstück, bis die Trockenheit nachläßt. |
Die Kraftsuppen
So genannte Kraftsuppen sind auch bei uns bekannt und wurden traditionell nach einer schweren, auszehrenden Krankheit zur Stärkung gegessen. Ich kenne sie aus meiner Kindheit; nach einer Grippe hat meine Mutter mich damit wieder schnell auf die Beine gebracht.
Diese Art von Suppen müssen sehr lange köcheln, damit sich die heilende Wirkung entfalten kann. Das zerkochte Gemüse wird nicht mitgegessen, da sich darin sowieso keinerlei Vitamine mehr tummeln.
Die Hühnerkraftsuppe
2 bis 3 Liter Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, inzwischen
1 frisches Hühnchen von der fettigen Haut befreien,
3 Möhren und
1 Sellerie-Knolle und
1 Lauchstange und
3 Wurzel-Petersilie säubern und in große Stücke zerteilen,
1 große Zwiebel halbieren, mit der Schnittstelle nach unten in wenig Öl
in einer heißen Pfanne anrösten.
Sobald das Wasser kocht, werden alle Zutaten hineingegeben, mit etwas Salz gewürzt und bei halb geschlossenem Deckel auf kleinster Flamme gekocht.
Nun hat man die Wahl: entweder alles zusammen 5 Stunden köcheln lassen und am Schluss das zerkochte Fleisch und Gemüse mit einer Schaumkelle herausholen und entsorgen, um so die reine Energie aus den Zutaten zu erhalten. Als Trinkbrühe wirkt sie dann sehr stark tonisierend (aufbauend, stärkend) und wärmend und ist besonders zu empfehlen, wenn auch der Magen-Darm-Trakt während der Krankheit betroffen war.
Oder: Man nimmt nach 1 Stunde Kochzeit das Huhn heraus, entfernt das Fleisch von den Knochen und kocht die Knochen in der Brühe weitere 4 Stunden. Am Ende der Kochzeit werden Knochen und Gemüse entfernt. Anschließend kann die Brühe mit verschiedenen, nicht blähendem Gemüse angereichert werden. Zum Schluss kann dann das Hühnerfleisch in die Suppe getan werden. Diese Art der Zubereitung ist besonders gut, wenn hohes Fieber die Krankheit begleitet hat und man sich noch immer sehr müde und schlapp fühlt.
Die Dosierung ist bei beiden Suppen gleich:
Dreimal am Tag eine kleine Tasse als alleinige Mahlzeit (auch zum Frühstück)
oder als Vorsuppe, wenn der Hunger schon wieder größer wird.
Im Kühlschrank hält sich die Kraftsuppe ca. 3 Tage, muß dann aber immer wieder portionsweise einmal aufgekocht werden.
Kraftbrühe für Vegetarier (auch Blutbildung fördernd)
20 g Schwarze Bohnen und/oder
20 g Rote Kidney-Bohnen über Nacht einweichen. Wasser abgießen.
1 Sellerieknolle schälen und klein schneiden
3 Möhren in Stücke zerteilen
1 Porreestange in grobe Ringe schneiden
1 Pastinake in Stücke teilen
2 Wurzelpetersilie in Scheiben schneiden
1 Streifen Arame-Alge* kurz abspülen
1 Zwiebel vierteln und alles zusammen mit den Bohnen und
1 Handvoll Gerste in
2 bis 3 Liter Wasser für 2 bis 3 Stunden kochen.
Gewürze z.B. Muskat, etwas Salz oder Sojasoße. Die Suppe kann mit offenem Deckel „heruntergekocht“ werden, d.h. so lange kochen bis sie eingedickt ist. Dann gießt man alles durch ein Sieb ab und behält nur die Flüssigkeit. Diese wird im Kühlschrank aufbewahrt.
Davon trinken Sie 5 Tage lang je eine Portion, die Sie vorher anwärmen und der Sie vor dem Essen eine kleine Handvoll Keimlinge (am besten schmeckt Alfalfa) zufügen.
*Algen (im Bioladen erhältlich): Arame oder Kombu sind sehr mineralstoffhaltig und geben der Suppe auch eine gewisse Würze. Tagesdosis sollte 10 g nicht übersteigen, da sie sehr jodhaltig sind Achtung bei Schilddrüsen-Überfunktion!
