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Sich für die Liebe entscheiden

Sich für die Liebe entscheiden

Den „richtigen“ Partner finden – auch eine Frage der Liebe zu sich selbst

Ein Artikel von Dr. phil. Jochen Meyer

Erscheinungsdatum: 02. November 2017
Schlagwörter: Beziehungen, Selbsterfahrung

 

„Ich gerate immer wieder an den Falschen!“ Viele Frauen kennen das und viele Männer auch: Sie verlieben sich in Partner, die sie ausnutzen, übergriffig sind oder andere destruktive Verhaltensweisen an den Tag legen. Häufig sind es Partner, mit denen eine stabile und vertrauensvolle Beziehung gar nicht möglich ist. Die Wahl eines solchen Partners kann enormes Leiden erzeugen. Vor allem, wenn es immer wieder passiert, sich also um ein Muster handelt und ein Loskommen davon nicht möglich scheint.

Bindungsmustern liegen meist früh angelegte Prägungen zugrunde. Die Betroffenen erkennen sie zwar als hinderlich, können sie aber oft nicht selbst auflösen. Wer das Gefühl hat festzustecken, sollte sich kompetente Unterstützung holen. Denn zum Glück sind wir nicht auf unsere Muster festgelegt. Mit einem guten Coach oder Therapeuten können wir an die Ursachen für unsere Muster herankommen und die alten Prägungen auflösen.

Wie Bindungsmuster sich verändern lassen

Das möchte auch Sabine erreichen, die seit einigen Monaten zu mir ins Single-Coaching kommt. Sie erzählt mir, wie sie sich in den letzten Jahren gleich mehrfach in „eher schwierige“ Männer verliebt hat. „Irgendwie unnahbar, wenig interessiert an mir und abweisend, sobald ich einmal eigene Bedürfnisse äußere“ - so charakterisiert Sabine ihre letzen Partner. Ihr ist klar, dass sie nicht gerade einfühlsame Männer als Partner wählt, doch gerade diese Männer ziehen sie auf gleichsam magische Weise an: „Sie mögen zwar grob und unzugänglich sein, aber sie haben auch etwas Verwegenes, Unkontrollierbares, das mich einfach anzieht!“ Und sie fügt hinzu: „Ich glaube, ein unkomplizierter Mann, der mich gut behandelt, würde mich überhaupt nicht interessieren.“

Während unserer Sitzungen findet Sabine heraus, dass dieser innere Konflikt – eine ungestillte Sehnsucht nach einem einfühlsamen, unkomplizierten Mann und eine Partneranziehung, die genau dies verhindert – in ihr selbst begründet liegt. Schon ihr alkoholsüchtiger Vater war keine verlässliche Bezugsperson. Manchmal war er liebevoll und zugewandt, dann wieder aggressiv und abweisend. Auch ihre Mutter, die diesen Mann zugleich liebte und unter ihm litt, konnte ihr nicht viel Halt geben. Das Männerbild, was sich unter diesen Umständen in ihr herausbildete, beschreibt Sabine so: „Männer sind unberechenbar und unzugänglich, aber auch sehr bedürftig – so muss man sie eben nehmen und lernen, mit ihnen auszukommen. Viel erwarten darf man jedenfalls nicht von ihnen.“ Jetzt sind wir am Punkt: Sabine realisiert, dass sie im tiefsten Inneren gar nicht erwartet, von einem Mann gut behandelt zu werden. Schlagartig wird ihr klar, wie sie aufgrund dieser bislang unbewussten Erwartungshaltung immer wieder Männer als Partner wählt, die ihr nicht gut tun.

Doch Sabine erkennt auch, dass sie heute fähig ist, ihre unbewussten Motive zu durchschauen und ihr Verhalten zu ändern. Als ein neuer Nachbar in ihr Haus einzieht, der ihr auf den ersten Blick gefällt, sich aber schnell als unzugänglich und selbstfixiert erweist, zieht sie die Notbremse und bricht den Kontakt nach wenigen Begegnungen wieder ab. Und als sie bei einer Fortbildung erneut einem „interessanten“ Mann begegnet, der ihr beim ersten Treffen gleich lang und breit von seiner letzten gescheiterten Beziehung erzählt, ohne eine einzige Frage an sie zu stellen, sagt sie diesmal gleich „nein“ zu weiteren Treffen. Innerlich fühlt sie sich zwar wie eine Verräterin, doch sie spürt auch, dass sie mit ihrem Verhalten eine neue Tür in ihrem Leben öffnet.

Es gibt jemanden, der besser passt!