Babette Schwartz, HP - Chinesische Medizin, Akupunktur, Shiatsu
Aus der Aquariana-Bibliothek:
Buchempfehlungen zum Thema Schnupfen, Husten, Heiserkeit
Signatur in unserer Aquariana-Bibliothek: HE 162
Ravi und Carola Roy, Selbstheilung durch Homöopathie
Signatur in unserer Aquariana-Bibliothek:: HE 081
Jean Valnet, Aroma Therapie: Gesundheit und Wohlbefinden durch pflanzliche Essenzen
Signatur in unserer Aquariana-Bibliothek: HE 156
W. Punkt, Die Heilkraft von Arzneikräuter Tee
Signatur in unserer Aquariana-Bibliothek: HE 157
Husten und Augendiagnose
oder
ein Hauch an Streicheleinheiten dort, wo es faucht
Arjen Peters
Husten
Die Ursachen eines Hustens liegen oft im Bereich des Rachens und der Lungen, können aber auch vom Herzen, von den Nerven oder von den Drüsen kommen, um nicht mal von den psychosomatischen Gründen zu sprechen.
Was hat Husten dann mit den Augen zu tun? So "gesehen" tatsächlich gar nichts. Es ist auch eher umgekehrt: Die Irisdiagnose gibt uns einen Einblick darin, wie wir uns und unsere Organen verwöhnen können sowie, wie wir und welche Organe am liebsten gekuschelt werden.
Klingt toll, wa? Aber wie funktioniert das denn? Kann ich das bei mir selber auch alles sehen? Um darauf zu antworten, lohnt es sich, uns vorher auf eine kleine Reise durch den Körper zu machen.
Reflexzonen
Wer hat nicht schon mal den Begriff 'Reflexzone' gehört, diese Art Fingerabdruck eines bestimmten Organs an einem völlig anderen Körperteil? Manche Körperteile sind sehr reich an Reflexzonen, wie das Ohr, die Hand und der Fuß, an denen nahezu der ganze Körper zurückzufinden ist. So auch die Augen und dort besonders der bunte Kreis im Auge.
Dieser bunte Kreis wird aufgrund seiner Farbenpracht Regenbogenhaut oder Iris genannt. Er besteht aus Muskelgewebe mit vielen feinen Blutgefäßen, auf denen sich Pigmente ablagern können. Diese Regenbogenhaut hat ein Loch, die Pupille. Auf der Innenseite ist die Pupille auch der Ort, an dem der Sehnerv endet.
Zusammengezählt gibt ein einfacher Blick ins Auge daher Auskunft über den Zustand von Binde-, Muskel- und Nervengewebe. Und mit den Pigmenten liefern die Augen auch noch Informationen über den Stoffwechsel. Einmalig im ganzen Körper!
Anhand von Karten ist es möglich, die Reflexzonen unserer Organe in der Iris zu lokalisieren. Grob gesehen liegen zum Beispiel Brust, Bronchien und Lungen im äußeren Bereich Richtung Ohren und Mund, Rachen, Luftröhre auf der gegenüberliegenden Seite Richtung Nase.
Augendiagnose
Augendiagnose, auch als Irisdiagnose oder Iriskopie bezeichnet, ist also die Erkennung der Reflexzonen der Organe im Auge.
Hinzu kommen noch einige andere Zeichen, für die eine Lupe benötigt wird, wie für die Form und eventuelle Trübung der Pupille, die Färbung der weißen Haut um das Auge sowie der Verlauf eventueller Gefäße in dem weißen Bereich. Dieser wird auch Sklera genannt und besteht aus Bindegewebe.
Die Irisdiagnose vermittelt jedoch keine Beweise wie eine Blutanalyse oder ein Scanner, sondern Hinweise. Der Unterschied liegt darin, dass Beweise Momentanaufnahmen sind, die also nur akute Zustände zeigen, während Hinweise einen Allgemeinzustand beschreiben. Die Augen geben Auskunft über die gängige Beschaffenheit und Wirksamkeit der Organe der betrachteten Person. Eingreifende Änderungen, die sich über längere Zeit entwickeln oder verfestigen, sind also sichtbar.