Menschen wie Sabine müssen lernen, sich bewusst für die Liebe zu entscheiden. Sie müssen loslassen, was sie irrtümlicherweise für Liebe halten, Wenn sie verstehen, dass ihre kindlich verwirrte Seele etwas für Liebe hält und sie in die Irre führt, weil sie in ihrer Herkunftsfamilie nichts anderes kennengelernt haben, ist ein erster Schritt gemacht. Was nun folgt, ist ein Prozess inneren Umlernens, der eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen kann. Wer immer wieder an Partner gerät, die ihn schlecht behandeln, darf lernen, dass ihm dies nicht „einfach so“ passiert. Er darf erkennen, dass er für die Wahl eines passenderen Partners ein klareres Bewusstsein seines bisherigen Wahl-Verhaltens braucht, das heisst einen neuen Zugang zu sich selbst. Er darf überholte Glaubenssätze ausmustern und durch passendere ersetzen. Er darf sich mit der Frage beschäftigen, wer ihm als Partner oder Partnerin wirklich gut tut. Es reicht nicht, sich einen möglichst perfekten Partner zu wünschen; vielmehr geht es darum, sich darüber klar zu werden, welche zwischenmenschlichen Fertigkeiten und Charaktereigenschaften der nächste Partner ganz konkret haben soll. Denn am Ende kommt es darauf an, genau diese Kriterien im Blick zu haben, ja sie sogar regelrecht einzufordern, wenn man jemand Neues kennenlernt. Jetzt heißt es aufpassen, ob man sich in einen beziehungskompetenten Partner verliebt!

Sich in jemanden verlieben, der einem gut tut: Wer dazu fähig werden will, muss Entscheidungen treffen – zum Beispiel, dass er nur noch mit vertrauenswürdigen Dating-Partnern ausgeht. Oder dass er abwertendes, respektloses Verhalten nicht mehr duldet. Oder dass er bei denen, die für eine Beziehung in Frage kommen könnten, Augenhöhe und eine bestimmte Reife spürt. Anders gesagt: er muss sich für die Liebe entscheiden – und gegen den Hang zum Drama.

Wer das tut und hierin konsequent ist, sagt “nein“ zu Menschen, die ihm keine Liebe geben können. Er sagt „ja“ zu Menschen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht so anziehend wirken, dafür aber offen, interessiert und vertrauenswürdig sind. Seine Seele lernt jetzt die entscheidende Lektion: Es gibt Frauen oder Männer, die dir gut tun und die zu dir passen! Nur so jemand kommt als Partner für dich in Frage! Und so jemanden suchst du dir jetzt aus!

Sobald wir uns entscheiden, für destruktive „Spielchen“ mit unpassenden Partnern nicht mehr zur Verfügung zu stehen, transformieren wir unsere Bindungsmuster. Der Schlüssel liegt darin, dass wir selbst nicht gut mit uns umgehen, solange wir uns an Partner binden, die uns nicht gut tun. Wer diese Einsicht in neues Verhalten umsetzt, schafft früher oder später den Durchbruch: Wer anderen nicht mehr gestattet, ihn auszunutzen, der kann nicht mehr ausgenutzt werden. Und wer nicht länger zulässt, dass andere ihn schlecht behandeln, wird auf diese Weise nicht mehr enttäuscht werden.

Es liegt also auch an uns, ob wir so behandelt werden, wie wir es uns wünschen oder nicht. Der Punkt ist: Wir müssen die Verantwortung dafür übernehmen! Wir müssen festlegen, wie ein Partner mit uns umgehen darf und wie nicht. Beim ersten Date genauso wie in einer festen Beziehung. Sobald wir bewusster werden und unsere Bindungsmuster durchschauen, haben wir die Wahl: Wir können uns für die Liebe entscheiden und gegen lieblose, enttäuschende oder auf andere Weise unerfüllende Beziehungen. Wir können ein tiefergehendes Bewusstsein davon erlangen, was es bedeutet und wie es sich anfühlt, in einer guten Liebesbeziehung mit einem Partner auf Augenhöhe verbunden zu sein. Einen Partner oder eine Partnerin finden, die einem gut tut: das ist kein verwegener Traum mehr heutzutage, das ist erreichbar für jede Frau und für jeden Mann, der sich aufmacht und sich den hier angesprochenen Fragen ernsthaft stellt.

Auch meiner Klientin Sabine ist das gelungen. Im Laufe unserer Sitzungen verändert sich allmählich ihre Erwartung, wie Männer sie behandeln dürfen. Sie entwickelt ein immer klareres Gespür dafür, wer ihr gut tut und wer nicht. Beim Kennenlernen schaut sie nun genauer hin und sortiert schneller aus, wer nicht zu ihr passt. Auf einmal gibt sie auch Männern eine Chance, die warmherzig und wohlwollend sind und überhaupt nicht in ihr früheres „Beuteschema“ passen. „Die hätte ich früher glatt übersehen, das wäre mir ohne das Single-Coaching niemals möglich gewesen!“, sagt sie zu mir. Inzwischen ist Sabine noch einen Schritt weiter: Zu ihrer eigenen Überraschung hat sie sich in einen liebevollen, einfühlsamen und zugewandten Mann verliebt: “Ich bin überglücklich und dankbar, es geht mir besser als je zuvor!“

Die nächsten Veranstaltungen im Aquariana:

Fr, 03.11., 17.11. und 01.12.17 18:00-20:00 Vortragsreihe „Finde deinen Partner!
Die sechs Schritte zur erfüllenden Partnerschaft“
Fr, 10.11.17 20:00-22:00 „Hochsensibel in Love“ - Offene Gruppe für Hochsensible
Sa, 06.01.18 zw. 14:00-19:00 „Wie deine Partnersuche gelingt!“
Kostenloser Workshop am Tag der Offenen Tür
Dr. phil. Jochen Meyer im Aquariana

Dr. phil. Jochen Meyer

Erfolgstraining für Singles
CoreDynamik-Trainer und -Therapeut
Single-Coach und Paarberater

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