Streicheleinheit
Um unsere inneren Organe "in die Arme" zu nehmen, zu pflegen und zu streicheln, verfügen wir über drei flüssige "Armen": die Lymphe, die Verdauungssäfte und das Blut. Welcher dieser drei Armen jeder einzelnen Person am liebsten ist, vermittelt uns ganz einfach die Farbe der Augen. Und dazu reicht ein Blick in den Spiegel.
Im Fachjargon wird hier von der Konstitution einer Person gesprochen: Blau deutet auf die Lymphe oder auf eine lymphatische Konstitution, ganz tief braun auf Blut oder auf eine hämatogene Konstitution und alle Farben dazwischen, von grau bis braun über grün und lila, auf die Verdauungssäfte oder auf eine biliäre Konstitution.
Jeweils seinen eigenen inneren "Lieblingsarm" in seiner Tätigkeit zu unterstützen, hat also eine ausgeprägte stärkende, stützende und schützende Wirkung auf den ganzen Körper, auch wenn's hustet.
Bei den Lymphatikern könnte der Lieblingsarm Lymphe unterstützt werden zum Beispiel mit Lymphdrainage, Kieselsäure (besonders enthalten in Hirse, Brennnessel und Schachtelhalm) und Temperaturschwankungen wie Kneippkuren und Sauna.
Hämatogene können sich mit Wärme und roten Gewächsen verwöhnen: alle roten Waldbeeren, Rotkohl, rote Beete, Tomaten, aber auch Ringelblumen, Weißdorn, Johanniskraut.
Für die Biliären ist es noch einfacher: alles, was die Verdauung anregt und unterstützt, vor allem Bitterstoffe wie in Nüssen, Gemüse oder grünem Tee. Süßes, vor allem mit schönem, kristallklarem, weißem Zucker ist dagegen zu vermeiden, so Leid es auch tut.
Selbstverständlich handelt es sich hier nur um einen kurzen Einblick. Neben der Konstitution stehen im Auge auch die Disposition (Struktur der Organe) und die Diathese (Funktion der Organe) zur Verfügung. Dazu braucht es jedoch eine Vergrößerung des Auges und den Blick von zwei anderen Augen.
Eine vertiefte Irisdiagnose an sich selbst ist also kaum realisierbar. Höchsten über eine Abbildung, die jedoch selten so farbentreu wie die Wirklichkeit ist. Also doch zum Augendiagnostiker...
Das Beste und Sicherste ist sowieso, dem Körper zu zuhören, auch und gerade wenn das, was vom Körper verlangt wird, nicht unbedingt den - eigenen - Erwartungen entspricht, zum Beispiel diese verfluchten Süßigkeiten oder die Zigarette. Da wird es interessant, zumal die Irisdiagnose auch als Sprachrohr für unsere seelischen Seiten dient.
Und für alle Augenfarben gilt: Bewegung, Bewegung und, falls müde oder gelangweilt, Bewegung zum Beispiel als Tanz: Es heißt ja nicht Kraftübung, sondern Ausdauer, gerade wenn es faucht.
© HP Arjen Peters
Bei Interesse an einer eigenen Irisdiagnose liegt meine Lupe für Sie schon bereit. Anmeldung bitte über 030-691 81 42 oder natur.hp.peters@gmx.net
AUA! DREI BUCHSTABEN, DIE BÄNDE SPRECHEN
Arjen Peters
Schmerzen zu bekämpfen ist eine heikle Sache, zumal diese Symptome äußerst subjektiv erlebt werden. Dazu kommt noch, dass es körperliche und seelische Schmerzen gibt und sich beide gegenseitig beeinflussen.
Schmerzen sind - leider - sehr verbreitet: Laut Bundessurvey des Robert Koch Instituts gaben 1998 88% der Männer und 94% der Frauen an, in den letzten zwölf Monaten Schmerzen empfunden zu haben. Am häufigsten betroffen sind der Kopf (70% der Frauen und 50% der Männer) und der Rücken (62% der Frauen und 56% der Männer). In Deutschland leben schätzungsweise über 5 Millionen Menschen mit behandlungsbedürftigem chronischem Schmerz, der also länger als sechs Monate andauert.
Schmerzen gibt es sozusagen auch für jeden Geschmack: akut mit kurzer dafür sehr starker Empfindung, chronisch mit meist etwas dumpfer aber dafür ständiger Anwesenheit und rezidivierend also immer wiederkehrend, ausgerechnet dann, wenn sie als verschwunden galten.
Außerdem kann ein bestehender Schmerz einen anderen hervorrufen: der erste bedingt eine Schonhaltung, die physiologisch gesehen eigentlich eine Fehlhaltung ist und so neue Schmerzen aufflackern lässt.
Rein biologisch betrachtet gehören Schmerzen zu der Sinneswahrnehmung: Die Nerven, die für die Wahrnehmung zuständig sind, werden gereizt. Dies kann geschehen zum Beispiel durch eine Verletzung, eine Entzündung, eine Verklemmung, eine Verspannung oder einen Verschleiß. Dieser Reiz ist so stark oder andauernd, dass er sich in unser Gedächtnis einprägt. So kann ein Schmerz sich verfestigen und fortsetzen, sogar wenn die Ursache schon verschwunden ist. Er kann sich genauso gut das Wohlbefinden beinträchtigen und so zu einem seelischen Schmerz, einem Leiden werden.
Umgekehrt kann seelische Schwermut zu einer intensiveren Sinneswahrnehmung führen, die sich bis zu einer gewissen Überempfindlichkeit steigern kann, also zu körperlichen Missempfindungen.
Diese fließenden Grenzen machen eine genaue Definition oder Lokalisierung fast unmöglich. Sie deuten umso stärker auf die ganzheitliche Entstehung bzw. das ganzheitliche Bestehen eines Schmerzes. Die Linderung lässt sich daher auch am besten ganzkörperlich behandeln.
Eines steht jedoch fest: Der Wille bzw. die Bereitschaft der behandelten Person ist die Voraussetzung für den Erfolg der Behandlung und bedingt sie maßgeblich. Der Wille lässt sich umso besser stärken, wenn bei jedem kleinen Schritt die erreichten Ziele erkannt und als neuer Anfang gefeiert werden.
Mein Anliegen ist es also, erstens eine Beruhigung sowohl körperlich als auch seelisch durch Massage und Gespräch zu erzeugen. Falls starke körperliche Schmerzen bestehen, nutze ich die Kopf-/Schädelakupunktur nach Yamamoto.
Im zweiten Schritt schauen wir nach den möglichen Ursachen und Quellen des Schmerzes oder fahnden zumindest nach deren Andeutungen: Wo ist der Schmerz? Warum gibt es ihn? Wie fühlt er sich an? Welche Gedanken lässt er entstehen? Wie würde er sich ausdrücken?Neben der Irisdiagnose als hinweisendem Instrument über den Zustand des Körpers liefert die prozessorientierte Psychologie (POP) gute Arbeitsmöglichkeiten: Der Schmerz wird nicht wie ein lästiger Begleiter abgelehnt. Er bekommt im Gegenteil eine neue Dimension, als Träger einer inneren Botschaft, die direkt von der Seele (Psyche in der POP-Sprache) gesendet wird.
Ein Leiden ist sozusagen wie ein Aufschrei unserer Seele oder Körpers, ein letzter Versuch, um uns aus unserem Alltag heraus auf neue Wege aufmerksam zu machen und zu lenken. Das Begreifen dieser Botschaften oder zumindest eine Auseinandersetzung mit ihnen bedingt also eine Linderung des Leidens.
Statt viel Theorie möchte ich anhand eines kleinen Beispiels aufklären, wie POP eingesetzt wird und wie es seine Wirkung entfaltet.
Ein Schullehrer Anfang Vierzig kommt mit starken Nackenschmerzen an der rechten Seite, die ihn seit dem Aufstehen plagen. Er hält auch den Kopf etwas nach vorn und zur rechten Seite gebeugt, als Schonhaltung. Die Irisdiagnose deutet auf innerliche Anspannung und Stress. Zeichen in den Muskel- und Knochenzonen sind dagegen nicht auffällig. Aus dem Gespräch mit dem Patienten erfahre ich, dass er zwar viel Arbeit hat, aber eigentlich nicht mehr als üblich. Die Nackensteifigkeit taucht immer wieder auf, aber noch nie mit dieser Intensität.
Der akute Zustand wird etwas gelindert mit einer Schädelakupunktur (20 Minuten an der B Zone), einer Massage der Nackenmuskulatur und anschließend einer Korrektur der Halswirbel nach Dorn.
Nun kann der Mann sich wieder etwas freier bewegen und sich besser auf die POP-Arbeit konzentrieren.
Wir sitzen auf dem Boden, einander gegenüber. Ich bitte ihn, sich in seinen eigenen Schmerz zu versetzen und mich als seinen Nacken zu betrachten: Wie schafft es diese Kraft, mich (den Nacken) zu peinigen? Welche Intensität, Farbe, Rhythmus, Bewegung hat sie? Wo setzt sie an und wie zieht sie durch mich (den Nacken)?
Es entstehen spontane Bewegungen, unkontrollierte Gesichtszüge, unbeabsichtigte Stimmänderungen. Das sind alles Elemente von Zuständen (Figuren in der POP-Sprache), die uns nicht bewusst sind, aber in unseren Träumen auftauchen.
In diesem Fall ist der Schmerz als rhythmische wagerechte Handbewegung dargestellt, die sich rasch ausbreitet ("wie Messerschnitte"). Ich bitte den Patienten darum, diese Handbewegung "zu sein", zu spielen. Sein Gesicht verzerrt sich in ein Grinsen, seine Augen sind weit geöffnet und seine Stimme ist hoch und krächzend. Er steht auf und hält sich etwas gebückt. Er sei ein Monster und wolle mit mir rangeln. In dem Spiel greift er aber ausschließlich zu meiner rechten Hand und zieht daran.
Nach einer Weile ebbt das Spiel ab, wir setzen uns wieder auf den Boden und tauschen uns darüber aus. Dann erzählt er von einem Traum, in dem seine rechte Hand einbetoniert war. Dieses Bild sah er selbst damals als "Überforderung" seiner Hand: "Ich muss die Kinder immer wieder zur Ruhe mahnen", und Mahnung steht für ihn symbolisch gleich mit einem Schlag der rechten Hand auf den Schreibtisch. In dem Spiel mit mir ist ihm aufgefallen, dass er noch immer nichts gegen diese Überforderung unternommen hat. Der Schmerz im Nacken resultiere also aus dem ständigen Gewicht der "einbetonierten Hand".
Eine Woche später kam der Schullehrer erleichtert zurück. Seit der POP-Arbeit hat der Schmerz schnell nachgelassen und ist nicht wieder aufgeflackert. Inzwischen hat er einen Elternabend vorbereitet und Gespräche mit Kollegen unternommen.
Und der Schmerz, was ist aus ihm geworden? Der hat seine Funktion als Träger einer Botschaft erledigt. Er wurde als Teil von einem inneren Zustand "be-griffen" (nicht mit dem Verstand, richtig mit beiden Händen) und mit Körper und Seele schöpferisch kanalisiert. POP-Arbeit führt zu einer eigenen Kreativität und ist somit ein Schmerzmittel, mit erwünschten Nebenwirkungen!
Das Chaos im Kopf oder die Sache mit der Gegenwart
Veronika Otto
Kennen Sie das?
....................Eigentlich wollte ich etwas ganz anderes machen...
................................................................ Aber dann lag da dieses Buch..................
.........................................Aber vorher noch schnell dies hier..............
........Und das nehme ich gleich mit....................liegt ja auf dem Weg........Und dann..................
Was wollte ich?.......................und dann...klingelt das Telefon.......................ich wollte doch...
ach ja eigentlich......das Buch....Aber davor?....oh schon so spät....?.....ich muß ja los!!!
Wo ist eigentlich das Buch...??? und der Schlüssel???...immer dieser Stress!!!..........
.................................. und irgendwie hab ich nichts geschafft!!!................................................
So ging es mir oft in der Jonglage zwischen Haushalt, Kindern und Beruf.
Und zum Schluss war immer mein Schlüssel weg.
Bis ich mich fragte, wer ist eigentlich weg?
Der Schlüssel oder ich?
Mein Körper ist natürlich da, aber wo sind meine Gedanken?
Die Gedanken springen vor und zurück, eilen voraus, planen oder kritisieren.
Mein Körper aber ist mit ganz anderen Dingen beschäftigt.
Auch Gefühle können in der Vergangenheit oder der Zukunft herumschwirren und dort traurig oder fröhlich sein, aber sie sind nicht bei mir und dem was ich jetzt gerade tue.
Und das schafft eine enorme Reibung, weil die Hälfte von mir gar nicht da ist.
Die andere Hälfte ist damit natürlich überfordert und fühlt sich schwach und unkoordiniert.
Wie kann ich also ganz(eins) werden und wirklich in der Gegenwart leben?
Im „Hier und Jetzt“ ?
In der Kinesiologie gibt es 2 einfache Übungen um ins Hier und Jetzt zu kommen.
Ich mache diese Übungen inzwischen überall und immer wenn ich mich nicht konzentrieren kann.
Und es verändert viel!
Ich behalte mehr den Überblick weil ich bewusster entscheide was ich jetzt tue oder später.
Viele kleine Sachen die ich schon immer vorhatte, habe ich inzwischen einfach gemacht.
Und ich habe plötzlich mehr Zeit für mich und die schönen Dinge des Lebens.
Die Übungen sind einfach, können aber viel bewirken.
Und hier sind sie.
1. Gehirnintegration:
Öffnen Sie ihre Hände und stellen Sie sich in jeder Hand eine Ihrer Gehirnhälften vor.
Dann führen Sie Ihre Hände vor dem Körper zusammen falten die Hände und sagen:
Ich bin...(Namen) ...ganz im Hier und Jetzt.
2.Augenrotation:
Bewegen Sie beide Augen langsam im Kreis, so dass Sie in jede Richtung geschaut haben und sagen: Ich bin ... (Namen ) ... ganz im Hier und Jetzt.
Machen Sie jede der Übungen mehrmals hintereinander, und atmen Sie dabei tief.
Im Hier und Jetzt zu leben heißt ganz in der Gegenwart zu sein.
Mit 100% Entscheidungsfähigkeit und Lebensfreude.
Gerade jetzt im Sommer will jeder das Leben und die Sonne zu genießen.
Tun sie es !!!
Und wenn das Chaos im Kopf beginnt probieren Sie diese Übungen aus
Es lohnt sich.
Viel Spaß und Sonne wünscht Ihnen Ihre Veronika Otto
Weitere Übungen und Informationen über Kinesiologie erhalten sie bei mir:
Veronika Otto, Tel. 96 80 81 39
VielfliegerInnen
von Sigrid Werner
Den VielfliegerInnen ist ein Kapitel aus dem Buch „Shiatsu Gesundheit geben und empfangen: Einfache Übungen für alltägliche Beschwerden, Selbstbehandlung und Partnerübungen“ von Pamela Ferguson gewidmet. Sie hat uns diesen Text freundlicherweise für den Aquariana-Newsletter als PDF-Datei zur Verfügung gestellt. So können Sie ihn sich ausdrucken und auf ihre Flugreise mitnehmen, die Ihnen dadurch entspannt und genussvoll gelingen möge: Vielflieger.
Das Buch ist 2006 in 2. Auflage erschienen, zählt 103 Seiten und 109 Abbildungen, die Sie für 16,95 Euro über jede Buchhandlung bekommen können. Weitere wichtige Angaben: ISBN 3-00-018285-3, edition conkom, Leinfelden-Echerterdingen, info@conkom.de, www.conkom.de.
Sie finden darin leicht anwendbare Selbstbehandlungsmöglichkeiten unter anderem bei Stress, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verdauungsbeschwerden und Schlafstörungen von der international anerkannten Shiatsu-Lehrerin Pamela Ferguson.
Sie möchten sich lieber von einer professionellen Shiatsupraktikerin behandeln lassen? Dann sind Sie im Aquariana genau richtig! Hier können Sie Shiatsu bekommen von:
Babette Schwartz
Tel. 030 - 785 10 69Sigrid Werner
Tel. 030 - 613 06 516 Zum Seitenanfang
Zehn Tipps, um gut in Urlaub zu fahren, auch wenn man zu Hause bleibt
Arjen Peters
Wir freuen uns alle auf den Urlaub, weil wir diese Zeit oft mit Reisen verbringen. Diese wiederum haben den Nachteil, eine gewisse Dauer der Inaktivität vorauszusetzen und zwar während der Fahrt, sowohl hin als zurück. Manchmal sogar besteht die Reise an sich aus einer langen Fahrt mit wenig oder nur eingeschränkter Bewegung.
Da der Mensch noch nicht vollständig zum Homo Touristicus geworden ist, melden sich bald die Organe, die für rege Bewegung geschaffen sind. So bleiben im Sitzen zum Beispiel Gelenke, besonders gern die Hüft- und Kniegelenke oder die Wirbelsäule, seltenst über längere Zeit unbemerkt.
Bevor es dazu kommt und um bestens in den Urlaub einzusteigen, hier meine Tipps, die sich sogar für einen mittigen Platz im Flugzeug eignen: 1. Haare waschen, trocken
Die Kopfhaut mit den Fingerkuppen vom Stirnansatz bis zum Nacken leicht massieren, in Streifen jeweils von der Mitte des Kopfes bis zu den Schläfen.
2. Regen ins Gesicht prasseln lassen
Mit den Fingerkuppen leicht das Gesicht herunter klopfen, von der Stirn über Schläfe, Nase und Wangen bis zum Kinn.
3. Kopf noch mal fest schrauben
Mit den Fingerkuppen beider Hände am hinteren Nacken vom Haaransatz bis zu den Schultern entlang streichen, dabei ruhig mit dem Kopf "nein" schütteln.
4. Mit dem Kopf nach vorne rudern
Langsame Kreisbewegungen mit dem Kopf nach vorne machen.
5. ...und wieder zurück rudern
Gleiche langsame Kreisbewegungen mit dem Kopf, dieses Mal nach hinten ausführen. Dabei versuchen zu spüren, wie sich die Nackenwirbel wieder aufeinander stellen.
(Diese zwei Übungen lassen sich auch hervorragend von den Schultern begleiten und sogar, wenn es die NachbarInnen und der Sessel zulassen, von den ganzen Armen: einfach ruhig mitkreisen lassen)
6. Kaffee mahlen, mit dem Kopf
Langsam mit dem Kopf einen breiten Kreis beschreiben, dabei so nah wie möglich an Schulter, Rücken und Brust kommen ohne jedoch zu forcieren. In eine Richtung und dann in die Gegenrichtung drehen.
(Je nach Möglichkeit kann auch diese Übung intensiviert werden: Arme in entgegengesetzte Richtung zu einander von oben nach unten kreisen. Klingt viel schwieriger, als es letztendlich ist...)
7. Tarzan wecken
Mit den Fingerknöcheln beider Hände kräftig das Brustbein mehrmals hoch und runter reiben, anschließend locker auf die Stelle klopfen. Tief Ein- und Ausatmen fügen sich fast von alleine hinzu. Und wer Lust hat, lässt dabei ein kleines Raunen bis zum heroischen Schrei hören (eventuell vorher die Mitreisenden und das Flugpersonal anvisieren).
8. Fahrrad fahren, auf den Händen<br> Die linke Hand unter die linke Gesäßhälfte legen und das linke Bein langsam ausstrecken, entspannen und wieder strecken. Mehrmals wiederholen. Anschließend das gleiche auf der rechten Seite machen.
9. Die Puppen tanzen lassen
Mit leicht angehobenen Beinen die Füße ruhig kreiseln, hin und her beugen, gegen- und auseinander drehen. Das gleiche anschließend (oder für die, die es schaffen: währenddessen) mit den Zehen.
(Die Füße mögen es meist gern, auch mal berührt zu werden. Also "ran an die Substanz": kneten, reiben, streicheln vom Unterschenkel bis zu den Zehennägeln und von den Zehenspitzen bis zur Ferse)
10. Applaus vom Publikum!
Schmunzeln, Lachen, Jubeln oder einfach ein nettes Wörtchen zum/zur NachbarIn.
Und wer Lust hat, fängt jeden Morgen beim Aufstehen mit so einer kleinen Reise an. Dann wird selbst das Zu-Hause-Bleiben fas


